Kleine Aussprachehilfe benötigt!

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    • Wenn sich man einmal die Ka-Ko-Ku-Tsche-Tschi-Regel gemerkt hat, sind solche Namen überhaupt kein Problem mehr:
      Ca, co und cu spricht man im Italienischen mit "k" aus, ce und ci mit "tsch".
      Will man "ke" oder "ki" ausgesprochen haben, muss man ein h zur Hilfe nehmen: che und chi.

      Analog im Spanischen: Ka-ko-ku-se-si (gelispeltes stimmloses s); hier hilft das qu für den K-Laut aus: "ke" und "ki" schreiben sich "que" und "qui".

      Im Lateinischen kann man letztlich machen, was man will, weil so ziemlich jede Aussprachevariante begründbar ist... Aber als Standard für den Lateinunterricht in deutschen Schulen ist meines Wissens festgelegt, dass das "C" immer als "K" gesprochen wird. Das berüchtigte Beispiel dafür ist "Käsar und Kikero gingen in den Kirkus." Schön ist das nicht. Dass aus "Markus" im Vokativ "Marze" würde, ist allerdings auch nicht schön.

      Grüße
      vom Don
    • Ja, "zampus" ist in jedem Falle falsch und wir haben *eigentlich* auch "Käsar" gelernt, allerdings nicht v wie u und das "ae" sprach man klassisch wohl auch noch nicht als einen Laut. Aber die meisten älteren Lehrer sprachen nach wie vor "traditionell", d.h. c vor hellen Vokalen als z, insofern war der Unterricht nicht so ganz konsequent. Ich finde das auch nicht so wahnsinnig wichtig, man sollte es zwar wissen, aber wenn heute Latein gesprochen wird, wird es normalerweise eher italienisch als klassisch ausgesprochen (oder was auch immer sich in dem jeweiligen Land in Jahrhunderten meist kirchlicher Praxis eingebürgert hat).
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Kleine Ergänzung zum Don - zwei Merkwörter:

      "cc" wird ausgesprochen wie in "Capriccio" - z. B. Nucci, Piccini, ...
      "cch" wird ausgesprochen wie in "Pinocchio" - z. B. Gnocchi, Macchiavelli, ...

      Gruß
      MB

      :wink:
      Un homme d'esprit est perdu s'il ne joint pas à l'esprit l'énergie de caractère. Quand on a la lanterne de Diogène, il faut avoir son bâton. (Nicolas-Sébastien de Chamfort)
    • Die Österreicher sind ins Schöne verliebt, ich wurde seinerzeit also angenehmerweise auf Zäsar und Zizero getrimmt. Ich kenne auch keinen Menschen hier, der der K-Mode folgt. Aber zu den ganz Jungen fehlt mir hier der Draht.
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Ich kann mich nicht erinnern, dass in einem Lehrbuchtext nicht v und u typographisch unterschiedlich gewesen wären. Ich weiß nicht genau, wann ich zum ersten Mal kapiert habe, dass das im Grunde der gleiche Laut und meistens auch der gleiche Buchstabe gewesen ist. Vermutlich im Museum in Köln in der 10. Klasse oder so. Jedenfalls erst nach vielen Jahren.

      EDIT: Ein didaktisch mieses Lateinbuch hatte ich: "Ianua nova"; ich glaube, mein Bruder hatte es zwei Jahre später auch noch, danach (bei meiner Schwester) wurde auf die neueste Bornemann-Ausgabe gewechselt (und es gab einen Lehrer an der Schule, der bei Gelegenheit hervorhob, dass er an dieser Neuauflage mitgewirkt hatte)
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Cherubino schrieb:

      Graziella Sciutti: Skiutti oder Schutti?
      Leo Nucci: Nucki oder Nutschi?
      Saverio Mercadante: Merzadante oder Merkadante?

      In allen drei Fällen die zweite Variante. Warum denn auch nicht? Vor a, o, u ist c immer wie ein k, vor e und i wie ein tsch. Soll c vor i wie in k gesprochen werden, muss es mit einem h kombiniert sein. Ähnlich ist es beim g.

      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    • Ich beschäftige mich gerade mit dem Komponisten Agostino Steffani und da es zu ihm hier im Forum noch keinen eigenen Thread gibt, stelle ich die Frage eben hier: Wie spricht man eurer Meinung nach seinen Nachnahmen korrekt aus?
      Rein intuitiv habe ich ihn auf der ersten Silbe betont (also StEffani). Dann bin ich über eine kurze Passage in Donna Leons Roman über den Komponisten ("Himmlische Juwelen") gestolpert:
      (Zitat aus dem Roman:) "Ja, du hast recht. Es geht um Steffani." Sie betonte den Namen auf der ersten Silbe, wie jeder Italiener es tun würde. Wie Steffani es nicht getan hatte.

      Da habe ich kurz nachgedacht und mich an meinen Italienischunterricht erinnert und festgestellt, dass im Italienischen ja im Regelfall auf der vorletzten Silbe betont wird (also SteffAni). Jeder Italiener würde den Namen doch also vermutlich erst einmal auf der zweiten Silbe betonen, nicht auf der ersten. ich habe ihn inzwischen auch schon ao ausgesprochen gehört. Aber was ist richtig?
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde
    • Keine Ahnung, was die generelle Regel im Italienischen wäre (und ob die für Namen bzw. im 17. Jhd. schon galt) aber rein intuitiv habe ich immer auf der vorletzten betont. Wie betont man denn den ital. Vornamen "Stefano"? Ich intuitiv auch auf dem a.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Der Vorname Stefano wird ˈstεːfano ausgesprochen, also Betonung auf der ersten Silbe (wie auch beim Sänger Giuseppe di Stefano). Beim Eigennamen des Komponisten würde ich mich nicht festlegen, aber vermuten, dass das verdoppelte "f" zu einer "Teilung" des Wortes und damit zur Betonung auf der 2. Silbe führt: ˈstεf-fa:no.
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur
    • Ich habe immer Stéfano gehört (auf der ersten Silbe betont). Für Steffani habe ich gerade einen befreundeten italienischen Musiker gefragt, der mir sagt, er spreche es Steffàni aus - Betonung auf der 2ten Silbe - aber er sei nicht 100%ig sicher.
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Weitere Bestätigung: Stefano ist Stéfano, und man findet in italienischen Webseiten Steffàni auch so geschrieben (mit ausgeschriebenem Akzent). Die Verdoppelung des f bewirkt die Verschiebung der Betonung.
      Und wie immer auf Italienisch müssen doppelte Konsonanten deutlich ausgesprochen werden: Stef-FA-ni.
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Jou, nennt sich dann halt eingedeutscht. In dem Fall wäre es sicher auch nicht schwer, Wla'dihmir zu sprechen, aber spätestens bei Mikhail Pletnev ist es dann doch ganz sinnvoll, eine einheitlich eingedeutschte Aussprache für alle Gurgeln anzubieten.. Aber dass der Duden da 'stäffani will, wundert mich etwas, ich kenne die Betonung auch auf der zweiten Silbe.
    • Aber Eindeutschen müsste doch auch die ARD scheiße finden.

      Sagt doch, anders als in Sechzigern, niemand mehr "L e o n h a r d Bernstein" sondern "Lennard" (die Aussprache des deutsch-ukranisch-amerikanischen Nachnamens ist bei Bernstein aber ein wirkliches Riesenproblem). War ja auch Dschordsch Bush und nicht "Georg Busch".

      Wozu dann den armen Wladímir zum Wládimir machen? Ist doch kein Zungenbrecher, ihn korrekt auszusprechen?

      Steht Pletnjow denn richtig in der Aussprachedatenbank oder anglisiert, so dass er seinen eigenen Namen kaum wiedererkennt?
      Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.
    • Philbert schrieb:

      Ich habe immer Stéfano gehört (auf der ersten Silbe betont). Für Steffani habe ich gerade einen befreundeten italienischen Musiker gefragt, der mir sagt, er spreche es Steffàni aus - Betonung auf der 2ten Silbe - aber er sei nicht 100%ig sicher.
      Ich denke, es ist regional unterschiedlich. Wir haben ja in Deutschland auch unterschiedliche Dialekte und Aussprachen bei manchen Worten.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • ThomasBernhard schrieb:

      Sagt doch, anders als in Sechzigern, niemand mehr "L e o n h a r d Bernstein" sondern "Lennard" (die Aussprache des deutsch-ukranisch-amerikanischen Nachnamens ist bei Bernstein aber ein wirkliches Riesenproblem).

      Justus Frantz hat noch in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre von "Leon(h)ard Bernstein" (Nachname wie der entsprechende Edelstein auf deutsch) gesprochen.

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler