Komponisten über Komponisten - ein kleines Zitateraten

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    • arundo donax schrieb:

      Glück gehabt
      Ach was, Du hast es eben drauf! :top:

      In der Tat: Über A erfahren wir kaum etwas. Ein Tip: A hat sich mit der Musik Bartóks eingehend beschäftigt. Er rechnete ihn zwar zu den Großen des 20. Jahrhunderts, äußerte sich aber auch recht kritisch zum Spätwerk. Das 2. Violinkonzert (1937/38) "bezeichnet den beginnenden Zerfall in Bartóks musikalischem Denken; von da an - mit der einzigen Ausnahme des Sechsten Streichquartetts (1939) - entstehen nur noch Kompositionen von geringerem Wert." Und: "Bartók zählt ohne Frage mit C, D, E und F zu den 'großen Fünf' der zeitgenössischen Musik. Sein Werk besitzt jedoch weder die tiefe Einheitlichkeit und Neuartigkeit Ds, noch die strenge und intellektuelle Schärfe Es, weder die Vielschichtigkeit Fs, noch den ebenso nachdrücklichen wie beherrschten Dynamismus Cs."

      Mit der Musik aller genannten Komponisten war A bestens vertraut, was ausführlich dokumentiert ist, auch in unserem Forum.

      Jetzt gibt's noch mehr zu raten. Ist aber nicht so schwer, oder? :D

      :wink:

      PS: A ist nicht Schönberg.
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Nein, nein, da war keine geniale Kombinatorik vonnöten, denn ich kannte das Zitat (das mit den Augen hingegen nicht). C ist Strawinski, D Schönberg, E Webern und F Berg. Ich glaube, das ist ein relativ frühes Interview. Später hat der das KfO z.B. etwas gnädiger eingestuft.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Felix Meritis schrieb:

      Ich glaube, das ist ein relativ frühes Interview.
      Nur hier muß ich Dich ein wenig korrigieren: Die Zitate stammen nicht aus einem Interview, sondern aus einem Lexikonartikel über Bartók, der 1958 in der Encyclopédie de la Musique erschien. Dort gibt es auch Artikel Boulez' über Debussy, Schönberg, Berg und Webern.

      Alles (und einiges mehr) enthalten in: Pierre Boulez: Anhaltspunkte. Essays. Bärenreiter/DTV 1979.

      Bemerkenswert finde ich, daß Boulez sich gelegentlich recht kritisch, um nicht zu sagen, abfällig über Komponisten und deren Werke äußerte, die er dann selbst in m. E. maßstäblicher und beeindruckender Weise aufführte und aufnahm.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
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      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Gurnemanz schrieb:

      Bemerkenswert finde ich, daß Boulez sich gelegentlich recht kritisch, um nicht zu sagen, abfällig über Komponisten und deren Werke äußerte
      am wenigsten kann ich von den zitierten Werungen das Absprechen von Vielschichtigkeit bei Bartok nachvollziehen.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • zabki schrieb:

      am wenigsten kann ich von den zitierten Werungen das Absprechen von Vielschichtigkeit bei Bartok nachvollziehen.
      Vielschichtigkeit würde ich Bartók gewiß nicht absprechen. Boulez tut das ja auch nicht; er meint aber wohl, mehr davon bei Berg vorzufinden. Inwiefern, weiß ich auch nicht; da müßte man seine Ausführungen näher studieren. In der genannten Sammlung "Anhaltspunkte" findet sich auch zu Berg einiges.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
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      Helmut Lachenmann
    • Lieber Gurnemanz, vielen Dank für die Korrektur! Meines Wissens hat sich Boulez dazu geäußert, weshalb er auch ungeliebte Werke auf das Programm setzte (ich glaube sogar mit Bezug auf Bartók). Er meinte, man müsse von Komponisten auch die schwächeren Werke spielen, um ihr Tun nachvollziehen zu können.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Felix Meritis schrieb:

      Er meinte, man müsse von Komponisten auch die schwächeren Werke spielen, um ihr Tun nachvollziehen zu können.
      Das spricht für Boulez, finde ich! Ich habe mal irgendwo eine Äußerung von ihm gelsen, daß er nicht darauf aus sei, die Werke in irgendeiner Weise mustergültig aufzuführen, sondern daß er an Werken bestimmte Aspekte finde, die ihn persönlich näher interessieren und die er dann herausarbeiten will. Wenn ich mich richtig erinnere, ist das auf Mahler gemünzt.

      Bei Bolulez' Bartók habe ich den Eindruck, daß Boulez alldas herausstellen möchte, was ihn an Schönberg und besonders an Debussy erinnert. Das Folkloristische interessiert ihn weniger.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
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      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Der Komponist A lobt den Komponisten B:

      " B, selbst ein leidenschaftlicher Musikant, schreibt Musik für musizierende Menschen; das ist eine ihrer wesentlichen Qualitäten und macht ihr Stimmengefüge so stark, und das macht sie so anregend für die Ausführenden. Diese sind auch für ihn immer die maßgebendsten Kritiker. Darüber hinaus ist das Publikum, die Gemeinschaft der Zuhörer, so gemischt sie auch ist, ein Gericht, dessen Zuständigkeit er immer anerkannt hat. Die Idee, von einer verständnislosen Gegenwart an eine imaginäre Zukunft zu appellieren, wäre ihm absurd erschienen. Hat er einen Misserfolg, so nimmt er sich selbst bei der Nase, und er hat Misserfolge gehabt, die ihm schweren Kummer bereiteten...."

      Ihr seid dran!

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • B = Pfitzner?
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Vielleicht ist eine absurd scheinende Antwort richtig? Also: B = J. S. Bach?

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
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      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • B = Hindemith?
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).