Skurrile Werktitel

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    • Amfortas09 schrieb:

      Seine Oper „Massacre“ habe ich mir noch nicht reingezogen.. der Titel klingt schon mal sehr zugkräftig..



      Ja, klingt zugkräftig. Die Musik ebenso. Der Titel ist aber eigentlich nicht besonders skurril, sondern geht schlicht auf das der Oper zugrunde liegende Drama von John Christopher Marlowe zurück: The Massacre of Paris.

      Adieu,
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Michael Nyman schrieb die Oper "The man who mistook his wife for a hat" :rolleyes:





      Das Libretto basiert auf den klinischen Berichten des novellistisch nicht unbegabten Neurologen Oliver Sacks. Ein Lied aus Schumanns "Dichterliebe", "Ich grolle nicht", spielt in dem Plot eine gewisse Rolle...

      Britische Exzentrik 8+)


      Cheers,

      Lavine :wink:
      "You gotta grab'em by Debussy" (DJ Trump)
    • Der "verirrte Waldhornist" - oder: kuriose Werk-Titel in der klassischen Musik und ihre Umsetzung

      Hallo zusammen,

      nun grübele ich schon eine ganze Weile, wie wohl "ein auf der Jagd verirrter Waldhornist" klingen mag, nachdem ich in den Neuveröffentlichungen eines Musikalienhändlers auf die Noten zu folgendem Werk gestoßen bin:

      "Rheinsberg" für Oboe, Viola, Klavier und einen auf der Jagd verirrten Waldhornisten
      von Friedrich Schenker (1942–2013)

      oboe-shop.de/de/schenker-fried…ur-und-stimmen-46395.html



      Das Werk ist auf youtube natürlich nicht zu finden ... hat irgendwer eine Idee dazu ? :D


      Und dann stellen sich mir noch weitere Fragen: haben sich die restlichen Musiker in diesem Werk etwa nicht mit verirrt ? Oder haben sie den Hornisten gefunden und quasi "gerettet" ? Oder ... ??? 8|





      Und vielleicht könnte man ja bei dieser Gelegenheit weitere kuriose Werk-Titel sammeln und die eine oder andere Idee zu deren jeweiliger Ausführung :rolleyes:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Bei Rheinsberg assoziiere ich sofort das Bilderbuch für Verliebte.Großstadtmenschen bereisen das Land, besuchen unter anderem Schloss Rheinsberg und tun dies und das, worauf es gar nicht ankommt, weil das Famose dieses Buchs diese gelassene Heiterkeit ist, die die Menschen beinahe fliegen lässt. Gemünzt auf den Waldhornisten: Wie die beiden Verliebten aus ihrem Großstadtleben aussteigen, könnte der Waldhornist aus dem Orchesterdienst aussteigen. Nun muss er mitspielen, damit sich dieses Ereignis musikalisch realisiert. Also, stelle ich mir vor, spielen die anderen Musiker ihr normales Gedöns, z. B. eine Sinfonie von Haydn. Unser Waldhornist, er mag verliebt sein, schert sich um die Noten plötzlich nicht mehr, sondern spielt sein eigenes schönes, ersträumtes oder wahres Rheinsberg-Erlebnis: hochwahrscheinlich eine Liebesmelodie.

      Hach, das könnnte schön sein. Will hoffen, dass es sich so oder ähnlich verhält. Denn dann möchte ich das Stück hören.

      Ein Hornist, immerhin, der aussteigt, ist übrigens Held in dem Roman "Herr Merse bricht auf". Kann man durchaus mit Gewinn lesen, meine ich mich zu erinnern (ist einige Zeit her), muss man aber nicht.

      Einen Thread mit kuriosen Werktiteln haben wir schon, mein ich.
    • Knulp schrieb:

      Einen Thread mit kuriosen Werktiteln haben wir schon, mein ich.
      Klar. Hast ihn ja selbst dereinst eröffnet:
      Skurrile Werktitel

      Und das gibt's auch noch:
      "Bitte recht cholerisch!" - Kuriose Vortragsbezeichnungen in der Musik

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Knulp schrieb:

      Bei Rheinsberg assoziiere ich sofort das Bilderbuch für Verliebte.Großstadtmenschen bereisen das Land, besuchen unter anderem Schloss Rheinsberg und tun dies und das, worauf es gar nicht ankommt, weil das Famose dieses Buchs diese gelassene Heiterkeit ist, die die Menschen beinahe fliegen lässt. Gemünzt auf den Waldhornisten: Wie die beiden Verliebten aus ihrem Großstadtleben aussteigen, könnte der Waldhornist aus dem Orchesterdienst aussteigen. Nun muss er mitspielen, damit sich dieses Ereignis musikalisch realisiert. Also, stelle ich mir vor, spielen die anderen Musiker ihr normales Gedöns, z. B. eine Sinfonie von Haydn. Unser Waldhornist, er mag verliebt sein, schert sich um die Noten plötzlich nicht mehr, sondern spielt sein eigenes schönes, ersträumtes oder wahres Rheinsberg-Erlebnis: hochwahrscheinlich eine Liebesmelodie.
      In diese Richtung hatte ich gar nicht gedacht (auch, da ich weder das Schloss noch das genannte Buch kenne) - aber diese Variante klingt auch ganz nach meinem Geschmack ^^

      Gurnemanz schrieb:

      Klar. Hast ihn ja selbst dereinst eröffnet:
      Skurrile Werktitel
      Auf die Idee, mit dem Stichwort "skurill" zu suchen, bin ich natürlich nicht gekommen ... darf also gerne auch zusammengelegt werden, wenn gewünscht ....
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Der Waldhornist könnte eine Anspielung auf Wilhelm Müllers Zyklen, die durch Schuberts Vertonungen berühmt geworden sind, sein, denn diese stammen aus Sammlungen, die der Dichter Sieben und siebzig Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten betitelt hatte.

      Beethoven: "Duett mit zwei obligaten Augengläsern" WoO 32 f. Viola und Violoncello

      So mittel-skurril:
      John Adams: "Short ride in a fast machine"
      Alan Hovhaness: "And God created great whales"


      Ansonsten wird man im Barock und bei Satie u.a. früher Moderne mit Dada-Neigung fündig.
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)
    • Wen es um skurrile Werktitel geht, kommt man an Rossinis "peches de Vieilesse" nicht vorbei.
      Besonders die Tanzstücke haben zu leiden: Ein Rhizinuswalzer, ein Anti-Tanz-Walzer oder die "Fehlgeburt einer Polka-Mazurka" treffen auf den gefolterten Walzer und den Chor der demokratischen Jäger.

      Eine sträflich vernachlässigte Werkgruppe im Schaffen dieses immer noch verkannten Genies - soviel gewissenhafte Bekehrungsarbeit sei mir in diesem tatsächlich ziemlich lustigen Thread gestattet. Alles kaufbar eingespielt auf einem günstigen Label...
      Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere.
    • "Jesus und der tote Hund"

      - - - mal wieder ein eigentl. schon out-of-thread-Beitrag von mir - aber der Titel ist gar zu hübsch, als dass er hier unter'm Tisch fallen sollte.....
      ...und stammt immerhin von jmd. (Hans Behtge), dessen Nachdichtungen zahlreiche Komponisten angeregt hat!

      **Jesus und (S.o.) klingt nu wirklich verflixt nach deftiger Satire, evtl. z. B. nach Neuer Frankfurter Schule
      (so aus der Ecke Paulus an die Irokesen: ... Euch schreib ich nichts, lernt erst mal lesen!)

      Das Poem** gibt's allerdings tatsächlich :) - Persien, um 1200 - - -

      :wink:
      Durchhängen iss nich !!
      (Udo Lindenberg)