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  • Macht nix, lieber Gurnemanz! Ich habe ja auch zweimal dieselbe Empfehlung abgegeben. Spricht aber nach immerhin 2,5 Jahren doch deutlich für Rannou.

  • Diese Aufnahme sollte mMn jeder Freund dieser Werke in der Sammlung haben: Das ist eine superiore Aufnahme und auf jeden Fall Egarr vorzuziehen. Die Suiten gruppiere ich in drei Gruppen: Die Erste, die sehr nah an den franz. Vorbildern ist, dann 2, 3, 4, die ich als gleichwertig sehe und schließlich 5 und 6, die ganz besonderes Gewicht haben. Die Gigue der 6. ist eines der irrsten Stücke Bachs. Rannou spielt diese auf wahrlich dämonische Weise.

  • Eben verarmt

    Felix Meritis - - Musik: Erwerben

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    Die Haydn Aufnahmen vom Florestan Trio sind absolut top, so wie auch ihr Mozart und Beethoven. Das wären allerdringlichste Kaufempfehlungen meinerseits für dieses Repertoire!

  • Zitat von Symbol: „Das halte ich auch für eine plausible Deutung, würde allerdings den Erlkönig nicht eindeutig als dämonisiert erachten. Er hat in all diesem Schrecken mit seinen jagenden Oktaven musikalisch auch einen gewissen lyrischen Platz inne “ Ja, wenn er zu Jugendlichen spricht, dann hat er vielleicht einen gewissen sirenenhaften Touch (bei einem Kind wie in diesem Gedicht, ist das für mich allerdings nur Gewalt). Dem Verfasser des Werthers kann man solche Gedankengänge sicherlich zumut…

  • Zitat von Sadko: „Hm. Naja, dem kann ich nicht viel abgewinnen, ehrlich gesagt. Welche Rolle hat der Vater dabei? Der wäre dann eigentlich nur eine Randfigur, und so ist er ja nicht konzipiert, denke ich. “ Der Vater ist keineswegs die Randfigur sondern sozusagen der Rezipient. Das Gedicht beschreibt auf bestürzende Weise, wie du machtlos, trotz aller Bemühungen, zusehen musst, wie dein Kind stirbt. Gemordet von einer bösartigen Macht, gegen die alle Maßnahmen, die der Mensch so setzen kann, wir…

  • Ist es nicht eher andersrum? Der Tod wird als lüsternes Monster beschrieben, das wie ein Triebtäter auf junge Körper scharf ist? Nicht vergessen: damals war die Kindersterblichkeit unfassbar hoch und der Tod von Kindern eine der alltäglichsten Dinge, die nichtdestoweniger für die Menschen erschütternd waren. Die Dämonisierung des Tods scheint da logisch.

  • Eben gehört

    Felix Meritis - - Musik: Erfahren

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    Zitat von Mauerblümchen: „Heute ist der 6. Sonntag nach Trinitatis. Bach zum Tage - UA Leipzig, 28. Juli 1726. Johann Sebastian Bach: "Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust" BWV 170 Robin Blaze, Alt Bach Collegium Japan Masaaki Suzuki Wie Bach im ersten Satz die Ruhe malt, ist herrlich. Gruß MB “ Nicht ganz so herrlich ist leider die Darbietung von Robin Blaze. Das klingt mit Andreas Scholl mit Herreweghe schon ganz anders. Am liebsten sind mir aber hier ohnehin Frauenstimmen

  • Dass Adorno Debussy schätzte, wundert mich eigentlich, aber ich kenne seine Schriften wohl viel zu wenig, um begründete Vorhersagen zu treffen. Es gibt jedenfalls sehr viele Musikliebhaber, die sowohl Sibelius als auch Schönberg schätz(t)en, was die ganzen theoretischen Abhandlungen doch eher zweifelhaft erscheinen lässt. Die ästhetischen Urteile von kenntnisreichen Musikern und Komponisten (keineswegs nur von Adorno) werden für mich aber ohnehin immer ein Mysterium bleiben.

  • Dass Adorno Debussy schätzte, wundert mich eigentlich, aber ich kenne seine Schriften wohl viel zu wenig, um begründete Vorhersagen zu treffen. Es gibt jedenfalls sehr viele Musikliebhaber, die sowohl Sibelius als auch Schönberg schätz(t)en, was die ganzen theoretischen Abhandlungen doch eher zweifelhaft erscheinen lässt. Die ästhetischen Urteile von kenntnisreichen Musikern und Komponisten (keineswegs nur von Adorno) werden für mich aber ohnehin immer ein Mysterium bleiben.

  • Dass Sibelius technisch ausreichend gut befähigt sein musste, zeigt schon die Tatsache, dass er bei Robert Fuchs in Wien studieren konnte. Dieser hätte wohl kaum einen Stümper als Schüler akzeptiert. Wie stand Adorno eigentlich zu Debussy und Strawinski?

  • Dass Sibelius technisch ausreichend gut befähigt sein musste, zeigt schon die Tatsache, dass er bei Robert Fuchs in Wien studieren konnte. Dieser hätte wohl kaum einen Stümper als Schüler akzeptiert. Wie stand Adorno eigentlich zu Debussy und Strawinski?

  • Zitat von zabki: „"War Wagner überhaupt ein Musiker? “ Die Frage ist nicht unberechtigt, da Wagner in jeder Hinsicht Autodidakt und selbst am Klavier ein Dilettant war. Die wenigsten Beispiele, die Du bisher gebracht hast, taugen für mich als Untermauerung dafür, dass eine Aussage wie "Spielt ein Pianist Tsch. I, dann muss er unmusikalisch sein" valide ist.

  • Zitat von zabki: „Zitat von Felix Meritis: „Wenn man geistlos und substanzlos in diffamierender Weise über Künstler, aber auch ihre Kunst selbst, herzieht, ist das respektlos. “ nein, das muß nicht so sein, wenn ich in puncto Kunst andere Vorstellungen habe als dieser Künstler ist das eine Form, diese Differenz zu äußern. “ Sich über etwas geistlos und diffamierend äußern, ist nicht respektlos? Ich verstehe auch nicht ganz, weshalb Schumann hier als Zeuge für Deine Auffassung angeführt wird? Sch…

  • Zitat von zabki: „Zitat von Felix Meritis: „Ich halte die Bezeichnung "unmusikalisch" (=Abwesenheit von Musikalität) für einen Berufsmusiker definitiv für diffamierend. Ein durchschnittlicher Bauernknecht aus den letzten Jahrhunderten mag die Bezeichnung "dumm" (=Abwesenheit von Intelligenz) auch nicht für diffamierend gehalten haben, Menschen, die eine gehobene Tätigkeit ausüben hingegen sehr wohl. Folglich ist es unlogisch zu argumentieren, "dumm" wäre diffamierend aber "unmusikalisch" nicht, …

  • Zitat von putto: „"xy ist unmusikalisch" - kommt mir falsch verwendet vor. “ So sehe ich das auch. Und die systematische Falschverwendung (es gab ja Hinweise von anderen zuhauf, dass dies problematisch sei) von Begriffen und die damit verbundene Entstehung von Verwirrung und Streit, ist eben destruktives Verhalten. Und inwiefern dieses redlich bzw. legitim sein kann ("legitim" hat mehrere Bedeutungen), kann ich einfach nicht erkennen.

  • Zitat von Symbol: „Ich weiß nicht, ob man sich hier auf juristisches Terrain begeben sollte. Der entscheidende Punkt ist doch, dass die Bezeichnung "unmusikalisch" für eine/n Berufsmusiker/in, der/die schwerste Werke der Literatur fehlerfrei spielen kann und diese mit angesehenen Mitmusikern international aufführt, ganz einfach vollkommener Unsinn ist. “ Nein, das wollte ich ja ohnehin nie. Es hat schon seine Berechtigung, dass die Meinungsfreiheit möglichst weit interpretiert wird. Trotzdem ent…

  • Zitat von putto: „über jemanden Unwahres verbreiten mit der Absicht, seinem Ansehen zu schaden; diffamieren “ Und wie das passt! In unserer Gesellschaft wird der soziale Status sehr stark über den Beruf definiert. Die Bezeichnung "unmusikalisch" für einen Musiker kann den sozialen Status senken. Genau aus diesem Grund sind ja Beleidigungen auch verboten. In diesem Fall würde der Gesetzgeber wohl nicht unbedingt folgen - man darf ja auch Politiker als Trottel bezeichnen - aber extrem unangemessen…

  • Ich halte die Bezeichnung "unmusikalisch" (=Abwesenheit von Musikalität) für einen Berufsmusiker definitiv für diffamierend. Ein durchschnittlicher Bauernknecht aus den letzten Jahrhunderten mag die Bezeichnung "dumm" (=Abwesenheit von Intelligenz) auch nicht für diffamierend gehalten haben, Menschen, die eine gehobene Tätigkeit ausüben hingegen sehr wohl. Folglich ist es unlogisch zu argumentieren, "dumm" wäre diffamierend aber "unmusikalisch" nicht, denn es handelt sich um parallele Begriffpaa…

  • Zitat von Symbol: „Willkommen im postfaktischen Zeitalter! “ That's it in a nutshell. Postfaktisches Argumentieren ist legal aber nicht legitim.

  • Zitat von zabki: „ich werfe in solchem Fall keineswegs irgendeine Korruptheit vor, sondern unterstelle, daß die, die KK1 spielen, das auch mit Überzeugung tun. Korruptheit wäre für mich ein weit weit gravierenderer, nämlich moralischer, Vorwurf als "unmusikalisch". “ Wenn man von Begriffen ein vollkommen anderes Verständnis hat als die Mehrheit der Menschen, muss man eine Begriffsdefinition mitliefern. Die Behauptung, dass Gilels "unmusikalisch" sei, oder gar Tschaikowski, ist dermaßen absurd, d…

  • Zitat von zabki: „Zitat von Felix Meritis: „Es ging mehr um die Aussage, dass ein Pianist unmusikalisch sein müsse, wenn er das KK1 für spielenswert erachte. Ich tue mir schwer, das als legitim zu empfinden. “ das ist die logische Konsequenz, wenn ich Tschaikwesky I für einen Schinken halte, der besser in der Versenkung verschwinden sollte. Dann wäre so etwas auch "schwer als legitim zu empfinden"? “ Ja, weil legitim heißt für mich redlich. Und es ist einfach unredlich (moralisch UND intellektue…

  • Es ging mehr um die Aussage, dass ein Pianist unmusikalisch sein müsse, wenn er das KK1 für spielenswert erachtet. Ich tue mir schwer, das als legitim zu empfinden.

  • Darfst Du selbstverständlich. Allerdings scheinst Du beim r selbst Probleme mit der Rechtschreibung zu haben.

  • Zitat von Mauerblümchen: „Hauptsache, sie sind eindringlich. “ Bisher waren meine Analysen hier eher ausdringlich.

  • Aber, aber. "Gequirrlte Kacke" ist doch nur eine recht deftige Umschreibung für "Quatsch". Da wir hier im Thread ja schon lange die gutbürgerlichen Tugenden wie Augenmaß und Verhältnismäßigkeit vernachlässigt haben, dachte ich, es wäre Zeit die gutbürgerliche Blase endgültig zu verlassen.

  • Zitat von Kater Murr: „Bitte keine noch tiefergehenden Anal-ysen! “ Alles was durch die freie Meinungsäußerung gedeckt ist, muss hier erlaubt sein. Solange nicht zu Person diskutiert wird, natürlich.

  • Du wirst mir aber sicher meine freie Meinung zustehen, oder? Für mich sind zahlreiche "legale" Aussagen in diesem Thread, inklusive der über Tschaikowskis b-Moll Konzert, ganz einfach gequirrlte Kacke.

  • Es ist legal, so wie Furzen im Bus legal ist. Aber eben ähnlich nervig und kulturlos.

  • Die zweite hat einen der schönsten langsamen Sätze im symphonischen Repertoire (wie ja überhaupt Schumann ein begnadeter Komponist von langsamen Sätzen war - da kommt er bei mir deutlich vor Mendelssohn und Brahms). Schon deswegen mag ich die Symphonie sehr. Was ich bei allen vieren nicht so mag, sind die Finalsätze.

  • Teodor Currentzis

    Felix Meritis - - Dirigenten

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    Dank der Personenfreizügigkeit in der EU stünde zumindest dem ersten Vorhaben nichts im Wege!

  • Teodor Currentzis

    Felix Meritis - - Dirigenten

    Beitrag

    Es gibt keine österreichische Veranlagung, es gibt nur in Wien eine gewisse Narrenfreiheit bei Meinungsäußerungen zu Kulturleistungen aller Art. Das Gegenmittel ist auch typisch wienerisch: "ned amoi ignorieren!"

  • Teodor Currentzis

    Felix Meritis - - Dirigenten

    Beitrag

    Gardiner ließ letztens bei seiner Tournee mit Mendelssohns Symphonien auch die Geigen und Bratschen des LSO stehend spielen.

  • Es war beim Sacre ja nicht das gesamte Publikum der Meinung, es handle sich nicht um Kunst. Einen prominenten Unterstützer hatte er jedenfalls: Debussy.

  • Zitat von bustopher: „Sie war allerdings auch seit dem ausgehenden Mittelalter ein klassisches Bettelinstrument und als solches mit fahrenden Musikanten assoziiert. Letztere standen ausserhalb der etablierten Gesellschaft - und damit wären wir bei Müllers Leiermann und sein Ausgestossen-Sein “ Im Wesentlichen ging es mir genau darum. Bettler in den vergangenen Jahrhunderten waren keine angenehme optische Erscheinung und man sah ihnen das Ausgestoßensein an. Im Übrigen denke ich nicht, dass der L…

  • Zitat von zabki: „in der berühmten großen Weihnachtskrippe von Salzillo in Murcia gibts eine erschütternde Figur eines blinden Drehleierspielers, der in völlig zerlumpter Kleidung ein zwar etwas billig wirkendes Instrument spielt “ Ja, das ist ziemlich genau das Bild, das ich bei diesem Lied vor dem inneren Auge habe. Und auch hier wieder das völlige Fehlen von Wärme: der Leiermann steht auf dem Eis.

  • Zitat von zabki: „Das Instrument des Leiermanns war allerdings ein völlig anderes als der Leierkasten (ein Orgelinstrument, also Blasinstrument letztlch), sondern eine "Drehleier", also ein Streichinstrument. “ Das stimmt wohl. Allerdings ist auch die Drehleier ein Instrument, das kaum große Fertigkeiten erfordert und praktisch von jedem gespielt werden kann. Wie kamen denn die Bettler an die Drehleiern? Vielleicht so wie später (?) an die Leierkästen, als milde Gabe durch wohltätige Stellen als…

  • Hier ist wohl nicht der Platz für ein Sexualitätsseminar, aber queer heißt nicht "schwul", sondern kann alles mögliche sein, das nicht dem propagierten Ideal des menschlichen Sexuallebens entspricht. Und ob dieses seinerseits der menschlichen Natur entspricht, oder eine kulturelle Ausformung darstellt, lasse ich mal dahingestellt.

  • Zitat von Soprano: „dass die Oper per se queer sei “ Fragt sich, ob nicht überhaupt der Mensch "queer" wäre, würden nicht zahllose gesellschaftliche Normen auf ihm lasten.

  • Also für mich war der Leiermann immer eine Art Aussätziger, ein Repräsentant des Unheils. Mit Leierkästen sind ja in früheren Zeiten v.a. Kriegsversehrte oder andere, denen das Schicksal übel mitgespielt hat, durch die Lande gezogen. Man hat zwar Mitleid mit solchen Menschen, aber man wendet sich mit Grausen ab, möchte mit diesem Aspekt des Lebens nicht konfrontiert werden. Die Hunde knurren. Ansonsten spüre ich in der Winterreise v.a. Entfremdung von den Menschen heraus (wobei die winterliche L…

  • Zitat von Caesar73: „Tatsächlich? Spannend! Ist zwar offtopic - aber was ist denn darüber bekannt? “ Nicht viel, da das Autograph (fertiggestellt bzw. fertigskizziert wurde nur der erste Satz) leider verschollen ist. Der Mendelssohnforscher Larry Todd schreibt, das Werk wäre für Antonio Piatti geplant gewesen. Dieser sah immerhin nach eigener Aussage einiges vom Entwurf.