Komponisten über Komponisten - ein kleines Zitateraten

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Informationen zum Capriccio-Verein als Betreiber des Forums finden sich hier.
    • Quasimodo schrieb:

      Frei geraten: Giselher Klebe?
      Gut geraten! Der Text stammt aus Klebes Werkkommentar zu seinem op. 81 "La Tomba di Igor Strawinsky" für Oboe (alternierend mit Oboe d'amore und Englisch Horn), Klavier und 14 Streicher, entstanden 1978. Die Fortsetzung des Textes lautet:

      "Diesen Gedanken und Empfindungen, die mich an diesem hellen und durch eine leichte Dunstschicht in seinen Farben noch tiefer wirkenden Märztag durchzogen, wollte ich musikalische Gestalt verleihen. (...) Dieses Epitaph ist ein heller Gesang des Solo-Bläsers; kein musikalisches Zitat verfremdet die eigene Aussage, aber ein tiefes Gefühl des Dankes für das Glück, diesem Menschen und seinem Werk begegnet zu sein, durchströmt die Komposition."

      (Zitiert nach: Michael Rentzsch, Giselher Klebe Werkverzeichnis, Bärenreiter)
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Auf die Schnelle (und vermutlich recht einfach):

      Komponist A schreibt an B (der auch Komponist ist) anlässlich des Todes von Komponist C:


      Als ich gestern die Nachricht las, war ich davon, wie ich sagen muss, zu Boden geschlagen! Da gibt es nichts zu diskutieren. - Da ist eine einzigartige Persönlichkeit von uns gegangen! Ein Name, der einen gewaltigen Abdruck in der Geschichte der Kunst hinterlässt!!!
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur
    • Also von einfach kann keine Rede sein. Ich kratze mir jedenfalls den Kopf wund und komme nicht weiter. Der Ausdrucksweise nach sollte das Zitat eher 20.Jahrhundert sein. Die Frage ist aber, entspringt das doch recht gewaltige Lob nur einer subjektiven Empfindung oder können wir es für bare Münze nehmen. Das würde den in Frage kommenden Kreis einengen. Bernstein würde als Verblichener passen, aber irgendwie kommt mir das zu rezent vor. Puccini wieder zu früh. Strauss? Hm, haut für mich auch nicht richtig hin. Schönberg würde gut passen, Strawinsky natürlich auch, allenfalls auch Webern, obwohl das weniger wahrscheinlich scheint. Ist C aber kein Großmeister, dann gerate ich völlig ins Schwimmen. Naja, vielleicht gibt's ein kleines bißchen Nachhilfe? :schwitz1:
      ______________________

      Homo sum, ergo inscius.
    • Waldi schrieb:

      Also von einfach kann keine Rede sein.
      Ich dachte, es sei ein recht bekanntes Zitat. Allerdings habe ich die ersten beiden Sätze weggelassen.

      Waldi schrieb:

      Der Ausdrucksweise nach sollte das Zitat eher 20.Jahrhundert sein.
      Das dürfte der Übersetzung geschuldet sein! :love:

      Waldi schrieb:

      Naja, vielleicht gibt's ein kleines bißchen Nachhilfe?
      A und C sind sehr bekannt ("Großmeister" trifft es ziemlich gut). B ist auch nicht gerade unbekannt, Komponieren war aber weiß Gott nicht sein Hauptmetier.
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur
    • Quasimodo hat schon gesagt, es sei eine Übersetzung. Deshalb können es keine Menschen gewesen sein, die sich auf Deutsch unterhielten.
      Hier zum Vergleich eine andere Übersetzung:

      "Als ich gestern die Depesche las, war ich, das darf ich wohl sagen, völlig niedergeschmettert. Keine Diskussion! Es entschwindet eine große Persönlichkeit! Ein Name, der in der Geschichte der Kunst eine überaus mächtige Spur hinterläßt."
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Felix Meritis schrieb:

      Ricordi figlio

      :jaja1:

      Hier das komplette Originalzitat:

      Giuseppe Verdi am 14.02.1883 an Giulio Ricordi schrieb:

      Triste! Triste! Triste! Wagner è morto!!! Leggendone ieri il dispaccio, ne fui, sto per dire, atterrito! Non discutiamo. – È una grande individualità che sparisce! Un nome che lascia un’impronta potentissima nella Storia dell’Arte!!!
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur
    • Neues Rätsel

      Komponist A schreibt:

      Es drängt sich natürlich die Frage auf: Was ist Melodie? Vor dreißig Jahren wurde x von B als Oper ohne Melodik bezeichnet. Heutzutage würden wohl sehr wenige Menschen leugnen, dass die Partitur, was immer ihre Fehler und Nachteile sind, von Melodik erfüllt ist. Was die Leute im allgemeinen als Melodie ansehen, ist eine musikalische Phrase, die in Intervallen, Rhythmen und Stil nicht neu ist. So ist C ein Komponist, der als besonders melodisch eingeschätzt wird [...]. Es ist aber klar, dass im Laufe der Jahre das Rezept für Melodien wechselt [...]. Man kann, soviel man will, vom menschlichen Ohr und seinen Fähigkeiten, sich immer komplizierterer Musik anzupassen, sprechen. Ich kann nicht sehen, dass die Fähigkeiten des Ohrs so rasch oder enorm wachsen. Drei Melodien sind etwa die Grenze dessen, was ein Ohr im Durchschnitt aufnehmen und verfolgen kann. [...] Was kann im Verknüpfen von Melodien auf vollkommen verständliche und wohlklingende Art weitergehen als B am Schluss des y? Da haben wir zwei Hauptmelodien, eine oben, die andere unten, mit dem dritten Motiv - eher als Melodie - in der Mitte, und eine bewegte Figuration von geringer Bedeutung. Das Ohr nimmt das alles auf, aber es könnte kaum mehr erfassen.

      Zu erraten sind die Komponisten A, B und C sowie von B die Werke x und y (letzteres Teil eines größeren Werkzusammenhangs).

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Waldi schrieb:

      B könnte Puccini sein. Zumindest hat man dem einst vorgeworfen, daß er manchmal ohne Melodie schriebe.

      Interessant ;) . Nein, B ist nicht Puccini.


      Der Lesbarkeit halber hole ich das Rätsel auf die aktuelle Seite:

      Komponist A schreibt:

      Es drängt sich natürlich die Frage auf: Was ist Melodie? Vor dreißig Jahren wurde x von B als Oper ohne Melodik bezeichnet. Heutzutage würden wohl sehr wenige Menschen leugnen, dass die Partitur, was immer ihre Fehler und Nachteile sind, von Melodik erfüllt ist. Was die Leute im allgemeinen als Melodie ansehen, ist eine musikalische Phrase, die in Intervallen, Rhythmen und Stil nicht neu ist. So ist C ein Komponist, der als besonders melodisch eingeschätzt wird [...]. Es ist aber klar, dass im Laufe der Jahre das Rezept für Melodien wechselt [...]. Man kann, soviel man will, vom menschlichen Ohr und seinen Fähigkeiten, sich immer komplizierterer Musik anzupassen, sprechen. Ich kann nicht sehen, dass die Fähigkeiten des Ohrs so rasch oder enorm wachsen. Drei Melodien sind etwa die Grenze dessen, was ein Ohr im Durchschnitt aufnehmen und verfolgen kann. [...] Was kann im Verknüpfen von Melodien auf vollkommen verständliche und wohlklingende Art weitergehen als B am Schluss des y? Da haben wir zwei Hauptmelodien, eine oben, die andere unten, mit dem dritten Motiv - eher als Melodie - in der Mitte, und eine bewegte Figuration von geringer Bedeutung. Das Ohr nimmt das alles auf, aber es könnte kaum mehr erfassen.

      Zu erraten sind die Komponisten A, B und C sowie von B die Werke x und y (letzteres Teil eines größeren Werkzusammenhangs).

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)