Komponisten über Komponisten - ein kleines Zitateraten

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    • Melde mich hier morgen abend wieder. Weiter frohes Rätseln!

      Wie gesagt, R. Strauss ist dabei.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
      Künstler und Schwein gelten erst nach dem Tode etwas.
      Max Reger
    • Strauss ist wohl kaum derjenige, der von sich gesagt hat:

      Gurnemanz schrieb:

      "....Ich bin im komponieren sehr schwerfällig und eine Sache, die mich nicht rein künstlerisch direkt interessiert, bringe ich einfach nicht zustande. Ich habe keine so leichte Hand und keine so zuverlässig gehorchende Kompositionstechnik, wie Sie---
      Von daher tippe ich in seinem Fall auch auf B.

      Und c = Mahler könnte ebenfalls gut hinkommen. Zwischenzeitlich habe ich mal an Reger gedacht, aber das obenstehende Zitat passt besser zu Mahler.

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Das leuchtet mir auch ein. Ich hatte Strauss gar nicht geraten. Meine Bemerkung bezog sich auf EinTons Tip Pfitzner, über den Strauss doch diese fiese Bemerkung gemacht haben soll, wenn es ihm so schwer fällt, warum komponiert er denn dann? (Oder war das über jemand anders)

      Reger war workaholic und Vielschreiber, auch wenn es schwere Brocken sind, komponierte er viel und schnell. Da passt Mahler eher. Keine Ahnung, wer A sein sollte.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Kater Murr schrieb:

      Keine Ahnung, wer A sein sollte.
      Wenn A mittlerweile so gut wie vergessen ist, lässt sich da auch nichts ahnen. Entweder weiß man, wenn man wie Gurnemanz in den genauen Zusammenhang eingeweiht ist, um wen es sich handelt - oder man hat kaum eine Chance....

      ..wobei das natürlich nicht im Geringsten gegen die Aufgabe als solche spricht! Ich fand es eben nach Feierabend reizvoll genug, anhand der gegebenen Anhaltspunkte über die Identität von B und C nachzudenken!

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Da ich heute den ganzen Tag unterwegs war, erst jetzt:

      Nein, Brahms, Bruckner und Mahler sind nicht dabei.

      Zu A: Es handelt sich um seinen 60. Geburtstag. Er war in Heidelberg musikalisch sehr aktiv (als Hochschullehrer, Chorleiter und Organist) und machte sich dort um die evangelische Kirchenmusik verdient. Mit B unternahm er mehrere Konzertreisen.

      Zu B und C: arundo donax ist ganz nah dran und müßte nur eine Vorannahme korrigieren. :D

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
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      Max Reger
    • arundo donax schrieb:

      Jetzt sage nicht, B ist Reger und C ist Strauss!
      Doch, genau das sage ich!

      arundo donax schrieb:

      Bei A dürfte es sich dann um Philipp Wolfrum handeln.
      Genau! Seinerzeit, in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg wurde Philipp Wolfrum (1854-1919) offensichtlich von einigen heute noch berühmten Kollegen auch als Komponist geschätzt und war mit einigen befreundet, mit Strauss, Reger und auch mit Engelbert Humperdinck, mit dem er in München zusammen studiert hat. Näheres: hfk-heidelberg.de/wolfrum-wettbewerb/Wolfrum.html.

      Eine CD habe ich bei Amazon gefunden, mit 3 Orgelsonaten, gespielt von Martin Sander (soviel ich weiß, ein renommierter Organist):


      Ich habe Briefe zitiert, die im November und Dezember 1914 entstanden. Wolfrums 60. Geburtstag war am 17.12.1914. Hier noch einmal komplett:
      Philipp Wolfrum wird demnächst einen runden Geburtstag feiern. Max Reger ist mit ihm befreundet, auch Richard Strauss (den Reger regelmäßig "Strauß" schreibt) scheint mit Wolfrum zu sympathisieren (soweit ich weiß). Jedenfalls hat Reger eine Idee: Er möchte Wolfrum ein Klavierstück mit persönlicher Widmung schenken und bittet Strauss, "den verehrtesten Meister" darum, sich mit einer eigenen Widmung zu beteiligen, um den "prachtvollen Musiker u. Menschen" Wolfrum zu erfreuen.

      Strauss reagiert allerdings nicht ganz begeistert. Er antwortet Reger: "Ihre Idee mit der Widmung für Wolfrum ist sehr hübsch, aber für mich nicht so leicht auszuführen als Sie denken. Ich bin im komponieren sehr schwerfällig und eine Sache, die mich nicht rein künstlerisch direkt interessiert, bringe ich einfach nicht zustande. Ich habe keine so leichte Hand und keine so zuverlässig gehorchende Kompositionstechnik, wie Sie, der mir mit seiner unversiegbaren Fruchtbarkeit immer Staunen und Bewunderung abringt." Ansonsten möchte Strauss sich aber an allem anderen beteiligen, "um den ausgezeichneten Wolfrum zu ehren und zu erfreuen".

      Reger scheint nicht verstimmt zu sein. Einem anderen Freund (Adolf Wach) berichtet er wenige Tage später stolz von "einer langen persönlichen Unterredung" mit Strauss, dem er, Reger, deutlich gemacht habe, daß "ich vielleicht von allen lebenden Komponisten derjenige bin, der am Meisten wahre Fühlung mit den großen Meistern unserer so reichen Vergangenheit hat! [...] Diese Unterredung hat den Erfolg gehabt, daß Strauß u. ich, die wir bisher so gegeneinander verhetzt worden sind, jetzt im erfreulichsten Verkehr stehen; Strauß ist nämlich im Grunde wirklich ein großer Musiker mit enormem Können u. so hat er mich doch schließlich verstanden!" (Unterstreichungen im Original.)
      Quelle: Susanne Popp, Max Reger - Werk statt Leben. Biographie. Wiesbaden 2015, S. 428. Dieses Buch habe ich kürzlich erworben und lese es zur Zeit. Informativ und spannend - für mich auch deshalb, weil mich Max Regers Musik zunehmend begeistert!

      Ob Strauss hier etwas zu stark aufträgt, vielleicht, weil er einfach keine Lust hat, sich an Regers Projekt zu beteiligen? Immerhin hat er möglicherweise finanziell etwas beigetragen, und es gibt einige Beispiele dafür, daß er Kollegen, die zu seiner Zeit noch nicht so berühmt und vermögend wie er waren, unterstützt und gefördert hat.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
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      Max Reger
    • arundo donax schrieb:

      Für meinen Geschmack gibt es deutlich uninteressantere spätromantische Musik!
      Stimmt, das hört sich gar nicht übel an, danke für den Hinweis! Die oben erwähnte Orgel-CD habe ich jetzt mal bestellt (damit ich wenigstens ein wenig von einem Komponisten kenne, über den ich hier schreibe :D ) .

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
      Künstler und Schwein gelten erst nach dem Tode etwas.
      Max Reger
    • Vor allem den Schluss mit dem Choralzitat "Wie schön leucht uns der Morgenstern" finde ich (obwohl ich mit Weihnachten mittlerweile kaum noch etwas am Hut habe) regelrecht berührend. Und orchestriert ist die ganze Angelegenheit sehr farbig und effektvoll.

      Ich habe jetzt Lust auf noch mehr Musik von Wolfrum bekommen - aber Orgelwerke kapiere ich ja leider in aller Regel nicht..... :schaem1:

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • arundo donax schrieb:

      Ich habe jetzt Lust auf noch mehr Musik von Wolfrum bekommen - aber Orgelwerke kapiere ich ja leider in aller Regel nicht..... :schaem1:
      Tja, das ist auch nicht mein Hauptgebiet. Immerhin hat Wolfrum einiges in unterschiedlichen Gattungen hinterlassen, vgl. den Wikipedia-Artikel: de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Wolfrum.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
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      Max Reger
    • Neu

      Dann mache ich hier mal weiter, wobei ich hoffe, dass ich jetzt nichts wiederhole, was in diesem langen Faden, den ich nicht permanent verfolgt habe, schon einmal an der Reihe war!

      A schreibt extrem begeistert über ein (heute im Konzertbetrieb wie auch hier im Forum sträflich vernachlässigtes) Werk des Kollegen B folgende Zeilen:

      "....Die Themen sind von genialer Prägnanz; die Erfindung erlahmt nirgends. Auch fröhnt B - in meinen Augen ein gar nicht hoch genug zu schätzender Vorzug - nie dem heutzutage so beliebten, selten seine Wirkung verfehlenden Stimmungsdusel. Schlag auf Schlag, ohne jedwede....abgedroschene Phrasenmacherei braust das wundervolle Tongedicht vorüber. Gleich das erste Thema...ist von elementarer Wucht und in höchst fesselnder Steigerung aufs überzeugendste weiterentwickelt. Man beachte wohl, wie in dieser ersten Abteilung so ziemlich alle Themen des ganzen Werkes, in geistvoller Weise kontrapunktierend, nach und nach auftreteten.... ....was B hier an geradezu diabolischem Charakterisierungsvermögen leistet, ist unbeschreiblich. Wie hier die Motive in unerhörter Kühnheit aufeinanderplatzen, wie besonders die Harmonik allen guten alten Regeln hohnspricht und viel, viel Perückenstaub aufwirbelt, wie sich da alles so unwiderstehlich steigert und steigert....."

      Ich fürchte fast, dass es sich um ein zu bekanntes Zitat handelt. :schaem1: Diejenigen, die sofort wissen, was Sache ist, können sich ja vielleicht erst einmal ein wenig zurückhalten....


      Herzliche Grüße

      Bernd


      .
    • Neu

      Freut mich, daß es hier weitergeht, danke fürs neue Rätsel!

      Hm, könnte der hier so Gerühmte B = Engelbert Humperdinck sein? Und das Werk wären die Königskinder?

      Nur mal so ins Blaue geraten, da Du, lieber Bernd, kürzlich mit einem Besuch in Gelsenkirchen geliebäugelt hast... ;)

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
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      Max Reger