Anonymus 4 - wenn Engel singen

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    • Anonymus 4 - wenn Engel singen

      Anonymus 4. Auf die Idee zu diesem Thread brachte mich einer unserer neuen User mit diesem Nick, na ja fast :D Das gleichnamige (aber geringfügig anders geschreibene) Vokalensemble aus den Vereinigten Staaten gehörte lange Zeit zu meinen Lieblingen im Bereich der Alten Musik, wenn es um Vokalmusik des Mittelalters ging. Vor einigen Jahren konnte man dann der Presse entnehmen, das die vier Damen sich aus dem Musikbetrieb zurückziehen würden. Inzwischen ist das Ensemble wieder in die Konzertsääle zurückgekehrt, wenn auch in veränderter Besetzung.

      Charakteristisch für den Stil von Anonymus IV ist der klare, fast vibratolose ausgesprochen homogene Ensemble Klang.

      Es ist zwar eine Phrase, die durchaus einige Euro für das Phrasenschwein wert wäre, aber es stimmt: Man hört die Engel singen- zumindest stelle ich mir deren Klang so vor :D

      Zu meinen liebsten Aufnahmen gehört diese CD:

      Legends of Nicholas. Medieval Chant and Polyphony:



      Seit etlichen Jahren begleitet mich diese Aufnahme durch die Weihnachtszeit.

      Aber das Repertoire der Musikerinnen ist erheblich vielfältiger:








      Diese Eröffnung ist natürlich nur skizzenhaft- aber hier findet sich sicher der eine oder andere, der diese Basisinformationen noch sinnvoll zu ergänzen vermag- ich baue da auf Euch! :D ;+)

      :wink: :wink:

      Christian
      Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

      Cato der Ältere
    • Lieber Christian,

      da ergänze ich gerne eine Aufnahme von Liebesliedern des vielleicht bedeutendsten Meisters des Trecento-Madrigals und der Bellata:




      Francesco Landini (1325-97): Love Songs

      Anonymous 4


      Eine wirklich fabelhafte Aufnahme faszinierender Musik.

      :wink:
      Wulf
      "Gar nichts erlebt. Auch schön." (Mozart, Tagebuch 13. Juli 1770)
    • Ich weiß ja weder, was ein Trecento-Madrigal noch was die Bellata ist, die von Wulf abgebildete CD aber finde ich klasse. Sie ist mir granz profan in dem Buch "1001 Klassik-Alben" aufgefallen, in dem sie wärmstens empfohlen wird. Und weil ich in letzter Zeit häufiger Alte Musik höre, habe ich zugegriffen (d. h. geklickt). Ob die Sänger nun wie Engel klingen, weiß ich nicht (jedenfalls klingen sie ganz anders als Tebaldi), mit "Charakteristisch für den Stil von Anonymus IV ist der klare, fast vibratolose ausgesprochen homogene Ensemble Klang" hat Caesar sie aber sehr gut beschrieben, meine ich. Auch von mir folglich eine Empfehlung.


      :wink: Thomas
    • Die Gruppe um Susan Hellauer ist nicht nur für gutes Singen bekannt, sondern auch für eine sorgfältige Auswahl ihrer Programme sowie der Aufarbeitung der zeitlichen und thematischen Hintergründe und Dokumentation der interpretierten Werke. Das war für mich der Anreiz, mir einige ihrer CDs zu besorgen; sie liegen im Moment noch auf einem Stapel mit CDs nach Codices, ein Thema, das ich im Lauf des Jahres angehen will. Und dafür, v.a. für die "praktische Erschließung" von sehr alter Musik haben die vier Frauen eine gute Arbeit geleistet.




      1000. A Mass For The End Of Time

      Anonymous 4 hat für diese CD Werke aus frühesten Musik-Handschriften aus St. Martial und dem Winchester Tropar ausgesucht. Diese Stücke wurden in Form einer Messfeier zusammengestellt, die auch in den bearbeitenden Themen mit den Ängsten und Vorstellungen der Menschen zu der Jahtausendwende, dem "Ende der Zeit" zu tun haben.




      'Miracles of Compostela"
      Plain-Chant et polyphonies du Codex Calixtinus


      Diese CD beschäftigt sich mit Werken aus dem Codex Calixtinus, einer Sammlung von Handschriften, die nicht nur musikalische Werke enthält, sondern in ihren verschiedenen, zusammengebundenen Teilen auch eine Art "Reiseführer" für die Wallfahrt nach Santiago di Compostela darstellt. Der Codex entstand im 12. Jahrhundert und hat die Zeiten überdauert, bis er im Sommer 2011 aus dem Safe der Kathedrale in Santiago di Compostela verschwand und seither nicht wieder auftauchte.




      A Lammas Ladymass
      13th- and 14th-Century English Chant and Polyphony


      Auch bei dieser Aufnahme handelt es sich um den Versuch, eine Messe zu rekonstruieren, wie man sie im 13./14. Jahrhundert gefeiert haben könnte. Sie besteht aus Gesängen zur Ehre der Jungfrau Maria, deren Verehrung zu dieser Zeit sehr verbreitet war. Hier handelt es sich um Werke, die im Sommer, zum Fest Mariae Himmelfahrt oder einer Festmesse zum Erntedank gebräuchlich sein konnten.





      An English Ladymass
      13th- & 14th-century chant and polyphony
      in honor of the Virgin Mary

      Die starke Marienverehrung im Mittelalter zeigte sich in vielen Gebeten und Gesängen aber auch in der Liturgie. Es wurden in den Kirchen Marienkapellen eingerichtet, es gab beinahe täglich Verspern und Messen zu Ehren der Heiligen Jungfrau; hier handelt es sich um den Versuch, eine solche Votivmesse zu rekonstruieren.





      The Lily & The Lamb
      chant & polyphoniy from medieval England


      Auch das Programm dieser CD enthält Werke zur Marienverehrung, englische einstimmige (Gregorianik) sowie mehrstimmige Gesönge aus dem 13. - 15. Jahrhundert.





      Love's Illusion
      Music from the Montpellier Codex, 13th C.


      Hier hat sich Anonymous 4 wieder der Aufnahme von Werken aus einem Codex angenommen. Dieser Codex Montpellier enthält 328 Stücke, meist Motetten, darunter auch viele, die sich mit weltlichen Themen befassen.



      lg vom eifelplatz, Chris.
    • Es mag nun ein Jahr her sein, da hatte ich die Chance, ein gutes Halbes Dutzend CDs von A4 ( ;+) ) bei eBay zu ersteigern. Ich bekam fünf Stück ergattert... :jub:





      Dies war die 2. CD nach "An English Ladymass". Hier wählten die Damen Motetten, Lieder und Gregorianische Choräle eine Auswahl zum Christfest/Weihnachten aus, wie es im 13. bis 15. Jahrhundert in England in den Kirchen gesungen wurde.






      Richard Einhorn (*1952) komponierte "Voices Of Light" (1993) als musikalischen Ausdruck über Jeanne d'Arc; inspiriert wurde er durch den Stummfilm La Passion de Jeanne d'Arc (1928) von Carl Theodor Dreyer, den er 1988 zum ersten Mal sah. Es ist eine moderne Komposition, die jedoch sehr häufig auf die musikalischen Gattungen des 15. Jahrhunderts zurückgreift. Anonymous 4 singen zumeist mehrstimmige lateinische Abschnitte.


      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul