Beiträge von Doc Stänker

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.

    Bulgarian National Radio Symphonie Orchestra, Leitung: Emil Tabakov

    Ja, die Aufnahmen, die so außerhalb des Mainstreams kommen.
    Ich möchte hier DS4 unter Alexander Sladkowsky anführen. Schüler von Jansons. Er vertritt mehr die Kondrashin Linie, also durchaus zügig zu Werke zu gehen. Darin nicht anders als Tabakov.
    Alleridngs gibt es sehr sehr ungewohnte Tempomodifikationen im 1. Satz, die ich so nicht kenne.
    Der 1. Satz in knapp 27:30 und alles bei bester Klangqualität mit einem exzellenten Orchester.
    Siehe oben zur 13. Sinfonie.
    Gruß aus Kiel


    Der Nachbar ist nicht da, CMS hat zugestimmt, DS4 läuft unter Sladowsky in angemessener Lautstärke
    8o


    Es gibt noch so eine Version (Neben Rosh Live), das ist Neeme Järwi. Der kennt nun gar keine "Verwandten". Ein Fest.

    Zurück zu den Anfängen:
    Steven Weinberg: To explain the World
    The discovery of modern science

    Weinberg, Nobelpreisträger der Physik, Atheist, Mitglied im CSICOP, Freund von Feynman hat dieses Buch 2015 geschrieben. Da war er schon über 80 Jahre alt, er starb vor ein paar Monaten im Alter von 88.
    Hier fasst er seine Meinung über die Wissenschaftsgeschichte, beginnend bei den Griechen, Babyloniern, Ägyptern über das Mittelalter, Newton etc. zusammen.
    Und er eckt an! Aber auf eine erfrischende Weise.
    Beispielhaft lässt er kaum ein gutes Haar an Platon, Demokrit und Aristoteles, einzig Archimedes und andere aus dem hellenischen Reich akzeptiert er, weil sie für ihre Formeln Experimente zugrunde legen konnten.
    Euklid wird von ihm in das Reich der Mathematik verwiesen ohne großen Einfluss auf das Werden irgendwelcher Naturwissenschaften.


    Beispiel. Demokrit. Millionen Schulkindern der Physik und/oder Philosophie wurde beigebracht. "Schon Demokrit erkannte, es gibt Atome"
    Weinberg fragt. Woher wusste er es? Es gibt in seinen Schriften nicht einen einzigen Hinweis auf irgendeine Beweisführung. Er hat es einfach behauptet. Und behaupten kann man viel, viel Unsinn und manchmal auch etwas, das Sinn ergibt.
    Nein, alles vor Archimedes ist für ihn keine Wissenschaft, es ist mehr Denken über etwas statt forschen und hat mit heute nix zu tun, eher in der Philosophie. Wir Norddeutschen sagen dazu. "Spökenkiekern"
    Und so geht es munter im Text weiter.
    Erfrischend und leicht zu lesen = Mittlere bis gute Englischkenntnisse, Physikkenntnisse und Mathematik Kenntnisse sollten allerdings über den Dreisatz hinausgehen. Dazu hat er aber nen umfangreichen Anhang beigefügt.


    Das Buch ist für mich deswegen auch so erhellend, weil in den letzten Jahren wilde Spekulationen zu behaupteten „Fakten“ gerinnen konnten und von manchen für bare Münze gehalten werden.
    Das Buch ist da ein gutes Abwehrmittel.
    Wie man es richtig machen sollte, und was dabei in der Geschichte der Wissenschaften für Irrwege eingeschlagen wurden, darüber gibt dieses Buch Auskunft.
    Noch ein Beispiel.
    Es gibt Viele, die glauben, dass physikalische Theorien besonders elegant formuliert werden müssen. Auch damit räumt er auch auf, sie müssen vor allen die Phänomene erklären, die sie erklären wollen.
    So ist die Stringtheorie bei aller mathematischen Eleganz immer noch den Beweis schuldig, dass sie stimmt.
    Eleganz, so schreibt er, reicht also nicht aus.


    Gruß aus Kiel

    Die Klemperer-Aufnahme, die ich vorhin gehört habe, ist gar nicht schlecht, sehr typisch, wuchtig, mäßig, aber gar nicht langsam

    Ja, erstaunlich!
    Ich mag diese Aufnahme aus dem Jahre 1966 (Februar) auch sehr gern.
    Klemp war da schon fast 81 Jahre alt (Mai). Er hatte die Sinfonie 1933 in Los Angeles erstmals aufgeführt.
    Es sieht beinahe so aus, als wäre diese Aufnahme mal "dazwischen geschoben" worden, um das Repertoire aufzufüllen.
    Bei Unger fehlt die Aufnahme in der Discographie (chronological), aber immerhin "nach Composer" ist sie da, wie auch bei Heyworth.
    Sie entstand wahrscheinlich in einem "Aufwasch" mit der "Symphony Fantastique", die am 30.gsten Januar live gespielt wurde.
    Diese Sinfonie hat Klemp aber nachweislich häufiger gespielt. Es gibt 4 Aufnahmen.
    Gruß aus Kiel

    Vor 80 Jahren fand das Massaker an mind. 33.000 Juden am Babyn Jar statt (Ende September 1941)
    Shostakovich schrieb darüber seine Sinfonie Nr. 13.
    Früher fand ich sie für ein 1961er Werk zu retro, zuviel Mussorgsky. Inzwischen begeistert sie mich mit jedem Hören mehr.
    Heute hörte ich diese Einspielung:


    Symphony no 13 in B flat minor, Op. 113 "Babi Yar" by Dmitri Shostakovich
    Conductor: Alexander Sladkovsky
    Masters of Choral Singing, Pyotr Migunov (bass)
    Orchestra/Ensemble: Tatarstan National Symphony Orchestra
    Ich finde sie sehr gelungen und umwerfend in der Klangqualität. (Nichts für nachts, dann steht der Nachbar wieder an der Tür und bollert)

    Gruß aus Kiel

    Eine kleine Anekdote.
    Wir hatten 1994 mit unserer Firma einen großen Kundentreff in Leipzig vorgesehen. Nach dem Einchecken im Hotel sollten mein Kollege Armin und ich schon mal vorfahren, den Versammlungsort prüfen und frühe Gäste empfangen.
    Ich setzte mich ans Steuer, Armin, unser Schwabe, entfaltete auf dem Beifahrersitz eine große Strassenkarte von Leipzig, auf der er mit Filzer bereits unser Ziel markiert hatte.
    "Die habe ich noch, als ich mal zur Leipziger Messe war."
    Na, denn, ich fahre los.
    "Nun biegst Du (Namen können nach so vielen Jahren nicht mehr genau erinnerlich sein) in die Karl Marx Allee ein."
    Ich. "Hier ist keine Karl Marx Allee"
    Armin unbeirrt: "Dann vorne in die "Karl Liebknecht Strasse"
    Ich "Die gibt es hier auch nicht"
    "Das kann doch nicht sein"
    "Von wann ist die Karte?"
    "Von 1983!"
    "Was machen wir nun?"
    "Ja, was denn?"
    "Da ist ein Taxistand, ich kaufe mir ein Taxi, das fährt voraus."


    So war es.


    Jahre später ist mir das Gleiche mit Kollege Benno in Schwerin passiert. Da hatte sein Auto schon ein Navi, dessen CDs im Kofferraum (erinnert sich jemand) regelmäßig ausgetauscht werden mussten. Dazu war Benno aber zu faul. In seiner Schreibtischschublade lag ein ganzer Stapel Update CDs.
    Den Rest könnt ihr euch denken.
    Gruß aus Kiel


    PS. Bei uns wollten Aktivisten den "Adolf-Platz" umbenennen.. Dann machte man ihnen klar, dass es sich um Kiels Stadtgründer Graf Adolf IV. von 1233!! handelt. Das steht jetzt unter dem Schild, damit auch HONKS lernen, dass es schon früher Menschen mit Namen Adolf gab.

    bekommt aus der Erinnerung "Swordfishtrombones" von mir das Krönchen.

    Das geht mir genauso. Es mag aber auch daran liegen, dass es meine 1. LP von Tom Waits war. Die früheren Werke habe ich mir später zugelegt.
    Da wird man dann so geprägt wie ne Graugans.
    Gruß aus Kiel

    So, bin ich schuldig.
    Ich finde die 1953-er Aufnahme deutlich besser als die 45-er von Furtwängler, entspannter und weniger hektisch. Daher lassen sich die Höhepunkte besser gestalten.
    Allerdings. Er hat den Anfang nicht geändert. Während z.B. Monteux bis zum Eintritt des Themas das Tempo hält und dann mit dem Thema ein neues Tempo beginnt, beschleunigt Fu bereits vorher deutlich und der Effekt des Übergangs verpufft.
    Das war in der 45iger Aufnahme auch schon so.
    Ansonsten. So kann man Franck als "hyperromantisch" schon darbieten.
    Gruß0 aus Kiel
    Ansonsten: Man greife zu Muti!!

    Ich weiß schon, hier mag kaum einer folgen

    Ja, ich bin im Billardzimmer falsch abgebogen. Die allzu deutsche "Spex infizierte " Schlaubergermusik, die anscheinend in dunklen Hochschulbüros noch ein Restdasein fristet, war mir schon beim Erscheinen zuwider.
    Sorry.
    Also höre ich deutsche Abiturienten Schlaubergermusik der frühen 70iger, genauso schlimm, aber aufgrund meines höheren Alters für mich besser verdaulich. :clap:
    Godbluff., das Beste VDGG Album ever! (ImhO)

    Gruß aus Kiel.

    Dies war das letzte Konzert, das Furtwängler während des "Dritten Reichs" gegeben hat

    Ah, das mag als Erklärung dienen, da ich finde, dass die Sinfonie seltsam "ruppig" rüberkommt, so auf die Highlights hin dirigiert und das "dazwischen" irgendwie nicht so gelungen. Saß er gedanklich schon auf "gepackten" Koffern. man weiß ja, man wollte ihm an den "Kragen?"
    Die 53-er Aufnahme habe ich jedenfalls deutlich besser gelungen in Erinnerung. Aber davon werde ich mich morgen überzeugen wollen.
    Gruß aus Kiel

    Auf dem Album "Gigolo" von Patrick Lindner und der Thilo Wolf Big Band ist Michael Wollny als mitwirkender Pianist genannt.

    Tja, so isses, aber wo ist das Problem?
    Antwort. Nirgends.
    Denn auch ein Wollny muss leben und nicht nur von liebenswürdigen Anbiederungen, sondern von Geld.
    Und da befindet er sich in der Gruppe der vielen Musiker, die zwar anerkannt sind, aber anscheinend nicht von ihren eigenen Auftritten leben können,- CD Verkäufe bringen es schon lange nicht mehr,
    Der von mir geschätzte Mel Collins, Saxophonist der ersten Liga, spielte jahrelang in der Begleitgruppe für Harald Schmidt.
    Maurice, unser Jazz Spezialist, wird sicherlich seitenlang Musiker aufführen können, die einem "Brotberuf" nachgehen, weil sie für die eigentliche Kunst nicht genügend entlohnt werden.


    Insofern bleibt für Michael Wollny nur die Alternative. "Disco Fox" ala Lindner oder "Die Wollnys"
    Ich hoffe, das beides bald vorbei gehen wird.
    Gruß aus Kiel