Beiträge von Severina

    Ok, Stop!! Obwohl ich kein Opernkenner bin, die meisten Titel sind mir geläufig und meist auch ihr(e) Urheber. Aber bei exotischen Sachen wäre es nett, wenn man (frau) den Komponisten dazuschriebe, um das ganze nicht zu einem Bildungsbürger-Spiel werden zu lassen, frei nach dem Motto: mein Lieblingswerk von Mozart: ganz klar KV 387.

    Ja, liebe Calisto, Du bist auch gemeint. :P (Was zur H.... ist Matilde di Shabran, und wer hat es gemacht??)

    Danke
    Wulf

    Lieber Wulf,
    ich bin zwar nicht Calisto, will aber doch schnell Licht ins Dunkel bringen: "Matilde di Shabran" zählt zu den nicht so bekannten Opern Rossinis! Um so eine Rarität zu sehen, muss man nach Pesaro pilgern, von wo auch die meines Wissens einzige Einspielung stammt.
    lg Severina :wink:

    Und drittens setzt Moffo ab ihrer Szene mit Vater Germont so reichlich Schluchzer und Huster zwischen ihren Gesang, dass die ganze Sache vollends zu hollywoodesker Melodramatik verkommt und ich mir den 3. Akt eigentlich nur noch aus einer Art pervers-voyeuristischem Verlangen angehört hatte: ich wollte erleben, wie weit sie es treibt. Sie treibt es sehr sehr weit, und nicht nur sie allein: Geigen schluchzen, Violetta schluchzt, Alfredo schluchzt, Germont schluchzt, alle Musik ertrinkt in einem Tränenmeer - diese "Traviata" geht in unglaublicher Geschmacklosigkeit zuende.

    Grüße,
    Micha

    Lieber Micha,
    danke, Du hast mich überzeugt, dass diese Aufnahme ganz oben auf meiner "never-buy"-Liste stehen wird! :D
    lg Severina :wink:

    Ehrlich gesagt verstehe ich die ganze Aufregung nicht.


    Anderes Thema, aufgehängt an "Business-Kleidung": Die Verortung bzw. hier die "Verzeitung" der Handlung. Das war eigentlich noch nie wirklich ein Thema, seit es Theater gibt, und hat mit "Regietheater absolut nichts zu tun. Auch im Barock wurden schon in der Oper antike oder mittelalterliche Stoffe im Barockkostüm in Barockkulisse aufgeführt. (Das daß im 19. Jh. im Zeitalter des Historismus anders war ist naheliegend und aus der Kunstauffassung dieser Zeit erklärbar) Tatsächlich ist ja bei vielen Dramen (ob mit oder ohne Musik) der dramatische Konflikt völlig unabhängig von der Zeit, in der er spielt. Daher ist es auch für die Aussage absolut ohne Belang, ob in moderner Kleidung, archaisierend, im möglichst korrektem Ambiente oder sonstwie gespielt wird. Aus diesem Grunde: Ist das wirklich ein Thema? Ein Thema beim Publikum? (Nach meinem Dafürhalten eher nicht)

    Lieber Bustopher,
    doch, gerade das ist ein Thema für alle Gegner des so genannten "Regietheaters", ich würde sogar sagen, das Hauptthema!! Lies Dir doch einmal die wütenden Aufschreie durch, wenn ein Regisseur sich nicht an die "richtige Zeit" hält (Was immer darunter zu verstehen ist...) Auch bei unserem "Macbeth" in Wien war das Hauptgesprächsthema in der Pause der graue Anzug des Titelhelden ("So schaut doch kein König aus!") und der Seidenschlafrock der Lady und viel weniger die unübliche, aber sehr interessante Charakterisierung der beiden.
    Wobei die "richtige Zeit" gar nicht richtig sein muss, so lange sie für das Publikum so ausschaut, als ob sie es wäre. Ein Carlos im Rüschenhemd wird als "richtig" empfunden, auch wenn der Schnitt für das 16. Jhdt. völlig falsch ist, einer im Jeanshemd sorgt garantiert für Empörung, weil das eine "Verfälschung der historischen Wahrheit" ist.

    Mir sind die Inszenierungen am liebsten, die weder zeitlich noch räumlich konkret fixierbar sind, weil sie das Allgemeingültige eines Werkes am besten vermitteln können und ungehindert Assoziationen zulassen, ohne dass man von vornherein in eine bestimmte Denkrichtung gelenkt wird.
    Aber wie Du richtig sagst: Wenn ein Regisseur sein Handwerk versteht, wird er in jedem Stil eine überzeugende Inszenierung vorlegen können, Mist gibt es da wie dort!
    lg Severina :wink:

    Mir scheint, dass da ein anderer "completely gaga" ist, zu diesen Absonderungen kann man wirklich nur mehr den Kopf schütteln. Nun kenne ich diese MET-Inszenierung natürlich auch nicht, aber just Luc Bondy ins Lager der Regie-Berserker zu stellen, ist wohl mehr als absurd. Ich habe noch nie eine Arbeit von ihm gesehen, in der er nicht äußerst respektvoll mit dem Werk (sei es Oper, sei es Sprechtheater) umgegangen wäre und eine ungemein ästhetische Bühnensprache gefunden hätte. (Ich denke z.B. an seinen großartigen "Lear" an der Burg vor zwei Jahren) Wenn man also an der MET schon eine Bondy-Inszenierung als "shocking" empfindet, wüsste ich gerne, wie man dort auf Bieito reagiert. Den würde man vermutlich teeren und federn.....
    lg Severina :wink:

    So, allein dank eurer (und Rideamus) Tipps und ohne jede anderen Hilfen- und teils sogar ohne die werke zu kennen- hab ich jetzt bisher auch alle Fragen geschafft- es geht ncihts über die immer hilfsbereiten Mitrater!!!!! :jub:
    Nun auf ein Neues- gemeinsam schaukeln wir das bis nach Weihnachten locker.
    Falls wer Tipps braucht, ich stehe zur Verfügung.
    :fee:

    Liebe Fairy,
    ich habe auch erst einmal Tante Google gebraucht, Ihr seid einfach Spitze! (Außerdem ist dieses Rätsel bisher viel mehr auf meiner Linie als die Vorgänger :sev: )
    Leider muss ich mich spätestens am 20. ausklinken und bin beim Zieleinlauf nicht dabei. Aber für den 24. gibt's für mich sowieso nur eine einzige Oper, die in Frage kommt :D !! (Ich werde Ridi meinen Tipp also schon auf Vorrat schicken, bevor ich Euch verlasse.)
    lg Sevi :wink:

    Wie bitte? Ncihtmal einLiebhaber sondern nur ein eseliger Lehrer? ;(
    Nee, nix klar- was ist denn das für eine Story??? Ist mir noch nie untergekommen, soviel ist sicher.
    Das hat jedenfalls weder ein Franzose noch ein Italiener fabriziert, das klingt mir viel mehr nach einer Sorte von Weber-Light.
    Falls mein Verdacht stimmt, hab ich keine Chance- in dem Genre kenne ich leider gar ncihts.

    F.Q.

    Liebe Fairy,
    mein Genre ist das auch ganz und gar nicht, aber der Rehbock brachte mich auf die Spur: So viele Opern mit schießwütigen Eseln gibt es ja nun nicht, und in welcher Nation die zu verorten sind, war mir auch ziemlich klar, ohne dass ich diese Oper je zur Gänze gehört hätte. (siehe mein obiger Hinweis ;+) )
    lg Sevi :wink:

    Liebe Severina,
    leider lese ich erst eben Deine Bitte um Erleuchtung. Durch den Tipp von Calisto ist diese doch bestimmt inzwischen erfolgt. Der beschränkte Herr gedenkt nach kurzen Überlegungen auch, ein unmoralisches Angebot anzunehmen.

    :wink:

    Emotione

    Liebe Emotione,
    ja, der Rehbock hat mich in der Tat erleuchtet ;+) , aber ich muss gestehen, dass diese Opernspezies nicht meine bevorzugte Spielwiese ist, deshalb auch meine lange Leitung.
    Kleiner Hinweis für Fairy: Falsche Sprache! ;+) :D
    lg Sevi :wink:

    Hallo Severina,

    wenn Du im Theater die Augen schließt, ist es kein Wunder, dass Dir der Sinn einer Szene verborgen bleibt. Ich frage mich nur, wie Du es schaffst, mit geschlossenen Augen den Dirigenten zu beobachten.

    Viele Grüße,

    Christian

    Lieber Christian,
    Entweder - oder, das ist eigentlich klar. Auch während der Vorstellung kann ich nicht gleichzeitig den Dirigenten und das Bühnengeschehen beobachten, aber da ist mir klar das Szenische wichtiger. Und bei der Ouvertüre, das wirst Du mir ja vielleicht gestatten (Obwohl in Deinen Augen bekanntlich alles doof ist, was ich schreibe, aber damit kann ich leben), will ich mich in die Musik versenken, ohne optische Ablenkungen. (Ja, ich weiß, auch das Orchester ist ein optisches Phänomen usw. usw.) Wenn eine Inszenierung nur dann verständlich ist, wenn ich die szenische Umsetzung der Ouvertüre dazurechne, hat sie ihre Aufgabe sowieso verfehlt.
    lg Severina :wink:

    Also dann:

    1. Simon Boccanegra - Verdi
    2. Lady Macbeth von Mzensk - Shosta
    3. Macbeth - Verdi
    4. Tancredi - Rossini
    5. Faust - Gounod
    6. Lucia di Lammermoor - Donizetti
    7. Don Carlos - Verdi
    8. Le Nozze di Figaro - Mozart
    9. Don Giovanni - Mozart
    10. Carmen - Bizet
    11. I Puritani - Bellini
    12. Les Contes d'Hoffmann - Offenbach
    13. L'elisir d'amore - Donizetti
    14. Der fliegende Holländer - Wagner
    15. Pelléas et Mélisande - Debussy

    lg Severina :wink:

    Nanu, ist heute der internationale Tag des Rankings ;+) :D ? Aber ich mache natürlich gerne mit:

    1. Juan Diego Flórez (Tenor) - meine absolute Nr. 1 im Belcantofach, unerreicht in seinen phantasievollen Verzierungen
    2. Jonas Kaufmann (Tenor) - ich liebe die baritonal gefärbten Tenöre, an JK liebe ich außerdem seine herrlichen Piani und
    Diminuendi
    3. Rolando Villazón (Tenor) - für mich der ausdrucksstärkste meiner Tenorlieblinge, die personifizierte Leidenschaft!
    4. Christian Gerhaher (Bariton)- momentan mein Non-plus-Ultra im Liedgesang
    5. Simon Keenlyside (Bariton) - ein balsamisches Timbre, gepaart mit kultiviertem Gesang
    6. Placido Domingo (Tenor) - singt mit 67 noch so manchen Jungspund locker an die Wand, immer noch einzigartig der Schmelz in
    seiner Stimme (flüssiges Gold mit Stahlkern)
    7. Francisco Araiza (Tenor) - my Nemorino for ever!
    8. Ruggero Raimondi (Bass) - Erotik pur in der Stimme - sein Don Giovanni zum Knieschnackeln!
    9. Piero Cappucilli (Bariton) - ach, das waren noch Zeiten....
    10. Nicolai Ghiaurov (Bass) - für mich immer noch ohne legitimen Nachfolger - was für ein Boris!

    Wie immer umfasst meine Liste nur Sänger, die ich auf der Bühne erleben durfte, also keine "Nur-Konserven-Lieblinge" ;+) (Da der Thread "Meine liebste Stimme" heißt, habe ich das Spiel in meiner Bewertung ausgeklammert.)

    lg Severina :wink:

    Lieber Dio,
    ich habe es eindeutig lieber, wenn ich die Ouvertüre ohne szenische Ablenkungen genießen kann und schließe daher meist die Augen, wenn da schon etwas los ist auf der Bühne. Für mich ist das der Moment, wo ich mich so langsam in die Musik hineingleiten lasse und vor allem auch sehr gerne den Dirigenten beobachte. Ehrlich gesagt kann ich mich an keinen Fall erinnern, wo die szenische Umsetzung der Ouvertüre wirklich gelungen wäre oder einen erkennbaren Mehrwert bedeutet hätte. Meist waren es mehr oder weniger an den Haaren herbeigezogene Assoziationen zum Stück.
    Gerne habe ich es allerdings, wenn der Vorhang schon oben ist und ich das Bühnenbild in mich aufnehmen kann.
    lg Severina :wink:

    Ich reihe mich gern bei denen ein, die dieser Diskussion - in dieser Abstraktheit - nurmehr wenig abgewinnen können. Meines Erachtens ist es ergiebiger, sich konkret über bestimmte Inszenierungen auszutauschen.

    Um auf Regietheater als Thema zurück zu kommen: Ich kann in diesem Zusammenhang nur das Buch "Vom Wunderwerk der Oper" von Jens Malte Fischer empfehlen, dass ich mit Gewinn gelesen habe.

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    Fischer erläutert sehr anschaulich den Begriff der Werkidee, den er von dem der Werktreue abgrenzt. Ich fand das alles sehr gut nachvollziehbar.

    Lieber Ekkehard,
    das würde ich ja gerne, leider kann ich in Wien immer nur monologisieren, weil ich meist die Einzige bin, die in der Vorstellung war. Ich beneide Euch immer in Deutschland, wenn Ihr Euch bei bestimmten Vorstellungen trefft und Euch dann hinterher oder im Forum darüber austauschen könnt. Ich kann zwar natürlich mit meinen realen Freunden diskutieren, hier im Forum muss ich leider mit mir selber diskutieren :cry: :cry: :cry:

    lg Severina :wink:

    PS: danke für den Buchtipp, ist schon notiert!

    Dank eurer tollen Tipps :kiss: hab ich die 7 und die 11 nun sicher und die 9 wahrscheinlich(die Himmelsrichtung war entschieden, denn ich trieb mich dauernd in Sizilien rum!) geraten. Jetzt fehlt nur noch die 10, um wieder halbwegs aufzuholen und mich mit den weiteren Fragen, die da täglich auf uns niederkommen, zu befassen.

    F.Q., die heute schon genug Eier gelegt hat um dem Suppentopf zu entgehen :sev:

    Sind denn wirklich alle unsere Tipps für den Hugo ;+) :D ???
    lg Sevi :wink: