Beiträge von EinTon

    Die Siebte? Außermusikalisch tut man sich schon schwer, oder?

    Ich hatte mal gelesen, dass auch die 7. bei Ihrer Uraufführung durchaus als "Musik gegen Napoleon" aufgefasst worden sei (ich weiss allerdings nicht, wie gut diese These durch Quellen gestützt ist). Der Schlusssatz vermittelt ja durchaus einen kämpferischen bzw. "sieghaften" Eindruck , insofern mochten - unabhängig davon, ob Beethoven das so beabsichtigt hatte - bei den damaligen Zuhörern schon entsprechende Assoziationen aufgekommen sein...

    Darüber hinaus muss ich noch mal sehr eindringllich darauf hinweisen, das die Komposition längst abgeschlossen ist. Ich habe sämtliche Entscheidungen längst getroffen und sie stehen fest. Punkt.


    Was spräche gegen ein Update? Sogar ein großer Geist wie Bruckner hat seine Werke mehrfach revidiert.... :wink:

    Und anstatt hier herumzuschmollen wäre es vielleicht ratsamer, Dir einen Kompositionslehrer zu suchen...

    Bei Rosen könnte man lesen, dass Sequenzen im Barock der Motor der Musik waren - in der Klassik halt nicht mehr. Da gab es andere Fortspinnungstechniken.


    Ich hatte meinerseits mal gelesen, dass Quintfallsequenzen - jedenfalls ihr zu häufiger Gebrauch bzw. zu viele Quinfälle hintereinander - als dilettantisch gelten würden oder eine Zeitlang gegolten hätten. Es sind halt Fortschreitungen auf die man (beim Komponieren/Songschreiben etc.) schnell "spontan kommt" und die leicht eine gewisse Klischeehaftigkeit vermitteln.

    Ich verstehe, worauf Du hinauswillst. Allerdings "passt" das mMn von der Melodie nicht so richtig. Zuerst kommt bei mir die Melodie, und wo auch immer sie hinwill, da folgen die Akkorde.


    Vielleicht doch mal in Erwägung ziehen, die Melodie nachträglich zu ändern wenn's im Ergebnis sonst zu den immergleichen, auf die Dauer ganz schön langweiligen Akkordfolgen führt?


    Was will die Melodie hier sagen? Es kommt ein neues Thema in a-Moll, gespielt von der 1. Violine. Dann greift die 2. Violine das Thema auf und verändert es leicht über G nach C. Daraufhin insistiert die 1. Violine weiter in a-Moll, was die 2. Violine diesmal wiederholt und akzeptiert... etc.. Gerade bei einem Streichquartett kommt es auch auf die Stimmaufteilung an, wer welchen Happen zugeschmissen bekommt. Auf diese Art entwickelt sich ein musikalisches Gespräch zwischen den 4 Stimmen, was man vielleicht besser sieht, entweder im Konzert oder in der Paritur, als hört in der Aufnahme. Mir ist dann dieser Dialog wichtiger als die Akkordfolgen.

    Eine elaborierte Erklärung hilft aber auch nicht weiter, wenn's im Ergebnis nun mal recht dürftig klingt... :pfeif:

    Das 3. Thema, dass hier die Aufgabe des Seitenthemas übernimmt, beginnt bei 1:58 und ist fest in a-Moll.

    An der Stelle hast Du aber dasselbe Problem: Du wechselst von A-Moll über einen A-Dur-Dominantseptakkord gleich wieder nach D-Moll (also die Grundtonart) zurück, dann kommen G7 und C - schon wieder die hinlänglich bekannte Quintfallsequenz.... Stattdessen irgendwo einen E-Dur Akkord (Dominante zu A-Moll) hineinzubringen klänge besser bzw. würde das "Ankommen" in der neuen Tonart stärker verdeutlichen.

    Statt:

    Am | Am | A7 | Dm | G7 | G7 | G7 | C


    also zB:

    Am | Am | Am | Dm6 | E7 | E7 | E7 | Am


    oder :

    Am | Am | Am | Dm6 | Esus4/7 | E | E - E/D | Asus2/C

    Die senkrechten Striche stehen für Taktstriche, der waagrechte Strich im letzten Beispiel für einen Halbtakt...

    Wäre ja vielleicht mal interessant, wenn die "Komponisten", die hier ihre Stücke einstellen, jeweils die Stücke ihrer Kollegen besprechen würden.


    Ich habe hier ja auch schon was eingestellt...

    ...und mir gefällt der 1. Satz des Streichquartetts von ComposerTS ebenfalls nicht! :D Das Trompetenkonzert habe ich mir noch nicht angehört.

    Konkret klingt mir das ganze viel zu gleichförmig, was u. a. auf die ständige Präsenz des Hauptthemas (auch im Seitensatz) - zurückzuführen ist, ein kontrastierendes Seitenthema fehlt. Dazu kommt die im großen und ganzen gleichbleibende Lautstärke, es fehlt an Spannungsunterschieden.
    Auch enthält der Satz sehr viele Quintfallsequenzen (also Wendungen wie zB Dm - Gm - C - F), das nutzt sich sehr schnell ab!

    Und hier noch 2 Details:

    1. Dein Seitensatz , der bei 1m30s beginnt, fängt in a-moll an. Nach dem ersten A-Moll-Akkord wechselst du dann aber gleich wieder (über die Zwischendominante A7 ) in die Grundtonart D-moll zurück, die du doch gerade verlassen hattest (und dann machst Du mit G7 - C eine deiner beliebten Quintfallsequenzen daraus... :pfeif: ). Es klänge aber sehr viel besser (und "authentischer"), wenn Du die neue Tonart A-Moll erst einmal stabilisieren würdest, zB nach A-moll mit der Dominante E-Dur (evtl auch als Dominantseptakkord) weitermachen würdest.


    2. In der Einleitung hast Du bei 19s in der ersten Geige die Tonfolge D-F-A, in Unterstimmen gleichzeitig den Akkord Gis-D-F mit Gis als Basston, also einen Verminderten Dreiklang. Das A in der ersten Geige klingt aber in diesem Zusammenhang nicht gut (man empfindet es als "falschen Ton") , da es sich mit dem Gis im Bass beißt.


    Allgemein würde Dir empfehlen, mal ein wenig Kompositionsunterricht zu nehmen - kann nur nützen!

    Jetzt gibt's zwar wohl gleich wieder Haue von den Gralshütern, aber ich werfe mal den in den Mittachtzigern sehr erfolgreichen Nik Kershaw in die Runde. ;)

    Dessen Songs finde ich sehr originell geschrieben. Insbesondere harmonisch haben sie viel zu bieten, vermeiden abgedroschene Muster und beinhalten häufig überraschende Modulationen und Rückungen, speziell "Human Racing":

    https://www.youtube.com/watch?v=WmJa4OQBkmI

    aber auch dies:

    https://www.youtube.com/watch?v=AYMAtbq0bjY

    Das ist zwar keine Klassik, aber vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen:

    Gerade läuft auf dem Berliner ÖR-Sender "Radio 1" eine Sendung zum 30. Geburtstag des Labels "Warp Records, in dem Leute wie Aphex Twin und Autechre Alben herausgebracht haben:

    https://www.radioeins.de/livestream/

    So, jetzt vorbei...

    "Radio Eins" scheint mir der einzige ÖR-Popsender zu sein, der nicht die "Privaten" imitiert sondern Autoren- statt Formatradio macht und sehr viele Spartensendungen (Electro, Experimentelles, etc.) im Programm hat.

    Ziemlich lauter, oft krummtaktiger und sehr virtuos gespielter Prog aus Frankreich, produziert im Jahr 2018. Es handelt sich um den Zusammenschluß der beiden aus Lyon stammenden Bands Ni und Poil - entsprechend hat die Band 2 Schlagzeuger, 2 Bassisten und 2 Gitarristen, dazu einen Keyboarder.
    In den Arrangements sind die Instrumente sehr gut miteinander verzahnt, dazu wird zuweilen in fiktiven(?) Sprachen gesungen. Teilweise erinnert mich die Musik etwas an die belgische Band Present (namentlich deren Alben "No. 6" und "High Infidelity"). Im Eingangstrack - mit seinem dichten Groove und der verzerrten Synthlinie à la "TB 303" in der Mitte - klingt es streckenweise sogar ein wenig nach Chemical Brothers.

    Die meiste Zeit des Tages aber ist das Radio, wenn es denn läuft, etwas für den Hintergrund.

    In dem Artikel schreibt er ja auch: "Wenn ich gezielt einen Inhalt suche, gehe ich ins Netz, und das Radio wird tatsächlich stärker zum Nebenbei-Medium."

    Damit begründet er, bestimmte Inhalte von nun an als Podcast anzubieten, nicht aber mehr als Sendung im laufenden Radioprogramm:

    "Eine Sendung wie „Der Tag“ würde kein kommerzieller Sender machen. Aber wenn wir feststellen, dass „Der Tag“ als Podcast möglicherweise mehr Nutzerinnen und Nutzer erreicht als im Radio, dann liegt die Konsequenz doch auf der Hand."