Schreibweise von (Komponisten-) Namen

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    • Schreibweise von (Komponisten-) Namen

      Fragen der Rechtschreibung tauchen in Foren, in denen der Austausch in erster Linie schriftlich erfolgt, immer wieder mal auf. Die Frage, die mich bewegt, zielt auf spezielle Fälle, nämlich:

      Wie schreibt man Namen von Komponisten richtig?

      Zunächst ist das für mich ein technisches Problem. Durch einen Test habe ich eben festgestellt (und freue mich darüber), daß diese Namen bei Capriccio (im Unterschied zum alten Forum) korrekt wiedergegeben werden:

      Leoš Janáček
      Antonín Dvořák
      Bohuslav Martinů
      Camille Saint-Saëns

      Ihr seht, worauf ich ziele? Ich meine die "š", "č", "ř", "ů" und "ë".

      Mit "ç" wie in François geht es auch. Gibt es noch weitere Beispiele?

      So weit so gut. Allerdings habe ich obigen Text nur mit etwas Aufwand herstellen können, indem ich die kritischen Buchstaben aus anderen Quellen hierher kopiert habe. Frage: Geht das auch einfacher? Gibt es eine effektive Tastenkombination o. ä.?

      Die Frage hätte ich auch unter "Technische Fragen" einstellen können. Ich habe es nicht gemacht, weil ich hoffe, daß meine Frage schnell beantwortetwerden kann und wir zu einem weiteren verwandten Thema übergehen können, das ich gern geklärt hätte:

      Wie schreibt man russische Namen richtig, also solche, die im Original in kyrillischen Buchstaben erscheinen? Ich weiß, daß es da unterschiedliche Übertragungen gibt; vielleicht findet sich ein philologisch bewanderter Geist...?

      Worum es mir hier allerdings nicht geht: bestimmte Schreibweisen vorschreiben zu wollen. Erstens gibt es individuelle Eigenarten auch im Schreibstil, die ich gern respektiere. Zweitens finde ich, daß man nicht alles regulieren muß, auch nicht in der Rechtschreibung.
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Hallo Gurnemanz,

      ich habe mir für sowas kürzlich ein Add-On für Firefox installiert: "https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/459"

      Für russische Namen verwende ich persönlich die von der Wikipedia erarbeitete Transkription - orientiert sich am Duden. Bis auf ein paar Kleinigkeiten, die nicht reguliert sind, ist diese Schreibweise eigentlich verbindlich. Letzten Endes ist sie ja auch sehr sinnig, weil sie sich an der Aussprache im Deutschen orientiert (z. B. Endung -witsch statt -vich (englisch) etc.).

      Viele Grüße
      Holger

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Holger Sambale ()

    • Gurnemanz schrieb:

      finde ich, daß man nicht alles regulieren muß


      Lieber Gurnemanz,

      da sprichst Du mir aus der Seele.

      Allerdings kennst Du in diesem Fall das Problem: Suchst Du im Netz (Ebay, Amazon, während bei JPC alles weitstgehend geregelt ist) nach Aufnahmen von Komponisten mit tranliterierten Namen, darfst Du Dich unter Umständen durch fünf verschiedene Schreibweisen quälen und erlangst nicht selten die unterschiedlichsten Ergebnisse.

      Deshalb plädiere ich, hinsichtlich auch unserer eigenen Suchfunktion, ebenfalls für die Wiki-Schreibweise.

      audiamus

      .
      "...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms
    • Russische Namen

      Holger Sambale schrieb:

      Für russische Namen verwende ich persönlich die von der Wikipedia erarbeitete Transkription - orientiert sich am Duden.

      audiamus schrieb:

      Suchst Du im Netz [...] nach Aufnahmen von Komponisten mit tranliterierten Namen, darfst Du Dich unter Umständen durch fünf verschiedene Schreibweisen quälen und erlangst nicht selten die unterschiedlichsten Ergebnisse.

      Deshalb plädiere ich, hinsichtlich auch unserer eigenen Suchfunktion, ebenfalls für die Wiki-Schreibweise.

      Das Problem kenne ich gut, so muß man erst mal draufkommen, daß bei den französischen Amazonen nach Moussorgsky gesucht werden muß. Und Prokofieff will auch gekannt sein.

      Wiki-Schreibweise, das bedeutet z. B.:

      Modest Petrowitsch Mussorgski
      Sergei Sergejewitsch Prokofjew
      Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch
      Igor Fjodorowitsch Strawinski
      Swjatoslaw Teofilowitsch Richter
      Jewgeni Alexandrowitsch Mrawinski

      aber auch
      Igor Borissowitsch(?) Markevitch(?)

      Weil ich den sehr schätze (und wir ein Kulturforum sind 8) ), nehme ich ihn auch mit:

      Fjodor Michailowitsch Dostojewski

      Damit könnte ich gut leben.

      Vielen Dank für Eure Hinweise!
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
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      Helmut Lachenmann
    • RE: Russische Namen

      Gurnemanz schrieb:


      Das Problem kenne ich gut, so muß man erst mal draufkommen, daß bei den französischen Amazonen nach Moussorgsky gesucht werden muß.


      Oder bei italienischen Plattenfirmen nach Ciaikovsky.

      Ich halte mich eher an die englischen Transkriptionen, weil sie mir die geläufigeren und üblicheren zu sein scheinen - vor allem gerade, wenn es um Aufnahmen und um CD-Bestellungen geht. Ein Beispiel: suche ich auf amazon.de nach der Pianistin Maria Judina (Wiki-Transkription), finde ich 2 Aufnahmen. Suche ich nach Yudina (engl. Transkr.), finde ich 57.
      (Jpc hat generell eine Fehlertoleranz bei der Rechtschreibung eingebaut, die zB auch funktioniert, wenn du "Beethofen" suchst.)
      Natürlich ist die offizielle Wiki-Transkription richtiger (noch richtiger wäre die Verwendung von ISO 9), aber praktischer finde ich die englischen Transkriptionen.

      Für unsere Suchfunktion ist es aber vielleicht am besten, wenn in einem thread über einen russischen Musiker gleich alle möglichen Transkriptionen auftauchen. Das hat bei Mravinsky durch die diversen Antworten schon bestens funktioniert. Auch hier plädiere ich also für die Abwesenheit verbindlicher Regeln...

      Grüße,
      Micha
    • Wie man den Namen Joseph Haydns schreibt...

      Hallo zusammen,

      mit dem alternden Ludwig van Beethoven war meistens nicht gut Kirschen essen, aber Kindern gegenüber zeigte er eigentlich immer die besten Seiten seines Wesens. Mit Gerhard von Breuning, dem zwölfjährigen Sohn Stephan von Breunings, dem Weggefährten bereits aus Bonner Zeit, den es ebenfalls nach Wien verschlagen hatte, hatte Beethoven zwei Jahre vor seinem Tod ein regelrecht freundschaftliches Verhältnis entwickelt, in dem er durchaus nicht den Erwachsenen heraushängen ließ. Gerhard von Breuning berichtete später eine Anekdote, die er mit dem Komponsten erlebt hatte, und die ziemlich sicher wahr ist:

      Der Junge hatte zu einem Besuch Beethovens eine Zeichnung mitgebracht, die ihm sein Klavierlehrer geschenkt hatte, und auf der Haydns ärmliches Geburtshaus in Rohrau zu sehen war. Der Klavierlehrer hatte darunter geschrieben: "Johs. Haydens Geburtshaus in Rohrau". Beethoven reagierte wütend:

      - "Wer hat denn das geschrieben?"
      - "Mein Klavierlehrer."
      - "Wie heißt der Esel?", schimpfte Beethoven, "Ein solcher Ignorant will Klavierlehrer, will Musiker sein, und weiß nicht einmal den Namen eines Meisters wie Haydn richtig zu schreiben!"

      Die eigentliche Pointe der Geschichte spielte sich aber an anderer Stelle bereits ein paar Monate vorher ab (und ist belegt). Der Kopist Ferdinand Wolanek war vom Komponisten immer wieder für die Qualität der Kopierarbeiten beschimpft worden, die er für Beethoven erledigt hatte. (Angesichts von Beethovens Sauklaue war das Kopieren seiner handschriftlichen Entwürfe aber auch kein einfacher Job.) Wolanek, der die Schimpferei leid war, verabschiedete sich mit einem beißend ironischen Brief von der Mitarbeit bei Beethoven, in welchem er unter Anderem darauf hinwies, dass er vor vielen Jahren als Kopist für Mozart und Haydn gearbeitet hätte, und dass diese mit ihren Kopisten harmonischer umgegangen seien. Die hätten aber aber auch nicht so viele Dissonanzen komponiert wie der Meister, was denn wohl auf dessen dissonanten Umgang mit seinen Kopisten abfärbe.
      Als Beethoven den Brief erhielt und las, geriet er außer sich vor Wut. Er nahm den Brief (der erhalten ist) und krakelte wütende Bemerkungen darauf:

      "Dummer Kerl! Eingebildeter eselhafter Kerl! [...] Schreib-Sudler! Dummer Kerl! [...] mich belehren zu wollen, denn das ist gerade so, als wenn die Sau die Minerva lehren wollte. Beethoven."

      Aber das reichte noch nicht - und jetzt kommt's:

      "Mozart u. Haidn, erzeigten Sie die Ehre, Ihrer nicht zu erwähnen. Es war schon gestern u. schon früher beschlossen, Sie nicht mehr für mich schreiben zu machen."


      Mein Vorschlag dazu: machen wir es im Capriccio-Forum besser als der arme Wolanek. Sonst regt sich der Ludwig im Komponistenhimmel fürchterlich auf, und wer weiß, was für Beiträge wir dann in anderen Klassik-Foren über uns lesen müssen...

      Gruß
      Sarpedon

      P.S.: Der Brief Wolaneks mit den wütenden Anmerkungen Beethovens ist nachzulesen z.B. in der Herausgabe ausgewählter Briefe von A. C. Kalischer, New York 1926.
    • Das mit den Transkriptionen ist so eine Sache. Ich habe es mal für Schostakowitsch getestet und bin auf rund 20 Schreibweisen gekommen, die in Google wenigstens einen Treffer ergaben. Ich erschlage in meinem Programm das Problem mit einer Kombination aus fuzzy search (es werden auch ähnliche Schreibweisen gefunden, so wie bei JPC) und Lookup-Table. Eine Schreibweise wird als kanonisch festgelegt, alle anderen verweisen auf sie. Wenn ein neuer Name auftaucht, wird erst die Tabelle abgesucht, findet er sich dort nicht, wird anschließend nach ähnlich geschriebenen gesucht und eine Liste mit absteigender prozentualer Ähnlichkeit als Auswahlliste angeboten. Bevor ich eine Suche starte, entferne ich außerdem aus dem Suchwort alle diakritischen Zeichen und wandle es in Großbuchstaben um. Mit dem durchsuchten Text mache ich es genauso. Ich weiß nicht, ob die Suchfunktion der Forensoftware ähnliche Konzepte unterstützt. Wünschenswert wäre es, denn eine einheitliche Schreibweise bei allen gegenwärtigen und zukünftigen Forennutzern durchsetzen zu wollen ist illusorisch.

      Liebe Grüße,
      Peter Wollenberg
    • Ihr könnt euch hier gerne streiten, ich schreibe weiter Chostakovich und Tchaikovski oder wollt ihr, dass ich hier des Landes verwiesen werde????????



      Neulich habe ich gewagt, in einem Dossier Frankfurt zu schreiben statt Francfort. Das wurde mir als orthographischer Fehler angerechnet. Die spinnen , die Franzosen! :stern:



      F.Q.
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • š, č, ř, ů, ë, ñ...

      Liebe Fairy,

      Ausweisungen haben wir nun hoffentlich hinter uns, und gegen Chostakovich oder Tchaikovski habe ich überhaupt nichts einzuwenden. Mich interessiert allerdings, welche Regelungen existieren, und ich könnte mir hier bestenfalls pragmatische Vereinbarungen über Schreibweisen vorstellen. Wer sich dann aber nicht daran halten mag, weil er/sie eigene Lösungen bevorzugt, hat dafür gute Gründe und soll das so tun - für mich kein Problem.

      Ich persönlich möchte Namen gern korrekt schreiben (hat für mich auch etwas mit Respektierung des Anderen zu tun, dies allerdings weniger in Bezug auf Komponisten, die sich in der Regel nicht mehr beschweren können, sondern mehr im persönlichen Umfeld, etwa unter Kollegen), also z. B. Leoš Janáček, Dvořák, Martinů und Saint-Saëns, auch España. Deshalb noch einmal gefragt: Gibt es (im Quellcode?) einfache Tastenkombinationen oder muß ich die entsprechenden Buchstaben immer von außen hier hineinkopieren? (Daß immerhin dies geht, finde ich erfreulich.)
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Zu meiner Überraschung sehen die in Deinem ersten Post augeführten namen im Quellcode genau so aus:
      Antonín Dvořák
      Bohuslav Martinů
      Camille Saint-Saëns


      Eine pragmatische Lösung wäre eine Textdatei, aus der man die Namen jeweils herauskopiert, so daß man nicht jedesmal nach Quellen suchen muß - das könnte man auch in einem Thread hier sammeln.
    • Hallo,

      ich verweise noch mal auf meinen obigen Beitrag (offenbar habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt): wenn man Firefox benutzt und das oben verlinkte Add-On installiert hat, kann man beim Schreiben (mit einem Rechtsklick) einfach alle möglichen Sonderzeichen auswählen - aus dem Tschechischen, Türkischen, Kyrillische Schrift usw. Geht ganz einfach, genau das, wonach ich Jahre lang gesucht hat. Man kann sich sogar weitere Sonderzeichen selbst codieren - so habe ich es mit ein bisschen Mühe hinbekommen, dass ich nun auch das aserbaidschanische "Schwa" (ə) tippen kann. Ich finde es wichtig, auf diese Kleinigkeiten zu achten - man stelle sich einmal vor, in deutschen Namen würden die Sonderzeichen einfach so weggelassen, also immer a statt ä usw.

      Noch einmal zu den Konventionen bei der Umschrift aus dem Kyrillischen: die Bibliothekstransliteration ist natürlich auch sehr sinnvoll (ich benutze sie manchmal auch), aber etwas unpragmatisch (Dmitrij Šostakovič, Rodion Ščedrin etc.). Diese ganzen länderspezifischen Transkriptionen sind eigentlich eine sehr gute Sache, weil sie versuchen, die Aussprache der russischen Namen in der jeweiligen Sprache bis zu einem gewissen Grad möglichst adäquat wiederzugeben. Wenn ich mir dann noch überlege, dass es streng genommen ein Rechtschreibfehler ist, wenn man z. B. die englische Version benutzt, dann gibt es für mich keine andere Wahl, als sich der deutschen Schreibweise zu befleißigen. Ich gebe allerdings zu, dass dies mit einem gewissen Aufwand verbunden ist - bevor ich mich selbst mit russischer Musik befasst habe und darüber in der Wikipedia geschrieben habe, kannte ich mich damit auch nicht aus. Mittlerweile differenziere ich sogar bei ukrainischen und weißrussischen Namen, die eine andere Transkription erfordern (z. B. Walentyn Sylwestrow statt russisch Walentin Silwestrow, Jauhen Hlebau statt Jewgeni(j) Glebow etc.).

      Zu Markevitch (sehe gerade, dass dieser Name unten erwähnt wurde): dass die Wikipedia sich hier nicht strikt an der deutschen Transkription orientiert, liegt daran, dass Markevitch so gut wie sein ganzes Leben im Ausland verbracht hat und dabei eben diese Schreibweise gewählt hat. "Igor Borissowitsch Markevitch" ist allerdings eine Vermengung, m. E. entweder Igor Markevitch oder Igor Borissowitsch Markewitsch oder eben ukrainisch Ihor (Boryssowytsch) Markewytsch (er kam ja aus der Ukraine).

      Ansonsten will ich abschließend betonen, dass ich selbst auch nicht auf ein verbindliches Regularium poche - bloß möchte ich persönlich korrekt schreiben.

      Viele Grüße
      Holger

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Holger Sambale ()

    • Lieber Holger,

      ich habe mir das Add-On herunter geladen und ausprobiert. Vielen Dank für diesen Hinweis, denn es entspricht ideal den Bedürfnissen, die ich auch immer wieder habe. Ich schließe mich deshalb gerne der Empfehlung an.

      Allerdings erhöht sein korrekter Gebrauch noch das eigentliche Problem der einheitlichen Schreibung, das ja schon bei so relativ einfachen Dingen wie dem in unserer Sprache unnötigen 'y' bei Tschaikowskij anfängt und nur zur Gewohnheit geworden ist, weil Plattencover nun mal für den anglo-amerikanischen Markt gestaltet werden. Saint Saens oder Saint-Saëns ließen sich ja noch relativ einfach finden, aber Chostakovich? Wohlgemerkt, ich denke nicht an Schreibvorschriften, sondern an die Suche. Gerade weil Du nicht so viel über ihn schreibst, dass jeder sofort weiß, dass es da was geben müsste, werden Deine Beiträge in einer Suche nach Postings zu diesem Komponisten wohl unter den Tisch fallen.

      Vielleicht ist es wirklich am besten, wenn wir einen Thread mit korrekten Schreibweisen erstellen, die von einem Mod regelmäßig im ersten Posting alphabetisiert werden, und die jeder in einem offenen Tab verfügbar halten und kopieren kann - jedenfalls bei der Anlage der Tags, wo die einheitliche Schreibweise am meisten gefordert ist.

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Holger Sambale schrieb:

      [...] wenn man Firefox benutzt und das oben verlinkte Addon installiert hat, kann man beim Schreiben (mit einem Rechtsklick) einfach alle möglichen Sonderzeichen auswählen - aus dem Tschechischen, Türkischen, Kyrillische Schrift usw. Geht ganz einfach [...]

      Jetzt habe ich es verstanden: Add-On "abcTajpu" ist installiert und es funktioniert in der Tat einfach, wirklich intelligent gemacht! Herzlichen Dank!
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Holger Sambale schrieb:

      Mittlerweile differenziere ich sogar bei ukrainischen und weißrussischen Namen, die eine andere Transkription erfordern
      Wer wird nicht einen Klopstock loben
      Doch wird ihn jeder lesen, nein.
      Wir wollen weniger erhoben
      Und dafür mehr gelesen sein.


      Lieber Holger,

      was ich Dir mit diesen Zeilen des hochgeschätzen UND gerne gelesenen G. E. Lessing sagen möchte, ist wohl klar. Dein Anliegen ist lobenswert, aber wenn der Unkundige nach Schedrin sucht und weder die kyrillische Schreibweise des Namens kennt, noch die richtige Transliteration und darüber hinaus nicht einnal mit Firefox unterwegs ist oder ihm das Plugin fehlt, findet er Deine Beiträge nicht. Da ist Pragmatik gefordert. Wir sollten doch nicht päpstlicher sein als die deutschen Einwanderungsbehörden. Nach meiner Heirat reiste meine Frau mit unserem Familienstammbuch gewappnet in ihre Heimatstadt, um sich einen neuen Paß machen zu lassen. Aus dem Wo... wurde ein kyrillisches Bo..., das anschließend korrekt nach geltender internationaler Norm in ein französisches Vo.. transkribiert wurde. Herr Wollenberg war nach dieser Prozedur also mit Frau Vollenberg verheiratet. Bei der späteren Einbürgerung hat Mme. dann aber ohne Probleme ihr Wo.. wiederbekommen.
      Ich halte dafür, daß wir uns für die Komponistennamen vernünftigerweise auf die Wikipedia-Schreibweise einigen, denn die Wikipedia nutzt einen "fuzzy search"-Algorithmus, genau wie Google. Dadurch finden Suchende schnell zur "richtigen" Schreibweise und wenn sie von dort weitergoogeln, finden sie uns. Das Plugin werde ich aber dennoch installieren, vielen Dank für den Hinweis.

      Das Thema hat großes Potential für eine Abstimmung, ist Moderatorenvolk anwesend?

      Liebe Grüße,
      Pjotr Pavlowitsch Wollenberg
    • Hallo,

      also noch einmal zur Klarstellung: wir können uns gerne auf die Wikipedia-Schreibweise einigen - ich verwende sie ohnehin. Ukrainische und weißrussische Namen werden dort eben auch entsprechend transkribiert. Ich verdanke mein Wissen über diese Angelegenheit ja auch der Wikipedia; die dortigen Normen für Umschriften sind vor einiger Zeit ziemlich lange diskutiert worden (unter Mitwirkung eines Slawistik-Professors aus Tübingen). Die wissenschaftliche Transliteration ist zwar sehr schön, aber wie gesagt eher unpragmatisch, und daher schreibe ich Rodion Schtschedrin statt Rodion Ščedrin, Dmitri Schostakowitsch statt Dmitrij Šostakovič (Chostakovich ist übrigens eine Mischung aus englischer und französischer Transkription).

      Das Add-On ist in der Tat sehr schön und wird von mir täglich verwendet, eine enorme Erleichterung. Macht richtig Spaß, damit zu arbeiten...

      Viele Grüße
      Holger
    • Guten Morgen.

      Saint-Saëns, Saint-Saëns, Saint-Saëns. - Endlich! - Danke lieber Holger! Diese Möglichkeit ist mir wirklich abgegangen und ich freue mich sehr, endlich ê, ë, ç und so weiter schreiben zu können :juhu: :juhu: :juhu: .
      -
      Ich könnte mir vorstellen gewisse Namen weiterhin individuell zu schreiben (eine Buchstabennebeneinanderstellungen gefallen mir optisch ganz einfach besser als die in der Wiki verwendeten), in Klammer aber die Wiki-Schreibweise anzuhängen.

      Was haltet ihr von diesem Kompromiss?

      Grüße aus Wien

      Bernhard


      "Alles Syphilis, dachte Des Esseintes, und sein Auge war gebannt, festgehaftet an den entsetzlichen Tigerflecken des Caladiums. Und plötzlich hatte er die Vision einer unablässig vom Gift der vergangenen Zeiten zerfressenen Menschheit."
      Joris-Karl Huysmans
    • Holger Sambale schrieb:


      Das Add-On ist in der Tat sehr schön und wird von mir täglich verwendet, eine enorme Erleichterung. Macht richtig Spaß, damit zu arbeiten...

      Stimmt. Eine Frage, lieber Holger, auch wenn es nicht unmittelbar hierhin gehört: Läßt sich das Add-On auch irgendwie in Word integrieren und verwenden?
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Gurnemanz schrieb:

      Läßt sich das Add-On auch irgendwie in Word integrieren und verwenden?


      ...und gibt es auch eins für Opera?
      (Damit ich auch so tolle Sachen machen kann wie Hildebrandt)


      Außerdem freuen wir uns über weitere Meinungen, damit wir, zu welchem Konsens auch immer wir hier kommen (notfalls mit Abstimmung :D ), irgendwann diese Problematik in das FAQ-Regelwerk einfügen können.


      audiamus


      .
      "...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms
    • Hallo,

      leider habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, das Add-On auch in Word (bzw. OpenOffice) zu integrieren - wäre ja schön... Bei Open Office bemühe ich im Moment für solche Sachen immer die "Sonderzeichen"-Funktion, das geht auch, ist aber nicht ganz so praktisch wie abcTajpu. Ich weiß nicht, ob es dazu ein Äquivalent in Word gibt (verwende seit einiger Zeit nur noch OpenOffice, weil auf meinem Laptop kein Microsoft Office installiert ist)? Ich muss aber gestehen, dass ich eigentlich kein großer Experte in Sachen Computer bin - nur sehr hartnäckig, wenn es um mir wichtige Dinge geht, und korrekte Schreibweisen gehören nun mal zu den mir wichtigen Dingen...

      Mit Opera kenne ich mich ebenfalls nicht aus. Wenn ich richtig informiert bin, sind die zahlreichen Add-Ons allerdings in dieser Masse eine Besonderheit von Firefox: die meisten stammen wohl von Privatleuten. Dieses Phänomen ist - wenn ich recht informiert bin - durch die Open Source-Lizenz von Firefox zu erklären (d. h. laut Wikipedia ganz grob gesagt: jedermann kann, so er denn will, den Quelltext einsehen, was den Weg für private Computerspezialisten natürlich frei macht). Mehr weiß ich aber auch nicht - bin wie gesagt alles andere als ein Experte darin.

      Übrigens habe ich eben festgestellt, dass unsere Suchfunktion Sonderzeichen bis zu einem gewissen Grade akzeptiert: habe eben mal nach "Mugam" gesucht, und obwohl hier nur ein Beitrag mit der Schreibweise "Muğam" existiert, konnte dieser ausfindig gemacht werden. Ähnlich für "Yalcin" bzw. "Yalçın" oder "Scedrin" / "Ščedrin".

      Viele Grüße
      Holger