Schreibweise von (Komponisten-) Namen

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    • Maldoror schrieb:

      in Klammer aber die Wiki-Schreibweise anzuhängen
      Das halte ich für etwas unelegant. Dafür sollte man vielleicht eher auf die Tags zurückgreifen. Jeder könnte die Namen im Text schreiben, wie er lustig ist. Solange die Normschreibweise als Tag angefügt wird, ist der Beitrag durch die Suchfunktion immer auffindbar, oder habe ich da etwas flasch verstanden?
      Frage an die technisch Versierten: Wäre es möglich, per SQL-Script ein automatisches Tagging der Beiträge zu organisieren. Irgendwo in der Datenbank gäbe es eine Liste der verschiedenen Namensschreibweisen, wird eine davon im Text erkannt, fügt das Script dem Beitrag die Normschreibung als Tag hinzu.

      Liebe Grüße, Gruppetto

      und für Dich eine extra Sig:

      Mehr noch als die Religion begeht der Zynismus den Irrtum, dem Menschen zuviel Aufmerksamkeit zu widmen.
      Cioran, Syllogismen der Bitterkeit
    • gruppetto schrieb:

      Solange die Normschreibweise als Tag angefügt wird, ist der Beitrag durch die Suchfunktion immer auffindbar, oder habe ich da etwas flasch verstanden?


      So sieht es aus.
      Wenn denn das Tagging a) angenommen und b) konsequent durchgehalten wird.

      Ich denke, auch hierzu werden wir mal eine Meinungserhebung starten.


      audiamus

      .
      "...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms
    • gruppetto schrieb:

      und für Dich eine extra Sig:

      Mehr noch als die Religion begeht der Zynismus den Irrtum, dem Menschen zuviel Aufmerksamkeit zu widmen.
      Cioran, Syllogismen der Bitterkeit


      Merci Gruppetto! - Leider bin ich ja unkonsequent und kann es nicht lassen, den Menschen immer wieder Aufmerksamkeit zu schenken (am meisten natürlich mir selbst . . . . :pfeif: ).

      -

      Das mit dem Tagging ist eindeutig die schönere Lösung - muß ich mich mal mit beschäftigen.

      Lieben Gruß zurück

      Bernhard


      "Alles Syphilis, dachte Des Esseintes, und sein Auge war gebannt, festgehaftet an den entsetzlichen Tigerflecken des Caladiums. Und plötzlich hatte er die Vision einer unablässig vom Gift der vergangenen Zeiten zerfressenen Menschheit."
      Joris-Karl Huysmans
    • Die hier: Прокофьев

      Alles Andere sind Transkriptionen; und je nachdem, wann transkribiert, in welche Sprache (englisch oder deutsch etc.) gibt es da Unterschiede. Deshalb kann man auch nicht ohne Weiteres sagen "richtig" oder "falsch".
      Ich würde im Deutschen "Prokofjew" schreiben, im Englischen lese ich meistens "Prokofiev". Das mit dem Doppel-f halte ich für recht altertümlich.
      Lucius Travinius Potellus
      Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)
    • Travinius schrieb:

      Ich würde im Deutschen "Prokofjew" schreiben, im Englischen lese ich meistens "Prokofiev".
      Ich sehe gerade, imslp findet unter allen drei Varianten immer die gleichen Ergebnisse, zumindest dort ist es also egal ob man die deutsche oder englische Version nimmt. Ob Amazon da unterscheidet, oder ob man, wenn man z.B. nach "Prokofieff" sucht, die Ergebnisse mit anderen Schreibweisen gar nicht angezeigt bekommt, weiß ich aber nicht.
    • Das mit -ff war/ist auf Französisch üblich: Boeuf Strogonoff. Oder Rimsky-Korsakoff. Oder eben Prokofieff, gleichtwertig mit Prokofiev.
      Auf Russisch werden die Endkonsonanten in der Regel lautlos ausgesprochen. Und Französisch ist lange die Sprache der russischen Intelligentsia gewesen. Deshalb haben viele Russen selber für den eigenen Namen die französische Transkription benutzt, oft mit Vorliebe für das -ff.

      Das haben die Engländer übernommen. Auf Englisch schreibt man z.B. Rachmaninoff und Tchaikovsky (obwohl man es Chaikovsky schreiben könnte, wie Churchill).

      Die einzig internationale Transkription wäre die slawistische Transliteration mit den diakritischen Zeichen, die auf denen des Tschechischen basiert sind.
      Da hätte man Čajkovskij und Prokof'ev.


      EDIT: wurde aufgrund des Beitrags 152 von zabki verbessert.
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Man unterscheidet die sog. wissenschaftliche Transliteration von Transkriptionen (z.B. Duden-Transkription).
      Die Transliteration legt besonders Wert auf eineindeutige Abbildung zwischen Ausgangs- und Zielschrift, die Transkriptionen versuchen, der Aussprache in einer für den Laien lesbaren Form nahezukommen (ist dann natürlich sprachabhängig).
      Beisp.:
      Prokof'ev (Transliteration)
      Prokofjew (Transkription).
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Endkonsonanten stimmlos, nicht lautlos ;+)

      Es gab angeblich mal eine Ausgabe bekannter russischer Romane, die die wissenschaftliche Transliteration, aber ohne die Haceks u.a. Zeichen verwendete. Ein Serjoscha hieß dann auf einmal Seresa... Das halte ich für Unfug. Aus Gründen der Lesbarkeit sollte man die wiss. Transliteration auf entsprechende Texte beschränken.

      Ich bin da munter inkonsistent; Prokofieff schreibe ich mal so, mal so. Tschaikovsky ebenso wie Tschaikowskij. Die üblichste deutsche ist wohl wie die zweite; das kyrillische "b" immer als w und die i+ i kratkoje-Endung als ij. Bei vielen Künstlern hat sich aber die "internationale" (= englische) Schreibweise so eingebürgert, dass ich mir zB bewusst sagen muss, dass der Pianist Pletnjow heißt, nicht Plätnäff
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)
    • merkatz schrieb:

      Ich sehe gerade, dass es auf den unterschiedlichen CDs gleich drei unterschiedliche Schreibweisen des Komponisten gibt:

      Prokofieff
      Prokofiev
      Prokofjew

      Es fehlt Prokofiew. So schreibe ich seit jeher diesen Komponisten.

      Ich habe es mir abgewöhnt, bei der Schreibweise der Namen russischer bzw. sowjetischer Komponisten und Interpreten in irgendeiner Weise "korrekt" sein zu wollen, sondern schreibe sie so, wie ich es bei der Erstbegegnung mit diesem Namen kennengelernt habe. Das dann aber einheitlich. Also im Falle z.B. von Swjatoslaw Richter "Swjatoslaw" statt "Sviatoslav" oder (was man auch gelegentlich mal findet) "Svjatoslav", im Falle von Jewgenij Swetlanow "Jewgenij" statt "Evgeni" und "Swetlanow" statt "Svetlanov", im Falle von Sergej Rachmaninow "Sergej" statt "Sergei" oder "Serge" und "Rachmaninow" statt "Rachmaninoff", "Rachmaninov" oder gar "Rakhmaninov".
    • In den meisten Bibliotheken findet man heute auch oft Čajkovskij statt Tschaikowski(j). Ich suche mich jedesmal blöd, wenn ich unter "T" anfange...
      Manchmal findet man unter "T" auch ein Kärtchen "Tschaikowski siehe Čajkovskij".
      Ich kann mich daran aber nicht gewöhnen, in meiner Sammlung bleibe ich auch hier bei Tschaikowskij.
      Lucius Travinius Potellus
      Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)
    • Travinius schrieb:

      Manchmal findet man unter "T" auch ein Kärtchen "Tschaikowski siehe Čajkovskij".
      Es gibt noch Bibliotheken mit "Kärtchen", aber das sollte doch die große Ausnahme sein?
      Kein "OPAC" vorhanden?
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • zabki schrieb:

      Travinius schrieb:

      Manchmal findet man unter "T" auch ein Kärtchen "Tschaikowski siehe Čajkovskij".
      Es gibt noch Bibliotheken mit "Kärtchen", aber das sollte doch die große Ausnahme sein?
      Kein "OPAC" vorhanden?


      In einen digitalisierten Katalog besitzenden Institutionen wie der Düsseldorfer Musikbibliothek findet man ein Pappschildchen am Regal bei "T", das auf "C" bei Tschaikowsky verweist.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Danke, Peter, das war es, was ich sagen wollte.

      Ich schätze übrigens die Düsseldorfer Bibliothek sehr, da habe ich viel Interessantes gefunden. Du solltest mal in München reinschnuppern... aber das ist off-topic.

      Back to Topic:

      Weiß jemand, wie man den Namen Martinů korrekt ausspricht? Was das Kringelchen über dem "u" bedeutet?
      Lucius Travinius Potellus
      Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)
    • Das englische Wikipedia hilft da weiter

      (Czech: [ˈboɦuslaf ˈmarcɪnuː]


      Demnach bezeichnet es eine Länge des Vokals.
      "http://en.wikipedia.org/wiki/Bohuslav_Martin%C5%AF"

      HTH

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Travinius schrieb:

      Was das Kringelchen über dem "u" bedeutet?
      Es gibt auf Tschechisch zwei lange u: ú und ů, deren Aussprache identisch ist.
      Der Unterschied ist etymologisch. Das ů ist ein langes u, das aus der Lautverschiebung eines o kommt (das Kreisle auf dem u ist eigentlich ein kleines o).
      So findet man z.B. im Dativ Plural im Tschechischen -ům, wo auf Slowakisch -om vorkommt. Im Genitiv Plural hat man auf Tschechisch -ů, wo das Slowakische -ov hat.
      Und so ist man bereits bei Martinů. Familiennamen in -ů (die hauptsächlich in Mähren vorkommen), sind ein Genitiv Plural. Martinů: der Martins. Ein weiteres Beispiel ist die Sopranistin aus Brünn Hana Janků. Bohuslav Martinů kam aus Polička, einem Städtchen an der Grenze zwischen Böhmen und Mähren.

      Sonst ist wie immer auf Tschechisch die Betonung auf der ersten Silbe und das "i" erweicht das t (fast wie tj).
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Travinius schrieb:

      In den meisten Bibliotheken findet man heute auch oft Čajkovskij statt Tschaikowski(j). Ich suche mich jedesmal blöd, wenn ich unter "T" anfange...
      Dasselbe wollte ich auch gerade schreiben. Gerade die Münchner Musikbibliothek hat mich anfangs hinters Licht geführt, als ich vergeblich Tschaikowsky unter T gesucht habe...
    • andante schrieb:

      Travinius schrieb:

      In den meisten Bibliotheken findet man heute auch oft Čajkovskij statt Tschaikowski(j). Ich suche mich jedesmal blöd, wenn ich unter "T" anfange...
      Dasselbe wollte ich auch gerade schreiben. Gerade die Münchner Musikbibliothek hat mich anfangs hinters Licht geführt, als ich vergeblich Tschaikowsky unter T gesucht habe...


      Im Regal gesucht? Dann verstehe ich das.

      Im Katalog alter Art (Zettelkatalog) müßte eine sog. Verweisung stehen "Tschaikowsky, ... siehe C...,
      und ein Online-Katalog sollte auch unter den verschiedenen Namensformen dieselben Ergebnisse bringen ("sollte"...)
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Das mit dem C ist halt die RAK-WB-gemäße Transliterierung des kyrillischen Buchstabens, und da Onlinekataloge bei Namen auf eine Normdatei zurückgreifen (zumindest in wissenschaftlichen Bibliotheken) sind die entsprechenden Verweisungen und Verknüpfungen dort auch gemacht.
      Ein Mann, der kleine Kinder und Hunde haßt, kann kein so schlechter Mensch sein. (W. C. Fields)