Komponisten über Komponisten - ein kleines Zitateraten

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    • Glückwunsch, Felix (nomen est omen), Du hast ihn erraten!
      Die Eselsbrücke war das R (Rate nun rüstig den Rest meines Rätsels).

      Ich fasse zusammen: A = Wagner, B = Rossini, C = Liszt, D = Haydn.
      Bernd und der Kater haben je 25% Lösungsanteil, Felix 50%. Er ist dran. Kotau vor allen! Oder, um mit Otto Ludwig zu sprechen: Trompeten, Pauken, Siegsgeschrei!

      Das Zitat stammt aus einem Zeitungsartikel Wagners von 1868 "Eine Erinnerung an Rossini", der ein bißchen von Eitelkeit trieft. Ich verfiel darauf, weil, als ich unlängst ein Marx-Zitat über Rossini hier einbrachte, dahinter zunächst Wagner vermutet wurde. Jetzt wollte ich belegen, wie Wagner tatsächlich mit Rossini umgegangen ist.
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Dank auch von mir, lieber Waldi! Lehrreiches Rätsel! :)

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
      Künstler und Schwein gelten erst nach dem Tode etwas.
      Max Reger
    • Gurnemanz schrieb:

      Lehrreiches Rätsel!
      finde ich auch!
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Interessant finde ich, dass Rossini hier als Autorität anerkannt wird. Ich dachte, schon Beethoven und Weber hätten (unter der damaligen Rossini-Begeisterung leidend) Rossini (wenn nicht gar "die Italiener" nach Salieri und Cherubini) abschätzig gesehen oder jedenfalls als weitgehend irrelevant für die Instrumentalmusik und die deutschsprachige Oper.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Zu Katers Anmerkung bringe ich eine weitere Passage aus dem erwähnten Artikel Wagners. Der hatte Rossini aufgesucht, nachdem dieser sich freundlich über den jungen Künstler geäußert hatte - wenn auch weniger enthusiastisch, als Wagner es durchschimmern ließ. Das Gespräch verlief laut Wagner recht freundlich, no na net!

      Meinen Andeutungen schien Rossini mit Bedauern zu entnehmen, daß ich Grund habe, auch der deutschen Musikzustände nicht mit Befriedigung zu gedenken, wogegen er eine kurze Charakteristik seiner eigenen künstlerischen Laufbahn dadurch einleitete, daß er mir seine bisher gehegte Meinung mitteilte, es hätte aus ihm das Rechte werden können, wenn er in meinem Lande geboren und gebildet worden wäre. … Aber Italien, so fuhr er fort, sei zu seiner Zeit nicht mehr das Land gewesen, wo ein ernsteres Streben, namentlich gerade auf dem Gebiete der Opernmusik, angeregt und unterhalten hätte werden können: alles Höhere sei dort gewaltsam unterdrückt und das Volk eben nur auf eine Schlaraffenexistenz angewiesen gewesen. …
      Hiermit und durch die heitere, doch ernstlich wohlwollende Art, in welcher Rossini sich ausgesprochen hatte, machte er den Eindruck des ersten wahrhaft großen und verehrungswürdigen Menschen auf mich, der mir bisher noch in der Kunstwelt begegnet war.

      Ob das alles wirklich so war, wie Wagner es schildert, weiß man nicht. Er selbst gibt zu, jeden weiteren Besuch bei Rossini vermieden zu haben, obwohl er von verschiedenen Seiten dazu gedrängt worden sei.
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Über das Gespräch Wagners mit Rossini 1860 in Paris existiert noch eine weitere Quelle, nämlich die Aufzeichnungen von Rossinis Privatsekretär Edmond Michotte. Die sind allerdings auch nicht immer zuverlässig. Daraus hatten wir hier schon einmal ein Rätsel.

      Kater Murr schrieb:

      Interessant finde ich, dass Rossini hier als Autorität anerkannt wird. Ich dachte, schon Beethoven und Weber hätten (unter der damaligen Rossini-Begeisterung leidend) Rossini (wenn nicht gar "die Italiener" nach Salieri und Cherubini) abschätzig gesehen oder jedenfalls als weitgehend irrelevant für die Instrumentalmusik und die deutschsprachige Oper.
      Wagner hat - obwohl erwartungsgemäß auch abfällige Bemerkungen im privaten Kreis überliefert sind - die italienische Operntradition vor Verdi durchaus geschätzt. Seine besondere Liebe bis in seine letzten Lebensjahre galt Bellini, aber auch Rossini zollte er Respekt.

      Über Wagner und Rossini hatte ich anlässlich des oben erwähnten Rätsels schon einmal hier geschrieben.

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Liszt hat ihn für ein Instrumentalstück ja anscheinend auch als Autorität anerkannt. Und jemanden als alten Grandseigneur im (weitgehenden) Ruhestand schätzen und als relevante Autorität für die eigene musikal. Entwicklung oder überhaupt anzuerkennen, sind nochmal zwei Dinge.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Kater Murr schrieb:

      und als relevante Autorität für die eigene musikal. Entwicklung oder überhaupt anzuerkennen
      "Als relevante Autorität für die eigene musikalische Entwicklung" hat Wagner Rossini nicht (und Bellini allenfalls zeitweise) anerkannt, aber als Vertreter einer wichtigen, wenn auch nach Wagners Meinung abgeschlossenen Epoche der Musikgeschichte.

      :wink:
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    • Neues Rätsel

      Neu

      Ich bin zwar nicht dran, aber nach zwei Monaten ist es Zeit für ein neues Rätsel. Wie immer gilt: Bitte nicht googeln, sondern raten!


      Komponist A verfertigt ein Werk, das einer bestimmten Gattung der Instrumentalmusik (X) angehört. Später äußert er sich über mögliche Vorbilder seiner Komposition (Zitat leicht verändert):

      Mein X ist nicht von irgendeinem beispielhaften Vertreter der Gattung inspiriert worden. Ich fand nicht, dass die Standard-Xe von B, C oder selbst D - zu den besten Werken dieser Komponisten zählten. (X von E ist eine Ausnahme, aber das zählt wohl kaum zum Standardrepertoire.) Die Untertitel meines X [...] mögen einen Einfluss durch F nahelegen, ebenso, wenn auch nur vordergründig, die musikalische Substanz.

      Wer sind die Komponisten A, B, C, D, E und F? Außerdem zu raten: X als eine bestimmte Gattung der Instrumentalmusik.

      :wink:
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    • Neu

      Au fein, ein neues Rätsel! :clap:

      X scheint mir einfach zu sein, da Deine Vorlieben hier nicht ganz unbekannt sind. ;) Geht es hier um Streichquartette?

      Falls ja, könnte ich nach Untertiteln suchen, deren es in dieser Gattung ja durchaus gibt...

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
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      Max Reger
    • Neu

      Vielleicht das Streichsextett von Schönberg? B, C, D wären dann vielleicht Brahms, Dvorak und Reger ... und E vielleicht von Dohnanyi ... aber das mit den Untertiteln passt nicht. Sonst könnte F=Wagner sein.

      Nee, ist wohl falsch.

      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Hammerklaviersonate macht anspruchsvoll. Von ihr berührt, wird man ungeduldig gegenüber vielem Mittelmäßigen und Mäßigen, das sich wer weiß wie aufspielt und doch nichts anderes ist als eine höhere Form der Belästigung. (Joachim Kaiser)
    • Neu

      Achtung, nicht ernst gemeint (darfs wohl auch mal geben), sondern als Denksport, das Zitat mit einer gewissen oberflächlichen Plausibilität aufzulösen.

      A = Webern
      B = Liszt
      C = Dvorak
      D = R. Strauß
      E = Hugo Wolf
      F = Wagner
      X = Symphonische Dichtung

      Meine Symphonische Dichtung "Im Sommerwind, Idyll für großes Orchester" ist nicht von irgendeinem beispielhaften Vertreter der Gattung inspiriert worden. Ich fand nicht, dass die Standard-Symphonischen Dichtungen von Liszt, Dvorak oder selbst R.Strauß - zu den besten Werken dieser Komponisten zählten. (Die Symphonische Dichtung "Penthesilea" von Hugo Wolf ist eine Ausnahme, aber die zählt wohl kaum zum Standardrepertoire.) Der Untertitel meines "Im Sommerwind" [...] mag einen Einfluss durch Wagner nahelegen [wg. Siegfried-Idyll], ebenso, wenn auch nur vordergründig, die musikalische Substanz [mh, irgendwie weniger, oder?].

      Zitat leicht verändert ...
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


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    • Neu

      Ravels Quartett hat aber keine Untertitel. Überhaupt fällt mir dazu eigentlich nur Smetana 1 unter den bekannteren Quartetten ein. Daher ist es vielleicht doch eine andere Gattung. Sinfonien, Tondichtungen und vereinzelt Klaviersonaten gibt es jedenfalls mit "Untertiteln.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Neu

      Alles sehr schöne Lösungsvorschläge - und der Weg, zunächst die Gattung zu erraten, ist sicher der einzig mögliche. Trotzdem liegt ihr alle daneben: X ist nicht die Gattung Streichquartett oder Streichsextett, es ist - Überraschung ;) - auch nicht die Symphonische Dichtung.

      Eine Klarstellung zu den "Untertiteln": Darunter sollte man sich in diesem Fall nicht etwas Poetisches oder Narratives wie "Bittendes Kind" oder "Aus meinem Leben" oder "Don Quixote kämpft gegen Windmühlen" vorstellen, sondern eher musikalische Formtypen, die hier als Satzbezeichnungen fungieren.

      (Und meine musikalischen Vorlieben, lieber Heino, sind weit gestreut: Ich höre in der Instrumentalmusik fast alles gerne, mit Ausnahme der Orgelwerke von Reger. :P )

      :wink:
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    • Neu

      Streichquartette mit Untertitel gäb's schon:

      Smetana: Nr. 1 e-Moll: Aus meinem Leben
      Sibelius: d-Moll op. 56: Voces intimae
      Janáček: Nr. 1 Kreutzersonate, Nr. 2 Intime Briefe

      Da wären schon Favoriten dabei, die ich hier zu raten versuchen würde, z. B. könnte sich Janáček (=A?) mit seinem 2. Quartett auf Sibelius (=F?) beziehen: "Die Untertitel meines X [...] mögen einen Einfluss durch F nahelegen, ebenso, wenn auch nur vordergründig, die musikalische Substanz."

      Was sagt der Rätselmeister?

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
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      Helmut Lachenmann
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      Max Reger
    • Neu

      Stravinskys Violinkonzert? F = Bach? Und B, C, D mag man sich aussuchen: Brahms, Beethoven, Mendelssohn, Tschaikowsky...
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    • Neu

      Zwielicht schrieb:

      [...] mit Ausnahme der Orgelwerke von Reger.
      Wie es so schön am Ende von Some Like It Hot heißt: "Well, nobody's perfect!"

      Gut, dann stehe ich wieder mit leeren Händen da.

      :tee1:
      Es grüßt Gurnemanz
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      Max Reger