Wer nicht lesen will, muss hören!

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    • Meins waren H{rbücher auch nie, ich lese selbst. Beim Zauberberg dachte ich allerdings mal, naja, du hast es 4,5 mal schon selbst gelesen und der Westphal hat ja einen Ruf wie Donnerhall, teste es doch mal

      :D

      Und ich muß sagen, ich höre jeden Abend 2 CDs daraus, das sind 160 Minuten, und es entfaltet einen unglaublichen Sog. Das hat sich gelohnt. Leider ist Westphal Faustus unmäßig teuer, aber er soll ja auch ein großartiger Fontane Leser sein, da erschließt sich womöglich ein weites Feld :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Ich lese auch sehr gerne. Aber manchmal passt ein Hörbuch ganz gut in den Tag.

      Nicht jeder Schauspieler ist auch ein guter Vorleser, und manchmal braucht es auch eine passende Kombination aus Autor/Buch und Vortragendem, damit das Zuhören ein echter Gewinn ist.

      Tolle Beispiele für einen Mehrwert in der Lesung hatte ich zum Beispiel bei:

      - Yann Martel - Schiffbruch mit Tiger (es liest Ilja Richter)
      - Thomas Bernhard - Alte Meister (es liest Thomas Holtzmann)
      - alle Hörbücher von Andrea Camilleri, die von Bodo Wolf gelesen werden
      „Zwei plus zwei ergibt vier, immer und überall.“
    • garcia schrieb:

      Leider ist Westphal Faustus unmäßig teuer, aber er soll ja auch ein großartiger Fontane Leser sein, da erschließt sich womöglich ein weites Feld
      Unbedingt!!!!

      Er trifft bei Fontane wunderbar diesen leicht ironischen Ton und die scheinbar endlosen Konversationen perlen wirklich. 'Stechlin' und 'Jenny Treibel' sind absolut meisterhaft gelesen.

      Wenn's nicht der Faustus wird, wie ist mit 'Joseph und seine Brüder'? Wobei - womöglich genau so teuer. :D Aber als Appetithappen könntest du 'Die Damengesellschaft' als ein Kapitel aus dem 'Joseph' nehmen. Damit habe ich ihn damals live gehört und das Publikum lag wirklich vor Lachen auf dem Boden.

      :wink: Wolfram
    • Hilih schrieb:

      Nicht jeder Schauspieler ist auch ein guter Vorleser,
      Das ist absolut richtig, aber es gibt ein paar, da würde ich ziemlich blind zugreifen. Oscar Werner z.B. oder Mathias Wieman. Martin Held war auch so einer, Rolf Boysen, Will Quadflieg oder eben Gert Westphal, wobei ich immer fand, dass er keine englische Literatur lesen konnte. Seine Aussprache englischer Namen und Bezeichnungen ist wirklich sehr speziell.

      Hilih schrieb:

      Tolle Beispiele für einen Mehrwert in der Lesung hatte ich zum Beispiel bei:

      Hilih schrieb:

      - Thomas Bernhard - Alte Meister (es liest Thomas Holtzmann)
      Überhaupt Holtzmann und Boysen bei Bernhard, die ja eine ganze Menge von ihm eingelesen haben. Beide können diese besondere Melodie Bernhardscher Sätze wunderbar zum Blühen bringen.

      :wink: Wolfram


    • Hörbuchmäßig habe ich mich nun an einen echten Großschmöker gemacht: Die Elenden von Victor Hugo, vollständig gelesen von Gert Westphal auf immerhin 6 MP3's.

      Noch bin ich bei der ersten Scheibe und so richtig hat es mich noch nicht gefangen genommen. Was nicht an Westphal liegt, sondern eher am Stoff und an der sehr referierenden Erzählweise Hugos. Der Gegensatz zwischen Gut und Böse in absoluter Form, zwischen Teufel und Engel wird aber schon ziemlich deutlich. Ebenso wie die Thematik des schuldlos Schuldigen und seiner Vergebung und Errettung. Da wird ja sicherlich noch Einiges dazukommen. Ich warte mal ab. ^^

      :wink: Wolfram
    • Oha, mit den Elenden hast du dir aber wirklich einen Brocken vorgenommen. Ich liebe diesen Roman sehr, aber er hat nur alle 10 Jahre seine Zeit - es ist ein maßloses Monstrum in jeder Hinsicht, im Guten, im Bedrohlichen, im Süßlichen, im Herzzerreißenden und in seiner ausufernden Breite. Oft genug über Strecken reine Kolportage, dann wieder mit unglaublich schönen Einzelheiten... Hugo muß ein noch maßloserer Mensch als Balzac gewesen sein um sowas zusammenzubauen. Aber ich persönlich liebe das.

      Ist das wirklich eine ungekürzte Ausgabe? Gibt es als Buch ungekürzt nur im Aufbauverlag, das ist eine alte DDR-Ausgabe in 3 Bänden, selbst die Manesseausgabe ist leicht gestutzt (was aber nix ausmacht). Ich kann mir den Westphal für dieses Buch nicht recht als Leser vorstellen soweit ich ihn vom Zauberberg her nun kennengelernt habe, die Elenden bräuchten einen Feuerkopf... Oder viele Leser... Wird bestimmt ein großes aber wechselhaftes Erlebnis :D wo es mal durch Dschungel, aber auch mal durch Wüsten geht. Und auch mal den Mut zum Kitsch.

      Viel Freude dabei!
      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • garcia schrieb:

      Viel Freude dabei!
      Danke dafür. Beginne gerade mit dem II. Teil und langsam komme ich wirklich in so einen Hörrausch. ^^

      Ich glaube, soweit ich es bislang beurteilen kann, hast du mit deiner obigen Beschreibung wirklich recht. Ein Roman, der irgendwie alles abzudecken scheint. :) Ich bin mir nicht sicher, ob ich es beim Lesen durchhalten würde, es gibt eben diese (Durst-) Strecken, das Hören empfinde ich dann für mich in solchen Situationen als wirklich hilfreich.

      Ich kann eigentlich gut mit Westphal leben. Ob ein 'Feuerkopf' nicht vielleicht zu viel des Guten wäre? ;)

      Er liest übrigens die Übersetzung von Wiegler und Günther, erschienen bei 'Volk und Welt'. Also wohl keine vollständige Übersetzung, die liest er aber ganz. :D

      :wink: Wolfram


    • Nach der Hälfte habe ich 'Die Elenden' erstmal unterbrochen und mich mal 'was anderem zugewandt. Bislang habe ich 'Alle meine Söhne' und den Beginn des 'Handlungsreisenden' gehört. Beides Hörspiele aus den 50iger Jahren.

      Eigentlich ja eine große Zeit der Hörspielproduktionen, v.a. auch der wirklich grandiosen Stimmen wegen. Trotzdem werde ich nicht so richtig warm mit Miller. Vielleicht ist es auch nicht mehr mein Ding. Es gab eine Zeit, in der ich die amerikanischen Dramatiker von O'Neill bis Albee wirklich heiß und innig geliebt habe. Aber irgendwie muss ich sie nicht mehr haben (Ausnahmen bestätigen die Regel. ^^ ) Da ergeht es mir mit ihnen wohl so wie mir mit Hesse. Jedes Ding hat seine Zeit. ^^

      Trotzdem - bislang gut produziert und an sich hörenswert. Denk' ich mal. :D

      :wink: Wolfram


    • Eigentlich hänge ich immer noch an den 'Elenden', aber man muss auch mal Pause machen. Nach dem Miller habe ich nun die Lesung der Gregor-Dellin-Biographie über Wagner hineingeschoben.

      Ich will gar nicht beurteilen, inwieweit sie heute noch auf dem neuesten Forschungsstand ist. Aber das schlichte, unverstellte Hören ist einfach großartig. Informativ, umfassend, durchaus auch witzig, sehr gut gelesen - was will man mehr? :)

      :wink: Wolfram
    • Beim umzugsbedingten Einsortieren meiner Hörbücher in der neuen Wohnung fiel mir dieses Hörspiel mal wieder in die Hände und ich dachte, das wäre doch eigentlich mal was.



      War's dann aber nicht, sondern eher sehr betulich und antiquiert. Immerhin gibt' 'ne Einleitung vom 'Zauberer' selber gesprochen. Und die ist dann mal wieder ein Genuss.

      :wink: Wolfram
    • Hier beim Aufräumen entdeckt und gleich gehört:




      Eine sehr schöne Umsetzung des Romans, mit viel Raum für die üppigen Satzgefüge, das Geheimnisvolle, Zeitlose und Atmosphärische, das die Produktion wunderbar einfängt.
      „Zwei plus zwei ergibt vier, immer und überall.“
    • Und ich bin bei Thomas Mann geblieben.



      Hier vom Autor selber gelesen. Wie immer, wenn ich ihn höre, schlucke ich erst einmal ob der sehr antiquierten Sprechweise. Aber dann bekommt er mich doch immer wieder, weil da doch immer dieses Augenzwinkern ist. Großartig!

      :wink: Wolfram