Was probt Ihr gerade?

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    • Was probt Ihr gerade?

      Sicher gibt es im Forum auch Chorsängerinnen und -sänger. Gerade in der Vorweihnachtszeit gibt es ja allenthalben diverse Projekte. Wer Lust hat zu vermelden, was sie/er gerade choristisch in Arbeit hat, kann dies hier tun.

      Ich mache hiermit den Anfang:

      Mit meinem Chor, der Cappella Palatina Heidelberg, habe ich jetzt mit den Proben für unser Weihnachtskonzert begonnen: Am 25.12. führen wir in der Jesuitenkirche in Heidelberg im Rahmen des Gottesdienstes die Messe D-dur op. 86 von Antonín Dvořák auf, in der Fassung für Orgel, Chor und Solisten. Vor zwei Jahren hatten wir das Werk schon mal in der Fassung mit Orchester (da war die neue Orgel noch im Bau).

      Ich mag diese Messe sehr gern. Als ich sie kürzlich in einer Aufnahme hörte, kamen mir die einzelnen Sätze gleich wie gute Freunde vor: Dvořák hat eine besondere Art, aus dem melodischen Einfall heraus zu komponieren, mit einem musikalischen Reichtum, der mich sehr berührt, gerade auch in der D-dur-Messe.

      Schwierig zu singen ist das Ganze nicht, wenn man das Erfassen und die Umsetzung des Notentextes damit meint. In der feinen Ausgestaltung allerdings handelt es sich um anspruchsvolle und auch für Chorsänger lohnende Musik.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
      Künstler und Schwein gelten erst nach dem Tode etwas.
      Max Reger
    • Bei uns ist es momentan ziemlich konventionell. Auf dem Programm für Weihnachten steht das Weihnachtsoratorium. Das vom großen Bach natürlich. Alle Sechse.
      Das war es aber auch schon mit dem Konventionellen. Und zwar wird es eine spezielle Form des Musiktheaters werden: das WO szenisch interpretiert. Ort des Geschehens: Das Radialsystem in Berlin.
      Wie genau die ganze Sache ablaufen wird, weiß ich noch nicht. Nur so viel: Es gibt zwei Abschnitte. Im ersten Teil gibt es die Kantaten 4-6 szenisch. Die Interpreten und das Publikum bewegen sich dabei durch verschiedene Räume. Ein Knabenchor sowie ein Avantgarde-Jazz-Quartett sind auch mit von der Partie. Die Reihenfolge der einzelnen Stücke wird durcheinander gewürfelt, manche Sachen werden gestrichen oder gekürzt werden.
      Der zweite Teil beinhaltet dann die ersten drei Kantaten und die genießt dann das Publikum traditionell im Sitzen. Mehr werde ich erst nächste Woche erfahren, dann finden die ersten szenischen Proben statt.
      Es gibt dann insgesamt acht Konzerte innerhalb von anderthalb Wochen, u.a. auch an den beiden Weihnachtsfeiertagen. Das wird zwar eine sehr zeitaufwändige Sache werden, aber es scheint spannend zu sein, mal das WO aus einer anderen Perspektive zu erfahren.


      LG, Peter.
      Alles kann, nichts muss.
    • Ich mag diese Messe sehr gern. Als ich sie kürzlich in einer Aufnahme hörte, kamen mir die einzelnen Sätze gleich wie gute Freunde vor: Dvořák hat eine besondere Art, aus dem melodischen Einfall heraus zu komponieren, mit einem musikalischen Reichtum, der mich sehr berührt, gerade auch in der D-dur-Messe.
      ^

      Ja! Der Instrumentalist sieht das genauso. Die Dvorak-Messe habe ich immer als sehr dankbar empfunden und entsprechend gerne gespielt. Die melodische Kraft kompensiert die teilweise unangenehm tiefe Lage der Oboenstimmen problemlos.

      Auf dem Programm für Weihnachten steht das Weihnachtsoratorium. Das vom großen Bach natürlich. Alle Sechse.


      Nur die Härtesten kommen durch....alle Sechse hintereinander habe ich bislang zweimal (mit kurzer Pause zwischendrin) gespielt...und danach fühlt man sich kurz wie vor der eigenen Beerdigung (nix *Jauchzet, frohlocket* !)


      Es gibt zwei Abschnitte. Im ersten Teil gibt es die Kantaten 4-6 szenisch.


      Naja, rein von der logischen Abfolge des Textes her scheint es sich mir nicht unbedingt als sinnvoll aufzudrängen, 4-6 vor 1-3 zu geben.... :D

      Viele Grüße

      Bernd
    • So, nachdem wir nun die acht Aufführungen des WOs im Radialsystem bewältigt haben, hat sich herausgestellt, dass das Projekt schon relativ polarisierend war mit deutlichem Überhang zur negativen Kritik. Wen es interessiert, hier mal ein paar Besprechungen:

      Selbstexperiment Weihnachtsoratorium (klassik.com)

      Leere sei Gott in der Höhe (Frankfurter Rundschau)

      Frohlocken mit Grubenlampe (Neues Deutschland)

      Kantaten-Terror
      (Tagesspiegel)

      O Ewigkeit, du Donnerwort (Berliner Zeitung)

      Unser nächstes Projekt wird wahrscheinlich nicht ganz so viel Kontroverse auslösen. Palmsonntag singen wir in der Philharmonie die Matthäus-Passion vom großen Bach, ganz konservativ ohne Inszenierung. ;+)


      Liebe Grüße,
      Peter.
      Alles kann, nichts muss.
    • Peter schrieb:

      Palmsonntag singen wir in der Philharmonie die Matthäus-Passion vom großen Bach, ganz konservativ ohne Inszenierung.
      Das ist mittlerweile auch wieder Historie.
      Weiter geht es mit dem Verdi-Requiem mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt unter Howard Griffiths.
      Das Konzert wird den Musiksommer Chorin 2010 eröffnen, in dem auch Leute wie Lothar Zagrosek, Viktoria Mullova, Lisa de la Salle, Peter Rösel oder Thomas Dausgaard ihren Auftritt haben.


      LG, Peter.
      Alles kann, nichts muss.
    • Nachdem wir das wunderschöne Werk "Stabat Mater" von Dvorak an Karfreitag im vollen Konzertsaal aufgeführt haben, werden wir nach den Osterferien in vier Proben Haydns Schöpfung einstudieren, um es Mitte Mai im Prinzregententheater zu München unter der Leitung von Heinrich Klug zu Gehör zu bringen. -

      "Verwirrung weicht und Ordnung keimt empor..."

      Hemiole :wink:
      "Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken."

      (Unbekannt)
    • Als Neuling bei Capriccio einerseits und (fast) lebenslanger Chorsänger andererseits frische ich diesen Thread mal auf. Es ist ja auch schon wieder Herbst, die Saison hat begonnen.
      Ich mache auch gleich den Anfang. Wir bereiten uns auf drei Aufführungen der Marienvesper von Monteverdi vor. Dieses Werk habe ich noch nie gesungen, und die Probenarbeit macht mir enormen Spaß.
      In einem anderen Chor wird der komplette Messias von Händel aufgeführt. Den habe ich schon sehr oft gesungen, aber er macht immer noch und immer wieder Spaß.
    • Claus schrieb:

      Wir bereiten uns auf drei Aufführungen der Marienvesper von Monteverdi vor


      ...davon versuche ich auch gerade potentielle Mitstreiter zu überzeugen... :thumbsup:

      Ansonsten


      • (z.B.) Mozart, Per questa bella mano KV 612
      • ders. Missa brevis KV 317 (Krönungsmesse. Naja: Proben ist eigentlich zu viel gesagt... ;+) )
      • ...

      und instrumental


      • A.Corelli, La Follia
      • H.Genzmer, Klänge der Nacht
      • M. Zahnhausen, Horns of Elfland
      • V.Dinescu, Immaginabile (gegenwärtiger Status: :stern: )
      • ...
      viele Grüße

      Bustopher


      Sapere aude
    • Lieber Bustopher, die Konzertarie von Mozart ist superschön! Viel Spass damit.
      Ich probe sowieso dauernd, im Moment gerade das Sopran-Solo aus dem Elias, die 9. Deutsche Arie von Händel mit Flöte und Cello, Virgilio Mortari "Canzone" mit Flöte und "Il Carnevale di Venezia"
      Ausserdem versuche ich mich mit den Ullmann Liedern vertraut zu machen, habe nur leider noch keinen Pianisten dafür gefunden und allein ist das ganz schön kompliziert. und dazwsichen singe ich alles, was mir oder meinen Lieben gerade Spass macht .
      Allen Chorsängern viel Freude beim Schmettern. :wink:

      F.Q.
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • Schwanengesang

      Im November 2010 soll zum zweiten Mal der Schwanengesang von Schütz erklingen. Die Erstaufführung war im März diesen Jahres. Um dieses Werk machen Kantoren meist einen weiten Bogen. 273 Seiten Noten wollen bewältigt sein, der Chor wird nicht durch Solopartien entlastet, sondern muss immer präsent sein

      Schütz ist zwar technisch nicht so schwer zu singen, aber doch aus einer sehr fernen Welt. Manche glauben sogar, so viel "Schütz" sei dem Hörer nicht zuzumuten.

      Das Werk war ja lange verschollen, als originales gibt es dies auch nicht mehr, weil nicht alle Stimmbücher wiedergefunden wurden. Wolfram Steude hat einige ergänzt. Über Jahre gab es kaum eine Aufnahme von diesem grossartigen Werk.

      Nun liegen einige,auch sehr brauchbare, vor, wie Herreweghe.

      Wir müssen vor allem die Konzentration über ca. 80 Minuten halten. Das will geübt sein. Bei der ersten Aufführung haperte es da etwas.

      Für die Bässe die besondere Herausforderung, sich immer wieder beim tiefen D einfinden zu sollen. Ein Ton, den man nicht erstemmen kann.Entweder kommt er oder eben nur heisse Luft.

      Mal sehen, ob es im November gelingt.
    • Der Schwanengesang von Schütz interessiert mich. Wann und Wo werdet Ihr das aufführen? Als Blockflötist bin ich nicht nur beim Singen und Spielen, sondern auch beim Hören auf vorbarocke Musik eingestellt und habe Spaß daran.
    • FairyQueen schrieb:

      Lieber Bustopher, die Konzertarie von Mozart ist superschön! Viel Spass damit.
      Ich probe sowieso dauernd, im Moment gerade das Sopran-Solo aus dem Elias, die 9. Deutsche Arie von Händel mit Flöte und Cello, Virgilio Mortari "Canzone" mit Flöte und "Il Carnevale di Venezia"


      cara Titania!

      Jaa!!! Macht auch Spaß! So richtig zum "nei-legn" (hineinlegen). Besonders die Dezim- und Duodezim-Sprünge gegen Ende. Musik zum Angeben halt...:D

      Flammende Rose, Zierde der Erden... schee... wie alle neun. Aber wirklich ohne b.c.?
      viele Grüße

      Bustopher


      Sapere aude
    • Dear Bustopher,
      wir müssen dringend mal duettieren!!!!! Das wäre sicher DIE Gaudi! Vielleicht magst du ja irgendwann mal bei einem literarisch musikalischen Salon bei mir und Rosenkavalier mitmachen- ein Bassbariton fehlt uns gerade noch zum Fidelio oder Rigoletto-Quartett! Aber wir zahlen nur in Fressalien(bester Bordeaux!), hohem Spassfaktor und sehr nettem Publikum- wir sind halt keine kommerziellen Konzertveranstalter. Falls du also echter Profi bist...... ;(
      Was den Händel angeht:
      Ja, ich hab leider nur ein Cello und eine Flöte bei der Hand, aber das klingt trotzdem ganz nett. Nummer 4 und 6 hab ich schon gemacht, allerdings mit Violine.
      Was die Sprünge in Mozarts Konzertarien angeht: kennst du "Vorrei spiegarvi o dio" da gehts vom H zum d3, zwei Oktaven plus zwei Töne, da sagste nix mehr, gel? Das ist aber noch eher machbar als das total freischwebende e3, auf das man ohne jede Vorbereitungs-Hilfe attackieren muss. Koloratursoprane sind bei Mozart wirklich arme Schweine, da kônnt ihr Bässe gar nicht mitreden!
      Salut de la France
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • FairyQueen schrieb:

      Dear Bustopher,
      wir müssen dringend mal duettieren!!!!! Das wäre sicher DIE Gaudi! Vielleicht magst du ja irgendwann mal bei einem literarisch musikalischen Salon bei mir und Rosenkavalier mitmachen- ein Bassbariton fehlt uns gerade noch zum Fidelio oder Rigoletto-Quartett! Aber wir zahlen nur in Fressalien(bester Bordeaux!), hohem Spassfaktor und sehr nettem Publikum- wir sind halt keine kommerziellen Konzertveranstalter. Falls du also echter Profi bist...... ;(
      Was den Händel angeht:
      Ja, ich hab leider nur ein Cello und eine Flöte bei der Hand, aber das klingt trotzdem ganz nett. Nummer 4 und 6 hab ich schon gemacht, allerdings mit Violine.
      Was die Sprünge in Mozarts Konzertarien angeht: kennst du "Vorrei spiegarvi o dio" da gehts vom H zum d3, zwei Oktaven plus zwei Töne, da sagste nix mehr, gel? Das ist aber noch eher machbar als das total freischwebende e3, auf das man ohne jede Vorbereitungs-Hilfe attackieren muss. Koloratursoprane sind bei Mozart wirklich arme Schweine, da kônnt ihr Bässe gar nicht mitreden!
      Salut de la France



      Cara Titania,

      danke für die Einladung! (ich hab' erst gelesen, wir müssten uns duellieren...) Die Gaudi kann ich mir vorstellen. Aber ich glaub', Ihr seid mir einfach zu weit weg... Und ob sich der Meister Rocco nur mit Fressalien begnügt, dieser Materialist..? ;+) Obwohl - "bester Bordeaux"...

      Meine Seele hört im Sehen hab ich auch schon "gemacht". Ich allerdings Blockflöte....

      Spung von H zum d3? Hmmm... H in Helmholtz-Schreibweise ist H2 in amerikanischer: Zu D3 wär's dann eine kleine Terz... und auch nicht wirklich Sopran... :stumm: (jaja, ich weiß: Du meinst von h zu d''') :D Und dann auch noch ein e'''... beeindruckend... Aber das können die Bässe auch (oder meistens eher nicht): Fra l'ombre e gl'orrori aus Händels Aci, Galatea e Polifemo - vom a' zum D, drei Takte vor dem "dal segno". Zwei Oktaven und eine Quinte... ;( (wer bietet mehr?) Wer sagt noch, wir könnten da nicht mitreden? Wie..?

      "KV 541" (statt Grußformel)
      viele Grüße

      Bustopher


      Sapere aude
    • Lieber Turbo-Bass, in welchem Teil Europas wirkst/singst du denn?
      Wir sind EU- mässig super plaziert- genau im Dreieck Brüssel-London -Paris. Aber für Bayern und Österreicher wäre es wirklcih arg weit.

      Nein, mehr als zwei Oktaven und eine Quart kann ich nicht bieten, aber vielleicht findet sich ja noch was Extremeres als Vorrei spiegarvi o dio.
      Deinem Polifemo will ich jedenfalls nciht im Finstern begegnen- ein Bass der zwei Okktaven plus Quinte singt, muss ja gemeingefährlich klingen!
      Sangeslustige Grüsse wohin auch immer :fee:

      "Ihr Engländer seid ihr doch Toren" als Duett statt Grussformel!
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • FairyQueen schrieb:

      Lieber Turbo-Bass, in welchem Teil Europas wirkst/singst du denn?
      Wir sind EU- mässig super plaziert- genau im Dreieck Brüssel-London -Paris. Aber für Bayern und Österreicher wäre es wirklcih arg weit.

      Das klingt sehr international. Ich befinde mich eher im Dreieck Hinter- Ober- und Untergraswachshöring. Unerforschtes Rückzugsgebiet mit seltsamen Gebräuchen :k:


      FairyQueen schrieb:

      Deinem Polifemo will ich jedenfalls nciht im Finstern begegnen- ein Bass der zwei Okktaven plus Quinte singt, muss ja gemeingefährlich klingen!
      Ja. Mindestens auf einem der beiden Töne: Den Baritönen ist der untere zu tief und den Bässen der obere zu hoch... :P
      viele Grüße

      Bustopher


      Sapere aude
    • bustopher schrieb:


      FairyQueen schrieb:

      Deinem Polifemo will ich jedenfalls nciht im Finstern begegnen- ein Bass der zwei Okktaven plus Quinte singt, muss ja gemeingefährlich klingen!
      Ja. Mindestens auf einem der beiden Töne: Den Baritönen ist der untere zu tief und den Bässen der obere zu hoch... :P


      Und die Bassbaritöne können beides nicht anständig... :D
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.