Komponisten über Komponisten - ein kleines Zitateraten

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    • Kater Murr schrieb:

      Stravinskys Violinkonzert? F = Bach?
      Ja! :clap: Alles Volltreffer.

      Kater Murr schrieb:

      Und B, C, D mag man sich aussuchen: Brahms, Beethoven, Mendelssohn, Tschaikowsky...
      Auch hier zwei Treffer. Ich vervollständige mal das Zitat - es bleiben nur zwei offene Stellen. B ist der Reihenfolge der Komponistennamen folgend leicht zu erraten. Aber wer ist E?

      Strawinsky: Mein Violinkonzert ist nicht von irgendeinem beispielhaften Vertreter der Gattung inspiriert worden. Ich fand nicht, dass die Standard-Violinkonzerte von B, Beethoven oder selbst Brahms - zu den besten Werken dieser Komponisten zählten. (Das E-Violinkonzert ist eine Ausnahme, aber das zählt wohl kaum zum Standardrepertoire.) Die Untertitel meines Konzerts - Toccata, Aria, Capriccio - mögen einen Einfluss durch Bach nahelegen, ebenso, wenn auch nur vordergründig, die musikalische Substanz.

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Und B=Mozart?

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Entschiedne Abkehr vom Begriffe der »zeitlosen Wahrheit« ist am Platz. Doch Wahrheit ist nicht – wie der Marxismus behauptet – nur eine zeitliche Funktion des Erkennens sondern an einen Zeitkern, welcher im Erkannten und Erkennenden zugleich steckt, gebunden. Das ist so wahr, daß das Ewige jedenfalls eher eine Rüsche am Kleid ist als eine Idee.
      Walter Benjamin
    • Zwielicht schrieb:

      Es ist sogar jünger als das von Strawinsky selbst...
      Aber Strawinski meint nicht etwa Schönberg? Oder am Ende Berg? Deren Violinkonzerte entstanden beide, wenn ich es richtig weiß, wenige Jahre nach dem Strawinskis.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Entschiedne Abkehr vom Begriffe der »zeitlosen Wahrheit« ist am Platz. Doch Wahrheit ist nicht – wie der Marxismus behauptet – nur eine zeitliche Funktion des Erkennens sondern an einen Zeitkern, welcher im Erkannten und Erkennenden zugleich steckt, gebunden. Das ist so wahr, daß das Ewige jedenfalls eher eine Rüsche am Kleid ist als eine Idee.
      Walter Benjamin
    • Gurnemanz schrieb:

      Aber Strawinski meint nicht etwa Schönberg?
      Na klar doch! Wie oben gesagt: Das Zitat stammt, wie oben gesagt, von ca. 1960, also aus Strawinskys dodekaphoner Phase. Publiziert wurde es 1961 in den Dialogues zwischen Strawinsky und Robert Craft.

      Der Wortlaut im englischsprachigen Original:
      The Violin Concerto was not inspired by or modeled on any example. I did not find that the standard violin concertos - Mozart’s, Beethoven’s, Mendelssohn’s, or even Brahms’s - were among the composer’s best work. (The Schoenberg Concerto is an exception, but that is hardly standard yet.) The subtitles of my Concerto - Toccata, Aria, Capriccio - may suggest Bach, and so, in a superficial way, might the musical substance.

      Ich habe das Zitat in Manfred Karallus' Vorwort zur Eulenburg-Taschenpartitur von Strawinskys Violinkonzert entdeckt. Es fiel mir auch deswegen besonders auf, weil ich am letzten Wochenende kurz hintereinander das Schönberg- und das Strawinsky-Werk im Konzert gehört habe.

      (PS: Der Mendelssohn war im Eulenburg-Vorwort weggekürzt - habe erst jetzt entdeckt, dass Strawinsky ihn auch aufzählt.)

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    • Schönes Zitat!

      ^^
      Es grüßt Gurnemanz
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      Entschiedne Abkehr vom Begriffe der »zeitlosen Wahrheit« ist am Platz. Doch Wahrheit ist nicht – wie der Marxismus behauptet – nur eine zeitliche Funktion des Erkennens sondern an einen Zeitkern, welcher im Erkannten und Erkennenden zugleich steckt, gebunden. Das ist so wahr, daß das Ewige jedenfalls eher eine Rüsche am Kleid ist als eine Idee.
      Walter Benjamin
    • Ich hatte zumindest den Kern des Zitats, also die Betonung des vorbildlosen Charakters, vermutlich schonmal irgendwo gelesen. Die erste Tips hatten mich eher verwirrt, aber da so viele Komponisten aufgezählt wurden, kam mir dann die Idee, dass es sich um eine Gattung handeln müsste, von der viele nur ein (oder nur ein oder wenige gängige) Exemplare geschrieben haben. (Und nicht, wie bei Quartetten, eher wenige Komponisten mit jeweils einer Anzahl Werke.)
      Bei Brahms und Mendelsohn stimme ich ihm allerdings nicht zu; die gehören jedenfalls zu den besten Werken dieser Komponisten.
      Da ich kein Rätsel parat habe, lasse ich gern anderen den Vortritt.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)