Komponisten über Komponisten - ein kleines Zitateraten

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Informationen zum Capriccio-Verein als Betreiber des Forums finden sich hier.
    • Das Zitat muss ja etwa aus der Zeit um [1945/50 (Kopfrechnen schwach!)] 1940 herum stammen (gut 70 Jahre nach den Meistersingern). Busoni war da schon tot Und hatte überwiegend in Deutschland gelebt). Zu Prokofjew wieder passt Zwielichts Beschreibung als "leidlich bekannt" nicht so gut.

      Ansonsten: Einer, der neueren musikalischen Bestrebungen gegenüber zunächst aufgeschlossen ist, dann aber "zur Melodie zurück" kehrt?

      Hm!?
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur
    • Ich glaube nicht, dass man um 1920 herum die »Götterdämmerung« noch als Musik ohne Melodik bezeichnet hat.Irgendwer mag das getan haben, aber dass es allgemeine Auffassung war, wie das Zitat suggeriert, stimmt sicher nicht. Allerdings kann es natürlich auch sein, dass der Autor da irrt.
    • Argonaut schrieb:

      Ich glaube nicht, dass man um 1920 herum die »Götterdämmerung« noch als Musik ohne Melodik bezeichnet hat.Irgendwer mag das getan haben, aber dass es allgemeine Auffassung war, wie das Zitat suggeriert, stimmt sicher nicht. Allerdings kann es natürlich auch sein, dass der Autor da irrt.
      genau - um ihn zu identifizieren ist nur wesentlich , dass er es gesagt hat, nicht ob es zutrifft.
    • Oh, überlesen. "Leidlich bekannt" würde Strawinsky wohl noch nicht einmal von einem erklärten Strawinsky-Verächter genannt werden. Ich nenne Puccini ja auch nicht einen "leidlich bekannten Opernkomponisten". :D

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Tut mir leid, dass mir gestern die Vokabel "leidlich" rausgerutscht ist, die trifft's wirklich nicht. Ein Anfall geistiger Umnachtung. A zählt zu den bekanntesten Komponisten des 20. Jahrhunderts...

      Giovanni di Tolon schrieb:

      Ich rate weiter: Prokofjew
      ...und Benno hat den Nagel auf den Kopf getroffen.

      Das Zitat stammt nach meiner Quelle aus dem Jahr 1934 (gut siebzig Jahre nach der Komposition des Meistersinger-Vorspiels 1862, nicht nach der Uraufführung der Oper 1868), also aus dem Um- und Vorfeld der Übersiedlung Prokofjews in die Sowjetunion und der Zeit des entsprechenden Stilwandels seiner Musik. Die von Prokofjew behauptete Rezeption der Götterdämmerung als "Oper ohne Melodik" wäre dadurch in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts datiert.

      Leider ist die Quelle, aus der ich's entnommen habe, ziemlich schwach: Ein 1981 erschienenes Goldmann/Schott-Büchlein "Komponisten über ihr Werk", das als Quelle wiederum auf David Ewen, "The book of modern composers" (1947) verweist. Gut möglich, dass das Zitat in deutscher Sprache schon zwei Übersetzungen hinter sich hat. Ich hoffe, dass es dadurch und durch andere Einbußen des Zitierens aus xter Hand nicht völlig entstellt worden ist. Sollte halt nur als Stoff für ein kurzes heiteres Sonntagnachmittagsrätsel dienen...

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Dann lag ich ja doch falsch... Den einzelnen zitierten Satz zur durchschnittlichen Wahrnehmungsmöglichkeit von höchstens drei gleichzeitigen Melodien hatte ich Paul Hindemith zugeordnet, der das irgendwo glaube ich fast genauso formuliert hat.
    • Ich danke auch für dieses sehr schwere Rätsel und füge ein vermutlich deutlich Leichteres an, in dem - wie man auch am sprachlichen merkt - weder Brahms noch Wagner eine Rolle spielen:

      Komponist A schreibt in einer Zeitschrift, um sich gegen fake news zu wehren:
      'Meine Denkungsart und Geschäfte haben es mir nie erlaubt, wider jemanden zu schreiben: um so viel mehr erstaune ich über eine .... worinn ich auf eine lügenhafte, grobe und schmähende Art beschuldigt werde, wider den braven (Komponist B) geschrieben zu haben. Nach meinen Nachrichten .... muß ich glauben, dass dieser würdige Mann, dessen Arbeiten mir noch immer sehr viel Vergnügen machen, eben so gewiß mein Freund sey, wie ich der seinige.'

      Gruß Benno
      Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)
    • Braccio schrieb:

      A eher Opernkomponist, B eher Symphoniker?
      A definitiv kein Opernkomponist. B u.a. Symphoniker, aber bei den Stücken, wegen derer dieser vermeintliche Streit gestartet worden ist, handelte es sich nicht um Symphonien ...
      Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)
    • B ist insbesondere heute erheblich bekannter als Dittersdorf ...
      Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)