Wer nicht lesen will, muss hören!

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    • Während nicht enden wollender Zugfahrten von Norden nach Süden und umgekehrt, manchmal auch nach Osten und zurück (wenn der Chef ruft), lasse ich mich davon berieseln:





      Münkler, allerdings in Buchform, wird als Reiselektüre folgen. Den Winder hebe ich mir für häusliche Lektüreerlebnisse auf.
    • Der bayerische Rundfunk (B2) hat einen Hörspiel-Pool, aus dem man sich Werke anhören und auch gratis herunterladen kann. Die Hörspiele werden eigens produziert und erscheinen z.t auch auf CDs. Eine feine Sache, wie ich finde!

      In den letzten Tagen habe ich mich damit amüsiert




      Ich hatte das Buch vor vielen Jahren gelesen. Die Auffrischung als Hörspiel jetzt hat mir sehr viel Spaß gemacht. Die Anspielungen auf den Literaturbetrieb der jeweiligen Zeitepoche, die Gedanken über Biographie und biographisches Schreiben, der Parforceritt durch die Jahrhunderte gefielen mir sehr. Und dazu die Beschreibung von Teestunden mit Swift und Co - ein köstlicher Hörgenuss.

      :wink:
      Renate
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)
    • Nun habe ich begonnen, Gert Westphals ungekürzter Lesung von Henry Fieldings "Tom Jones" zu lauschen.




      Warum ich den Roman noch nicht gelesen habe, verstehe ich selbst nicht. Ganz wunderbar, was man da zu hören bekommt! Das Buch ist nun endlich auch auf mein Nachtkastl gewandert.

      :wink:
      Renate
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)
    • Ich will ihn wirklich nicht (weiter-)lesen, diesen "Gedankendienst mit der Waffe". Aber nachdem ich inzwischen auf Seite 438 der "Betrachtungen eines Unpolitischen" von Thomas Mann vorgedrungen bin, wird mein Widerwille vermutlich nicht ausreichen, um das Machwerk für immer wegzulegen.

      Ich würde es aber sicher nicht schaffen ohne zu hören: Karl Kraus - Die letzten Tage der Menschheit, gelesen von Helmut Qualtinger:

    • Nun ja, bisweilen schwillt so manche Zunge an und verfällt ins Lallen. Aber hier geht es ja um's Hören und bei Kraus - gelesen von Qualtinger - kann man hören, in welches Gestammel sich jenes "größte Essay" eingereiht hat.

      Zu jenen "Betrachtungen" eines vorgeblich Unpolitischen wäre vielleicht etwas im Zusammenhang eines Threads zum "Palestrina" zu sagen.
    • uliwer schrieb:

      Nun ja, bisweilen schwillt so manche Zunge an und verfällt ins Lallen. Aber hier geht es ja um's Hören und bei Kraus - gelesen von Qualtinger - kann man hören, in welches Gestammel sich jenes "größte Essay" eingereiht hat.

      Zu jenen "Betrachtungen" eines vorgeblich Unpolitischen wäre vielleicht etwas im Zusammenhang eines Threads zum "Palestrina" zu sagen.

      Sei mir nicht böse, aber ich liebe beide, Mann und Kraus; und kenne beider Gesamtwerk in- und auswendig; daher maße ich mir ein Urteil an - und wer angesichts der tiefsinnigsten kulturkritischen Überlegungen auf dem Höhepunkt deutscher Sprachkultur so despektierlich spricht, hat entweder nichts verstanden oder urteilt von der Warte außerliterarischer Aspekte.
    • LudwigvanGod schrieb:

      [...] wer angesichts der tiefsinnigsten kulturkritischen Überlegungen auf dem Höhepunkt deutscher Sprachkultur so despektierlich spricht, hat entweder nichts verstanden oder urteilt von der Warte außerliterarischer Aspekte.
      Was konkret findest Du denn an Manns Essay so tiefsinnig? Inwiefern handelt es sich hier für Dich um eines "der größten Essays deutscher Zunge"?

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Gurnemanz schrieb:

      LudwigvanGod schrieb:

      [...] wer angesichts der tiefsinnigsten kulturkritischen Überlegungen auf dem Höhepunkt deutscher Sprachkultur so despektierlich spricht, hat entweder nichts verstanden oder urteilt von der Warte außerliterarischer Aspekte.
      Was konkret findest Du denn an Manns Essay so tiefsinnig? Inwiefern handelt es sich hier für Dich um eines "der größten Essays deutscher Zunge"?

      :wink:

      Da machen wir vielleicht einen eigenen Thread auf, aber nicht heute.
    • LudwigvanGod schrieb:

      und wer angesichts der tiefsinnigsten kulturkritischen Überlegungen auf dem Höhepunkt deutscher Sprachkultur so despektierlich spricht, hat entweder nichts verstanden oder urteilt von der Warte außerliterarischer Aspekte.


      Ganz ehrlich? Ich habe mit solchen Superlativen so meine Probleme. Persönlich bin ich mit solchen Wertungen vorsichtig - auch auf Gebieten, bei denen ich aufgrund eigener Sachkenntnis solche Einordnungen vornehmen könnte. Und mit "dem Höhepunkt deutscher Sprachkultur" wäre ich vorsichtiger, Oder willst Du sagen, danach ging es nur noch bergab? Ob man die "Betrachtungen" als den Höhepunkt deutscher Sprachkultur bezeichnet, hängt wohl sehr stark von dem eigenen Werte- oder besser gesagt bewertungsmaßstab ab. Und was sind für Dich "außerliterarische Aspekte"? Ob man die gerade bei den Betrachtungen so einfach außen vor lassen kann? Da habe ich meine Zweifel.
      Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

      Cato der Ältere
    • amelia grimaldi schrieb:

      Warum ich den Roman noch nicht gelesen habe, verstehe ich selbst nicht. Ganz wunderbar, was man da zu hören bekommt! Das Buch ist nun endlich auch auf mein Nachtkastl gewandert.

      Ja, das verstehe ich jetzt aber auch nicht. Wo Du das Buch doch schon vor Jahren bestellt hattest. Tja, nicht nur Calisto, auch ich merke mir hier die Dinge. Aber ich bin auch Teil-Eidetiker...

      Wie auch immer, lies das! Das ist ganz große Kunst. Am besten in der Übersetzung von Höckendorf, ich hoffe, Du hast meinen Rat, mit ich damals sicherlich nicht hinter´m Berg gehalten haben werde, beherzigt. Klar, i.wann wird auch das etwas langatmig, aber die Dichte an Memorabilien ist auf diesen 1000 Seiten oder so immer noch höher als bei Musil u. Co.

      "In the year of our Lord 1314 patriots of Scotland, starving and outnumbered, charged the field of Bannockburn. They fought like warrior poets. They fought like Scotsmen. And won their freedom."

    • Caesar73 schrieb:

      LudwigvanGod schrieb:

      und wer angesichts der tiefsinnigsten kulturkritischen Überlegungen auf dem Höhepunkt deutscher Sprachkultur so despektierlich spricht, hat entweder nichts verstanden oder urteilt von der Warte außerliterarischer Aspekte.


      Ganz ehrlich? Ich habe mit solchen Superlativen so meine Probleme. Persönlich bin ich mit solchen Wertungen vorsichtig - auch auf Gebieten, bei denen ich aufgrund eigener Sachkenntnis solche Einordnungen vornehmen könnte. Und mit "dem Höhepunkt deutscher Sprachkultur" wäre ich vorsichtiger, Oder willst Du sagen, danach ging es nur noch bergab? Ob man die "Betrachtungen" als den Höhepunkt deutscher Sprachkultur bezeichnet, hängt wohl sehr stark von dem eigenen Werte- oder besser gesagt bewertungsmaßstab ab. Und was sind für Dich "außerliterarische Aspekte"? Ob man die gerade bei den Betrachtungen so einfach außen vor lassen kann? Da habe ich meine Zweifel.

      Recht hast du; aber wenn jemand so ein großes Buch einfach so abtut, schwillt mir der Kamm und ich reagiere mit großen Worten! Aber das Buch resümiert an einer entscheidenden Schnitt- und Bruchstelle die deutsche Kultur- und Geistesgeschichte vor dem Hintergrund der seinerzeitigen Moderne auf schier einzigartige Weise und das in einer Sprache, welche das 19. Jahrhundert zum Gipfel führt und überwindet. Sicher, es ist die Sicht eines Bürgerlichen, eines Konservativen, eines Bildungsbürgers und Kulturskeptikers und damit heutigen Zeitgeistlern verdächtig ...
    • LudwigvanGod schrieb:

      Sicher, es ist die Sicht eines Bürgerlichen, eines Konservativen, eines Bildungsbürgers und Kulturskeptikers und damit heutigen Zeitgeistlern verdächtig ...


      Mit dem Begriff "Zeitgeistler" kann ich erhlich gesagt wenig anfangen, lieber Ludwig. Aber auf Deine Einordung der "Betrachtungen" in einem entsprechenden Thread bin ich gespannt. Und Du gestattest mir zu glauben, dass ich es für problematisch erachte ausgerechnet bei den "Betrachungen" "außerliterarische Aspekte außer Acht lassen zu wollen. Darauf kann man bei anderen Werken Thomas Manns zweifelsohne eher verzichten. Es wäre zum besseren Verständnis ferner hilfreich, wenn Du an passender Stelle ein wenig näher erläutern könntest, was Du unter "außerliterarischen Aspekten" genau verstehst. Mir ist der Begriff "nackt" einfach zu unscharf.

      Herzliche Grüße

      Christian
      Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

      Cato der Ältere
    • Caesar73 schrieb:

      LudwigvanGod schrieb:

      Sicher, es ist die Sicht eines Bürgerlichen, eines Konservativen, eines Bildungsbürgers und Kulturskeptikers und damit heutigen Zeitgeistlern verdächtig ...


      Mit dem Begriff "Zeitgeistler" kann ich erhlich gesagt wenig anfangen, lieber Ludwig. Aber auf Deine Einordung der "Betrachtungen" in einem entsprechenden Thread bin ich gespannt. Und Du gestattest mir zu glauben, dass ich es für problematisch erachte ausgerechnet bei den "Betrachungen" "außerliterarische Aspekte außer Acht lassen zu wollen. Darauf kann man bei anderen Werken Thomas Manns zweifelsohne eher verzichten. Es wäre zum besseren Verständnis ferner hilfreich, wenn Du an passender Stelle ein wenig näher erläutern könntest, was Du unter "außerliterarischen Aspekten" genau verstehst. Mir ist der Begriff "nackt" einfach zu unscharf.

      Herzliche Grüße

      Christian
      Und wieder hast du Recht! Freilich, so meine These, sind all diese außerliterarischen Aspekte (Politik, Ideologie, Geschichte, Kultur. Künste, Musik etc.) per se dem Werk inhärent; aber eben in einer ausschließlich dem Kunstganzen des Essays subordinierten Rolle. Die Kunstform assimiliert sich in ihrem Drang zur Vergegenwärtigung alles ein, was ihr opportun erscheint! Zeitgeist, das ist natürlich jener; der glaubt, durch Manns Selbstkritik und sein späteres Abrücken und durch die Ereignisse der Weltläufte habe sich das Werk diskreditiert und erledigt; wie heute jeder Naive die Formel nachbetet, TM habe hier dem 1. WK gehuldigt. Wer wissen will, wie es wirklich um die großen Geister der Zeit bestellt war; der schaue sich in Weimar die Ausstellung "Krieg der Geister an" ...
    • Graf Wetter vom Strahl schrieb:

      Zitat von »amelia grimaldi«



      Warum ich den Roman noch nicht gelesen habe, verstehe ich selbst nicht. Ganz wunderbar, was man da zu hören bekommt! Das Buch ist nun endlich auch auf mein Nachtkastl gewandert.

      Graf Wetter vom Strahl schrieb:

      Ja, das verstehe ich jetzt aber auch nicht. Wo Du das Buch doch schon vor Jahren bestellt hattest. Tja, nicht nur Calisto, auch ich merke mir hier die Dinge....


      Natürlich habe ich den Roman schon lange bestellt. Aber bestellt heißt nicht unbedingt schon gelesen. :hide: Ich habe manche Bücher ewig umkreist, bis ich dann draufgekommen bin: Das ist fantastisch!
      Ob ich die richtige Übersetzung habe, kann ich im Moment nicht sagen. Ich habe mein Nachtkastl nicht bei der Hand...

      :wink:
      Renate
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)
    • Der Abschlussbericht zum 1. Frankfurter Auschwitzprozess (1963 bis 1965) des "zornigen alten Mannes", gemeint ist Axel Eggebrecht (1899 bis 1991), als Rundfunkmitschnitt einer Ausstrahlung des NDR einer Wiederholung der Ursendung. "Auschwitz ist durch diesen Bericht nicht erledigt. Noch nicht zu einem Stück Historie geworden", so Eggebrecht.

      Im Vorfeld haben die Hörer des NDR in 74 Folgen 15 Minuten lang jeden Sonntagabend das Neueste aus dem Frankfurter Gerichtssaal von Eggebrecht erfahren können.
    • Ich habe gestern eine Neuerwerbung gehört, nämlich CD 5 und 6 aus dieser schönen Box.



      Diese Hörspielfassung (die Box beinhaltet auch eine ältere deutschsprachige Hörspielfassung und die englischsprachige Fassung mit Richard Burton) von 2003 kann ich nur laut und deutlich weiterempfehlen! Die Übersetzung von Thomas' Text stammt von Erich Fried. Neben Harry Rowohlt als erster Erzähler hat man u.a. Hilmar Thate, Sophie Rois und Wilfried Glatzeder verpflichtet. Was dabei herausgekommen ist? Ein pralles Kunstwerk, das einen in die Sprachwelt von Dylan Thomas hineinzieht, poetisch, humorvoll, sinnlich - ein großes Hörvergnügen!

      :wink:
      Renate
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)