Komponisten über Komponisten - ein kleines Zitateraten

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    • CPE Bach ist der Verfasser dieses Textes, der Text entstand knapp zwanzig Jahrenach Telemann's Tod ...

      B ist heute weitaus berühmter als CPE Bach...
      Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)
    • Knapp 20 Jahre nach Telemanns Tod, also in den 1780ern: Könnte B Mozart sein?

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Gurnemanz schrieb:

      Knapp 20 Jahre nach Telemanns Tod, also in den 1780ern: Könnte B Mozart sein?

      :wink:
      Hallo Gurnemanz,

      es könnte Mozart sein, aber er ist es nicht. Aber die Berühmtsheitsliga ist die (nahezu) Gleiche. Es ist jemand aus der Altersgruppe der komponierenden jüngeren Halbbrüder von CPE.

      Gruß Benno
      Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)
    • Jawohl, Joseph Haydn ist es. :thumbsup:

      Hintergrund waren in London im Jahre 1784 publizierte Meinungen, dass die Haydn'schen Klaviersonaten Hob. XVI. 21-26, insbesondere Nr. 22 und 23 sehr von CPE beeinflusst seien. C. F. Cramer hat das im Magazin der Musik übersetzt und ausgeführt:

      'Niemand kann den zweiten Teil der zweiten Sonate in op. 13 durchspielen, noch die ganze dritte Sonate in demselben Werke, und dabey glauben, Haydn habe im Ernst aus eigenem natürlichen Genie so geschrieben, seine keuschen und originalen Gedanken so dem Papier anvertrauet. Vielmehr: Bachs Stil ist darin nachkopirt: diese Passagen, in denen Jenes grillenhafte Manier, tolle Sprünge, närrische Modulationen und sehr oft kindische Wendungen, verbunden mit der Affectation einer tiefen Wissenschaft, sehr fein durchgehechelt sind, müßten denn etwa gar aus ihm gestohlen seyn.'

      Interessant ist, dass das - wir haben darüber im CPE Bach-Klavierwerke-Faden ja geschrieben - was heute als 'nervig' empfunden ist, wurde zu seinen Zeiten als große Leistung und Eigenart von CPE Bach geschätzt worden ist.

      Haydn hat auf seiner ersten Reise nach London noch versucht, CPE Bach in Hamburg zu treffen, weil er vom Ableben Bachs nichts gehört hatte ... was halt ohne wikipedia und capriccio halt passieren konnte im 18. Jh.

      Wer mag ein weiteres Rätsel stellen? Du Gurnemanz?

      Gruß Benno
      Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)
    • Danke, lieber Benno, für die Erläuterung! Ein schönes Rätsel! :clap:

      Das größere Verdienst an der Lösung steht dem Kater zu; ich mußte ja, im Fußballjargon, nur noch das Bein hinhalten, nach Deiner präzisen Vorlage.

      Momentan habe ich nichts parat. Wenn jemand mag - gern! Sonst fällt mir vielleicht irgendwann wieder etwas zu.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Nein, ich dachte doch, CPE Bach sei der Schreiber, oder? Natürlich war er für beide möglich. Wenn ich schnell ein Rätsel finde, stelle ich eins. (Wobei das hier schon so lange geht, dass Wiederholungen drohen).
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)
    • Ich versuche es mal ... (habe es übersetzt)

      A antwortet auf B (beide öffentlich): " Aufgrund der gestrigen Erklärung von B ... muß die Öffentlichkeit meine vollständige Unschuld erkennen. Denn, um es klarzustellen, hätte B, welchem ich lange sehr freundschaftlich verbunden war, mir früher anvertraut, was B mir erst neulich zur Kenntnis brachte, so hätte ich sicherlich keinen Gedanken an Y verschwendet. Jetzt bin ich aus klar ersichtlichen Gründen nicht mehr gewillt B so höflich gegenüberztutreten wie ich es könnte, sei es als Freund oder Musiker. Letztendlich, was stört es B? Laßt B komponieren, und ich werde komponieren. Die Öffentlichkeit wird entscheiden. Vorrangigkeit in der Kunst bedeutet nicht, daß eine Idee/ ein Thema (schwer zu übersetzen. Gemeint ist eine Vertonungsgrundlage) durch dieselben künstlerischen Ideen interpretiert werden muß"

      Wer sind A und B, um welchen Stoff Y handelt es sich?
      (muß gleich etwas zu Essen besorgen für morgen. Nicht wundern, wenn ich ein Stündchen nicht antworte)
    • Könnte es sich um eine Übersetzung aus dem Französischen handeln? Debussy und Ravel haben z. B. teilweise dieselben Mallarmé-Gedichte vertont. Aber es liegt wohl nahe, daß es sich um denselben Opernstoff handelt.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Bin bei Opern kein Kenner, aber es musste ja nicht nur das gleiche Sujet, sondern auch etwa gleichzeitig komponiert worden sein. (Und im Barock hat es niemanden gestört, alle zwei Jahre den Stoff von Armida, Orlando etc. neu zu haben.

      Komponist (wenn auch heute nicht hauptsächlich als solcher bekannt, es gibt aber Aufnahmen seiner Werke) D schreibt:
      In manchen Kreisen überlebt immer noch der Aberglaube, dass A aufgrund seines Bewusstseins überragender Meisterschaft und anspruchsvollen Formgeschmacks ein pedantischer Kritiker von Komponisten, deren Stil weniger diszipliniert war, gewesen wäre. Es geht noch immer als orthodoxe kritische Ansicht durch, A und B als Komponisten entgegengesetzter Schulen zu aufzufassen. Die historische Tatsache ist, dass A und C die ersten waren, die das Genie Bs anerkannten. [...]
      [Solist E, der D diese Anekdote überliefert haben soll, trifft A beim Lesen einer Partitur Bs, die er gerade erhalten hatte, an] A machte, bevor er von etwas anderem reden wollte, seinem Herzen Luft: "Warum in aller Welt wusste ich nicht, dass man so ein x-Konzert schreiben kann; hätte ich das gewusst, hätte ich schon vor langer Zeit eines geschrieben!" [x ist das Soloinstrument des E] (Übersetzt, daher ist der Ausspruch As evtl. in etwas anderem Wortlaut überliefert.)


      Gesucht: Komponisten A und B, gerne auch C, D. Instrument x und x-Solist E.
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)