Ungewöhnliche Musikinstrumente

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    • Ungewöhnliche Musikinstrumente

      Liebe Leute,

      vor einiger Zeit hatten wir es einmal (ich glaube, es war im Zuge einer Martinu-Diskussion) über das Theremin. An anderer Stelle kam die Ondes Martenot zur Sprache. Dazu noch ein Erlebnis am gestrigen Abend - da war diese Thread-Idee geboren. Hier soll es sich um ungewöhnliche Musikinstrumente drehen. Das können welche sein, die in der klassischen Musik Verwendung gefunden haben. Voraussetzung zur Nennung ist das aber nicht.


      Gestern also lernte ich ein Instrument kennen, von dessen Existenz ich bislang gar nichts wusste: Es gibt es auch erst seit dem Jahr 2000 und wurde von zwei Schweizer Instrumentenbauern entwickelt: Das Hang, ein Instrument, das man zur Familie der Schlag-Idiophone zählt.

      "http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7b/Panart_hang.jpg"

      Das Hang besteht aus zwei verbundenen Stahlblech-Schalen, erinnert also ein wenig an die aus Trinidad & Tobago bekannten Steel Pans. Allerdings ist ein Hang nach oben gewölbt und wird direkt mit Händen und Fingern gespielt. Auf der oberen Schale befinden sich sieben oder acht gehämmerte Tonfelder, in der Mitte liegt der sogenannte Kuppelton. Die untere Schale hat in der Mitte eine Resonanzöffnung. Melodien und Harmonien kann man auf den Tonfeldern spielen, die perkussiven Elemente erzeugt man in den Zwischenbereichen.

      Problem ist: Das Hang kann man im Musikalienhandel nicht kaufen! Die herstellende Schweizer Manufaktur hat den Vertrieb über Händler eingestellt und auch die eigene Webseite vom Netz genommen. Interessenten müssen sich meines Wissens einen Termin direkt vor Ort geben lassen.

      Zwei anschauliche Beispiele hier:

      "http://www.youtube.com/watch?v=XhvVCr074mg"
      "http://www.youtube.com/watch?v=TQXn5ba0aT8"

      Bin gespannt, ob sich hier das eine oder andere Instrument einfinden wird, das man nicht aller Tage sieht und hört.

      LG
      C.
      „Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)
    • Kennt ihr die Mid-Hudson Bridge im Staat New York? Ja, und was hat die hier zu suchen, fragt ihr?

      Nun ja, der Amerikaner Joseph Bertolozzi hat sie zu einem Musikinstrument gemacht, mit 914 Metern Länge zu einem nicht mal kleinen...

      Zu wirklichen Live-Konzerten ist es noch nicht gekommen, die einzelnen Musiker stünden schlicht zu weit voneinander entfernt. :D
      Daher gibt es das ganze bislang nur auf CD, aufgenommen mit Pick-Ups an den Stahlgerüsten, Trageseilen usw.


      Joseph Bertolozzi
      Bridge Music

      Regis, 2009

      "http://www.youtube.com/watch?v=rbUVjIRWEPI"

      LG
      C.
      „Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)
    • Zwei Dinge gilt es bei der Entdeckung dieses Instrumentes zu beachten: Einerseits sollte man ein gewisses Interesse dafür mitbringen, welche Geräusche Dachse während der Paarung absondern. Andererseits muss man wissen, dass das Daxophon auf den irren Wuppertaler Musiker Hans Reichel zurückgeht, dem man nun wirklich alles zutrauen darf. Übrigens auch ein formidables Gitarren-Spiel!

      Hinter dem Begriff Daxophon verbirgt sich ein Holzbrettchen, das in unterschiedlicher Schleif-Form austauschbar ist. Man bespielt dieses Holzstück mit einem Cello- oder Kontrabassbogen und nimmt den Ton mit einem Kontaktmikrofon ab.

      Hans Reichel hat mit Shanghaied on Tor Road bereits eine Operette für das Daxophon geschrieben. Zum ersten Kennenlernen und Liebhaben mögen folgende Clips anregen:

      [Blockierte Grafik: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/29/Daxophone.jpg]

      Ein äußerst komplexes Daxophon-Arrangement:
      "http://www.youtube.com/watch?v=07qrTfgeYWo&feature=related"

      Mark Stewart präsentiert die mannigfaltige Klangwelt dieses außerordentlichen Intruments:
      "http://www.youtube.com/watch?v=F0IZxu3OJt8"

      Hans Reichel himself am Daxophon:
      "http://www.youtube.com/watch?v=jGxyuPefhZY"

      LG
      C.
      „Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)
    • DAS allerdings ist schwer daneben. Verblüffend, wie menschlich das klingt... 8| ?( 8| 8| :wacko: :thumbsup:

      .




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      Ich habe Schrauben in den Himmel gesteckt
      und die Rabenmuttern festgedreht
    • Ondes Martenot

      Carsten schrieb:

      An anderer Stelle kam die Ondes Martenot zur Sprache.


      Hier ein ganz instruktiver Fernsehbeitrag, in dem Cynthia Millar (Ondes-Martenot-Solistin bei den gerade stattfindenden Aufführungen der Turangalila-Sinfonie mit dem Sinfonieorchester des BR unter Jansons) Charakteristika und Funktionsweise des Instruments erklärt:

      "http://www.br.de/radio/br-klassik/symphonieorchester/cynthia-millar-100.html"


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • RE: Ungewöhnliche Musikinstrumente

      Nabend,

      Carsten schrieb:

      Gestern also lernte ich ein Instrument kennen, von dessen Existenz ich bislang gar nichts wusste: Es gibt es auch erst seit dem Jahr 2000 und wurde von zwei Schweizer Instrumentenbauern entwickelt: Das Hang, ein Instrument, das man zur Familie der Schlag-Idiophone zählt.

      Das Portico-Quartett macht tolle Musik in der Besetzung Schlagzeug, Bass, Hang, Saxofon: "http://www.youtube.com/watch?v=VC7ya9DNLP4" und drei CDs haben sie auch schon veröffentlicht.
      Schöne Grüße, Helli


      Immer cool bleiben.
    • Hier ein komisches Instrument aus China, die Musik kennt ihr bestimmt schon:

      "http://www.youtube.com/watch?v=TUSFrx8bu0U"
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      "Alles Vergängliche, ist nur ein Gleichnis;
      das Unzulängliche, hier wirds Ereignis;
      das Unbeschreibliche, hier ist es getan;
      das Ewig-Weibliche, zieht uns hinan."

      -Britney Spears

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Daniel Vargas ()

    • Ich habe eine Aufnahme eines Streichquartetts, in der jemand in der einzigen 1-sekundigen Pause nach einem Fortissimo laut hustet. In der einzigen Pause!
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      "Alles Vergängliche, ist nur ein Gleichnis;
      das Unzulängliche, hier wirds Ereignis;
      das Unbeschreibliche, hier ist es getan;
      das Ewig-Weibliche, zieht uns hinan."

      -Britney Spears
    • Ich lebe in einem städt. Theater. Da rumst es ständig.

      Oder meinst Du, jeder macht die Türen leise zu bei Konzerten, es fliegt niemals was von der Decke runter etc..... ?

      Lampen, Requisiten etc.........hier ist immer was los.
      Ich habe eine Aufnahme eines Streichquartetts, in der jemand in der
      einzigen 1-sekundigen Pause nach einem Fortissimo laut hustet. In der
      einzigen Pause!

      Ich verstehe...

    • Daniel Vargas schrieb:

      Ich habe eine Aufnahme eines Streichquartetts, in der jemand in der einzigen 1-sekundigen Pause nach einem Fortissimo laut hustet. In der einzigen Pause!
      Ja, wo denn sonst?
      Das war SEIN großer Moment.........

      Man darf auch nicht vergessen, daß ein Husten eine Entspannung nach einer großen Anspannung darstellt.

      Und falls jemand im Konzert nach einer anstrengenden Phase hustet, dann ist dies durchaus AUCH ein Zeichen dafür, daß er sich vorher sehr konzentriert hat.

      Es gibt blöde Huster, Kretins....kein Zweifel.

      Aber auch beim Husten muß man differenzieren können, gerade, wenn man sich AUF der Bühne befindet.

      Und es wird IMMER passieren, irgendwann hört man auf, sich darüber noch groß aufzuregen.

      Man sollte sich auf der Bühne nicht zu wichtig nehmen, das ist schwierig, aber darum geht es auch.

      Aber ich gebe zu, daß ich dagegen auch nach Jahrzehnten nicht immun bin.

      Der Huster, der zu frühe Klatscher....es gibt Leute im Publikum, welche auch Ihre Strategie haben, aktiv am Geschehen teilzunehmen und das irgendwie brauchen.

      Hast Du 10 Konzerte im Jahr, dann regt es Dich auf.

      Hast Du 200 Konzerte im Jahr, dann ist es Dir ziemlich egal , dann machst Du Witze darüber.
    • Michael Schlechtriem schrieb:


      Ja, wo denn sonst?
      Das war SEIN großer Moment.........

      Man darf auch nicht vergessen, daß ein Husten eine Entspannung nach einer großen Anspannung darstellt.

      Und falls jemand im Konzert nach einer anstrengenden Phase hustet, dann ist dies durchaus AUCH ein Zeichen dafür, daß er sich vorher sehr konzentriert hat.

      Es gibt blöde Huster, Kretins....kein Zweifel.

      Aber auch beim Husten muß man differenzieren können, gerade, wenn man sich AUF der Bühne befindet.
      Mir kam vor, der Typ hat gedacht -oh, jetzt ist laut, jetzt kann ich husten- und dann die Pause.
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      "Alles Vergängliche, ist nur ein Gleichnis;
      das Unzulängliche, hier wirds Ereignis;
      das Unbeschreibliche, hier ist es getan;
      das Ewig-Weibliche, zieht uns hinan."

      -Britney Spears
    • Das sind eine Menge an Anekdoten, aber auch schlimme Erfahrungen.
      Ich hatte 1987 mal den Fall, daß ich ein Werk von vorne begann, weil ich mich gestört fühlte.

      Und dann gab es in zwei verschiedenen Zeitungen zwei verschiedene Leitartikel dazu.

      Der eine pro und der andere kontra mich............

      Das brauchte ich nicht, ich wollte nur ungestört Musik darbieten.
      Diesen Standpunkt habe ich mir mittlerweile abgeschminkt.

      So als Beispiel, aber das führt hier zu weit.
    • Charlotte von Lengefeld schrieb:

      Ich würde mich sehr freuen, wenn du ihn eröffnen würdest, den thread....
      Mach Du mal, Du kannst das besser.
      Und mir ist es auch lieber, wenn das jemand täte, der jetzt nicht selber ständig auf der Bühne steht.

      Ich reagiere lieber auf ein Thema, welches mich beruflich direkt anspricht, als ein solches Thema selber auf den Tisch zu bringen.

      Die Reihenfolge ist m.E. einfach besser verteilt dann.

      Im Falle, daß ich diesen thread eröffne, müßte ich mich die ganze Zeit erklären, was mich denn stört.
      Das könnte sehr lästig werden.

      Es ist etwas völlig anderes, wenn mich und andere hier schreibende Musiker gefragt wird, was uns stört bei Hustereien und anderen Reaktionen aus dem Publikum.
      Und wir dann antworten aus unserer Erfahrung.

      Das fände ich eleganter.