Beiträge von Tastenrabe


    Nr. 1 habe ich gestern Abend angehört.

    Die Aufnahme hat ihre Schwächen und Stärken - welche auch nicht?

    Auffallend im Klavierpart fand ich einen deutlichen Wechsel zwischen kraftvoll-hartem Anschlag und dann wieder butterweicher Gestaltung. Insgesamt sehr kontrolliert gespielt, aber nicht übervorsichtig, sondern durchaus auch mit Biß.

    Das Orchester spielt gut mit Moravec zusammen, leidet aber ein wenig unter der etwas gedämpften Supraphon-Tontechnik.

    Wäre immerhin auch als etwas verschrobene Aussage zu einer von der Pianistin gemeinten Aktualität von Brahms' Musik denkbar .... immerhin hat sie irgendwo Musik studiert ...

    Originaltext: "And suddenly, I read that Brahms has died".

    Ein Grund ist: Keine zwei Orgeln (ab einer bestimmten) Größe sind gleich, selbst Register gleichen Namens klingen an verschiedenen Orgeln verschieden. Welchen Sinn würde es also machen, wenn ein Komponist ein Stück komponiert und an einer Orgel mit 60 Registern die von ihm gedachten Register angibt, wenn ein anderer Organist dasselbe Stück an einer Orgel mit 30 Registern aufführen will?

    Das war der Grund meiner Frage. Scherzos Erläuterungen fand ich dazu durchaus einleuchtend.


    Ja ... ein Fass ohne Boden.

    In der Tat

    Hmm, etwas ratlos bin ich schon. Von der Elektronik mal abgesehen, welche das Ganze sehr mechanisch macht - sei's drum, denke ich, daß es (klingt vielleicht ein wenig arrogant, ist aber nicht so gemeint) entwicklungsfähig ist. Von der Grundanlage her ist es nachvollziehbar, was es dem Hörer erleichtert. Mir fehlt ein wenig das Spiel mit den Möglichkeiten, um Stimmungen sich verschieben zu lassen oder neue zu erzeugen (Verkürzungen, Ballungen, harmonische Verschiebungen etc.), obwohl der Keim dafür doch oft schon gelegt wäre.

    Das ist melancholich-morbide auf eine Weise, die mich unmittelbar an einen Mafia-Film im Stile des Paten denken lässt: Viele Tote nach einem Blutbad, die Kamera fährt langsam darüber und dazu diese Musik.

    Eine etwas ungewöhnliche Beschreibung .... ;) ^^ ..... ABER: normalerweise weder meine favorisierte Musikgattung noch meine bevorzugte Epoche - nun allerdings muß ich da mal reinhören :D :pop:

    Moin und ein schönes neues Jahr!


    Hach, welch' eine Frage ... oder besser: welch' ein Haufen Fragen.

    Ich denke, daß es vielleicht hülfe, die Ebenen etwas auseinander zu halten.

    1. Wenn du das Bedürfnis da ist, Musik zu schreiben, dann tue es. Das ist zunächst mal schlicht deine Sache, und nur deine.

    Wie du Musik schreibst, ist ebenfalls zunächst nur deine eigene Sache. Du schreibst sie schließlich.

    2. Wenn du diese Musik mit anderen teilst, um feed back zu bekommen, ist es wahrscheinlich hilfreich, das feed back zunächst einfach hinzunehmen. In diesem Moment hängt das feed back schließlich nicht mehr nur von deiner Vorstellung von Musik ab, sondern auch von der Art der Präsentation, der Vorerwartung des Hörers etc.

    (Wenn jemand beispielsweise sagt, er habe eine Symphonie geschrieben, kommt bei sehr vielen Hörern ein automatischer Vergleichslink mit den großen Syphonikern der Musikgeschichte .... und Beethoven, Brahms, Berlioz, Haydn, Mozart, die Bachsöhne, Bruckner ... Himmel, das ist eine recht hohe Latte ...)

    3. Vergleichen tötet die Kreativität. Zumindest, wenn man damit startet. Wie auch immer. Julia Fischer - ein guter Interpret muß nicht auch komponieren können. Und umgekehrt.

    Deine Musik ist deine Musik und damit einzigartig.

    4. Beruflich ausgeübtes Komponieren ist wohl dann wieder eine andere Ebene, zumal man sich bewußt auf all die Vergleiche und Kritik einläßt. Und auf einen Musikmarkt mit seinen Regeln. und auf den Hörergeschmack, von dem man dann ja auch zumindest teilweise existentiell abhängig wird. Ohne selbst Erfahrungen vorweisen zu können, würde ich meinen, daß in diesem Fall eine gründliche musiktheoretische Ausbildung vortelhaft sein könnte (sicher, geniale Autodidakten gibt es auch. Ob man dazu gehört, wird sich dann wohl erst später herausstellen ... ;) )

    (Lange Rede, kurzer Sinn: Mach einfach! Lerning by doing! Und versuche herauszufinden, ob es wirklich das ist, was du machen willst. Wenn ja, dann los!)

    LG

    Moin zusammen,


    konkrete Projekte - soweit ist das Inspirationschaos noch nicht gediehen.

    An den Tasten schwebt mir Beschäftigung mit Sonaten von Haydn und Beethoven, ein wenig Schumann und Debussy vor. Gemeinsames Musizieren ebenfalls. Und Selbstgeschriebenes ...

    LG

    Er mag ein harter Knochen gewesen sein, aber die grandiosen Veröffentlichungen später sind immer wieder Hörerlebnisse der besonderen Art.

    So ganz ohne Arbeit an sich und mit den anderen geht's bei aller Genialitätsromantik halt doch nicht ... ;) 8)

    Ich muss mich bei Braccio dafür bedanken, dass er daran erinnert hat, dass 2022 auch ein Franck-Jahr ist. War mir tatsächlich vor lauter RVW kaum, nein: überhaupt nicht präsent. Und dabei hat er doch ganz wunderbare Kompositionen hinterlassen - wie eben die „Psyché“…

    in der Tat ....


    Deshalb bei mir mal die Symphonie d-moll



    Zugegebenermaßen habe ich mich mit diesem Werk immer ein wenig schwer getan, aber hin und wieder ... ich habe noch eine uralte LP mit Bernstein . Die werde ich mir dann mal für das Wochenende auf die Vergleichsliste setzen. Zweimal diese Symphonie hinterander ist mir dann doch zuviel, auch, wenn sie vieles Schönes enthält :pfeif:

    Man kann das als Stärke sehen, aber vielleicht doch auch als schiere Notwendigkeit, um die vielen guten Ideen unauffällig und kunstvoll zusammenzulöten.

    ohne mich auf fachliches Glatteis begeben zu wollen - dazu fehlt mir schlicht das Detailwissen - kann man nicht aus der großen selbstkritischen Scheu, die Brahms bei der Großform Symphonie an den Tag legte, schließen, daß es seine geniale Lösung eines selbstgestellten Problems und damit durchaus eine Stärke war? Immerhin handelt es sich ja nicht um eine Jugendsymphonie zum Zwecke des "learning by doing"?