OPERETTEN-POTPOURRIS

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    • OPERETTEN-POTPOURRIS

      Meine Lieben,

      Während Operetten-Gesamtaufnahmen fast schon ein bißchen spezialistisches Interesse heischen, sind Schnipselzusammenstellungen allgemein sehr beliebt. Sie eignen sich nicht nur als angenehme Hintergrundmusik, sondern auch zum Kennenlernen oder als Stimmungsmacher. Etliche solcher Zusammenstellungen beinhalten neben sehr Bekanntem auch einzelne Perlen, die sonst kaum jemand kennt.



      1998 hat DELTA einzelne Nummern aus dem Material der Turicaphon zu dieser Doppelbox verwertet. Wahrscheinlich wurden hier alte, hauptsächlich aus Wiener Beständen bezogene, Rundfunkbänder ausgewertet. Es finden sich Ausschnitte aus bekannten und sehr guten Operetteneditionen der Schweizer Firma Turicaphon (die so manche Rarität wieder verfügbar gemacht hat) - etwa aus "Boccaccio" mit Elisabeth Roon und Waldemar Kmentt oder dem Pauspertlschen "Dreimäderlhaus" (siehe zu diesen die jeweiligen Threads), aber auch einige Stimmen, die leider zu den vergessenen gehören: Emmy Funk singt "Spiel ich die Unschuld vom Lande" vorzüglich und Olaf B.Jensens "Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht" finde ich herrlich, weniger gefällt mir allerdings sein Zsupan mit "Komm mit nach Varasdin". Großartig auch Maria König mit "Frühling in San Remo" aus "Maske in Blau". Recht larmoyant dafür Jean Löhes Arie aus dem "Vetter aus Dingsda". Umso besser hört sich unsere Lieselotte Maikl an, seinerzeit eine Stütze von Wiener Staats- und Volksoper, die in der "Csárdásfürstin" zu hören ist. Dazu noch Gerda Scheyrer, Karl Terkal und andere. Ein durchmischtes Programm also, aber günstig zu bekommen und für Liebhaber von Operettenklängen durchaus empfehlenswert.

      Wie steht Ihr zu solchen Zusammenstellungen und habt Ihr dabei irgendwelche Favoriten? Einige von meinen habe ich im alten Forum schon erwähnt und wärme das vielleicht wieder einmal auf.

      Liebe Grüße

      Waldi
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Lieber Waldi!

      Ich mag auch solche Operetten - Potpourris, nur habe ich die zumeist noch als LPs,

      aber eine habe ich wo u.a. Zarah Leander die Glawari singt [wegen der hätte man mich im anderen Forum beinahe gesteinigt]



      bei der von Dir genannten CD fällt mir Emmy Funk auf, das war eine der wenigen Sängerinnen die auf Konsonanten singen konnte [und sich auch auf Konsonanten einsang].

      Liebe Grüße sendet Dir Peter. :wink: :wink:
    • Lieber Waldi,

      Du weißt natürlich genau, dass auch ich ein Potpourrifan bin.

      Ich möchte eine CD vorstellen, die ihrem Namen alle Ehre macht, da sie echte Raritäten enthält.




      Auschnitte aus:
      Eine Nacht in Venedig
      Die Kaiserin
      Prinzessin Ti-Ti-Pa
      Die Geisha
      Die Landstreicher
      Nakiris Hochzeit
      Liebe im Dreiklang
      Der liebe Augustin
      Ännchen von Tharau
      Zauberin Lola
      Die lockende Flamme
      Arizona Lady
      Hollandweibchen
      Der letzte Walzer
      u. v.a.

      gesungen werden die Raritäten von: Ingeborg Hallstein, Renate Holm, Erika Köth, Anneliese Rothenberger, Elisabeth Schwarzkopf, Rita
      Streich, Peter Alexander, Peter Anders, Kurt Böhme, Hans Clarin, Heinz Hoppe, René Kollo, Rudolf Schock, Fritz Wunderlich, Julia Migenes u.a.




      Diese vier CDs umfassende Box lässt das Herz jedes Operettenfreundes höher schlagen. Zwar enthält die Box keine Raritäten, dafür aber viele bekannte Ohrwürmer. Die Stimmen von Fritz Wunderlich, Nicolai Gedda, Rudolf Schock, Edda Moser, Anneliese Rothenberger, Adolf Dallapozza, Dietrich Fischer-Dieskau, Rita Streich u.a. bezaubern, sorgen für gute Laune und hochgradigem Operettengenuss.



      LG

      Maggie
      Wenn Einer kümmt un tau mi seggt, Ick mak dat allen Minschen recht, Dann segg ick: Leiwe Fründ, mit Gunst, O, liehr'n S' mi de swere Kunst. - Fritz Reuter
    • Liebe Maggie,

      die habe ich auch und freue mich ganz besonders darüber, ein Lied darauf gefunden zu haben, das ich wirklich Jahrzehnte suchte: das Branntweinlied, gesungen von der unvergessenen Lore Lorentz. :juhu: :juhu: :juhu:
      Manchmal ist ein einziges Lied die Anschaffung einer ganzen CD wirklich wert, hier waren's zwei.

      Es gibt übrigens noch ein 2. Set:



      mit Melodien aus u.a.

      Die Landstreicher
      Die Försterchristl
      Balkanliebe
      Zigeunerliebe
      Madame Pompadour und und und

      Ich hab's zu einem wirklichen Spottpreis bei 2001 erworben

      Liebe Grüße aus München

      Kristin :wink: :wink:
      Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon der in München wohnt (Eugen Roth)
    • Meione Lieben,

      Naxos hat einen guten Riecher nicht nur für anspruchsvolle Klassik, sondern auch für die Operette (man sollte für diese aber ruhig noch mehr tun!). Entsprechend der Firmenpolitik, sich nicht nur für Stars zu interessieren, sondern auch für weniger bekannte Talente mit ansprechenden Eigenschaften, hat man Mitte der 1990er Jahre entdeckt, daß in Ungarn Operette noch immer sehr niveauvoll und ansprechend dargeboten wird. Aus dem damals aufgenommenen und veröffentlichtem Material hat man für die NAXOS SELECTION-Serie eine CD "Zauberhafte Operette" produziert, die verschiedene Ohrwürmer von Strauß, Kálmán, Lehár und Stolz enthält und außerordentlich preisgünstig zu haben ist (und gestern habe ich noch eine Quelle entdeckt, die einige Restxemplare noch billiger als der Durchschnitt anbietet - Maggie und Peter, wenn Ihr Interesse habt, bitte um PN!):



      Die Aufnahmen entstanden zwischen Jänner 1995 und Jänner 1996. László Kovács dirigiert ein ungarisches Operettenorchester. Sowohl er wie seine Musiker verstehen sich auf das raffinierte Einschmeicheln im bewußt schlampigen Dreivierteltakt. Mit eher gemütlichen Tempi, aber sehr beschwingt und ohne zu übertreiben finden sie aus dem FF auf die richtige Mischung zwischen Wien und Budapest (alles wird deutsch gesungen). Zsuzsa Csonka (* 1956 Eger), eine auch international sehr bekannte Sopranistin der Budapester Staatsoper, gefällt mir von den die Vokalisten am besten. Mit etwas Abstand dahinter folgt Ingrid Kertesi (die auch schon in Wien und Berlin auftrat). Ihr leichter Mezzobeiklang wirkt beim Auftrittslied der Mariza recht hübsch .Der Tenor János Berkes - als einziger mit merkbarem Akzent, der aber nicht stört - muß manchmal schon ein bißchen stemmen, verfügt aber über ein nettes Timbre und den für manche Rollen passenden leicht öligen Charme (Lagunenwalzer). Insgesamt harmonieren alle sehr gut miteinander, nicht zuletzt, weil generell nicht so sehr die dramatische oder ausdrucksintensive Note angestrebt wird. Ich kann das Ergebnis nur empfehlen, auch wenn das im Durchschnitt gute Oberklasse und nicht das absolute Maß aller Dinge ist.

      Liebe Grüße

      Waldi
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Da die Operette "tot" ist, ermöglicht das preiswerten Einkauf .........

      Das Traumland der Operette gibt es bei 2001 für 2,99 pro Box.

      Und bei den Online-Tausch/Auktionshäusern findet man "Im Traumland der Operette", eine Serie von Reader´s Digest, mit jeweils 3 CD.
      Bis auf zwei Boxen, habe ich alle für 1.-€ bekommen. Natürlich nicht alle zusammen, sondern jede Box !!
      Gute-Laune-Musik ohne Ende ..........
      Die Weisheit Des Lebens
      Besteht Im Ausschalten
      Der Unwesentlichen Dinge
      - aus China -
    • Eine ganz besonderer ist wohl dieser hier, wobei ich bemerken muss - alles in Englisch - über C.M. Ziehrer, Franz Lehár, Oscar Straus, Carl Zeller bis zu Victor Herbert, wenn das Cover icht so einfallslos wäre, in Amerika ist es wenigstens so wie ich es habe.

      Marilyn Hill Smith und Peter Morrison, Bariton singen Duette und Arien.

      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/21TEMK5H1DL._SL500_AA300_.jpg]

      Liebe Grüße sendet Euch Euer Peter aus Wien. :wink:
    • Diese CD kam bei Chandos 1985 heraus. Dank unseres Gestreiften konnte ich sie inzwischen auch hören. Die einzelnen Nummern sind qualitativ unterschiedlich interpretiert. Der Schotte Peter Morrison verfügt über einen gepflegten und kultivierten Bariton, wirkt aber für die Operette ein wenig zu britisch zurückhaltend. Marilyn Hill Smith (geb. 1952) hingegen steigert sich beim "Don't Be Cross" ("Sei nicht bös") aus Carl Zellers "Obersteiger" zu traumhaftestem Spitzenniveau. Besser und schöner und richtiger kann man das gar nicht singen, und die englische Sprache klingt hier weich und sinnlich, ohne falsche Sentimentalität und doch voll von Gefühl und schwebender Musikalität. Die Sängerin wiegt sich förmlich auf den Tönen. Auf Wienerisch oder Ungarisch würde das nicht übertroffen werden (wenn ich in meinen akustischen Erinnerungen bezüglich dieser seinerzeit öfter zu hörenden Arie krame, dann kann ich mich an nichts Besseres, ja kaum an Ebenbürtiges erinnern). Eine stilistische Meisterleistung! Auch die Arie aus "Giuditta" hört sich hervorragend an. :juhu: :juhu: :juhu: Marilyn Hill Smith sang nicht umsonst viel französische Oper, das kam ihrer Operettenkunst sicher sehr zu gut.

      Liebe Grüße
      Waldi
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Meine Lieben,

      Die Marilyn Hill Smith/Morrison-CD habe ich mir nun wiederholt angehört und bin jedesmal mehr angetan davon. Auch Morrisons weiche, einschmeichelnde Stimme wirkt bei öfterem Hören immer sympathischer (als Danilo ist er trotzdem nicht so überzeugend, wenngleich äußerst wohllautend).
      Außerdem nahm ich diese angenehme Erfahrung zum Anlaß, mir eine weitere CD anzuschaffen,



      auf der Marilyn Hill Smith (diesmal ohne Partner) aus Operetten von Lehár und Kálmán singt, und zwar keineswegs nur "Reißer", sondern mehrheitlich eher wenig oder Unbekanntes ("Das Veilchen von Montmartre", "Die Herzogin von Chicago", "Kaiserin Josephine", "Das Hollandweibchen", "Das Fabriksmädel", "Schön ist die Welt", "Die Faschingsfee"). Außerdem singt sie alles deutsch und sogar fast völlig akzentfrei. Allerdings spürt man doch, daß es nicht ihre Muttersprache ist. Während sie in Englisch ganz phänomenal die Nuancen hundertzwanzigprozentig setzt, ist sie hier zwar auch auf ausgezeichnetem Niveau, doch die Nuancen sind nicht ganz so ausgefeilt. Ein bißchen mag das aber auch am Dirigenten liegen. Der ist nämlich nicht derselbe wie bei der anderen CD, obwohl auf deren neuem Cover "Barry Knight" draufsteht, der auch hier das Chandos Orchester leitet. Auf dem alten Cover der Smith/Morrison-Scheibe ist jedoch ein anderer Kapellmeister angegeben (leider fällt mir der Name momentan nicht mehr ein und die CD befindet sich gerade in Ungarn). Der entwickelt betörende Qualitäten, während Barry Knight bei der zweiten (Solo-)CD weder über die gleichen Rubato-Finessen verfügt, noch so inspiriert wirkt. Er und das Orchester musizieren hier brav und ordentlich, nicht mehr. Dennoch möchte ich die Anschaffung durchaus empfehlen.

      Liebe Grüße
      Waldi
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      Homo sum, ergo inscius.


    • Membran o.J. Das komplett(iert)e Booklet kann man angeblich herunterladen (URL funktioniert aber offenbar nicht mehr).

      Eine Zusammenstellung wirklich exemplarischer Einzelnummern in sehr guter Tonqualität. Nicht nur Bekanntes, viel selten Gehörtes (daß etwa Fritz Wunderlich das Ahnl-Lied des Adam aus dem "Vogelhändler" ganz hervorragend interpretiert hatte, war mir schon weitgehend entfallen; Kurt Böhme singt die berühmte Zsupan-Arie hier unter Robert Stolz und war als Schweinezüchterich wohl weder vorher noch nachher nie wieder so überzeugend wie damals; Anny Schlemm als Saffi unter Knappertsbusch; Rudolf Schock noch mit Glanzstimme mit der "Rose von Stambul", Sári Barabás mit "Höre ich Zigeunergeigen", Rita Streich mit der Tarantella aus "Gasparone" usw. usw.).
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Waldi schrieb:

      daß etwa Fritz Wunderlich das Ahnl-Lied des Adam aus dem "Vogelhändler" ganz hervorragend interpretiert hatte, war mir schon weitgehend entfallen;
      Das, lieber Waldi, ist fast schon ein Fauxpas. ;)

      Waldi schrieb:

      Anny Schlemm als Saffi unter Knappertsbusch
      Mit welcher Selbstverständlichkeit große Dirigenten sich damals der Operette angenommen haben. Das scheint mit doch heute verloren gegangen zu sein, auch wenn sie in den letzten Jahren doch wohl wieder ein wenig stärker in den Vordergrund gerückt wird.

      :wink: Wolfram
    • Lieber Wolfram,

      Was heißt "fast"! Ist doch richtig unentschuldbar, wenn man zu sehr auf Dallapozza und Minich fixiert ist. :versteck1: Übrigens ist Wunderlich hier mehrfach zu hören (z.B. als wunderbarer "Fledermaus"-Alfred).
      Knappertsbusch mit seinem langsamen Tempo macht auch bei der Operette klar, daß es nicht auf Geschwindigkeit ankommt, um sich fünf Sterne zu verdienen. Und was Du von den Dirigenten sgast, stimmt voll und ganz. Große Dirigenten konnten oft beides (bzw. hätten können) - siehe etwa Franz Marszalek, der zu Unrecht meist nur als Operettenkapellmeister wahrgenommen wird.
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      Homo sum, ergo inscius.