Beiträge von Babayaga

    denn dass sie einen solchen Unfug ernsthaft glaubt, will ich ihr nun wirklich nicht unterstellen

    ... tja, da bleibt einer Leserin schlicht nichts anderes übrig, als demütig zu bekennen: sie kann sich einen derartigen "Unfug" sogar durchaus vorstellen :versteck1: .
    Was natürlich unbedingt und ausschließlich Rückschlüsse auf ihre - offenbar und nachweislich - nicht vorhandene Fach-Kompetenz zulässt. Denn wer sich tatsächlich im menschlichen Leben einen (sogar ziemlich großen) Bereich zwischen "sorgfältig erarbeitet" und "schlampig vom Blatt gespielt" herbeifantasiert, disqualifiziert sich natürlich für jede weitere Fachdiskussion. Nimmt an der daher auch nicht weiter teil.
    Findet es aber faszinierend, wie sicher sich manche Menschen ihrer Weltsicht sind - und hofft, irgendwann aufs höhere Alter auch mal so weit zu kommen. Oder vielleicht doch besser nicht? :alter1:

    Ergänzend zu meinem Anfangsstatement

    Es war Musik - vom Feinsten.

    nun noch eines zum Abschluss (aus meiner Perspektive jedenfalls):


    Erst um 19.00 Uhr stand fest, dass ein Mitglied des Quartetts nicht würde auftreten können. Wir sind den Künstlern überaus dankbar, das Wagnis eines Ersatzkonzerts – quasi aus dem Stehgreif - eingegangen zu sein.


    Das schrieb mir just vor einer Stunde der Intendant der Philharmonie in seiner Reaktion auf meine Bitte, mir das Programm zuzusenden (die ja bereits umgehend erfüllt worden war). Ich hatte dabei meine Anerkennung darüber ausgesprochen, wie sie diesen Abend gemeistert haben. Was offenbar vom allgemeinen "Feedback"-Konto auf das des Chefs weitergeleitet wurde.



    Und ich schlage vor, dass die hier inzwischen noch aufgetauchten Themen von den Interessenten in eigenen Threads weiterbearbeitet werden.

    Künstlerisch kann ich das kaum entschuldigen

    Naja - ist das nicht auch "eine Kunst"?!
    Wenn ich mal die Idee zu Grunde lege, dass ein ausübender Musiker zum Ziel hätte (bitte den Konjunktiv beachten!), nicht-musizierenden, aber musikliebenden Menschen eine auch ihm bis dato unbekannte Mendelssohn-Sonate vorzustellen, dann könnte das doch so durchaus gelingen. Jedenfalls deutlich besser, als wenn er - weil ungeübt - nicht spielen würde.
    Natürlich hat er (oder auch sie) das Werk nicht "durchdrungen", was auch immer das im Einzelnen bedeuten würde. Aber er/sie zeigte dem erwartungsvollen Publikum (das vemutlich ein dem Profi unbekanntes Werk auch eher nicht kennt) immerhin, was da so möglich ist. Und das nenne ich durchaus auch "Künstlertum"! Im Sinne von Gestalten, aus dem Moment das Bestmögliche erschaffen. Um mit einem häuslichen Beispiel zu kommen: wenn eine Hausfrau/ ein Hausmann den Überraschungsgästen aus den Vorräten ein Spontanmenu zaubert, nenne ich auch das "eine Kunst": sicher in keiner Weise an irgendwelche Gourmettempel heranreichend, aber das ist dann auch nicht entscheidend. Sondern die dahintersteckende Idee (s.o.), lieben Menschen etwas Nahrhaftes vorzusetzen - und ihnen damit die Freude über den Besuch zu zeigen.

    Ich möchte allerdings sagen, dass man als professioneller Musiker, solange man eben sehr fit auf seinem Instrument ist, dann doch so ziemlich einiges "vom Blatt" konzertreif (mit Abstrichen) bieten kann. Man muss natürlich dafür Nerven aus Stahl haben, das ist klar.

    Das ist mir durchaus klar, liebe Rosamunde! Und hindert mich überhaupt nicht daran, eine derartige Leistung rundherum und ohne Einschränkungen zu würdigen!
    Denn was wir erlebt haben, war ein Abend, dem ja (wie man sich unschwer vorstellen kann) einige Stunden intensiver Spannung bereits vorausgegangen sind: neben den üblichen Vorbereitungen auf ein Konzert das Warten, ob die Testergebnisse überhaupt rechtzeitig ankämen - uns wenn ja, mit welchem Befund. Dann die Entscheidungen über die Auftretenden (es waren ja offenbar nicht alle dabei, denen es der Form nach erlaubt gewesen wäre) und die Überlegungen des Alternativprogramms mit passenden Telefonaten, also schlicht Organisatorisches.
    Wenn da am Ende nicht ein einfaches "Wir haben unser Soll erfüllt" rauskommt, sondern ein das Publikum bewegendes Konzert, dann verbeuge ich mich vor dieser Leistung. Die natürlich auch was mit Nerven zu tun hat, aber letztlich vor allem mit dem unbedingten Wunsch und Willen, MUSIK zu spielen.
    Naja - und gekonnt haben sie auch was!

    Eigentlich: Artemis-Quartett + Eckart Runge, Köln

    Und es kam ganz anders: da nicht alle erforderlichen Negativ-Testergebnisse zum Beginn des Konzertes vorlagen, musste der Abend - wenn man ihn denn nicht absagen wollte! - komplett neu konzipiert werden. Die Mitwirkenden zogen kurzerhand einen Pianisten aus dem Kölner Hut: Fabian Müller. Der sich mit den beiden Celli und einer Violine zu folgendem Programm zusammenfand:


    Vineta Sareika Violine
    Harriet Krijgh Violoncello
    Eckart Runge Violoncello
    Fabian Müller Klavier


    Johann Sebastian Bach
    Suite für Violoncello solo Nr. 1 G-Dur BWV 1007 (1720)


    Wolfgang Amadeus Mozart
    Sonate für Klavier und Violine e-Moll KV 304 (300c) (1778)
    Allegro
    Tempo di Menuetto


    Felix Mendelssohn Bartholdy
    Lied ohne Worte op. 109 (1845)
    für Violoncello und Klavier
    Andante


    Ludwig van Beethoven
    Sonate für Violoncello und Klavier D-Dur Op. 102,2 (1815)
    Allegro con brio
    Adagio con molto sentimento d'affetto
    Allegro - Allegro fugato


    Felix Mendelssohn Bartholdy
    Andante con moto tranquillo (1839) (6 Min.)
    aus: Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 49


    Ich war zu allermeist beeindruckt von der Nervenstärke und dem Improvisationstalent der Künstler, die in allerkürzester Zeit (es war von einer Stunde die Rede) ein gemeinsames Programm auf die Bühne brachten. Natürlich war das kein "eingespieltes Team" - doch der Pianist war im Äußersten zugewandt und spielte mehr mit dem Blick über die rechte Schulter (Anmerkung: unglückliche Sitzordnung!) als auf Noten und Tastatur. Und das Miteinander war gelungen!
    Dass Harriet Krijgh mit der Bach-Suite den schwierigsten Teil übernehmen musste, nämlich den Start aus der allgemeinen Hochspannung, war sicher keine glückliche Entscheidung. Sie blockierte auch "prompt" irgendwann am Anfang und schaffte die souveräne Entschuldigung: "Sorry, das war wohl doch etwas kurzfristig!", um dann wieder voll einzusteigen.


    Wir Publikum waren fasziniert von dem, was uns diese Profis ohne Netz und doppelten Boden zauberten. Es war Musik - vom Feinsten. Und für mich nicht "kritikwürdig" im Sinne von: Vergleich mit .... Denn für so einen Abend gibt es eben kein Vorbild.

    Und genau das fand so nicht statt! Da das Quartett, von Brüssel einreisend, sich mit den passenden Tests ausweisen musste, gab es ein Problem: drei Mitglieder waren negativ befundet, von dem vierten fehlte das Ergebnis <X . Was dann zu einer Umorganisation führte. Dazu im Konzertberichtsteil morgen mehr. Wir waren jedenfalls mächtig beeindruckt, was da "auf die Schnelle" von den Musikerinnen und Musikern geleistet wurde.

    Das nennt man wohl ein "breites Interessenspektrum" ... Respekt! :top: :top:


    Und mir stellt sich die Frage (die ich Dir hiermit weitergebe): wie stellst Du eine solche Tour de Ruhr (und weiter) zusammen? War da zuerst das Datum, zu dem Du reisen wolltest - oder hast Du die Reise rund um diese Konzerte geplant? Denn das Ergebnis ist ja wirklich beeindruckend in der Vielfalt!

    Ludwig van Beethoven
    Streichquintett a-Moll nach der "Kreutzersonate" op. 47


    Ludwig van Beethoven
    Streichquartett C-Dur op. 59,3
    "3. Rasumowsky-Quartett"


    sind in dieser Besetzung:

    Artemis Quartett -
    Vineta Sareika, Violine - Suyoen Kim, Violine - Gregor Sigl, Viola - Harriet Krijgh, Violoncello - Eckhard Runge, Violoncello

    am 30. September in der Kölner Philharmonie zu erleben. Habe Karten geordert - und es gibt noch weitere!


    Ich freue mich riesig, denn ich liebe diese Formation seit Jahrzehnten in allen Variationen.

    Die Bonner (plus Umgebung) werden mich jetzt - nicht ganz unberechtigt - prügeln.


    Naja, mit der Klassifizierung lebte sichs hier schon zu Regierungszeiten, wird also gnädig aufgenommen... ^^


    Daher nur ergänzend: Lupe Larzabal ist die Ehefrau von Aris Argiris. Und ihrerseits hierorts durchaus bekannt als Solistin, Lehrerin und Chorleiterin - besonders für südamerikanische Musikprojekte.

    Das ist Humbug, egal aus welcher Unterhaltung es als Weisheit hervorgegangen sein mag

    Oder es ist eine Sicht auf die Dinge, wie sie von xyz derzeit wahrgenommen wird. PUNKT.


    Da wir hier vermutlich nicht die Möglichkeit haben, eine evidenzbasierte doppeltrandomsierte etc. Studie zu diesem Thema anzuführen, könnte "man" doch einfach sagen: "Das kenne ich aber ganz anders!!" Und damit ein Gespräch eröffnen?


    Ja - es fällt mir auch schwer, dem apodiktischen "man" nicht gleich einen ähnlich schweren Hammer entgegen zu schwingen! Doch ich habe im Laufe meines langen Lehrenden-Lebens gelernt, dass die Berufung auf das anonyme "man", wenn man (..) sich denn näher kommt, durchaus auf "echte" Erfahrungen hinweist. Also von Interesse ist!

    Das Bonner Beethovenfest (13.3.2020-22.3.2020) ist heute abgesagt worden
    https://www.beethovenfest.de/d…nkung-wegen-corona-virus/


    Ebenso sind Theater und Oper Bonn geschlossen - Dauer noch kurz befristet, wird aber sicher verlängert:
    https://www.theater-bonn.de/de/vorstellungsausfall


    Die Kölner Philharmonie schließt (in Teilen) bis 10. April 2020
    https://www.koelner-philharmon…infos-zum-corona-virus/27



    Die Kölner Oper beruft sich (noch?) auf die 1000-Personen-Grenze
    https://www.koelner-philharmon…infos-zum-corona-virus/27