Kleine Aussprachehilfe benötigt!

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    • Dank an Tschabrendeki auch von mir. Ich bin immer sehr an diesen Dingen interessiert und bemühe mich auch um eine korrekte Aussprache. Leider gelingt dies dennoch nur selten - nicht einmal deswegen, weil man nicht immer einen Muttersprachler zur Stelle hat. Das Internet und die einschlägigen Aussprachehilfen, wie DUDEN Band 6, kann ich als gelernter Sprachwissenschaftler schon interpretieren - aber merken kann ich mir die Besonderheiten nicht mehr in meinem Alter. Schließlich ist es nicht gleichgültig, ob der Name aus dem Russischen, dem Serbokroatischen, dem Polnischen, dem Tschechischen ... stammt. Auch die diakritschen Zeichen können jeweils Unterschiedliches meinen.

      ( ;+) :thumbup: ) Ungarisch stellt für den naiven Mitteleuropäer außerhalb Ungarns ohnehin eine Zumutung allererster Ordnung dar. Es ist mir ein Rätsel, wie der geborene Ungar diese Sprache zu lernen vermag. Was bin ich stolz, den Namen der Stadt Hodmeszövasarhely (hier Fassung ohne diakritische Zeichen) richtig schreiben zu können (nur ohne diakritische Zeichen allerdings). An der Aussprache übe ich täglich zu den Zeiten, an denen der orthodoxe Muslim seine Gebete zu verrichten hat. Ich spüre die Fortschritte.

      Man kann das Spiel freilich auch aufgaben. Der in München tätige Dirigent und Komponist Alexander Brezina aus Prag, welcher seinen (leider allzu frühen) Lebensabend in unserer Ortschaft verbrachte, ein sehr freundlicher, liebenswürdiger Mensch, hat sich am Telefon schließlich mit der Ironie der Verzweiflung nur noch als "bret'si:na" gemeldet - obwohl das wahrlich nicht die korrekte Aussprache darstellt.

      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • andréjo schrieb:

      Was bin ich stolz, den Namen der Stadt Hodmeszövasarhely (hier Fassung ohne diakritische Zeichen) richtig schreiben zu können


      ehm... meinst du Hódmezővásárhely? :D
      (heißt übrigens soviel wie "Biberfelmarkflecken" (hód = Biber, mező = Feld, Wiese, vásár = Markt, hely = Ort, Ortschaft)

      LG
      Tamás
      :wink:
      "Vor dem Essen, nach dem Essen,

      Biber hören nicht vergessen!"


      Fugato
    • Gurnemanz schrieb:

      Oder wie in "Ofen", nur eben kurz


      Damit hast Du sicherlich recht, lieber Gurnemanz.
      Das kurze (unakzentuierte) „o“ im Ungarischen ist ja ein kurzes sogenanntes „geschlossenes o“ und wird wie ein standarddeutsches kurzes „u“ (Kunst, putzen, kurz) bzw. der englische Vokal in „put“, „wood“ ausgesprochen. Das deutsche kurze „o“ (noch, Pforte, Koffer) ist ein sogenanntes „offenes o“, zu dem es eine entsprechende Länge im Deutschen, übrigens auch im Ungarischen, nicht gibt, wohl aber im Italienischen (rosa, zona) und im Englischen (saw, Paul).

      Im übrigen: Ungarisch ist tatsächlich eine wunderschöne Sprache und sie ist – anders als es oft angenommen wird – leichter erlernbar als die meisten indogermanischen Sprachen.

      Grüße von Auscultator :wink:
      Mozart und Beethoven reichen bis zum Himmel – Schubert kommt von dort. Oskar Werner
    • Auscultator schrieb:

      as kurze (unakzentuierte) „o“ im Ungarischen ist ja ein kurzes sogenanntes „geschlossenes o“ und wird wie ein standarddeutsches kurzes „u“ (Kunst, putzen, kurz) bzw. der englische Vokal in „put“, „wood“ ausgesprochen. Das deutsche kurze „o“ (noch, Pforte, Koffer) ist ein sogenanntes „offenes o“, zu dem es eine entsprechende Länge im Deutschen, übrigens auch im Ungarischen, nicht gibt, wohl aber im Italienischen (rosa, zona) und im Englischen (saw, Paul).


      Also zur Aussprache euer offenes "o" kann ich nichts beifügen, aber das ungarische kurze "o" ist sicherlich kein "u", wie in "Kunst", es sei denn ihr spricht das Wort "Konst" aus. Kurzes "o"ist eben ein kurzes "o" und kurzes "u" ist ein kurzes "u".

      Hier ein (musikalisches) Beispiel zur Aussprache des kurzen "o" (klick auf das Lautsymbol):
      'http://szotar.magyarnemet.hu/szotar/magyar-nemet/kotta'

      LG
      Tamás
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      Fugato
    • Tschabrendeki schrieb:

      Kurzes "o"ist eben ein kurzes "o" und kurzes "u" ist ein kurzes "u"

      So einfach ist es nun doch nicht. Es war vom Standardhochdeutschen die Rede, nicht von (süddeutschen) dialektalen Lautfärbungen, bei den "ob" und vielleicht auch "Koffer" wohl schon mal wie /ub/ und /Kuffer/ klingen mögen.
      Vielen Dank für den Link! Aber ich kenne mich schon ein wenig aus ...

      Grüße von Auscultator :wink:
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    • Auscultator schrieb:


      Im übrigen: Ungarisch ist tatsächlich eine wunderschöne Sprache und sie ist – anders als es oft angenommen wird – leichter erlernbar als die meisten indogermanischen Sprachen.



      Das erste ja, zweifellos, das zweite trifft nur für genial Begabte zu. Leider zähle ich nicht dazu. Bei mir reicht es nur, Hodmezövasarhelykutasipuszta (jetzt ohne Akzente geschrieben) halbwegs richtig über die Zunge zu bringen. ?(
      ______________________

      Homo sum, ergo inscius.
    • Auscultator schrieb:

      Tschabrendeki schrieb:

      Kurzes "o"ist eben ein kurzes "o" und kurzes "u" ist ein kurzes "u"

      So einfach ist es nun doch nicht. Es war vom Standardhochdeutschen die Rede, nicht von (süddeutschen) dialektalen Lautfärbungen, bei den "ob" und vielleicht auch "Koffer" wohl schon mal wie /ub/ und /Kuffer/ klingen mögen.
      Vielen Dank für den Link! Aber ich kenne mich schon ein wenig aus ...

      Grüße von Auscultator :wink:


      Genau. Und du hast gesagt, Ungarisches kurzes "o", wär Standarddeutsch kurzes "u", das stimmt aber nicht. Ungarisches kurzes "o" ist ein kurzes "o". Hör dir mal das Beispiel an...

      LG
      Tamás
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      Fugato
    • Waldi schrieb:

      Auscultator schrieb:


      Im übrigen: Ungarisch ist tatsächlich eine wunderschöne Sprache und sie ist – anders als es oft angenommen wird – leichter erlernbar als die meisten indogermanischen Sprachen.



      Das erste ja, zweifellos, das zweite trifft nur für genial Begabte zu. Leider zähle ich nicht dazu. Bei mir reicht es nur, Hodmezövasarhelykutasipuszta (jetzt ohne Akzente geschrieben) halbwegs richtig über die Zunge zu bringen. ?(


      :D

      Ihr scheint den Gegend von Hódmezővásárhely mögen... aber ich könnte mir vorstellen, die Aussprache von Gyönygyös würde eventuell größere Schwierigkeiten bedeuten... :P

      LG
      Tamás
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      Fugato
    • Lieber Waldi,

      Waldi schrieb:

      Hodmezövasarhelykutasipuszta

      ... aber im Deutschen gibt es auch so hübsche Konstruktionen wie:

      Donaudampfschiffahrtsgesellschaftskapitänspatentanerkennung

      von jenem berühmt-berüchtigten kymrischen Ortsnamen gar nicht zu reden:

      Llanfairpwll­gwyngyllgogery­chwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch :)
      Mozart und Beethoven reichen bis zum Himmel – Schubert kommt von dort. Oskar Werner
    • Tschabrendeki schrieb:

      Auscultator schrieb:

      as kurze (unakzentuierte) „o“ im Ungarischen ist ja ein kurzes sogenanntes „geschlossenes o“ und wird wie ein standarddeutsches kurzes „u“ (Kunst, putzen, kurz) bzw. der englische Vokal in „put“, „wood“ ausgesprochen. Das deutsche kurze „o“ (noch, Pforte, Koffer) ist ein sogenanntes „offenes o“, zu dem es eine entsprechende Länge im Deutschen, übrigens auch im Ungarischen, nicht gibt, wohl aber im Italienischen (rosa, zona) und im Englischen (saw, Paul).


      Also zur Aussprache euer offenes "o" kann ich nichts beifügen, aber das ungarische kurze "o" ist sicherlich kein "u", wie in "Kunst", es sei denn ihr spricht das Wort "Konst" aus. Kurzes "o"ist eben ein kurzes "o" und kurzes "u" ist ein kurzes "u".


      Lieber Auscultator, deine Ausführungen irritieren mich auch ein bisschen. Es ist sowohl mir als auch meinem Englischwörterbuch (IPA-Schreibung) völlig neu, dass im Deutschen "Kunst", "putzen", "kurz" und im Englischen "put" und "wood" ein geschlossenes o beinhalten. Vielmehr handelt es sich dabei (außer vielleicht in manchen nördlichen dialektalen Lautfärbungen ;+) ) um ein "offenes u" [ʊ], das sicherlich nicht identisch ist mit dem ungarischen kurzen geschlossenen o, das eben in IPA [o] geschrieben wird.

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Kann es sein, daß das ungarische kurze "o" so ähnlich klingt wie im Bayrischen bzw. Österreichischen? Nämlich bei "I mog" oder "Du konnst", statt "mag" und "kannst" im Hochdeutschen.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Areios schrieb:

      ... neu, dass im Deutschen "Kunst", "putzen", "kurz" und im Englischen "put" und "wood" ein geschlossenes o beinhalten. Vielmehr handelt es sich dabei (außer vielleicht in manchen nördlichen dialektalen Lautfärbungen ;+) ) um ein "offenes u" [ʊ], das sicherlich nicht identisch ist mit dem ungarischen kurzen geschlossenen o, das eben in IPA [o] geschrieben wird.


      Lieber Areios, ich gebe zu, dass ich mich im wesentlichen auf mein Gehör verlassen und die IPA-Schreibung gar nicht verglichen hatte. Wie nah einander allerdings "geschlossenes kurzes o" und "offenes kurzes u" (das mir gar nicht bekannt war) sind, sieht man schon an dem IPA-Graphem [ʊ], das ja ein umgekehrtes Omega ist. Aber ich danke Dir für den wertvollen Hinweis.

      Liebe Grüße
      Auscultator
      Mozart und Beethoven reichen bis zum Himmel – Schubert kommt von dort. Oskar Werner
    • Lieber Auscultator,

      die beiden Vokale sind einander schon benachbart, ja, aber ich würde sie auch gehörmäßig nicht als identisch klassifizieren. Mag sein, dass mein süddeutsches Ohr anders hört als dein norddeutsches; und bei norddeutschem Akzent kann ich mir die "Konst" lebhaft vorstellen, aber das ist in diesem Fall sicherlich (noch) nicht die standarddeutsche Variante.

      Auscultator schrieb:

      Gurnemanz schrieb:

      Kann es sein, daß das ungarische kurze "o" so ähnlich klingt wie im Bayrischen bzw. Österreichischen? Nämlich bei "I mog" oder "Du konnst", statt "mag" und "kannst" im Hochdeutschen.

      Ich glaube, das ist ein zutreffender Vergleich.


      Ich glaube, dieser Vergleich ist eher für das ungarische kurze offene "a" zutreffend. ;+)

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Areios schrieb:


      Auscultator schrieb:

      Gurnemanz schrieb:

      Kann es sein, daß das ungarische kurze "o" so ähnlich klingt wie im Bayrischen bzw. Österreichischen? Nämlich bei "I mog" oder "Du konnst", statt "mag" und "kannst" im Hochdeutschen.

      Ich glaube, das ist ein zutreffender Vergleich.


      Ich glaube, dieser Vergleich ist eher für das ungarische kurze offene "a" zutreffend. ;+)

      Liebe Grüße,
      Areios


      Du meinst wohl, das geschlossene "a", aber das könnte etwa zutreffen. Gibt's dieses Laut denn nicht auch im Standarddeutschen: vornehmlich in Diphtongen, wie "au"...

      Unser kurzes "o" ist dann eben ganz so, wie euer kurzes "o". Ein kurzes "o" eben. Lippen gerundet nach vorne gedrückt, als wollte man küssen, und man sagt: "o". :P

      Aber er immer noch Zweifel hat, bitte von mir oben angegebenes Lautbeispiel anhören... kostet ja nur einen Klick... ;+)

      LG
      Tamás
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      Fugato
    • Areios schrieb:

      ... bei norddeutschem Akzent kann ich mir die "Konst" lebhaft vorstellen, aber das ist in diesem Fall sicherlich (noch) nicht die standarddeutsche Variante.

      Lieber Areios, nicht jeder Norddeutsche hat einen Akzent wie z.B. Sesemi Weichbrodt in Thomas Manns Buddenbrooks ("Sei glöcklich, du gutes Kend"!) … ;+)
      Wer sich einmal mit der ungarischen Sprache befasst hat, wird wohl doch Gurnemanz’ Beschreibung des ungarischen „o“ am ehesten überzeugend finden:
      „ …wie in "Ofen", nur eben kurz …“ (Beitrag # 140)

      Auscultator :wink:
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    • Auscultator schrieb:

      Wer sich einmal mit der ungarischen Sprache befasst hat, wird wohl doch Gurnemanz’ Beschreibung des ungarischen „o“ am ehesten überzeugend finden:
      „ …wie in "Ofen", nur eben kurz …“ (Beitrag # 140)


      Meine Frage diesbezüglich, worin sich die beiden "o"-s in "offen" und "Ofen" außer der Länge unterscheiden, wurde leider noch nicht beantwortet, das kann also der einzig ungarischsprachige in der Diskussion leider nicht nachvollziehen. ;+)

      LG
      Tamás
      :wink:
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      Fugato
    • Tschabrendeki schrieb:

      Meine Frage diesbezüglich, worin sich die beiden "o"-s in "offen" und "Ofen" außer der Länge unterscheiden, wurde leider noch nicht beantwortet,

      Zumindest für das Hochdeutsche gilt: Das „o“ in „offen“ ist ein kurzes offenes o (wie in Wort, Bonn etc.), das „o“ in „Ofen“ ist ein langes geschlossenes o (wie in Sohn, Boot bzw. ungarisch hód, jó).
      Mozart und Beethoven reichen bis zum Himmel – Schubert kommt von dort. Oskar Werner