Beiträge von maticus

    Auch die "Woken" finden Dinge unfair, die dann halt Deiner Meinung nach nicht unfair sind. Kannst Du denn wirklich so gar nicht von Deiner Person abstrahieren? Und, wie Diskursprodukt richtig anmerkt, einmal die eigene Position darzustellen ist natürlich voll und ganz ok, aber hier ging es darum den anderen Standpunkt wiederholt als "unfair" abzuqualifizieren bzw. zu "canceln".

    Wieso, auch Du wiederholst Dich doch ständig. Du willst mir doch jetzt vorschreiben, was ich schreiben soll und was nicht.


    Was Deine mathematischen Betrachtungen hierzu nun genau sollen, erschließt sich mir nicht.


    maticus

    Der Punkt ist, dass Du das halten kannst, wie Du willst. Das heißt, Du kannst Dich jeglicher Spekulationen enthalten. Kein Problem. Was aber immer mehr um sich greift, ist es, anderen vorzuschreiben zu wollen, was sie gefälligst zu tun oder zu sagen haben. Ist man zufällig mal am receiving end, dann nennt man das "wokeness" oder "political correctness" auf Seiten der anderen und jammert, bearbeitet man die anderen hingegen mit dem Tugendhammer, dann nennt man es "Anstand". Das ödet an.

    Hier geht es weder um wokeness noch um eine Vorschrift, was andere sagen dürfen oder nicht. Ich sage nur, dass ich es unfair finde, hier über vermeintliche Krankheiten oder vermeintliches Fehlverhalten einer in der Öffentlichkeit stehenden Person zu spekulieren, zumal sie sich hier nicht dazu äußern kann (und auch nicht muss).


    maticus

    Nach dem heute abend erlebten Messiaen-Konzert der Wiener Philharmoniker fand ich unter meinen Facebook-Nachrichten immerhin ein Posting von Yuja Wang vor, in dem sie sich dafür entschuldigte, "due to health reasons" die beiden Konzerte in Hamburg und Luzern abgesagt zu haben. Dass sie krank sei, behauptet sie nicht, denn die englischsprachigen Wörter für krank - "sick" oder "ill" - verwendet sie nicht. In Übereinstimmung mit der Wortwahl des Hamburger Veranstalters führt sie "gesundheitliche Gründe" an - was alles mögliche bedeuten kann, z.B. auch eine professionelle Zahnreinigung, die terminlich mit diesen Konzerten kollidierte.

    "Health reasons" ist das richtige Wort, auch für Erkrankung o. ä. Im Englischen würde niemand öffentlich "sick" oder "ill" schreiben. "Health reasons" ist der typische zeitgemäße Euphemismus (so wie "bathrooms" für "toilet" etc.), der einerseits dem/der Erkrankten Privatsphäre lässt, andererseits dem Empfänger der Nachricht nicht irgendwelche Beileidsbekundungen abnötigt und den Appetit vergehen lässt.


    Nur mal so als Beispiel: eine Frau kann auch mal arge Probleme mit ihrer Regel haben. Da wäre "Erkrankung" nicht einmal das passende Wort. Ich finde, es steht uns nicht zu, hier Frau Wangs Entscheidung (aus gesundheitlichen Gründen) anzuzweifeln oder zu spekulieren, was es denn nun "wirklich" sein könnte.


    maticus

    Nein, gerade runtergeladen, früher schonmal geguckt.


    In the Mood for Love


    In the Mood for Love - Film in voller Länge | ARTE
    Die Sekretärin Li-zhen und der Zeitungsredakteur Chow ziehen zufällig am selben Tag in benachbarte Wohnungen ein. Da Li-zhens Mann regelmäßig auf…
    www.arte.tv


    Hongkong, Frankreich, Thailand 2000

    Regie, Drehbuch, Produktion: Wong Kar-Wai

    Mit: Maggie Cheung und Tony Leung Chiu Wai u. a.


    Ein sehr schöner Film, mit Auszeichnungen übersät. Ich habe ihn vor Jahren mal gesehen, im Originalton (kantonesisch) mit (wahrscheinlich englischen) Untertiteln. Weiss nicht, wie die deutsche Synchronisation gemacht ist. Auf Arte kann man aber auch das Original mit französischen UT sehen.



    maticus


    Wenn sie "aus gesundheitlichen Gründen" (was übrigens nicht heißt, dass sie krank ist; es kann auch heißen, dass sie sich schonen muss, um nicht krank zu werden) das alles nicht schaffen kann, dann darf sie sich eben nicht solche immensen Tourneeverpflichtungen aufhalsen. Aber erst zu allem ja sagen und dann mittendrin doch nein, dafür gibt es ein Wort: Unzuverlässigkeit.

    Die Frage, ob sie krank ist oder sich nur schont, um nicht krank zu werden, finde ich hier irrelevant und beide Varianten gleichzusetzen. Natürlich, wenn sie sich nicht schont und erst ein paar Tage später "richtig" krank wird, hättest Du auf Dein Konzert nicht verzichten müssen, aber dafür dann andere später. Letztlich ist das sowieso alles nur Spekulation.


    Diese Termine werden sicherlich schon Jahre vorher gemacht. Wenn sie da jetzt zwischendurch überlastet ist, dann würde ich das nicht als Unzuverlässigkeit bezeichnen.


    Dass Du sauer bist, kann ich gut verstehen. Ich kann auch verstehen, dass man *wegen* Yuja Wang dort hingeht und es da keinen Ersatz gibt. Noch schlimmer für diejenigen, die zu so einem Konzert extra noch anreisen und im Hotel übernachten...


    maticus

    gerade jetzt hat sie plötzlich ein Aua.

    Ich betrachte die 198 Euro wieder einmal als Lehrgeld für die Erkenntnis, dass man Künstlern und Konzertveranstaltern nicht das Geld in den Rachen werfen sollte, das man verdammt hart erarbeitet hat. Diese Leute machen, was sie wollen, wechseln Konzertprogramme und Besetzungen nach ihrem freien Belieben. Der Konzertbesucher, der so dumm ist, Monate im voraus Unsummen für Eintrittskarten zu bezahlen, hat selbst schuld.

    Lieber Music Lover,


    ich kann Deine Enttäuschung verstehen. Ich würde wahrscheinlich auch lieber das Geld zurück haben wollen. Allerdings finde ich Deine Äußerungen ziemlich despektierlich, der Künstlerin gegenüber. Ich gehe mal davon aus, dass Frau Wang tatsächlich erkrankt ist (warum sollte sie sonst absagen?). Das mit dem "Aua" finde ich insofern unpassend. Sie könnte z. B. auch Corona haben, das ja (entgegen der Medien) derzeit sehr verbreitet ist. (Hier in meinem Kiez sehe ich viele kleine Geschäfte mit dem Hinweis "wegen Erkrankung leider geschlossen".) --- Davon abgesehen, 198 Euro ist schon eine Hausnummer, die ich nicht bereit wäre zu zahlen. Ich finde, Kultur (auch die allerbeste) sollte auch für die Allgemeinbevölkerung erschwinglich sein. (Mir ist klar, dass das nur mit staatlichen Subventionen geht; aber wozu zahlen wir schließlich Steuern?)


    maticus

    Nein, dass die Aussage so interpretiert werden könnte - vom Autor gemeint ist natürlich, dass sie als Interpret schwach ist und das mit sexy Auftreten kompensieren muss, um den Erfolg zu bekommen, den sie hat.

    Dann habe ich Dich missverstanden. Deiner Auffassung bin ich überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Aber das hatte ich weiter oben schon geschrieben.


    maticus

    (von Männern) fehlt.

    Eben. Feminismus schreibt nämlich (ohne h) nicht vor, sondern dient der Befreiung aus männlichen Diktaten.

    Obwohl man hier Männer auch nennen könnte/sollte, meinte ich hier tatsächlichspeziell "von Frauen". Natürlich gibt es nicht *die* Feministinnen. Aber es gibt einen Teil, die eben doch ihren Geschlechtsgenossinnen (sagt man so? *darf* man das heutzutage so sagen?) vorschreiben wollen, was diese tun dürfen oder nicht. Wenn eine Frau sich z. B. selbst in Kleidung wohlfühlt (und schön fühlt, aber das ist vielleicht kein erlaubtes adverbium mehr), die Weiblichkeit betont, was ist dann dagegen zu sagen? Natürlich bin ich nicht so naiv nicht zu wissen, wie weit (gerade) junge Frauen manipuliert werden etc., was man ja z. B. bei den vielen magersüchtigen Mädchen sieht, etc. Aber dennoch mag es ja auch "gesunde", unabhängige Präferenzen beim eigenen Geschmacksempfinden geben.


    maticus

    Ich finde, sie interpretiert gar nicht (NB: meine Meinung!). Sie ist technisch brillant, virtuos, mitreißend, alles klar. Aber ihr Spiel ist seelenlos. Ich bin da ganz bei der SZ:

    Das sehe ich völlig anders. Alles, was ich bisher von ihr gesehen habe (in vielen Videos), ist sehr inspiriert (und inspirierend). Sie ist offensichtlich mit Freude beim Spiel, das oft elegant und "leicht" daher kommt.

    Genauso geht es mir bei Lang Lang.

    Da kann ich Dich eher verstehen. Ich sehe die beiden aber als komplett unterschiedlich.


    maticus