Skurrile Werktitel

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    • Skurrile Werktitel

      Soeben bin ich anlässlich einer Frage nach Boxen mit der Musik von Ligeti auf diesen Werktitel gestoßen:

      Die große Schildkröten-Fanfare vom Südchinesischen Meer

      Ich bin sicher, es gibt noch mehr skurrile Werktitel. Her damit!

      :) Thomas
    • Sehr hübsche Idee :thumbsup: . Da wird sicher demnächst Erik Satie auftauchen...

      Ich lege aber mit Jehan Alain los:

      En dévissant mes chaussettes, pour piano (Beim Abschrauben meiner Socken, für Klavier)

      Michel
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • Das ist wirklich eine hübsche Idee! Ich wage zu prophezeien, dass hier ganz eindeutig das 20. Jahrhundert dominieren wird! :P
      Mir fällt bei skurrilen Titeln dieses Werk ein:

      Dietrich Lohff (*1941):
      Heiter bis wolkig. Allerlei für Blockflöte und Tasten
      1. Melodie mit Sättigungsbeilage
      2. Das Lächeln einer Pizza auf dem Teller vor dem Gegessenwerden
      3. Ein seltsames Menuett
      4. Die Prinzessin schläft auf einer Erbse - die Erbse ist völlig verzweifelt
      5. Seichte Kavallerie
      6. Schlaflied für eine Libelle
      7. Kleiner Ohrwurm
      8. Liebeslied eines alternden Froschs
      9. Nationalhymne auf de Suche einem noch zu gründenden Staat
      10. Schönes Stück ohne Titel
      11. Biene Maya singt ein trauriges Lied vom Regen
      12. Mein Bruder räumt sein Zimmer auf
      13. Flohzirkus
      14. Erinnerung an einen wunderschönen Film

      Besonders schön als Titel finde ich ja „Das Lächeln einer Pizza auf dem Teller vor dem Gegessenwerden“. Auf solch einen verrückten Titel muss man erst einmal kommen! Die Musik hält übrigens, was die Titel versprechen.^^
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde
    • Moderner Klassiker von Hindemith:


      "Ouvertüre zum "Fliegenden Holländer" wie sie eine schlechte Kurkapelle morgens um 7 am Brunnen vom Blatt spielt" - für Streichquartett. Wahrscheinlich in mitteltöniger Katerstimmung.

      "...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms
    • Nun, dann wollen wir mal ins 19. Jahrhundert zurück blenden und dem wahren Erfinder skuriler Stücke die Ehre geben : Gioachino Rossini und seinen Péchés de vieillesse ( Alterssünden : 1857 - 1868 ). In den Bänden 4 bis 8 hat der Meister eine " Sammlung von halbkomischen Klavierstücken zusammengestellt. Den Pianisten der vierten Klasse gewidmet, zu denen zu gehören ich die Ehre habe. " Beispiele gefällig ? Prélude convulsif ; Ouf ! les petits pois ; Mon prélude hygiénique du matin ; Un petit train de plaisir comico-imitatif ; Etude asthmatique; Petite valse " L`huile de Ricin " ; Valse anti-dansante ; Prélude blagueur.



      Ciao. Gioachino :mlol:
      miniminiDIFIDI
    • audiamus schrieb:

      Moderner Klassiker von Hindemith:
      <p>
      <br>
      "Ouvertüre zum "Fliegenden Holländer" wie sie eine schlechte Kurkapelle morgens um 7 am Brunnen vom Blatt spielt" - für Streichquartett. Wahrscheinlich in mitteltöniger Katerstimmung.
      Arrgh! Bist Du mir wieder zuvorgekommen :shake:

      Dann nehme ich eben:

      Michael Torke (*1961): Adjustable Wrench

      :wink:
      Wulf
      "Gar nichts erlebt. Auch schön." (Mozart, Tagebuch 13. Juli 1770)
    • Nun, dann will ich mal die Liste fortsetzen:



      • Johann Fischer "Musikalische Composition über die Welt berühmbte Lüneburger Sültze" für 2 Violinen, Viola und Bc
      • Marin Marais "Le Tableau de l'Operation de la Taille" (Die Schilderung einer Blasensteinoperation) für Viola da Gamba und Bc
      • Johann Heinrich Schmelzer "Al giorno delle Correggie" (Der Tag des Furzes) für 2 Violinen, 2 Violen, Dulzian und Bc
      • Georg Philipp Telemann "Das Frauenzimer verstimmt sich immer" für Sopran, Traversflöte, Violine und Bc
      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)
    • Wunderbar, was hier zusammenkommt. Dass es so kreative Titelgeber unter den Komponisten gibt, wusste ich gar nicht.

      Der Name Telemann erinnert mich daran, dass dieser einige an dieser Stelle willkommene Kantatentitel aufzuweisen hat, die ich hier in rein zufälliger Reihenfolge und kursiv hervorgehoben mit einigen womöglich willkürlich anmutenden Überleitungen einstelle. Es ergibt sich nichts anderes als „Die Verbindung der Dichtkunst mit der Gottesfurcht und der Weltweisheit“ – allerdings, wer minderjährig oder hinsichtlich Zweideutigkeiten sensibel ist, lese bitte nicht weiter, obwohl: Am Ende kommt die Moral.

      Augenweide, Fleischeslust“, war es was sie spürten. Also sagte sie: „Komm Geliebter, komm zur Liebe.“ „Sanftmutsvolle, zarte Triebe“ umspielten die beiden. Zu zart jedoch für ihn. „Wollustiger Sinnen bemühtes Beginnen“, hieß es zuerst. „Auf, erwachet meine Sinnen“, redete er sich zu. „Bist du denn gar von Stahl und Eisen“, dachte sie bei sich. Endlich aber war es soweit und er verkündete erfreut: „Nun kann ich endlich doch einmal“ und sprach sie also an: „Antwortet doch, ihr schönsten Lippen“. „Das Wort ward Fleisch“. „Ach, wo kommt doch das böse Ding her“, scherzte sie. „Amor heißt mich freudig lachen.“ „Ach, wundergroßer Siegesheld“ Er wollte nicht länger warten und wünschte: „Beweget euch munter, ihr fleißigen Hände“ Sie tat es und bat: „Lehr mich tun nach deinen Wohlgefallen“. Er antwortete: „Der Satan blaset oft den Frommsten“. Sie zierte sich, wobei: „Es ist ein köstlich Ding“. Er versprach: „Entzückende Lust, unendliche Freuden“ und konnte endlich äußern: „Ein wohlgezogen Weib ist nicht zu bezahlen.“ Schon bald darauf hatte sie Anlass zu sagen: „Brüllest du? Gewalt´ger Donner!“ – allerdings erinnerte sie sein Geräusch in Wahrheit eher an „Das Blöken der Schafe, das Brüllen der Rinder“ und auch er dachte: „Ich winselte wie ein Kranich“. Egal, er bestätigte: „Ich komme, schönste Augen“. „Jauchze, jubiliere und singe“, spornte sie ihn an und erntete den Lohn: „Hosianna Davids Samen“ „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist“, erdreistete er sich zu sagen. „Liebe, was ist schöner als die Liebe“, dachte sie und fügte sich. Er bestätigte beglückt: „O seltnes Meisterstück der Liebe

      Bald jedoch erkannten sie: „Ach, groß sind unsere Sünden

      Ihr Fehlen wurde bekannt „Weiche Lust und Fröhlichkeit“, riefen die Priester und: „Weg mit Sodoms giftgen Früchten“ „Abscheuliche Tiefe des großen Verderbens“ „Vereint euch und singet bei allgemeiner Lust“ war anders gemeint, als es hier verstanden.

      Auf ihr Priester, auf zum Schlachten“, verlangte die blutdürstige Menge „Die Grube ist von gestern her zugerichtet.“ Kein Zureden half. Am Ende erklang: „Das heulende Winseln aus Belias Rachen“.

      Und die Moral von der Geschicht? „Alles Fleisch ist Heu

      :wink: Thomas
    • Lieber Thomas, was hat Dich geritten? :mlol: :juhu: Da komme ich ja in Versuchung, unseren großen JSB neu zu deuten, z. B.: BWV151. Und setze gleich hinzu: BWV90! :D
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Lieber Gurnemanz,

      ich erinnerte mich, dass es einen skurrilen Kantaten-Titel von Telemann gab, kam aber nicht auf den Namen. Also habe ich versucht, ihn in der Liste bei klassika.info zu finden. Da stolperte ich über den einen oder anderen Titel. Und so ergab es sich...

      Falls sich irgendjemand gestört fühlt, kann mein Beitrag gern jederzeit ohne weitere Nachfrage gelöscht werden.

      Im Übrigen äußere ich verschämt: BWV 1083

      :wink: Thomas
    • Knulp schrieb:

      Falls sich irgendjemand gestört fühlt, kann mein Beitrag gern jederzeit ohne weitere Nachfrage gelöscht werden.
      Auf keinen Fall, weiter so! ;+) Oder befürchtest Du BWV183? :D
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Die Warstein-Sonate für Klavier (1994) von Reiner Bredemeyer

      Ob diese Komposition ein skurriler Werktitel darstellt, mag der Hörer entscheiden. Manchen männnlichen User kommt dieser Titel aber sicherlich entgegen. Denn Reiner Bredemeyer 1929 - 1995) war - laut Anmoderation von Steffen Schleiermacher - passionierter und überzeugter Biertrinker.. diese Klaviersonate - komponiert in sog. Atonalität - wurde am 09.11.09 vom MDR-Figaro aus Leipzig gesendet... Dauer ca. 6,5 Minuten....

      :wink:
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann




    • Zitat von »Amfortas09«


      Warstein-Sonate
      Müßte das Stück dann nicht die Warsteiner-Sonate heißen?


      ich nehme an Warstein (also- 2-silbig) ist gleichzeitig auch eine Anspielung auf Waldstein..

      Und würde ein



      Zitat von »Amfortas09«


      passionierter und überzeugter Biertrinker
      auf so ein Gesöff komponieren?


      na ja ich mag lieber Schultheißbier :prost: .. ist aber in der restlichen BRD schwierig zu bekommen

      :wink:
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Knulp schrieb:

      Wunderbar, was hier zusammenkommt. Dass es so kreative Titelgeber unter den Komponisten gibt, wusste ich gar nicht.

      Der Name Telemann erinnert mich daran, dass dieser einige an dieser Stelle willkommene Kantatentitel aufzuweisen hat, die ich hier in rein zufälliger Reihenfolge und kursiv hervorgehoben mit einigen womöglich willkürlich anmutenden Überleitungen einstelle. Es ergibt sich nichts anderes als „Die Verbindung der Dichtkunst mit der Gottesfurcht und der Weltweisheit“ – allerdings, wer minderjährig oder hinsichtlich Zweideutigkeiten sensibel ist, lese bitte nicht weiter, obwohl: Am Ende kommt die Moral.

      Augenweide, Fleischeslust“, war es was sie spürten. Also sagte sie: „Komm Geliebter, komm zur Liebe.“ „Sanftmutsvolle, zarte Triebe“ umspielten die beiden. Zu zart jedoch für ihn. „Wollustiger Sinnen bemühtes Beginnen“, hieß es zuerst. „Auf, erwachet meine Sinnen“, redete er sich zu. „Bist du denn gar von Stahl und Eisen“, dachte sie bei sich. Endlich aber war es soweit und er verkündete erfreut: „Nun kann ich endlich doch einmal“ und sprach sie also an: „Antwortet doch, ihr schönsten Lippen“. „Das Wort ward Fleisch“. „Ach, wo kommt doch das böse Ding her“, scherzte sie. „Amor heißt mich freudig lachen.“ „Ach, wundergroßer Siegesheld“ Er wollte nicht länger warten und wünschte: „Beweget euch munter, ihr fleißigen Hände“ Sie tat es und bat: „Lehr mich tun nach deinen Wohlgefallen“. Er antwortete: „Der Satan blaset oft den Frommsten“. Sie zierte sich, wobei: „Es ist ein köstlich Ding“. Er versprach: „Entzückende Lust, unendliche Freuden“ und konnte endlich äußern: „Ein wohlgezogen Weib ist nicht zu bezahlen.“ Schon bald darauf hatte sie Anlass zu sagen: „Brüllest du? Gewalt´ger Donner!“ – allerdings erinnerte sie sein Geräusch in Wahrheit eher an „Das Blöken der Schafe, das Brüllen der Rinder“ und auch er dachte: „Ich winselte wie ein Kranich“. Egal, er bestätigte: „Ich komme, schönste Augen“. „Jauchze, jubiliere und singe“, spornte sie ihn an und erntete den Lohn: „Hosianna Davids Samen“ „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist“, erdreistete er sich zu sagen. „Liebe, was ist schöner als die Liebe“, dachte sie und fügte sich. Er bestätigte beglückt: „O seltnes Meisterstück der Liebe

      Bald jedoch erkannten sie: „Ach, groß sind unsere Sünden

      Ihr Fehlen wurde bekannt „Weiche Lust und Fröhlichkeit“, riefen die Priester und: „Weg mit Sodoms giftgen Früchten“ „Abscheuliche Tiefe des großen Verderbens“ „Vereint euch und singet bei allgemeiner Lust“ war anders gemeint, als es hier verstanden.

      Auf ihr Priester, auf zum Schlachten“, verlangte die blutdürstige Menge „Die Grube ist von gestern her zugerichtet.“ Kein Zureden half. Am Ende erklang: „Das heulende Winseln aus Belias Rachen“.

      Und die Moral von der Geschicht? „Alles Fleisch ist Heu

      :wink: Thomas


      :mlol: :mlol: :mlol:

      :juhu:

      „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist“, erdreistete er sich zu sagen.


      Ich kann nicht mehr. :mlol: Aua! :mlol:

      Das ist das beste, das ich jemals im Internet gelesen habe. War ja klar, daß sich hier wieder kaum jemand mucken würde bei solchen Jahrhundertsachen...

      Ich hol das jetzt jede Woche einmal hoch, wenn mir diese in jenem Zusammenhange etwas unglückliche Ausdrucksweise nachgesehen werden wird.

      Alex.

      "In the year of our Lord 1314 patriots of Scotland, starving and outnumbered, charged the field of Bannockburn. They fought like warrior poets. They fought like Scotsmen. And won their freedom."

    • Graf Wetter vom Strahl schrieb:

      :mlol: :mlol: :mlol:

      :juhu:

      :mlol: Aua! :mlol:

      Caesar73 schrieb:

      :faint: :faint: :faint:

      :mlol: :mlol: :mlol: :mlol: :mlol:
      Auch von mir ein paar: :mlol: :mlol: :mlol: :faint: :faint: :faint: :kiss: :faint: :faint: :faint: :mlol: :mlol: :mlol:

      Oder wie der Meister sagt: "Ich will vergnügt mein Leben schließen."

      :wink: :wink: :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann