Schubert / Wilhelm Müller: Die Winterreise - Wenn der Boden entzogen ist... eine Annäherung

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    • Es ist beruhigend ,wenn man sich selbst korrigieren kann . Im Teil 8 meiner Winterreisen schrieb ich , daß Gerhard Hüsch und Hanns Udo Müller 1933 die erste Gesamtaufnahme machten . Das ist falsch . Bereits 1928 spielte der Bariton Hans Duhan mit Ferdinand Foll bzw. Lene Orthmann am Flügel eine Gesamtaufnahme ein . ( Und im selben Jahr auch von der schönen Müllerin und dem Schwanengesang , womit er der erste Sänger wurde ,der alle 3 Schubert - Zyklen auf Tonträger vorlegte ) .
      Ich kenne keinen "bereinigten" Transfer , nur einen "entklickten" . Näheres zum Transfer in Emilio's Blog : mainly77.rssing.com/chan-6300896/all_p5.html Hier gibt es auch links zum download . (Vom Schwanengesang gibt es einen Pristine Classical Transfer ) . Ich kann die Nebengeräusche gut 'herausfiltern' und bin von Stimme und Vortrag sehr angetan . Vielleicht kommt ja noch ein guter Transfer - damit sind nicht die totgefilterten und dann mit Hall versehenen gemeint - dann werde ich mir den ganz gewiß zulegen . (Über Hinweise oder eigene Bearbeitungen freue ich mich auch)

      Ein Höreindruck : youtube.com/watch?v=RaEoWufMHJE
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore"
    • b-major schrieb:

      Es ist beruhigend ,wenn man sich selbst korrigieren kann . Im Teil 8 meiner Winterreisen schrieb ich , daß Gerhard Hüsch und Hanns Udo Müller 1933 die erste Gesamtaufnahme machten . Das ist falsch . Bereits 1928 spielte der Bariton Hans Duhan mit Ferdinand Foll bzw. Lene Orthmann am Flügel eine Gesamtaufnahme ein . ( Und im selben Jahr auch von der schönen Müllerin und dem Schwanengesang , womit er der erste Sänger wurde ,der alle 3 Schubert - Zyklen auf Tonträger vorlegte ) .
      (Über Hinweise oder eigene Bearbeitungen freue ich mich auch)
      Sehr interessant!
      Habe gerade mal hinein gehört, und auch auf der Seite gelesen. Was mich aber sofort irritiert hat bei diesem Transfer ist die sicher nicht ganz akkurate Geschwindigkeit.
      Also ich würde sie beschleunigen, und zumindest an einen 440er Kammerton anpassen. Denn 78 UpM waren anfangs nur ein Mittelwert - es gibt Label mit Vermerken, dass man sein Grammophon beispielsweise auf 82 stellen soll. Auf diesen Labeln von 1928 steht zwar tatsächlich "78". Dennoch: der Elektromotor mit verbindlicher Geschwindigkeit kam beim Grammophon erst ein paar Jahre später.

      Da ich mich gerade gefragt hatte, ob es in h oder c-moll anfängt, fiel mir das auf.
      Oder was denkt ihr darüber?
    • MartinG schrieb:

      an einen 440er Kammerton anpassen
      Andrew Rose schreibt über seinen Transfer des Schwanengesangs mit Duhan / Foll :
      " Rather confusing was the pitching of the cycle: the two sides cut in 1929 were pitched at A444, whilst those recorded the previous year came in at around A452. I elected to use the lower of the two pitches for the complete cycle, and was also able to smooth out some variable pitch most noticable during the piano solo sections."
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore"
    • b-major schrieb:

      MartinG schrieb:

      an einen 440er Kammerton anpassen
      Andrew Rose schreibt über seinen Transfer des Schwanengesangs mit Duhan / Foll :
      " Rather confusing was the pitching of the cycle: the two sides cut in 1929 were pitched at A444, whilst those recorded the previous year came in at around A452. I elected to use the lower of the two pitches for the complete cycle, and was also able to smooth out some variable pitch most noticable during the piano solo sections."
      Die wären dann also sogar höher. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man das damals schon so genau genommen hat. Die Wiedergabegeräte waren bei weitem noch nicht so exakt... und ob das aufnahmeseitig so viel anders war?
      Von daher denke ich, dass man irgendwo bei 440 schon ausreichend gut läge. Oder leicht darüber. Aber diese Winterreise kommt mir deutlich zu tief vor.

      Hier kann man mal sehen, wie sehr die Geschwindigkeiten vor dem Elektromotor auch offiziell differierten:
      :link: grammophon-platten.de/page.php…t%2078.26rpm%20festgelegt.

      Ein Fehler von +/- einem Viertelton wird da bestimmt noch kein Thema gewesen sein.
    • MartinG schrieb:

      Hier kann man mal sehen, wie sehr die Geschwindigkeiten vor dem Elektromotor auch offiziell differierten:
      grammophon-platten.de/page.php…t%2078.26rpm%20festgelegt.

      Ein Fehler von +/- einem Viertelton wird da bestimmt noch kein Thema gewesen sein.
      Es gab damals noch keine absolute Referenz - man war froh, die Gleichlaufproblematik solide in den Griff bekommen zu haben, die präzise Stimmung würde später schon folgen.
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Neu

      Über den "Umweg" ;) von Mondnächten und Kindertotenliedern habe ich nun die "Winterreise" entdeckt
      (bei manchen dauert es halt ein bisschen länger :versteck1: ;) )
      Muss halt der richtige Moment sein, für "Kunstlied", und v.a. auch das richtige = für den Moment passende Lied.
      Hatte den "Leier(kasten)mann" gehört und war augenblicklich fasziniert.
      Im Internet findet man zum Glück alles, so führte mich der Leierkastenmann naturgemäß zur Winterreise.
      Hier im Forum war ich erst mal verdutzt, unter "Vokalmusik" nix zur Winterreise zu finden, aber dann bemerkte ich noch rechtzeitig die Rubrik "Kunstlied"
      Und vorhin die gesamte Winterreise gehört - nicht umsonst so berühmt! Und mit den melancholischen Liedern für mich ein "Treffer" :rolleyes:
      Der "Leiermann" dann Volltreffer in die Seele, sozusagen
      Die Tube lässt zum Glück keine Wünsche offen, was die Interpreten und Einspielungen anbelangt

      :wink:

      amamusica
      Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
      all das verkündet dir, daß der Schöpfer ein Künstler ist. (Tertullian)

      ...und immer wieder schaffen es die Menschen auch, Künstler zu sein.
      Nicht zuletzt mit so mancher Musik. Die muß gar nicht immer "große Kunst" sein, um das Herz zu berühren...



    • Neu

      Die von @music lover erwähnte Einspielung der Orchesterfassung von Hans Zender ist inzwischen ( - seit heute? - ) in der Tube zu finden, und der Bericht darüber hier
      Sebastian Kohlhepp, Tenor, SWR Symphonieorchester unter Teodor Currentzis
      Finde ich gelungen und gut gesungen, mir gefällt Kohlhepps Stimme.
      Etwas verdutzt hat mich die "Tüte" beim Lindenbaum
      Die Aufführung findet man hier:
      youtube.com/watch?v=hjxx0RgdTgc

      :wink:

      amamusica
      Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
      all das verkündet dir, daß der Schöpfer ein Künstler ist. (Tertullian)

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    • Neu

      Hier eine Werkeinführung des WDR zu Zehnders Winterreise:
      www1.wdr.de/orchester-und-chor…nder-winterreise-100.html

      :wink:

      amamusica
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    • Neu

      amamusica schrieb:

      Etwas verdutzt hat mich die "Tüte" beim Lindenbaum
      ... und in der Nr. 6 "Wasserflut" benutzt der Sänger ein Megaphon (ab 26:37 min. des YouTube-Videos).

      Weiß jemand vielleicht, ob die Verwendung der "Flüstertüte" in der Nr. 5 und des Megaphons in der Nr. 6 auf Vorgaben von Zender beruht?

      Edit: Das scheint tatsächlich so zu sein. Auch Ian Bostridge benutzte 2018 in der Laeiszhalle Hamburg ein Megaphon:
      klassik-begeistert.de/hans-zen…idge-laeiszhalle-hamburg/
      (siehe dort den Leserkommentar von Sebastian Koik)