Liselotte Maikl - eine der Vergessenen

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    • Liselotte Maikl - eine der Vergessenen

      Sie war die Tochter des musikalischsten und zugleich auch einer der verlässlichsten Sänger der Wiener Staatsoper in der Zwischenkriegszeit: Kammersänger Georg Mailkl.
      Sie war von Kind auf naturgemäß musikalisch belastet, widmete sich aber jedoch zuerst einer grundlegenden Tanzausbildung.
      Erst nach und nach wurde man auf ihre Stimme aufmerksam, und nach dem Studium bei Kammersängerin Maria Gerhardt und Anfängerjahren in Linz gelangte sie 1951 ins Ensemble unseres Hauses, wo sie bis zu ihrer Pensionierung verbleiben sollte.

      Ebenso wie ihr Vater wurde sie nie ein großer Star, sondern war stets die Verlässlichkeit und die Musikalität in personam - und dieser soll hiermit ein würdiges, anerkennendes Denkmal gesetzt werden.

      In ihrer Anfängerzeit im Ensemble der Wiener Staatsoper waren es vor allem zwei Partien, die bei uns Wienern noch heute in Erinnerung verblieben sind: gleich das Debut als muntere Barabarina in "Figaros Hochzeit" und bis in die 1960er Jahre hinein als Page Oscar in Verdis "Maskenball".
      Neben den unzählige kleinen Partien seien noch die Papagena in Mozarts "Zauberflöte", die Gräfin Ceprano in "Rigoletto" (ich glaube in dieser Mini-Partie hat sie einen einmaligen Rekord in der Besetzungsliste erreicht, denn diese Rolle hatte sie immerhin in jeder Vorstellung weit über 20 Jahre inne) und als früher Operettenausflug die Arsena im "Zigeunerbaron" genannt.

      Gleichzeitig zu ihrer Opernkarriere war die hochverdiente Kammersängerin aber noch in einem anderen Metier tätig: vor allem mit dem Wiener Solistenorchester unter Karl Grell gestaltete sie viele Abende und Matineen in der Sparte Operette und Wienerlied. Diese Veranstaltungen beinhalteten sehr viele Reisen und Fernsehauftritte und verbreiteten so das klassische Wienertum unserer Oper über die Grenzen unsere Stadt hinaus.



      Lieselotte Maikl war eine Cousine eines Berufskollegen meiner Mutter und ich kannte sie von daher auch persönlich recht gut.

      Außerdem möchte ich eine Partie nennen, die ich vorher nicht genannt habe, die Titania im Brittens "Sommernachtstraum" wo sie, mit Gerhard Stolze als Oberon, einsame Spitze war.

      Lieselotte Maikl - das war eine treue, verlässliche Kraft unseres Hauses - ein Muster an künstrlerischer Beflissenheit, gleichzeitig aber sicherlich in Sachen Wienerlied einer der ersten Rundfunk- und Fernsehlieblinge Österreichs.