Ryelandt, Joseph – Ein fast vergessener flämischer Nachromantiker

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    • Ryelandt, Joseph – Ein fast vergessener flämischer Nachromantiker

      Die zurückliegende Woche habe ich zum größeren Teil im niedersächsischen Ort Hüde verbracht. Dort, nur wenige Fußminuten vom schönen Dümmersee entfernt, gibt es eine "Musikakademie", die sich angesichts ihrer Austattung (1 Flügel, mehrere Klaviere, entsprechende Räumlichkeiten) bestens zur Durchführung privater Musikfreizeiten eignet. Genau dazu haben wir sie mit mehreren Familien genutzt, und bei dieser Gelegenheit bin ich zum ersten Mal in meinem Leben über den Namen und auch über ein Werk des belgischen Komponisten Joseph Ryelandt, von dem ich zuvor noch nie etwas gehört hatte, gestolpert. Meine Freunde haben nämlich sein Klavierquintett in a-moll gespielt, und das Stück hat mir so ausnehmend gut gefallen, daß ich richtig neugierig auf Ryelandt geworden bin.

      Wenn man seinen Namen bei Google eingibt, stößt man zumindetens schnell auf einen kurzen Lebenslauf: Der Komponist wurde 1870 in Brügge geboren, studierte zunächst Philosophie und Recht und nahm später privaten Kompositionsunterricht bei Edgar Tinel (kennt einer dessen Musik??). Sein Stil soll Einflüsse von Caesar Franck und Wagner mit Anlehnungen an barocke Polyphonie sowie an den Impressionismus kombinieren (eine Behauptung, die mir angesichts des Klavierquintetts zunächst einmal nicht ganz abwegig erscheint). Außerdem spielt wohl Ryelandts katholischer Glaube (hier ergeben sich Parallelen zu Förster) eine nicht ganz unbedeutende Rolle für sein kompositorisches Schaffen - auch dafür liefert das Klavierquintett mit seinem "Andante religioso" durchaus ein Indiz.

      Meine Frage: Weiß der eine oder andere von euch mehr über Ryelandt? Kennt ihr noch andere seiner Werke? Aktuell kann man bei jpc neben dem wirklich schönen Quintett



      auch die 4. Sinfonie

      käuflich erwerben. Hat die schon mal jemand gehört?

      Nachdem ich im Förster-Thread einige wertvolle Anregungen erhalten habe, hoffe auch hier auf Hinweise aus eurem reichhaltigen Erfahrungsschatz!

      Viele Grüße

      Bernd

      P.S.: Sorry, aber das *korrekte Verlinken* der bei jpc gefundenen CD-Cover gelingt mir einfach nicht. Hilfe per PN nehme ich gerne an. [Ist geschehen, herzlichen Gruß, Gurnemanz]
    • Lieber Bernd,

      Danke für den Hinweis auf einen mir bislang völlig unbekannten Komponisten! Gerade habe ich mich etwas durch die JPC-Schnipsel gehört; auch wenn das nur Momentaufnahmen sind - am meisten angesprochen haben mich die Klavierstücke hier:

      ... anscheinend schlichte, von feiner Melancholie durchzogene Miniaturen, die Mendelssohn und Schumann als Vorbilder nicht verleugnen.
      Es grüßt Gurnemanz
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      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann