Messiaen, Olivier: Die Vingt Regards, die Oiseaux und mehr betrachten

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    • Also ich würde die Aufnahme mit Muraro jetzt nicht als verpfuscht betrachten. Sicher kann man das anders machen, und es kann durchaus auch besser klingen, aber der Mann kennt sich bei Messiaen aus, und das ist schon eine wichtige Voraussetzung. Er hat ihn ja auch noch erlebt. Die Aufnahme mit Yvonne Loriod ist vielleicht authentischer, aber mittlerweile gibt es ja eine Reihe Alternativen (resp. Ergänzungsmöglichkeiten). Meine Empfehlung wäre indes Steven Osborne auf Hyperion. Der ist für mich einer der interessantesten Pianisten momentan, und hat bereits eine stattliche Anzahl wirklich exeptioneller Aufnahmen vorgelegt. Ich kenne keine davon die mittelmäßig wäre.

      Peter
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Hallo zusammen,

      hier ein Bericht zu einer ungewöhnlichen Gesamtaufführung des Catalogue d'Oiseaux durch Pierre-Laurent Aimard. Unten auf der Seite auch noch ein Link auf den bbc Player, wo die Aufführung zur Verfügung steht:

      'https://www.theguardian.com/music/2016/jun/20/catalogue-doiseaux-review-pierre-laurent-aimard-aldeburgh-festival'

      Vielleicht für den einen oder anderen Messiaenisten interessant.

      Gruß Benno
      Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)
    • Aimard - Catalogue d'oiseaux

      unbemerkt von der Forumsöffentlichkeit hat Pentatone den Vogelkatalog mit Pierre-Laurent Aimard herausgebracht.



      Die Hörbeispiele starten bei jpc wie Amazon jeweils 30 Sekunden nach Stückanfang.
      Von Anfang eine Minute reinhören kann man hier:
      pentatonemusic.com/aimard-messiaen-catalogue-d-oiseaux

      Ich freue mich dass Aimard den Vogelkatalog entgegen unserer Mutmaßung (aufgrund der Teileinspielung in seiner Hommage-CD) doch noch ganz aufgenommen hat. Anscheinend musste er nur das richtige Label finden.

      :clap: Khampan
    • Und da mich Khampan indirekt an diese Konzertreihe erinnert hat: Ich habe jetzt für die ersten beiden Konzerte dieser Reihe gebucht. Das dritte war schon ausverkauft :schimpf1: :schimpf1:

      Mal sehen, ob man doch noch an Karten kommt.

      Ich bin sicher, wenn Sonntags, 23.09. früh morgens der Wecker klingelt, werde ich Aimard und mich selbst verfluchen :D

      Viele Grüße,
      Melanie
      With music I know happiness (Kurtág)
    • Auf der Suche nach empfehlenswerten Aufnahmen im Netz und hier im Forum.


      Peter Cossé schrieb am 01.11.2000 auf klassik-heute.com über Martin Zehns Gesamtaufnahme von Messiaens Catalogue d'Oiseaux:

      Peter Cossé schrieb:

      Martin Zehn heißt der junge Berliner mit guten Lehrer- und Wettbewerbs-Referenzen. Er spielt den riesigen Zyklus als tönendes Dokument analysierter und durchstrukturierter Flatterhaftigkeit, als ein zweieinhalbstündiges Naturgebet bei klarem Kopf.
      Quelle: Peter Cossé auf klassik-heute.com


      Algabel schrieb am 28.10.2009 hier im Thread über Martin Zehns Gesamtaufnahme von Messiaens Vingt Régards:

      Algabal schrieb:

      Algabal schrieb:

      Empfehlen kann ich aber unbedingt auch die Einspielung von Martin Zehn: :juhu: :juhu: :juhu:

      Ich möchte meine Empfehlung bekräftigen und noch eine weitere Lanze für die Einspielung von Martin Zehn brechen. Zehn spielt den Zyklus als tönendes Dokument analysierter und durchstrukturierter Andacht, als ein meditatives Gebet bei klarem Kopf.

      Da haben zwei Hörer zwei verschiedene Klavierwerke eines Komponisten von einem Pianisten interpretiert irgendwie identisch gehört. Faszinierend.
    • Pi-Hsien Chen

      Rosamunde schrieb:

      kennt jemand diese? eine live Aufnahme

      Chen Pi-Hsien
      offensichtlich ohne jegliche Korrekturen.
      Es ist natürlich blöd so etwas zu kritisieren, die pianistische Leistung ist so oder so immens. Trotzdem... ich hätte das nicht zur Veröffentlichung freigegeben.
      Hab mal Nr. 20 mit Noten verfolgt. Da fehlen manche Taktteile, andere Takte sind verlängert (ausgerechnet da wo eine lange Serie regelmäßiger 6/8-Takte steht), im Hauptthema ist einmal D-Dur mit d-Moll verwechselt.
      Auch in anderen angespielten Stücken sind mir jede Menge Verspieler aufgefallen.

      Vielleicht findet so etwas unfertiges gerade auch seine Liebhaber, für mich wäre das aber nix.
    • ChKöhn schrieb:

      Nach langer Zeit habe ich mal wieder Michel Béroff mit den Vingt Regards von Messiaen gehört:



      Die Aufnahme entstand an vier Tagen (was für einen solchen Zyklus extrem schnell ist) im Jahre 1969, da war Béroff ganze 19 Jahre alt. Eine unglaubliche Leistung, glasklar, pianistisch absolut unanfechtbar und vor allem in perfekter Balance zwischen rhythmischer Präzision und ausdrucksvoller Gestaltung. Großartig, besser geht es nicht.
      So ist es.
      Sogar klanglich ist diese "alte" Aufnahme besser als Chen, Ogdon, und viele andere.
    • Yukon schrieb:

      Khampan schrieb:

      und viele andere.
      ... und Håkon Austbø, Deiner Auffassung nach?
      Da hätte ich auch Interesse an der Meinung des Spezialisten Khampan, der sie vielleicht mittlerweile kennt oder kennenlernen könnte auf die Schnelle - und gerne auch an der Sicht anderer natürlich -, denn ich bin mit dieser Aufnahme ganz gut überhaupt zu dem Werk vorgedrungen. Sie erscheint mir zurückhaltender, weniger spannend als - im Rahmen der DG-Gesamteinspielung - Roger Muraro, den Khampan weiter oben als klanglich problematisch wahrnimmt. [Ich habe natürlich in keiner Weise seine Ohren, was bekanntlich nicht nur von Vorteil ist.] Klanglich hatte ich an Håkon Austbø bislang nichts oder kaum etwas auszusetzen.

      Aber jetzt möchte ich doch noch Michel Béroff kennenlernen - dann muss Schluss sein zumindest mit den Anschaffungen dieses Werks in Gestalt von Festkörpern ... ;) Oder lieber Aimard? Beide nicht. Also doch eher Béroff ... ?(
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Khampan schrieb:

      Pi-Hsien Chen

      Rosamunde schrieb:

      kennt jemand diese? eine live Aufnahme

      Chen Pi-Hsien
      offensichtlich ohne jegliche Korrekturen.
      Es ist natürlich blöd so etwas zu kritisieren, die pianistische Leistung ist so oder so immens. Trotzdem... ich hätte das nicht zur Veröffentlichung freigegeben.
      Hab mal Nr. 20 mit Noten verfolgt. Da fehlen manche Taktteile, andere Takte sind verlängert (ausgerechnet da wo eine lange Serie regelmäßiger 6/8-Takte steht), im Hauptthema ist einmal D-Dur mit d-Moll verwechselt.
      Auch in anderen angespielten Stücken sind mir jede Menge Verspieler aufgefallen.

      Vielleicht findet so etwas unfertiges gerade auch seine Liebhaber, für mich wäre das aber nix.
      Vielen Dank Khampan

      wie ist es mit dieser hier?




    • Ich muss sagen....ich bin erstaunt. Hier ist meine Lieblingsaufnahme.
      Brauch gar nicht weiter schaun. (Habe jeweils in Beroff, Aimard, Loriod, Kars, Helmchen, Serkin zum Vergleich reingehört).

      Ich höre gerade l'eglise d'amour und sie ist umwerfend gut. Viel langsamer und wuchtiger als andere.
      Auch esprit de joie ist viel langsamer. Dadurch kommt der herrliche Rhythmus viel besser raus.
      Regard de la Vierge ist ein Genuss - es hat auch so einen wunderbaren Rhythmus. Er spielt es aber sehr langsam, so kostet er die Harmonien und Pausen aus.
      Premiere communion de la Vierge ist herrlich - die hohen Einwürfe rechts - die langen Pausen.
      Le Baiser de l'enfant ist unbeschreiblich - in its sense of wonder and innocence. Und so viel Geduld beim Spiel. Muss man dann beim Hören auch haben.