Komponisten über Komponisten - ein kleines Zitateraten

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    • Zwielicht schrieb:

      Salome "voller Romantik"?

      Zwielicht schrieb:

      aber Le nozze "voller Romantik"?
      Warum nicht? ETA Hoffmann schrieb über Haydn, Mozart und Beethoven: "Die Instrumentalkompositionen aller drei Meister atmen einen gleichen romantischen Geist". ;)

      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Felix Meritis schrieb:

      Möglich wäre Ignaz Lachner (A) über Wagner (B). Z wäre natürlich Tristan und Isolde, x wohl Tannhäuser und y Lohengrin.
      :thumbup: ...da kommen wir der Sache doch schon näher: B ist Wagner, z ist Tristan und Isolde. "Einmal in München, mußte man aber Tristan doch sehen" - weil Tristan für mehrere Jahre eben nur in München zu erleben war.

      x und y hast Du vertauscht - Lohengrin ist x und somit die Oper "voller Romantik", von Wagner selbst als "Romantische Oper in drei Aufzügen" bezeichnet und 1858 die erste Oper des Komponisten, die am Wiener Hoftheater gespielt wurde - mit großem Erfolg, es war der Durchbruch Wagners in Wien. Dass y = Tannhäuser "sich in Greueln erschöpft", wie A meint, überrascht mich auch etwas.

      A ist nicht Ignaz Lachner, auch nicht Franz Lachner, sondern jemand, der nicht in München gelebt hat, auch nicht in Wien oder Prag - aber viel unterwegs war, wie man sieht.

      :wink:
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    • Felix Meritis schrieb:

      Vielleicht Bruckner? Der goutierte die Wagnerschen Libretti wohl nicht.
      Bruckner hat Wagner doch geradezu bedingungslos als den "Meister aller Meister" verehrt (Widmung der dritten Sinfonie, Wagner-Zitate dortselbst, Trauermusik auf Wagners Tod in der Siebten usw. usw.). Die wagnerschen Stoffe und ihre Brisanz hat er wohl gar nicht so wahrgenommen...

      Nein, kein reisender Organist. Es wird Klavier gespielt, an vielen Orten.

      :wink:
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    • Felix Meritis schrieb:

      der als Pianist viel rumkam
      Liszt fällt aus "parteilichen" Gründen aus. Saint-Saens wegen seiner Lebensdaten.

      Sollte es Brahms gewesen sein? Der spielte ja sogar seine eigenen Konzerte, wenn ich das richtig im Gedächtnis habe. (Mozart-Konzerte fand er allerdings viel schwieriger ...)

      Gruß
      MB

      :wink:
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    • Oje ... jetzt wird's schwierig. Hans von Bülow war auch Wagnerianer. Draeseke war ein Neudeutscher. (Wer war eigentlich KEIN Wagner-Anhänger?) Leschetizky, der noch bei Sechter lernte? Anton Rubinstein käme noch in Frage.

      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Felix Meritis schrieb:

      Clara Schumann?
      Jaaaa!!! :thumbsup: Und bevor Ihr jetzt sagt: das war kein einfaches Rätsel - ich dachte, ihr hättet inzwischen gemerkt, dass die Hälfte meiner Zitate entweder aus Cosima Wagners Tagebüchern oder aus dem Briefwechsel zwischen Brahms und Clara Schumann stammt. ;)

      Clara Schumann an Brahms, 31.3.1859:
      In Wien hörte ich einmal Lohengrin und begreife gar zu gut, wie solche Oper die Menschen betört. Das Ganze ist voller Romantik und fesselnder Situationen, und zwar so, daß selbst der Musiker auf Augenblicke die greuliche Musik vergißt, obgleich mir Lohengrin im ganzen erträglicher als Tannhäuser, in dem er sich an Greueln erschöpft. In Prag erzählte man mir von der Musik zu Tristan und Isolde - das soll womöglich noch schrecklicher sein, als alles Frühere.

      Clara Schumann an Brahms, 23.10.1875:
      Einmal in München, mußte man aber Tristan doch sehen. Das Vogelpaar [i.e. Therese und Heinrich Vogl, die Sänger der Titelpartien] ist ja ein herrliches Sängerpaar, aber diese Oper - etwas Widerwärtigeres habe ich wohl kaum noch gehört und gesehen. Wer das mit Vergnügen hört und sieht, dem fehlt doch jedes sittliche Gefühl. Daß man es wagen darf, einem gebildeten oder gebildet sein wollenden Publikum so etwas zu bieten, ist ein furchtbar trauriges Zeichen der Demoralisation unserer Zeit. Doch, es empört sich in mir alles, denke ich nur daran.

      Dass Clara Schumann Wagner nicht schätzte, überrascht wenig, aber die Empörung, mit der sie auf Tristan reagiert, ist beachtlich. Allerdings waren gerade Tristan oder auch der Ring in den 1870ern immer noch ein Minderheitenprogramm, und die Entfesselung der Sinnlichkeit und Bejahung des Ehebruchs im Tristan oder die explizite Sexualität in Rheingold und Walküre erregten vielfach heftigste moralisch grundierte Ablehnung.

      Soweit ich das sehe, hat Brahms im Briefwechsel auf die gelegentlichen Invektiven Claras gegen Wagner kaum reagiert (er stichelte lieber gegen Liszt).

      Am interessantesten finde ich, dass Clara bereits im März 1859 in Prag Äußerungen über die extreme Musik des Tristan gehört hatte. Da war Tristan und Isolde noch gar nicht vollendet, geschweige denn publiziert: die Komposition des dritten Akts stand noch bevor. Aber die Gerüchteküche brodelte schon...

      :wink:
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