Beiträge von Auscultator

    (In beliebiger Reihenfolge)


    Mozart: Klavierkonzert c-moll KV 491
    Sumera: Klavierkonzert
    Burgmüller: Klavierkonzert
    Sæverud: Klavierkonzert
    Nielsen: Violinkonzert
    Sibelius: Violinkonzert
    Pfitzner : Violinkonzert
    Pfitzner: Cellokonzert G-Dur op. 42
    Volkmann: Cellokonzert


    Auscultator :wink:

    Wenn ich auf Hebräisch sagte "ich schwebe", dann wäre das "ani meraef", wörtlich "ich schwebend".


    Das gilt fürs Ivrit, nicht fürs Klassische Hebräisch. Im Klassischen Hebräisch wäre „ich schwebe“ aracheph (ohne ani). Im übrigen s.o.
    Eine eventuelle Fortsetzung dieser Diskussion vielleicht doch lieber via PN, da die Diskussion an dieser Stelle OT ist.


    Grüße von Auscultator

    Im Hebräischen wird z.B. das Präsens gemeinhin über Partizipien ausgedrückt, also "du tust" wäre "du bist tuend". Wenn man dies so belässt, erhält die Uebersetzung gleich einen mystisch-archaischen Duktus. In der Vulgata war das klarerweise nicht erwünscht.


    Das gilt fürs Ivrit durchweg. Das Klassische Hebräisch bedient sich für das Präsens meist des „Imperfekts“ als Ausdruck für nicht abgeschlossene Handlungen, also Präsens und Futur. (Schöne Beispiele in den Psalmen, z.B. Ps. 23). Der Vergleich mit einem deutschen „du bist tuend“ scheint mir übrigens schon deswegen weniger zu passen, weil „tun“ eine Aktion beschreibt, nicht einen Zustand wie „schwingend“. Septuaginta und Vulgata haben ἐπεφέρετο und ferebatur, also beide Imperfekte Medium.
    Buber/Rosenzweig wollten dem Original so nahe wie möglich kommen. Kennt jemand eine Übersetzung des Tanach in eine neuere Sprache, mit der Ähnliches versucht oder gar gelungen wäre?


    Auscultator

    Mir gelingt es mittlerweile ganz gut, die besonderen Lebensumstände Petterssons beim Hören auszublenden, und ich habe damit das Gefühl, der Musik näher zu kommen.


    Genauso geht es mir. Ich habe bisher drei Interpretationen der 9. Sinfonie von Pettersson kennengelernt, und zwar in der folgenden Reihenfolge:
    Alun Francis (cpo),
    Sergiu Comissiona (youtube),
    Christian Lindberg (BIS) .
    Die Aufnahme mit Francis hat mich schon beim ersten Hören nicht nur überzeugt, sie hat mich überwältigt. Comissionas Darstellung war danach für mich eine Enttäuschung, wie es ein Freund beschrieb: „Pettersson ohne Ecken und Kanten, Pettersson weichgespült“. Das war überraschend, weil Pettersson doch gerade Comissiona und den Göteborger Symphonikern diese Sinfonie gewidmet hatte. Allerdings ist dabei wohl zu bedenken, dass zu jener Zeit (1971) die Anzahl der an Petterssons Musik interessierten Dirigenten noch geringer war als heutzutage.
    Lindbergs Aufnahme hatte ich mit Spannung, aber auch – nach den Erfahrungen mit seiner Aufnahme der Sechsten – nicht ohne Skepsis entgegengesehen. Es gab mehrere positive Kritiken. Mein persönlicher Eindruck: Sie ist nahezu makellos, transparent, glatt, neutral – aber auch darüber hinaus Pettersson gerecht werdend? Es herrscht die gleiche gewisse Distanziertheit gegenüber der Musik vor wie bei Lindbergs Interpretation der Sechsten, formal korrekt, aber – verglichen mit Francis – nüchtern, emotionale Akzente wie um jeden Preis vermeidend. Der Booklet-Text reicht bei weitem nicht an das Niveau der Ausführungen von Andreas K.W. Meyer bei cpo heran. Lindberg plant, in den nächsten Jahren alle Sinfonien Petterssons einzuspielen, aber ich werde mich für die folgenden CDs von ihm wohl nicht mehr interessieren.


    Als Ärgernis bei der neuen BIS-Veröffentlichung empfinde ich die mitgelieferte DVD, die im letzten Teil, gleichsam als Illustration zur 9. Sinfonie gedacht, einen schonungslosen dokumentarischen Einblick in Petterssons Krankheitsmartyrium (Treppenabstieg des vor Schmerzen sich windenden, stöhnenden Komponisten) bietet. Diese Dokumentation ist nicht nur irreführend für jeden, der auf Petterssons Musik unvorbereitet ist, sie ist an dieser Stelle für meine Begriffe eine Geschmacklosigkeit.
    Die Dokumentation hat für sich genommen unbedingt ihren Wert, aber um Himmels willen bitte nicht im Zusammenhang mit Petterssons Musik in derselben Kassette.


    Grüße von Auscultator :wink:

    Noch einmal zur angeblichen Amusie bei Wilhelm Busch:

    Aus seinen satirischen Äusserungen schließen zu wollen, daß er tatsächlich amusisch gewesen sei, ist .... etwas gewagt.


    „etwas gewagt“ – vielleicht könnte man sogar sagen: geradezu absurd. Es käme mir so vor, als wollte man aus der Karikatur in Renate und Heinrich Lohses Blockflötenduett am Ende von „Pappa ante Portas“ schließen, Loriot sei mit totaler Amusie geschlagen.
    Busch war im übrigen mit Hermann Levi befreundet und stand dem Freundeskreis um Paul Heyse nahe.


    Grüße von Auscultator

    Zur angeblichen Amusie bei Wilhelm Busch

    Darunter angeblich Berühmte wie Wilhelm Busch ...


    Aber – in dem Brief von Wilhelm Busch an Marie Hesse vom 14. November.1878 heißt es über seinen Eindruck von einem Besuch in der Walküre immerhin: „Ich war entzückt von dem, was ich hörte, und gelangweilt von dem, was ich sah. Ginge einer hin, der taub wäre, dem müßte es vorkommen wie eine peinlich in die Länge gezogene Parodie der nordischen Göttersage.“


    Soviel zur musikalischen Ehrenrettung des beutendsten deutschen Humoristen vor Loriot …


    Auscultator :wink:

    Wenn ich überlege, was ich in den vergangenen Jahrzehnten ausgegeben habe, um diese Glücksfälle von Interpretationen als Einzel- und Doppel-CDs zusammenzutragen...


    Meine eigene Erfahrung, lieber music lover, und mir aus der Seele gesprochen.


    Herzliche Grüße
    Auscultator :wink: