Komponisten über Komponisten - ein kleines Zitateraten

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    • Es ist aber nicht originell, die erste oder auch die zweite Sinfonie Beethovens als mozart/haydn-nah einzustufen, und es relativiert auch kaum die mit Beethoven sehr bald assoziierten "neuen Bahnen". Zwar waren die den seinerzeitigen Konservativen auch schon zu wild, aber spätestens ab der Eroica hieß es, Beethoven möge doch bitte wieder mehr im Sinne Mozart oder seiner ersten beiden Sinfonien komponieren.

      edit: Das habe ich natürlich geschrieben, bevor ich die Lösung gesehen habe. Also Mendelssohn hat hier zwar natürlich recht mit der Kontinuität Mozart-Beethoven, aber es ist schon sehr tendenziös, die allein herauszustellen und den ganzen späteren Beethoven quasi zu ignorieren ;)
      (Wobei M selbst das in seine Sinfonien schon ein bißchen so gemacht hat, d.h., die eigene "neue Bahn" eher am Stand von 1802 angekoppelt als an 1825 :versteck1: )
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Zwielicht schrieb:

      D ist weder Haydn noch Mozart?
      hatte die Lösung Mozart übersehen, ist verbessert.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Felix Meritis schrieb:

      A ist Adolf Bernhard Marx, oder?

      leider nein, ist aber wirklich ganz nah dran. Bei A. B. Marx hätte ich nicht so von "unbekannt" gesprochen.

      A ist Johann Christian Lobe (1797 - 1881) (vgl. meine Unterzeile ;) ).

      Wie bei dem nur zwei Jahre früher geborenen Marx ist das theoretische Hauptwerk Lobes eine voluminöse 4bändige Kompositionslehre ("Lehrbuch der musikalischen Komposition", digitalisiert von der Stabi München, gibts sogar im Neudruck).

      Das Mendelssohn-Gespräch stammt aus der Sammlung kleinerer Abhandlungen "Fliegende Blätter für Musik":

      reader.digitale-sammlungen.de/…ay/bsb10271122_00073.html

      (S. 280)

      In dem Gespräche wird noch weiter auf die "Neuen Bahnen" eingegangen.

      Besonders empfehlen möchte ich aus dieser Sammlung zwei Gespräche mit CM Weber - das geht stellenweise fast in Richtung "Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht").
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Neues Rätsel - bitte nicht googeln!

      Zwei Komponisten - A und B - äußern sich in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen und in sehr unterschiedlicher Weise über das Komponieren:

      A:
      Mein Musikmachen ist eigentlich ein Zaubern, denn mechanisch und ruhig kann ich gar nicht musizieren. Da stört mich selbst der Sopranschlüssel in einer fünfstimmigen Sache Bachs, ich möchte es mir umsetzen, während ich in der Ekstase die tollsten Stimmführungen ohne eine Spur von Schwanken ausführe. Es kommt alles wie aus einer Maschine so sicher heraus. Ruhig kann ich aber nichts.

      B:
      Die alte Kontrapunktlehrmethode ermöglicht gegen jede Kombination von Tönen in der Horizontalen andere Tonfolgen zu setzen und sich so einen Vortrag solcher melodischer Möglichkeiten anzuschaffen, der als Technik dann beim freien Arbeiten der Phantasie nachfolgen soll. Diese gute Methode wird verschlechtert und schließlich überwuchert von dem, was hier anfangs richtigerweise Nebensache ist: von der Kontrolle der Zusammenklänge durch die Harmonie. Was aber nur eine Geschmacksfrage ist und deshalb unwesentlich sein sollte.


      Wer ist A, wer B?

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • B = Schönberg?
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Ins Blaue hinein:

      A: Mahler
      B: Reger

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
      Künstler und Schwein gelten erst nach dem Tode etwas.
      Max Reger
    • zabki schrieb:

      B = Schönberg?
      :jaja1: Zabki, der alte Schönbergianer, hat natürlich gleich Inhalt und Duktus des Zitats richtig zugeordnet. :D

      Es stammt aus dem Entwurf für eine Schrift "Das Komponieren mit selbständigen Stimmen" von 1911. Schönberg wollte dieses Lehrwerk gewissermaßen als Fortsetzung seiner bekannten "Harmonielehre" verfassen, der Verleger zeigte aber nicht ausreichend Interesse - und so wurde es nie geschrieben.


      A bleibt noch zu raten, denn...
      ...stimmt leider auch nicht.

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Neuer Versuch:

      A = Mendelssohn Bartholdy? (Der war doch recht fix bei der Sache, und Bach kannte er auch...)

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
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      Max Reger
    • A: Schumann?
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Kater Murr schrieb:

      A: Schumann?
      Auch der war's nicht.

      Zwielicht schrieb:

      A:
      Mein Musikmachen ist eigentlich ein Zaubern, denn mechanisch und ruhig kann ich gar nicht musizieren. Da stört mich selbst der Sopranschlüssel in einer fünfstimmigen Sache Bachs, ich möchte es mir umsetzen, während ich in der Ekstase die tollsten Stimmführungen ohne eine Spur von Schwanken ausführe. Es kommt alles wie aus einer Maschine so sicher heraus. Ruhig kann ich aber nichts.
      Ein weiteres Zitat von A:
      Das Komponieren ist bei mir ein seltsamer Zustand. Beim Phantasieren habe ich alles, endlos, nun heißt es fixieren, da kommen einem die physischen Griffe schon in den Weg. Wie war es denn, heißt es dann, nicht wie ist es, wie war es, und nun suchen, bis man es wiederfindet.

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Ich weiß, diesem Komponisten würde ich eher ein ruhiges, systematisches Vorgehen unterstellen, trotzdem:

      A = Brahms?

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
      Künstler und Schwein gelten erst nach dem Tode etwas.
      Max Reger