Beiträge von Severina

    Es gibt hier einfach zuviele von uns, lieber Bernd. Daran sieht man wieder mal, wie stark hier die in den 50ern und 60ern Geborenen dominieren... (Man stelle sich vor, der arme Bellini hätte den zu achtzig Prozent aus Konsonanten bestehenden Namen "Bernd" vertonen müssen - das ist doch eher was für Wagners Mime...).




    Bernd

    :yes: :yes: :yes: :yes: :yes: Ich habe mir auch schon überlegt, die vielen Bernds und Michaels hier entweder ganz prosaisch durchzunummerieren oder mit poetischen Beinamen zu versehen.
    Wie wäre es also mit "Bernd, der Kenntnisreiche"?? :sev: (Bernd, der Zwielichtige, böte sich zwar an, aber wir wollen doch unsere künftigen neuen Mitglieder nicht gleich verschrecken :D )
    Sorry für dieses OT!
    Damit's nicht ganz OT ist: Angeregt durch diesen Thread hörte ich gestern wieder in meinen - ähem, Mitschnitt ( ;+) ) von den "Puritani" Hamburg 1986 hinein und stellte zu meinem Schrecken fest, dass die Kassette wohl hinüber ist :cry: :cry: : Die Grubsi klingt wie eine rollige Katze und Araizas "A te, o cara" wie eine Türe, die dringend geölt werden müsste.
    lg Severina :wink:

    Lieber Rideamus,
    ich kenne nicht einmal "Mahagonny" :hide: :schaem: , aber Dein missionarischer Eifer zeigt langsam Wirkung, und auf meiner Liste für meinen nächsten Besuch in der Musikabteilung der Hauptbücherei steht nun auch Weill. Mal sehen, was sie von ihm haben.
    Erstaunt bin ich über die Besetzung von "Street scenes" mit Ramey und Hadley - passen denn diese "großen Opernstimmen" zu der Musik von Weill??
    Ich denke z.B. an Lennies "West Side Story" mit José Carreras, den ich als Stilbruch empfinde. (Vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein, denn ehrlich gesagt bin ich sehr unsicher, was den richtigen Musicalstil betrifft. Dass ich JC als Fehlbesetzung empfinde, ist reines Bauchgefühl.)
    lg Severina :wink:

    Liebe Mina,


    ich verstehe Nathalie Dessay sehr gut, denn ich könnte mich mit diesem Verhalten der Violetta auch nicht identifizieren, würde aber nicht sagen, dass es heute keine Frauen mehr gibt, die sich für Männer aufopfern. (Es gibt ja verschiedene Arten von Aufopferung) Ich kenne gleich zwei solche Exemplare, beide intelligent und gebildet, und im Unterschied zu Alfredo sind ihre Männer das überhaupt nicht wert. Aber ich glaube, das haben wir schon einmal diskutiert.


    Völlig richtig ist, dass das romantische Licht, in das die Literatur die Kurtisanen stellt, mit der Realität wohl wenig zu tun hatte. Und selbst wenn sie einige Zeit ein Luxusleben führten, kam wohl für jede unweigerlich der Moment, den Giorgio Germont so brutal ehrlich skizziert, wenn er Violeta die Vergänglichkeit ihrer Jugend und Schönheit vor Augen führt. Von den Zinsen dieses Kapitals konnten sie wohl nicht lange leben......
    lg Severina :wink:

    Liebe Mela,
    was ich damit sagen will: Es gibt Bühnenbilder, Kostüme, die mir auf den ersten Blick verraten, wo und wann der Regisseur sein Stück verortet, und die habe ich eben nicht so gerne wie solche, die das in der Schwebe lassen. (Deshalb finde ich auch Naziuniformen nur mäßig originell, weil damit schon wieder eine Festlegung stattfindet. Jeder denkende Zuschauer wird diese Assoziation, so sie Sinn macht, selber herstellen, dazu braucht's keinen Holzhammer.) Ich liebe also Inszenierungen - und natürlich ist das Bühnenbild nur ein Teil davon - die vieles offen lassen, die mehr Fragezeichen als Rufzeichen enthalten. Dass das für Dich nicht schlüssig ist, ist schon OK, ich habe ja nur meine Position erläutert.
    Aber natürlich ist das Allerwichtigste die Interaktion auf der Bühne, das Seelendrama, das Beziehungsgeflecht zwischen den Protagonisten, und mit tollen Singschauspielern kann man da auch in einer 0815-Inszenierung aufregendes Theater erleben, keine Frage. Das ist aber dann meist nicht das Verdienst der Regie, sondern der Sänger, die aus sich heraus eine Rolle gestalten können. (Ich spreche jetzt von ungeprobten Repertoirevorstellungen, der Alltag an der WSO, wo vom Regisseur und seiner segensreichen Tätigkeit nur mehr der Name auf dem Programmzettel übrig geblieben ist.)


    Deshalb mag ich auch den vom Feuilleton so verrissenen Bechtolf-Ring, der zwar eine große Deutung schuldig bleibt, aber unglaublich subtil auf der zwischenmenschlichen Ebene arbeitet und beinahe kammerspielartig vorgeht. Leider funktioniert das aber auf eine größere Entfernung nicht, außer man klebt 5 Stunden an einem hochwertigen Fernglas, weil sich natürlich die vielen kleinen, aber beziehungsreichen Gesten und Blicke spätestens ab der 10. Reihe Parkett verlieren.
    Damit bin ich jetzt ziemlich OT, sorry, aber ich wollte damit nur untermauern, dass mir selbstverständlich auch die Personenregie wichtiger als das Bühnenbild ist.
    lg Severina :wink:

    Liebe Mina,
    ja, das ist ein tolles Buch, aber einem 11jährigen würde ich es ehrlich gesagt noch nicht geben, außer er ist bereits sensibilisiert für dieses Thema.
    Von der Sprache her einfach zu lesen, aber thematisch ähnlich gelagert:


    Hans Peter Richter, Damals war es Friedrich


    Friedrich ist ein jüdisches Kind, dessen glückliche Kindheit in Berlin und die Freundschaft mit dem gleichaltrigen Nachbarsbuben aprupt enden, als die Nazis an die Macht kommen.
    lg Severina :wink:


    Ich schätze Aufführungen, die mir möglichst viel Spielraum für meine eigenen Gedanken und Emotionen lassen. Das "Interpretieren" des Stückes erledige ich für mich dann schon selber - das schaffe ich auch ohne schulmeisternde Rippenstöße durch den Regisseur.


    Viele Grüße


    Bernd

    Lieber Bernd,
    schon lustig: Wir suchen beide das gleiche, finden es aber unter völlig gegensätzlichen Voraussetzungen. Während Dich offensichtlich eine historisierende Inszenierung zum Nachdenken anregt, blockiert sie mich total. Ein Zeffirelli erschlägt meine klares Denkvermögen mit einer Flut von Bildern, die sich dem freien Assoziieren ebenso in den Weg stellen wie den Sängern die Plüschsofas auf der realen Bühne, denen sie ständig ausweichen müssen.
    Damit sich meine Phantasie entfalten kann, brauche ich Freiräume im wahrsten Sinn des Wortes, also ein möglichst minimalistisches, abstrahiertes Bühnenbild. Welche Fragen sollen sich z.B. bei der "Traviata" von Zeffirelli aufdrängen? Da ist doch schon alles beantwortet, bis ins kleinste Detail der vollgerammelten Bühnenräume springt Dir doch ein "So ist es und nicht anders!" entgegen. Hingegen die Willy-Decker-Inszenierung in Salzburg: Hier ist nichts beantwortet, alles offen und daher von der ersten Minute an spannend. (Auch wenn man den Ausgang kennt ;+) )


    Wie Matthias beurteile ich den "Wert" einer Inszenierung nach dem Diskussionsstoff, den sie mir liefert. Wenn beim Retaurantbesuch danach die Speisekarte das Interessanteste ist, dann war's nix, wenn der Ober dreimal nachhaken muss, ob wir nun endlich gewählt haben, ist die Regie gelungen. Denn ehrlich, worüber soll man bei einer Schenkinszenierung diskutieren? Höchstens, ob ein grünes Kleid nicht doch besser zur Haarfarbe der Sopranistin gepasst hätte. Aber ansonsten wird sich der Kommentar in einem "Schön war's!" oder "Grauenhaft war's!" erschöpfen, je nach den Regievorlieben des Besuchers.


    Das heißt jetzt nicht, dass ich mich hin und wieder nicht auch an einer biederen konventionellen Inszenierung erfreuen kann, weil ich nicht 100%ig immun gegen Kitsch bin ;+) :D . Unseren Schenk-"L'Elisir" finde ich z.B. herzig und will ihn gar nicht hergeben :hide: , wahrscheinlich auch deshalb, weil ich an dieses Werk keine besonderen intellektuellen Anforderungen stelle, sondern mich dabei schlicht und einfach gut unterhalten will. Das gleiche gilt für unseren "Barbiere di Siviglia", auch da stört mich die Uraltinszenierung nicht. Wenn aber inhaltlich tolle Werke wie "Tosca" oder "Don Carlo"als zahnlose Ausstattungsschinken verkauft werden, sehe ich rot! :wut2:


    lg Severina :wink:

    Den Fetscher liebe ich, aber als Kinderlektüre würde ich dieses Buch nun nicht gerade einstufen. ?(
    Aber um umgekrempelte Märchen geht es teilweise auch in Gianni Rodaris "Zaubertrommler". Der Witz dabei ist, dass es bei jeder Geschichte drei verschiedene Schlüsse gibt, über die man natürlich herrlich diskutieren kann. Phantasievolle Leser können die Geschichte aber nach eigenem Gutdünken weiterspinnen und erst hinterher lesen, ws dem Signor Rodari dazu eingefallen ist!
    lg Severina :wink:

    Liebe Sevi, 2X Puritani?????? Ist nciht zu fassen!!!!!! :faint: :faint: :faint:



    F.Q.

    Liebe Fairy,
    dreimal, denn am 3. Februar gehe ich noch einmal (Es lebe der Wiener Stehplatz!)! Die Inszenierung ist zum Vergessen, ich werde mich also gemütlich auf eine Stufe setzen, die Augen schließen und in Bellini'scher Melodienseligkeit und (hoffentlich!) stimmlichem Wohlklang baden :sev: :sev: :sev: :sev: :sev:
    lg Sevi :wink:

    Lieber Matthias,
    Fairy ist mir mit "Krabatt" zuvor gekommen, das wollte ich auch empfehlen wegen des Gruselfaktors.
    Ein weiterer Klassiker von Otfried Preußler ist natürlich die "Kleine Hexe", das wäre etwas für die Fünfjährige.


    Für den Elfjährigen empfehle ich Dir die Bücher von Michael Ende (Unendliche Geschichte, Momo)
    Ich weiß ja nicht, wie populär Christine Nöstlinger in Deutschland ist, bei uns werden ihre Bücher von den Kids zwischen 6 und 14 verschlungen. Inhaltlich trifft sie genau den Nerv der Kinder, sprachlich werde ich mit ihr nicht so ganz glücklich, weil sie ziemlich frei mit der Grammatik umgeht und damit leider oft abfärbt (So schreibt sie meist durchgehend im Perfekt statt im Präteritum, setzt Artikel vor Namen usw. . und die Deutschlehrer haben dann ihre liebe Not, das den Leseratten wieder auszutreiben.)
    Gudrun Pausewang wiederum hat eine wunderbare Sprache, aber die etwas schnoddrige Nöstlinger kommt halt besser an bei den Kids.
    Ich persönlich finde die Janosch-Bücher ganz entzückend, die verschenke ich auch gerne an Erwachsene, die sich noch ein kindliches Gemüt bewahrt haben. (z.B. "Wo geht es hier nach Panama?")
    lg Severina :wink:

    Lieber Rideamus,
    die "Puritani" standen lange Zeit unangefochten an der Spitze meiner Bellini-Hitliste, erst in den letzten Jahren konnten "Sonnambula" und "I Capuleti e Montecchi" aufschließen. Da mag es verwundern, dass ich trotzdem keinen einzigen (offiziellen ;+) ) Tonträger davon besitze, aber ich habe noch keine Aufnahme gefunden, auf der die Besetzung wenigstens der Papierform nach gestimmt hätte.
    Live ist meine Elvira Edita Gruberova, gefolgt von Elena Mosuc, mein Arturo Francisco Araiza und in jüngster Zeit natürlich Juan Diego Flórez. Ich muss gestehen, dass die Aufführung mit Mosuc und Flórez trotz des schwachen Dirigenten (Chasslin) meine bisher schönste war, weil man es selten erlebt, dass zwei Stimmen in einer derartigen Harmonie miteinander verschmelzen, wie es hier der Fall war. Die unverwüstliche Grubsi steht im Jänner wieder als Elvira auf der Bühne der WSO, und zwar mit Shalva Mukeria als Arturo, der mich als Einspringer für Calleja vor drei Jahren schwer begeistert hat. Ich bin neugierig, ob sich mein positiver Eindruck bestätigt oder es nur eine Eintagsfliege gewesen ist. (Aber die Fama berichtet, dass auch die in Bezug auf ihre Partner recht wählerische Gruberova ganz hin und weg war, und es würde mich daher nicht wundern, wenn seine Verpflichtung für diese beiden "Puritani" ihr Wunsch gewesen ist.)
    lg Severina :wink:

    Was die WSO betrift, so dominieren hier leider die schlechten Inszenierungen, egal, welcher Stilrichtung sich der Regisseur verpflichtet fühlt. Wenn ich die Inszenierungen aufzählen sollte, die mich in den letzten Jahren ohne Einschränkungen begeistert haben, so komme ich mit zwei Fingern aus: "Fille du Regiment" (Schon wieder 2 Jahre her!) und unlängst die "Lady Macbeth..." Die meisten rangieren unter "Es könnte schlimmer sein..." Gäbe es nicht das Theater an der Wien, würde ich langsam verzweifeln.
    Wenn dann unter der neuen Direktion, wie zu befürchten steht, das sängerische Niveau sinkt, muss ich mir wohl wirklich ein anderes Hobby suchen, denn Konserven sind für mich nur Zusatznahrung, satt und glücklich machen sie mich alleine nicht.
    lg Severina :wink:

    Nr.15 Also wenigstens musikalisch beknirscht sich der Sünder viel überzeugender als viel später der Eisenstein. Im schönen iberischen Garten kniet es sich natürlich auch leichter...

    Ich glaube aber, dass Rosalinde ihren Gabriel in Zukunft erfolgreicher unterm Pantoffel hat als es bei dem hier gesuchten Paar der Fall ist :sev: . Na ja, emanzipierte Damen waren damals noch mehr Mangelware als zu Zeiten des seligen Strauß-Schani!
    lg Severina :wink:

    Lieber Bernd,
    danke, es hat gefunkt! Obwohl ich zwei Librettisten gefunden habe, die Pulitzerpreisträger waren!


    Mit dem Tipp tu ich mir schwer, weil ich das Werk überhaupt nicht kenne.
    Nachdem's der Lennie nicht ist, dürfte der Komponist nicht so schwer sein - so viele musikalische Allroundgenies gab's im 20.Jhdt. über dem großen Teich ja nicht. Ansonsten heißt es zwar, dass das Glück auf der Straße liegt, im speziellen Fall aber wohl eher nicht.
    lg Severina :wink: