Sänger – Eure liebsten Männerstimmen

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    • Hallo Kristin,

      ich bekomme immer gern Hinweise auf neue bemerkenswerte Stimmen. Wird der Figaro auch im Kino gezeigt?

      Ich sehe, du wohnst in München, da hast du es besser als ich hier in HH. Durch all die herrlichen Aufnahmen, die ich mir zu Hause anhöre, verzichte ich auf Besuche unserer Provinzbühne.

      Und was Corelli angeht - er wurde ja auch viel kritisiert, aber für mich gibt es keinen anderen Vergleichbaren und Bing, der ja oft an den Rand des Wahnsinns getrieben wurde durch ihn, hat sicher nicht ohne Grund all die Mühsal auf sich genommen. Viele Tenöre singen wunderbar, aber keiner legt(e) so viel Seele in die Rolle wie er (für mein Empfinden) - vielleicht jetzt Kaufmann? Kennst du das legendäre Duett mit Corelli und Simionato aus den Hugenotten? Unglaublich, was da an Emotionen rüberkommt.

      nungut, ich will mal aufhören zu schwärmen, bin gerade absolut im Corelli-Hype, weil ich das wunderbare Buch von Seghers über ihn lese.

      Einen schönen Tag wünscht
      Leonora
    • Cosima schrieb:

      Eure liebsten Männerstimmen

      Musikkristin schrieb:

      Meine liebsten Sänger:

      [Klugscheißmodus]Was denn nun - Stimmen oder Sänger? ;+) [/Klugscheißmodus]

      Stimmen:

      1) Jussi Björling
      2) Lauritz Melchior
      3) Fritz Wunderlich
      4) Luciano Pavarotti
      5) Cesare Siepi
      6) Leonard Warren
      7) Lawrence Tibbett
      8) Ettore Bastianini
      9) Gottlob Frick
      10) Ezio Pinza

      Sänger:

      1) Fritz Wunderlich
      2) Carlo Bergonzi
      3) Lauritz Melchior
      4) Dietrich Fischer-Dieskau
      5) Christian Gerhaher
      6) Thomas Hampson
      7) Leonard Warren
      8) Lawrence Tibbett
      9) Gottlob Frick
      10) Friedrich Schorr

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Ich will keine leidenschaftslose Gehirnarbeit, sondern ein durchlebtes Kunstwerk mit einer Aussage." - Karl Amadeus Hartmann, aus seinem Artikel "Von meiner Arbeit" (1962)
    • Hamburger Staatsoper und F. Corelli...

      Hallo leonora,

      Zitat von »leonora«


      ...verzichte ich auf Besuche unserer Provinzbühne. [Leonora]


      Möchtest Du lediglich die Diskussion mittels Polemik (für einen anderen Thread) anreizen oder ist Dein Schreiben nur unbegründete (rein emotionale) Entäußerung (siehe Splitter), weil nachvollziehbare, überprüfbare Begründungen fehlen?

      Zitat von »leonora«
      ...Und was Corelli angeht - er wurde ja auch viel kritisiert, aber für mich gibt es keinen anderen Vergleichbaren und Bing, der ja oft an den Rand des Wahnsinns getrieben wurde durch ihn, hat sicher nicht ohne Grund all die Mühsal auf sich genommen. Viele Tenöre singen wunderbar, aber keiner legt(e) so viel Seele in die Rolle wie er (für mein Empfinden) - vielleicht jetzt Kaufmann? [Leonora]

      (Hervorhebung mittels Unterstreichung durch den Verfasser)


      Ich selbst höre F. Corelli sehr gern (s. o.), aber das ist rein persönlicher Geschmack. Dessen (Corellis) Gesangsleistungen sind - mit versuchter objektivierter Bewertung - als unpräzises, gleichbleibend überlautes, Feinheiten und teilweise Notation nicht beachtendes Singen einzuordnen. Erkläre bitte die "Seele" in einer Rolle; ohne Deine Gefühlswelt zu verallgemeinern (oder besser: versuch' es!] oder Wertungen (Deine Überbewertung) daraus abzuleiten...Deine Einlassungen sind ausschließlich und extrem subjektiv und fern jeder objektiven Einordung. Sie erinnern an Liebeserklärungen...

      R. Bing - MET (?)...: Was wolltest Du damit ausdrücken?

      Es soll 'gar Menschen geben, die für das "Singen" D. Bohlens schwärmen und Feuchtigkeiten abgeben. Dieses sagt aber nicht viel - ebenso wenig [Untertreibungsmodus] wie Deine Einlassungen zur Hamburger Staatsoper (Beachte: Dirigenten, Orchester, Chor, Solisten, Inszenierungen, Bühnenbildner usw.).

      [....] (siehe Splitter)

      Hinweise für gute Sänger (s. o., Beitrag 81): Tenöre: Caruso, Björling, Tucker, Bergonzi, Wunderlich, Windgassen, Melchior...obgleich es den perfekten Sänger nicht gegeben hat...Und wenn Du einen durchdringenden (z. T. lauten) Sänger mit enormer Qualität hören möchtest, versuche es mit G. Lauri-Volpi.

      Mit freundlichen Grüßen

      Meine ursprüngliche Entgegnung muss im Splitter nachgelesen werden. Früher wurde ein Beitrag stehen gelassen und die beanstandeten Wörter durch "blaue Pünktchen" entfernt. Die Zeiten ändern sich.

      Nachtrag:

      Tja - Cosima - was Leiden schaft währt endlich gut und dem Verfasser wird mit gleicher Leidenschaft entgegnet ("Provinzbühne"). Schön, dass Du zu verbinden weißt und den Tugenden verpflichtet bist (siehe Suchfunktion). :D

      Nachtrag, 09.04.2014 Uhr 10:35:
      Ich habe mich auch über manches geärgert, insb. darüber, dass wenn man in ein Forum einsteigt, sogleich eine Opernbühne in Gänze (und damit deren Protagonisten) ohne Begründung diskreditiert und danach sich selbst äußerst dünnhäutig zeigt. "Wohltuend" ist dieses m. E. eben nicht. Ähnliche Auseinandersetzungen hatten wir bereits mehrfach. Es ärgert mich, wenn der Name falsch geschrieben wird und mit "Betrifft" eingeleitet wird (das zu Höflichkeit und Kultiviertheit). Es ärgert mich darüber hinaus, dass augenscheinlich lediglich Heldenverehrung mit sich stets wiederholenden 'Berichten' aus der Garderobe betrieben werden soll oder die Diskussion (?) nur die Form eines Kaffeekränzchens unter Gleichgesinnten haben sollte und das kritische Entgegnungen verunglimpft werden z. B. von Teilnehmern, die anderen einfach einmal unterstellen, dass diese nur 3 Opern kennen würden (auch dieses zur Höflichkeit). "Unsägliche", "unrühmliche" Ausnahmen sind z. B. die Beiträge, in denen davon originär zu lesen ist. Und ich möchte die es betreffenden Teilnehmer um Aufklärung bitten, welche von den vielen hier genannten Opernsängern denn ohne "Seele", "Herzblut" oder "Leidenschaft" gesungen hatten (und dabei von temporären Ausnahmen abzusehen). [Man kann sogar unterstellen, dass selbst der Nicht-Opernsänger D. Bohlen diesen 3 Attributen verpflichtet war oder ist.]


    • Das obenstehende Posting in seiner ursprünglichen Gestalt wurde samt der beiden darauf folgenden Postings in die Splitter verschoben.

      Für die Moderation:

      Caesar73
      Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

      Cato der Ältere
    • Keith M. C. schrieb:

      Ich selbst höre F. Corelli sehr gern (s. o.), aber das ist rein persönlicher Geschmack. Dessen (Corellis) Gesangsleistungen sind - mit versuchter objektivierter Bewertung - als unpräzises, gleichbleibend überlautes, Feinheiten und teilweise Notation nicht beachtendes Singen einzuordnen. Erkläre bitte die "Seele" in einer Rolle; ohne Deine Gefühlswelt zu verallgemeinern (oder besser: versuch' es!] oder Wertungen (Deine Überbewertung) daraus abzuleiten...Deine Einlassungen sind ausschließlich und extrem subjektiv und fern jeder objektiven Einordung. Sie erinnern an Liebeserklärungen...


      Herrlich! :juhu: Die einen legen voller Leidenschaft und Hingabe Ihre Seele offen, die anderen beharren trocken auf "versuchter" Objektivität.

      Wohl dem, der beide Tugenden zu verbinden weiß; im Zweifelsfalle ist mir die Leidenschaft aber lieber... ;+)
    • leonora schrieb:

      Kennst du das legendäre Duett mit Corelli und Simionato aus den Hugenotten? Unglaublich, was da an Emotionen rüberkommt.
      Liebe Leonora,

      natürlich kenne ich das herrliche Duett und auch das Buch von Rene Sehers habe ich. Ich schlage vor, über Corelli hier weiter zu schreiben:

      Klassikinterpreten - Sänger - Franco Corelli, der Tenor für mich.

      Findest Du, wenn Du bei der Suche "Franco Corelli" eingibst. Hier in diesem Threat über schöne Männerstimmen allgemein geht das vielleicht zu sehr ins Corelli-Details. Außerdem habe ich keine Lust, aufgrund eines unsäglichen Beitrages, hier weiter zu diskutieren.

      :wink: :wink: :wink: Kristin
      Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon der in München wohnt (Eugen Roth)


    • Tja - Cosima - was Leiden schaft währt endlich gut und dem Verfasser wird mit gleicher Leidenschaft entgegnet ("Provinzbühne"). Schön, dass Du zu verbinden weißt und den Tugenden verpflichtet bist (siehe Suchfunktion). :D



      Nö, ich weiß hier gar nix und verbinden kann ich deshalb schon überhaupt nix. Und auf die Suchfunktion habe ich gerade keine Lust.

      Wie dem auch sei: Corelli hatte einfach eine aufregende Stimme. Völlig subjektiv natürlich nur betrachtet bzw. erlauscht.

      Herzliche Grüße und so
    • Keith M. C. schrieb:

      Deine Einlassungen sind ausschließlich und extrem subjektiv und fern jeder objektiven Einordung. Sie erinnern an Liebeserklärungen...

      Das ist genau ihre Stärke! Danke, dass Du dies so gut auf den Punkt gebracht hast.

      Ich finde diese Art zu schreiben sehr wohltuend.

      Erstens weil sie hier selten ist.

      Zweitens weil sie mir selbst ziemlich abgeht (ich trau mich nicht so subjektiv zu schreiben bei all den kritischen, wortgewaltigen und dünkelhaften Experten hier ... ).

      Drittens weil sie diejenigen entlarvt, die davon überzeugt sind, genau zu wissen, wie man hier zu schreiben hat und ihrer (subjektiven und ausschließlichen) Lust am Richten anderer freien Lauf lassen.

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Ich will keine leidenschaftslose Gehirnarbeit, sondern ein durchlebtes Kunstwerk mit einer Aussage." - Karl Amadeus Hartmann, aus seinem Artikel "Von meiner Arbeit" (1962)
    • Liebe Leonora!

      Bitte lasse Dich nicht durch unzureichende Antworten jetzt Deine Ansichten vermiesen.

      Ich habe selbst mit F. C. in der Tosca auf der Bühne der WStO gestanden - als Pastore - und ihn und seine Gattin Loretta, in seiner Garderobe, kennen- und schätzen gelernt und ich liebe seine Stimme noch heute, und das ist doch Jahre her, nein eigentlich Jahrzehnte, das will ich aber nicht sagen. Wenn ein Sänger we F. C. so viel Herzblut über die Bühne brachte war er beliebt, sein Calaf, sein Turridu und seine Liebe zum Publikum war was ihn für viele berührte, und mich auch.

      Auch wenn Dir andere Sänger gefallen, wie mir Cesare Siepi oder Ruggero Raimondi oder Sir Thomas Allen nur zu nennen, die einem anderen Fach angehör[t]en is doch keine Schande und Korinthen zu suchen um Fehler zu entdecken ist keine Kunst. Da muss man einmal oben stehen [auch als Chorsänger] um zu bemerken wie schwer das eigentlich ist, und dem Publikum es als "leicht" rüber zu bringen.

      Jeder Künstler ob im Fach Oper oder Operette + Musical oder im Konzert, der einem gefällt den kann ich loben ob es einen anderen nicht gefällt das ist mir Schnurze. Bleibe Dir weiter treu und lasse Dich nicht einschüchtern.

      Liebe Grüße sendet Dir mit Handküssen Peter aus Wien. :wink: :wink:
    • Liebe Leonora,

      das tut man normalerweise hier auch, aber unrühmliche Ausnahmen gibt es halt überall. Ich habe mich auch sehr geärgert, bitte bleib hier und nimm sowas nicht als Maßstab. So geht es bei uns nicht zu.


      Ganz liebe Grüße

      Kristin :wink: :wink: :wink:
      Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon der in München wohnt (Eugen Roth)

    • Liebe Leonora,

      wir hoffen, dass Du Dich durch die harsche Attacke eines Mitgliedes nicht davon abschrecken lässt, auch weiterhin bei Capriccio zu schreiben. Solche Ausfälligkeiten dulden wir nicht. Es ist uns wichtig, dass sich Neumitglieder bei uns wohlaufgenommen fühlen. Wenn Du also Fragen oder Anregungen hast, kannst Du Dich gerne an uns wenden.

      Die Moderation

    • Ob mit 15 einfallen, weiß ich gar nicht, aber ich lege mal los ... und versuche es "biographisch".

      Der erste Sänger, der mir je "aufgefallen" ist und dessen Stimme ich wahrscheinlich schon als kleines Mädchen erkannt hätte: Wolfgang Windgassen, Tenor, vor allem als Wagner-Sänger bekannt (er hat ganz viel in den Wieland Wagner-Inszenierungen gesungen). Wenn mich mein Gedächtnis nicht ganz täuscht, habe ich ihn zuerst als Hoffmann gehört. Er war hochmusikalisch, hatte eine sehr edle Stimme, manchmal vielleicht ein bisschen "grell" in der Höhe (wozu ich ja sagen muss, dass ich ihn nur als älteren Herrn gehört habe). Aber er hat mich als Florestan unheimlich beeindruckt und ist wohl nicht ganz unschuldig daran, dass der Fidelio heute noch zu meinen Lieblingsopern gehört.

      No. nächst war Gottlieb Frick, Bass, der für mich in Jugendjahren der Bach-Bass war. Sein "Großer Herr und starker König" war sensationell und ich habe es bis heute selten von einem so schwarzen Bass so gut gehört. Er war dafür, wie viel Volumen er hatte, unglaublich beweglich.

      Mit "FiDi" - Dietrich Fischer-Dieskau, Bariton, ist meine Generation groß geworden. Er war der Liedsänger der 70er und 80er, außerdem habe ich in Oratorien gehört, aber leider nie auf der Bühne. In Sachen Gesangskultur hat er ganz sicher Maßstäbe gesetzt, wobei er mir später manchmal zu "manieriert" war. Aber das war sehr persönlich und wahrscheinlich kein qualifiziertes Urteil.

      "Mein" Lieblingsbariton war Hermann Prey, der sich den Rang mit seinem "Barbiere" und vor allem in der Carmina Burana erobert hatte. Eine schöne Stimme, kultiviert, beweglich, sinnlich, sehr musikalisch.

      Darum war ich Anfang der 80er auch mal richtig knatschig, als man mir in einer Carmina "so 'n unbekannten Engländer" vorsetzte - bis der loslegte. Dann hatte er mich und im weiteren wurde Hermann Prey als absoluter Lieblingsbariton abgesetzt. Inzwischen ist der "unbekannte Engländer" kein Insidertipp mehr. Sir Thomas Allen ist für mich der lyrische Bariton seiner Generation und das Maßstab für einiges - angefangen vom Don Giovanni über den Almaviva (charmanter kann man den Kotzbrocken nicht bringen) bis hin zum Onegin und - mit ihm entdeckt - Billy Budd. Dazu ist er ein excellenter Liedsänger.

      Dann fehlen bei mir ein paar Jahre, in denen ich anderweitig so beansprucht war, dass ich nicht mehr so schrecklich viel mitgekriegt habe. Aber in den letzten Jahren, in denen Musik dann wieder sehr wichtig geworden ist, schob sich einer in die Optik: Rolando Villazon, den ich "jung" für seine Intensität und seine Stimme durchaus mochte, der bei mir aber erst mit jüngerem - erst durch seinen Händel und jetzt durch seine Mozart Aufnahmen - wirklich gewonnen hat. Ich mag sein warmes Timbre, ich mag, dass er es schafft - und ich finde, das ist gerade bei Barock wichtig - Temperament und Sinnlichkeit mit der Präzision dessen, der seine Technik im Griff hat (das ist übrigens das, was er mit Allen gemeinsam hat), zu koppeln. Er kann herrliche Koloraturen singen, er "fühlt" eine Phrase, er hat Charisma.

      Und damit wäre ich schon bei relativ jungen Sängern und da sind's drei Herren: Christopher Maltman, für mich der Don G. seiner Generation - die Stimme ist schön, die Technik sitzt, er ist musikalisch, er bringt etwas rüber und er hat viel Stimmkultur. Noch nicht ganz so ausgereift, aber mit ganz viel Potenzial Jacques Imbrailo, ebenfalls lyrischer Bariton und ein superguter Billy Budd (in Glyndebourne gehört). Als Don G. (in Glasgow letzten Herbst) schon sehr gut, auch mit schauspielerischem Talent, aber noch nicht so souverän wie Maltman. Wird aber meines Erachtens noch. No. 3 in der Sammlung und eine meiner absoluten Lieblingsstimmen ist dann der Bass-Bariton James Rutherford, mit dem ich sogar ein bisserl Wagner aushalte (sein "Verachtet mir die Meister nicht" ist toll). Rutherford ist für mich der Beweis, dass man mit großer Stimme richtig loslegen kann, ohne dass man brüllen muss wie ein Ochs'.

      Sycorax
      "Das wär's erstmal ..."
    • Lieber Sycorax!

      Herziches Wilkommen in der Runde der schönen Stimmen und deren Liebhaber. Es ist ganz unglaublich bis Hermann Prey war ich noch "aktiv", Fi Di sah und hörte ich noch auf der Bühne der WStO

      und bei Sir Thomas Allen so was von passiv. Ihn schätze ich in allen Partien, also bst Du wieder eine Neuerwerbung die mir besonders viel Freude macht.

      Fühl Dich wohl hier und mache auch beim Schreiben mit. :vv: :vv: :vv:

      Liebe Grüße sendet Dir Peter aus Wien. :wink: :wink:
    • Hallo,

      Ich bin neu hier bei Capriccio. Beim Anhören einer CD mit Arien, gesungen von Franco Corelli, wollte ich sehen, was im Internet über diesen Sänger zu finden ist. So stieß ich auf das Forum.

      Ja Corelli... Seine Stimme hat die Durchschlagskraft eines Bohrhammers, der wie Butter durch Beton geht. Diese Power, gepaart mit Schwere, Leidenschaft und dem charakteristischen Lispeln kann faszinieren, aber man muss es nicht immer haben...

      In meiner Jugend habe ich mich sehr für Opern- und Liedgesang interessiert. Später habe ich mich anderer Musik zugewendet und ein bisschen den Anschluss verpasst, was aktuelle Sänger betrifft. Seit ein paar Jahren interessiere ich mich wieder verstärkt für Oper und Sänger - besonders für Tenöre. Da bin ich immer auf der Suche nach dem "idealen" Interpreten in Vergangenheit und Gegenwart. Darum hat das Forum sofort mein Interesse geweckt.


      Was Vorlieben betrifft, spielt es wohl eine große Rolle, mit welchen Interpreten man ein bestimmtes wichtiges Stück zuerst hört. Wenn es sich dabei um eine einigermaßen gute Aufnahme handelt, wird sie häufig zum persönlichen Maßstab. Ich hatte das Glück, in meiner Jugend bestimmte Stücke, die mich faszinierten, mit wunderbaren Interpreten auf Platte bzw. im Radio zum ersten Mal zu hören: George London als Wotan, James King als Siegmund, Franco Corelli als Kalaf, Tebaldi/Bergonzi als Butterfly/Linkerton und Mimi/Rudolfo, Mahlers Wunderhornlieder mit Ludwig/Berry usw. Diese Interpretationen sind für mich bis heute unübertroffen.

      Sänger unterschiedlicher Stimmlagen und Stimmfächer miteinander zu vergleichen, ist natürlich wie Äpfel und Birnen vergleichen, also nur bedingt möglich und sinnvoll.

      Unter den vielen guten Sängern, die ich auf Platten oder auch live kennengelernt habe, gibt es Einen, der als Ausnahmeerscheinung für mich beinah wie ein Heiliger über Allen schwebt: Fritz Wunderlich. Sein Singen war so natürlich und unmittelbar wie Sprechen. Jugendlich, schlank, frisch und kristallklar war seine Stimme und seine Diktion. Ein Traum! Man mag von dem früheren Brauch, alles auf deutsch zu singen, halten, was man will - wenn Wunderlich den Herzog oder Alfredo oder Lenski oder Wilhelm Meister (Mignon) auf deutsch singt, kann man nicht nur die Musik, sondern auch den Text genießen! Wunderlichs früher Tod mit 36 Jahren war ein unersetzlicher Verlust für die Musikwelt - aber wir können doch froh sein, dass er bei seiner kurzen Karriere eine ganze Menge Aufnahmen von sehr guter Tonqualität hinterlassen hat.

      Für italienische Sänger gelten natürlich andere Maßstäbe. Aber ich glaube, das Schlanke und Natürliche von Wunderlichs Singen ein bisschen bei Carlo Bergonzi wieder zu finden.

      Erst spät bin ich auf einen deutschen Tenor aufmerksam geworden, der mir zum Höhepunkt seiner Karriere entgangen war: Peter Seiffert. Seine CD-Aufnahmen aus den 90er Jahren finde ich sensationell, was die Stimme und Gesangstechnik angeht! Für mich ist kaum eine vielseitigere Stimme denkbar. Seiffert beherrscht das lyrische ebenso souverän wie das Zwischen- und Heldenfach, das deutsche wie das italienische und französische Repertoire, verfügt dabei scheinbar über unerschöpfliche Reserven. Dass er trotzdem nicht wirklich populär geworden ist, mag an seiner Unbeholfenheit auf der Bühne liegen. Er ist kein besonderer Darsteller, was wohl auch an seiner Leibesfülle liegen mag. Trotzdem war es für mich ein großes Erlebnis, ihn mit seinen nunmehr 60 Jahren in Berlin zwei Mal live als Siegmund erleben zu können!

      Jonas Kaufmann habe ich eine Weile gemieden, weil ich dachte: jemand der so gut aussieht und so medienwirksam rüberkommt, kann nicht auch noch ein großer Künstler und Sänger sein! Aber das war ein Irrtum. Seine warme, baritonale, etwas "altmodische" Stimme mag gewöhnungsbedürftig sein, setzt aber neue Maßstäbe. Es handelt sich wirklich um einen neuen Stern am Tenorhimmel! Ich bin nicht mit all seinen Interpretationen einverstanden (z.B. finde ich seine Gralserzählung zu verträumt), aber vieles, was er gemacht hat, gefällt mir großartig: die Wagner-CD, die Verismo-CD usw.

      Ich könnte noch endlos weiterschreiben über das weite Feld der Sänger - jetzt will ich Euch aber erst einmal wieder zu Wort kommen lassen...
    • Sachs schrieb:

      Was Vorlieben betrifft, spielt es wohl eine große Rolle, mit welchen Interpreten man ein bestimmtes wichtiges Stück zuerst hört. Wenn es sich dabei um eine einigermaßen gute Aufnahme handelt, wird sie häufig zum persönlichen Maßstab.

      Das "Problem" (so fern es denn eines ist) kenne ich auch. Manchmal scheint so eine Prägung unüberwindlich zu sein, aber, wenn man sich drauf einlässt, kann man auch wieder was Neues entdecken. Bei mir geht es manchmal so weit, dass ich gerade bei Opern ganz bestimmte Szenen immer nur mit bestimmten Sängern verbinde (die sind für mich dann quasi miteinander verschmolzen, ich kann die Szene nicht mehr anders hören als mit diesen bestimmten Personen) und jede neue Aufnahme im Bezug auf diese Szene an eben diesen Sängern messe...eigentlich ist es irgendwie "unfair" und manchmal entgeht mir vielleicht auch was, aber das zu "überwinden" ist auch nicht immer leicht.
      "Allwissende! Urweltweise!
      Erda! Erda! Ewiges Weib!"
    • Liebe Leonora!

      Du wirst es vieleich nicht glauben - aber in der Hektik der letzten Tage - gehst Du mir ab. Denke nicht alzu schlecht über uns, es sind nicht alles so.

      Bitte schreibe wieder!!!! :yes: :yes: :thumbsup: :thumbsup:

      Liebe Grüße sendet Dir Peter aus Wien. :wink: :wink:
    • Lieber Peter,
      danke für deine lieben Worte. Ich war vor einer Woche in deinem schönen Wien und habe ehrfürchtig vor der Oper gestanden, in der ja auch Franco Corelli Triumphe gefeiert hat.
      Ich habe an anderer Stelle gelesen, dass du ins Krankenhaus musst. Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, bald wieder von dir zu lesen. Wir haben absolut den gleichen "Sängergeschmack".
      Liebe Grüße aus HH

      Leonora
    • Liebe Leonora!

      Danke für Deine Wünsche bez. Krankenhausaufenthalt - ich kann's brauchen.

      Mit Franco Corelli, Bastianini, di Stefano, Siepi, Leonie Rysanek, Stella, Tebaldi, Gueden, Janowitz usw. bin ich ja als Sängerknabe auf der Bühne der Wiener Staatsoper gestanden und sie auch persönlich kennenlernen dürfen. Doch davon habe ich schon oft genug schon erzählt.

      Wenns Dich interessiert plauern wir nach meinem Spitalsaufenthalt davon und lass mir Hamburg schön grüßen.

      Ich bin schon sehr nervös. Liebe Grüße und Handküsse sendet Dir Peter aus Wien. :wink: :wink: