Barber, Samuel – Der große Spätromantiker der Neuen Welt

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    • Barber, Samuel – Der große Spätromantiker der Neuen Welt

      Am gestrigen 9. März 2010 wäre der große amerikanische Kmponist Samuel Barber 100 Jahre alt geworden. Er wurde von dem acht Jahre jüngeren Leonard Bernstein nicht nur bewundert, sondern auch beneidet, weil es ihm als einer von ganz wenigen lebenden amerikanischen Komponisten gelungen war, noch vor ihm eine nicht unerhebliche Popularität und zudem die Bewunderung eines großen Teils des Klassikpublikums zu erringen.

      Für mich gehört er an die Seite von Bernstein und Gershwin als einer der drei bedeutendsten amerikanischen Kompnisten des letzten Jahrhunderts, wobei ich mir durchaus bewusst bin, dass viele das anders empfinden und in Barber einen eher rückwärts gewandten Komponisten sehen. Dieses Urteil wird allerdings den Realitäten des amerikanischen Musiklebens des 20. Jahrhunderts in keiner Weise gerecht.

      Jedenfalls gibt es neben den genannten und einigen Musicalspezialisten keinen anderen amerikanischen Kompnisten, den ich so oft und so gerne höre wie Samuel Barber. An erster Stelle würde ich dabei sein Violinkonzert nennen, und das gleich in zwei Aufnahmen, die sehr unterschiedlich sind und dennoch dem Werk gleichermaßen traumhaft gerecht werden, nämlich die Einspielung von Hilary Hahn



      und natürlich die Einspielung von Leonard Bernstein, die - auch dank eines superben Isaac Stern - alle diejenigen Lügen straft, die meinen, Bernstein habe Barber nur beneidet und nicht auch bewundert.



      Diese Einspielung enthält auch noch Barbers populärstes Werk, das Adagio für Streicher, das aus seinem Streichquartett B-Dur von 1935 hervor ging, und das er auf Wunsch Toscaninis für Streichorchester orchestrierte. In dieser Fassung wurde es zu einer der populärsten Trauermusiken der klasischen Literatur überhaupt.

      Ich kann auf die Schnelle keinen würdigen Thread über diesen Komponisten aus dem Ärmel schütteln, möchte aber auf jeden Fall noch auf seine bedeutende Oper VANESSA hnweisen, die in der großartigen Aufnahme Studioaufnahme mit der Uraufführungsbesetzung Eleanor Steber, Rosalind Elias, Regina Resnik, Niclai Gedda und Giorgio Tozzi mit Dimitri Mitropoulos am Pult festgehalten und gerade zu einem besonders günstigen Preis neu aufgelegt wurde:



      Das Libretto dieser Oper stammte von Barbers langjährigem Lebensgefährten Gian Carlo Menotti. Beide wiederum waren eng verbunden mit dem Dirigenten Thomas Schippers, der nicht nur die Uraufführung von Menottis AMAHL AND THE NIGHT VISITORS, sondern auch von Barbers ANTONY AND CLEOPATRA leitete, die 1966 mit Leontyne Price, Justino Diaz, Jess Thomas und Rosalind Elias in den Hauptrollen im Zentrum der glanzvollen Neueröffnung der Metropolitan Opera stand, sich aber leider nicht durchsetzen konnte. Deshalb kursiert zwar eine vollständige Rundfunkübertragung im Netz, kommerziell gibt es aber nur - oder immerhin - dieses eindrucksvolle Dokument mit zwei Arien aus der Oper:


      Es gibt noch viele andere Werke Barbers, die eine eigene Würdigung verdienen, etwa sein Klavierkonzert oder der Liederzyklus KNOXVILLE: SUMMER OF 1915 und andere:



      Aber vielleicht wollt und könnt Ihr erst einmal einige Werke und Einspielungen nennen, die Euch besonders gefallen. Ich melde mich dann sicher später noch einmal in diesem Thread mit mehr Details wieder.

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Rideamus schrieb:

      Für mich gehört er an die Seite von Bernstein und Gershwin als einer der drei bedeutendsten amerikanischen Kompnisten des letzten Jahrhunderts, wobei ich mir durchaus bewusst bin, dass viele das anders empfinden und in Barber einen eher rückwärts gewandten Komponisten sehen.
      Lieber Rideamus,

      diese negativen Beurteilungen sind mir auch schon häufiger begegnet, zum Teil gut begründete, die ich sogar nachvollziehen konnte. Indes hat es mich persönlich nicht daran gehindert, ein ganz großer Freund der Musik Barbers zu bleiben. Vielen Dank also für diese Thread-Eröffnung!

      Zunächst zum Seifen-... pardon Violinkonzert:
      Barber schrieb als knapp 30-jähriger dieses Konzert im Auftrag des Seifenfabrikanten Samuel Fels. Dem erschien dieses, seinem Adoptivkind zugedachtes, Werk zunächst als zu simpel. Es gab einige Reibereien und heraus kam der brutal-virtuose dritte Satz. Dieser galt dann plötzlich als unspielbar. Der Geiger Albert Spalding hat am 7. Februar 1941 in Philadelphia mit Eugene Ormandy das Konzert dann aber reibungslos uraufgeführt.
      Auf mich wirkt dieser Schlusssatz in der Tat etwas wie ein Fremdkörper, der so gar nicht zum Charakter der ersten beiden Sätze passen will. Ein etwas unrundes Werk in meinen Ohren also, das ich aber trotzdem zu meinen liebsten Violinkonzerten des 20. Jahrhunderts zähle.

      Die von dir bereits genannte Stern/Bernstein-Aufnahme favorisiere ich ebenfalls deutlich. Gute und neuere Alternativen sind für mich die Einspielungen von Itzhak Perlman und Joshua Bell.


      Itzhak Perlman, Boston Symphony Orchestra, Seiji Ozawa
      EMI, 1994
      + Leonard Bernstein: Serenade
      + Lukas Foss: 3 American Pieces



      Joshua Bell, Baltimore Symphony Orchestra, David Zinman
      Decca, 1996
      + William Walton: Violinkonzert
      + Ernest Bloch: Baal Shem


      LG
      C.
      „Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)
    • Barber, mehr als nur sein Adagio

      Hallo Rideamus und Carsten,

      ich gehöre auch zu den Klassikhörern die genau diese großen Amerikaner Bernstein, Barber und Gershwin sehr hoch schätzen und möchte unbedingt Araon Copland noch mit in eure Dreierreihe als "Vierertopf" hinzufügen.

      Klar, Adagio für Orchester und Violinkonzert sind die TOP-Werke von Barber.

      Von den Aufnahmen des Violinkonzertes favorisiere ich auch Stern/Bernstein (SONY) und die auf dieser CD befindliche Adagio-Aufnahme (von dem ich ca.10 Alternativaufnahmen habe).

      Perlman/Ozawa (EMI), Olivera/Slatkin (EMI) sind auch gute Alternativen und Kyoko Takezawa/St.Louis SO/Slatkin (RCA) bieten mit 3:43 das schnellste, atembeaubenste, ehemals als unspielbar geltende Presto-Finale.



      Aber vergest die anderen Konzerte nicht: Klavierkonzert (1962). Ein feuriges Stück, das in keiner Barber-Sammling fehlen sollte. Ich habe die schöne Aufnahme des Widmungsträgers John Browning, dem das Werk auf den Leib geschrieben ist. Er hat Barber bei der Komposition beraten. Ein sehr interessante Interview ist im Textheft der Aufnahme Browning/St.Louis SOI/Slatkin (RCA, 1991, DDD) abgedruckt.

      Trotz dieser für Browning sprechenden Tatsache gefällt mir die Naxos-Aufnahme mit Prutsman/Royal Scottish national Orchestra / Marin Alsop (Naxos, 2002, DDD) noch besser.



      Auch das Cellokonzert op.22 (1945) ist nicht zu unterschätzen. Barber verwendete zu diese zeit noch Opuszahlen. In gleicher Formation wie beim KK hier mit Wendy Warner eine sehr gute Aufnahme, die auf mich auch brillanter wirkt als Steven Isserlis/Slatkin (RCA, 1994, DDD).



      Die Socken ausgezogen hat mir die Medea-Ballett-Musik op.23 (1947), die in mehreren Variationen auf CD verfügbar ist: Entweder wird nur das Elementare eingespielt - Medeas Meditation und Rachetanz op.23a oder die ganze Ballett-Suite op. 23. Höchst brillant wieder Royal Scottish national Orchestra / Marin Alsop (Naxos, 2002, DDD) mit op.23a; das ganze Ballett hat Marin Alsop vorher auf der CD mit dem Cellokonzert weit braver aber auch gut aufgenommen Royal Scottish National Orchestra / Marin Alsop (Naxos, 2000, DDD). Meditation und Rachetanz werden in der Zweitaufnahme von 2002 zum absoluten Vulkan !
      Auch besser als Slatkin auf seiner den vollen Überblick für Barbers Werke verschaffenden EMI-Doppel-CD mit dem St.Louis SO/Slatkin (EMI, 1989, DDD).



      Als weitere Barber - Highlights sehe ich beide Sinfonien Nr. 1 und 2 und die Essay´s Nr. 1 - 3 .
      Bei der Sinfonie Nr.1 finde ich Zinman / Baltimore SO (ARGO, 1992, DDD) am überzeugensten. Die Sinfonie Nr.2 ist quasi eine Kriegssinfonie, die von den Geschehnissen des 2.Weltkrieg inspiriert wurde. Barbers Einberufung zur US Air Force im Jahre 1943 sind hier die Einflussgeber für das Werk ( :thumbsup: da geht es ganz schön rund). Auch Marin Alsop (Naxos, ) ist hier wieder die Spitzenreiterin, die selbst Järvi / Detroid SO (Chandos, 1993, DDD) überflügelt.

      Die Werke First Essay op. 12, Second Essay op. 17 sind tolle sinfonische Stücke, die ich sogar LIVE in der Beethovenhalls Bonn erleben konnte. Mit Zinman / baltimore SO (Argo, 1992, DDD) höre ich diese am liebsten. Das unbekanntere Third Essay op.47 kenne ich nur mit Slatkin auf der genannten EMI-Doppel-CD.

      **** Darüberhinaus gibt es weitere astreine Orchesterstücke und Ouverüren - dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

      Es wird keinen verwundern, wenn ich schreibe, das mir sein Capricorn-Concerto op.21 etwas langweilig anmutet. Es ist für Flöte, Oboe, Trompete und Streicher geschrieben - na ja, ganz nett, aber kommt für mich an die o.g. Werke leider nicht heran.

      Hier noch ein paar Abb der empfehlenswerten CD´s zu den genannten Aufnahmen:





      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Ich teile die große Begeisterung für Barber.

      Besonders sein Klavierkonzert ist eine Droge für mich seit 1974.

      Natürlich gefällt mir in diesem Falle auch sehr die Naxos- Aufnahme mit Prutsman, die ist große Klasse.

      Leider wohl im Augenblick nicht erhältlich ist aber die m.E. beste Aufnahme des Konzertes unter George Szell von 1962 für CBS/Sony mit dem damals noch jungen(mittlerweile leider verstorbenen) John Browning , der dort aus allen Rohren schießt, was man von seiner neueren Aufnahme unter Slatkin-welche mich enttäuschte- leider überhaupt nicht sagen kann.

      Wenn man mal so richtig in Ohnmacht fallen möchte, dann empfehle ich diesen youtube link:
      "http://www.youtube.com/watch?v=7VpW4GBdnt0"

      In diesem Falle handelt es sich um zwei Wunderkinder- Brüder. Der ältere 12- jährige spielt den Orchesterpart des dritten Satzes während der jüngere 10- jährige den Solopart spielt.

      Dieses Werk ist ein Monster für Pianisten. Gefürchtet. Auch deshalb nicht sooo häufig aufgeführt.

      Ok, die beiden Brüder sind eher auf der langsamen Seite, aber mal ehrlich, so etwas halte ich eigentlich nicht für möglich und doch passiert es.

      Und das letzte ist noch, daß der 10-jährige eigentlich Komponist ist und auch als Violinvirtuose auftritt.......absolut unglaublich.

      Alleine diese rhythmische Präzision der beiden Brüder, einfach irre....

      Auweia.... :juhu: :juhu:

      LG,
      Michael

      P.S. es gibt noch weitere Aufnahmen des Klavierkonzertes: Eine pianistisch eindrucksvolle und orchestermäßig unglaublich miese mit Abott Ruskin bei Vox, gestrichen ist Tedd Joselsons sehr gute Aufnahme für ASV und es gibt noch einige interessante Rundfunkaufnahmen.
      Darunter ist die m.E. kurioste: Eine Live-Aufnahme aus Saarbrücken mit Keith Jarrett.
    • Nochmal was von mir:

      Ich erlaube mir mal der Einfachheit halber, 'nen Text einzufügen, den ich vor sehr langer Zeit woanders gepostet habe.
      Mache ich eigentlich sonst nicht, aber immer alles neu schreiben.....och nö....... :D


      "Die Referenzaufnahme mit Browning und Szell war auf einer Sony-CD erhältlich, ist aber leider längst wieder gestrichen und war in Deutschland wohl auch nicht oder nur kurz erhältlich.Ich konnte noch ein Exemplar aus Amerika ergattern.
      Übrigens ist die Naxos-Einspieliung mit Stephen Prutsman außergewöhnlich gut, für mich weitaus besser als die zweite Aufnahme von Browning unter Slatkin oder die von Joselson unter Schenck oder des sehr fähigen Abott Ruskin mit einem indiskutablen semi-professionellem Orchester auf VOX.

      Die erwähnte Life-Aufnahme mit Keith Jarret hatte ich damals(das muß vor plus-minus 25 Jahren gewesen sein) auf Tonband mitgeschnitten, aber leider ist dieses Band mir irgendwie verloren gegangen.
      Allerdings muß ich aus meiner Erinnerung heraus bekennen, daß ich diese Aufführung nicht so berauschend fand.
      Trotzdem würde es mich sehr interessieren, ob es eine Möglichkeit gibt, an diese Interpretation nochmal heranzukommen.

      In den deutschen Rundfunkarchiven schlummern noch mindestens zwei weitere sehr gute Aufnahmen mit Ludwig Hoffmann unter Jan Krenz sowie mit dem fabelhaften James Tocco und der mittlerweile aufgelösten Philharmonia Hungarica.

      Die Einspielungen mit dem Dirigenten Thomas Schippers(leider früh verstorben, ich glaube, es war ein Unfall in den Bergen)sind in der Tat bemerkenswert.
      Leider haben diese Aufnahmen einen etwas fahlen Beigeschmack für mich, denn Schippers stand Barber und Menotti wirklich "nahe".

      Barber und Menotti waren seit Mitte der 30er Jahre ein Paar und der sehr gut aussehende Thomas Schippers spannte Barber seinen Lebensgefährten Menotti in den 60ern aus.
      Über den Verlust seines Lebensgefährten ist Barber nicht mehr hinweggekommen.
      Barber haßte Schippers, und es muß für ihn unerträglich gewesen sein, daß dieser Dirigent plötzlich als der bedeutendste Interpret seiner Werke galt.
      In der schon erwähnten CD-Veröffentlichung von Sony gibt es ein bemerkenswertes Bild:
      Im Vordergrund Schippers, zur Wiedergabe des eben aufgenommenen ekstatisch mitdirigierend, schräg hinter ihm sitzend Barber mit einem Gesichtsausdruck, den ich nur als "ich bringe ihn um" interpretieren kann.

      Seine zwei Sinfonien und drei Essays sind glücklicherweise schon ausführlich erwähnt worden.Ich schließe mich der Empfehlung der Aufnahme der ersten unter David Zinman an.
      Marin Alsop ist mir dagegen zu langsam und zu sämig, gerade in der fulminanten Passacaglia.
      Mein Favorit dazu ist die bei Unicorn erschienene Aufnahme mit dem Londoner Sinfonieorchester unter David Measham.

      Die zweite Sinfonie hat Barber später, obwohl er sie selber aufgenommen hatte, zurückgezogen.
      Heutzutage gibt es allerdings trotzdem einige hervorragende Einspielungen dieser Sinfonie, unter anderem auf Chandos mit Neeme Järvi.

      Barber war im 2. Weltkrieg Pilot bei der US-Air Force und den einzigen Satz seiner zweiten Sinfonie, welchen er eigentlich gebilligt hat ist der zweite mit dem Titel "Night-Flight".
      In diesem bemerkenswerten Poem beschreibt er die Situation eines einsamen Fliegers, der nur durch Morse-Funksprüche Kontakt zur Außenwelt hat.Interessanterweise hat Barber die orginalen Morsezeichen in diese Komposition integriert.

      Das Violinkonzert ist ja nun recht bekannt.
      Weniger leider das Cellokonzert, und zwar aus dem Grunde, weil es unter Cellisten das am meisten gefürchtete Konzert überhaupt ist und sehr selten aufgeführt wird, noch vor Prokofieff"s Sinfonie-Concertante", Brittens "Sinfonie für Cello und Orchester" oder Khatschaturians "Konzertrhapsodie", welche auch schon Angst und Schrecken verbreiten.

      Zu diesem Cellokonzert gibt es eine ganz berüchtigte Anekdote:

      Zara Nelsova, die große amerikanische Cellistin, war die zweite Cellistin, die sich nach der Uraufführungssolistin Raya Garbousova an dieses Werk traute.
      Sie nahm es Anfang der 50er Jahre unter Barber selber in London für Decca auf.

      Als der letzte Take im Kasten war, sprang einer der Orchester-Cellisten auf, schrie, daß er nach dieser Demonstration überwältigendem Cellospiels nie wieder ein Cello in die Hand nehmen könnte und schlug mit seinem Cello, welches dabei vollkommen zerbarst, auf die Seitenwand des Saales ein.
      Alle waren völlig sprachlos und entsetzt, aber es war glücklicherweise nur ein Joke der Cellogruppe.
      Alle Cellisten hatten gesammelt und ein billiges Cello gekauft, um diesen in Cellistenkreisen heute legendären Spaß durchführen zu können."

      LG,

      Michael
    • Lieber Michael,

      danke für Deine Beiträge. Ich gestehe, ich hatte gehofft, dass Du Deinen Text aus dem anderen Forum hier herüber holst und war schon versucht, das ein wenig zu provozieren, indem ich Dein Lob für das Klavierkonzert zitiere, etwa nach dem Motto: "kein Geringerer als Michael Schlechtriem hat dieses Konzert zu einem seiner Lieblingswerke erkoren".

      Es freut mich, dass der Barber-Thread langsam in Gang kommt, und ich bedanke mich dafür ganz herzlich bei Carsten. teleton und Michael.

      @ Carsten:

      Du hast natürlich Recht damit, dass der dritte Satz des Violinkonzert nach den sehr atmosphärischen ersten beiden Sätzen etwas aufgesetzt und nicht sehr integriert wirkt, aber ich mag/kann mir inzwischen auch nicht mehr vorstellen, wie man dieses Konzert anders abschließen sollte als durch ein derart virtuoses Feuerwerk. Wie heute schon in "Eben gehört" gepostet, ist übrigens im Zuge dieses Jubiläums bei mir noch eine weitere Lieblingsaufnahme des Violinkonzertes hinzu gekommen, nämlich eine Rundfunkaufnahme mit dieser mir bislang unbekannten Geigerin, die ich auf eine Stufe mit Hilary Hahn stellen möchte, deren Ansatz der ihre sehr ähnelt, was vielleicht auch daran liegt, dass beide von Dem Saint Paul Chamber Orchestra unter der Leitung von Hugh Wolff begleitet werden:



      Nach den kurzen Clips bei Amazon ist die - mir derzeit noch nicht weiter bekannte - cd mit Maxim Schostakowitsch mindestens genauso gut.

      Ich bin Michael für seine Hinweise auf die spieltechnischen Schwierigkeiten (auch) der beiden anderen Konzerte sehr dankbar, denn das erklärt vielleicht, warum es von diesen attraktiv klingenden Werken so wenig Aufnahmen gibt.

      Das Klavierkonzert liebe ich von je her in der von Michael erwähnten Aufnahme von John Browning und George Szell. Zwar habe ich die "nur" auf LP, aber dagegen hatten andere Aufnahmen bislang keine Chancen. Ich werde es aber gerne mal mit der Naxos-Aufnahme von Stephen Prutsman und der von mir ohnehin geschätzten Marin Alsop probieren, deren Aufnahmen der Sinfonien ich übrigens gar nicht sooo schlecht finde. Allerdings sind die bei mir bislang auch noch konkurrenzlos, sieht man von einer jüngst hinzu gekommenen Aufnahme der ersten Sinfonie mit dem Chicago SO unter Erich Leinsdorf ab, die ich aber erst noch aufmerksam hören muss.

      Was das dritte, das enorm schwierige Cellokonzert angeht, liebe ich ganz besonders meine Rundfunkaufnahme mit Yo-Yo-Ma und wiederum dem Saint Paul Chamber Orchestra unter Hugh Wolff. Auch hier gibt es eine cd, die ich nicht kenne, in den Schnipseln aber sehr vielversprechend klingt:



      Anscheinend gibt es diese Aufnahme mit David Zinman und dem Baltimore SO nur in Amerika, aber immerhin ist sie recht preiswert, selbst wenn man die Versandkosten einkalkuliert, und Kreditkarteninhaber können es für sehr wenig Geld herunterladen.

      Leider kommt das beachtliche Vokalwerk Barbers noch etwas kurz, aber dem widme ich mich gerne demnächst, wenn ich es selbst wieder etwas intensiver gehört und den endlich gefundenen Mitschnitt seines ANTONY AND CLEOPATRA vernommen habe.

      :wink: Rideamus


      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Rideamus schrieb:

      Für mich gehört er an die Seite von Bernstein und Gershwin als einer der drei bedeutendsten amerikanischen Kompnisten des letzten Jahrhunderts, wobei ich mir durchaus bewusst bin, dass viele das anders empfinden und in Barber einen eher rückwärts gewandten Komponisten sehen. Dieses Urteil wird allerdings den Realitäten des amerikanischen Musiklebens des 20. Jahrhunderts in keiner Weise gerecht.

      Ich will ja nicht herummeckern, aber dass "eher rückwärts gewandt" Barber nicht gerecht werde, dem muss ich schon widersprechen.
      Du beziehst Dich dann auf das "amerikanische Musikleben des 20. Jahrhunderts" - da mag es natürlich sein, dass es eine Unmenge erfolgreicher Komponisten gab, die noch konservativer als Barber waren.
      Aber die rückblickende Rezeption von Kunst im allgemeinen widmet sich weniger dem Durchschnitt und den Massen als eher dem, was man rückblickend als bedeutend erachtet.
      Und dann werden Künstler, die eher "Geheimtipps" waren zu den Hauptmeistern - sei es Schubert oder Ives oder Varèse.
      Und heute kann man ohne mit der Wimper zu zucken Franz Lachner als mindere Erscheinung (verglichen mit Schubert) ansehen, auch wenn das "den Realitäten des Musiklebens" von damals nicht "gerecht" wird.

      Um die extreme Distanz Barbers zu den avancierten Komponisten seines Heimatlandes zu verdeutlichen, sollte man sich vor Augen halten, dass Ives keine isolierte Einzelfigur war: In der Zeit von 1914 bis ca. 1930 hatten die USA eine starke Szene extrem "vorwärts gewandter" Komponisten, deren Hauptvertreter heute am CD-Markt greifbar sind: Carl Ruggles, Dane Rudhyar, Henry Cowell, George Antheil und Ruth Crawford könnten dann Stücke wie Barbers Violinkonzert wie Versatzstücke aus einer fernen vergangenen Welt erscheinen lassen.

      Nach dem Krieg wird es dann natürlich noch viel extremer, dann kommen die Komponisten aus Barbers Generation wie Elliot Carter, Conlon Nancarrow und John Cage zu Wort.

      Das wird Dir natürlich alles bewusst sein, ich schreibe es nur der Vollständigkeit halber ... und weil Barber natürlich zumindest "eher" rückwärtsgewandt ist (wenn nicht mehr als "eher" ...)

      Mir persönlich gefällt das "Adagio for Strings" sehr - das ist keine verspätete Nachromantik sondern tatsächlich eine eigenwillige Neuromantik mit verblüffend soghaftem Effekt. Das Violinkonzert hat mich enttäuscht, als ich es vor einem Jahr einmal live hörte, das ist (für meine Ohren) wirklich arg rückwärtsgewandt. Aber ich könnte mich sicher daran gewöhnen - da ich aber z.B. Carl Ruggles und George Antheil viel interessanter finde und auch für bedeutender halte, werde ich es beim Adagio und ein paar anderen "Schlagern" (Ausschnitte aus Vanessa und Medea, die ich früher gar nicht mochte und lange nicht gehört habe) belassen. Für meine Priorisierung ist es etwa ebenso wichtig, vom gleichaltrigen Amerikaner Vladimir Ussachevsky die wichtigsten Tonbandstücke zu kennen, wie Barbers Adagio - Einschätzungen von Bedeutung gehen in der Musik dieser Zeit wohl recht krass auseinander ...
      :wink:
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)

    • Zitat von Michael zum Barber - Klavierkonzert:

      Leider wohl im Augenblick nicht erhältlich ist aber die m.E. beste Aufnahme des Konzertes unter George Szell von 1962 für CBS/Sony mit dem damals noch jungen(mittlerweile leider verstorbenen) John Browning , der dort aus allen Rohren schießt, was man von seiner neueren Aufnahme unter Slatkin-welche mich enttäuschte- leider überhaupt nicht sagen kann.

      ... Übrigens ist die Naxos-Einspieliung mit Stephen Prutsman außergewöhnlich gut, für mich weitaus besser als die zweite Aufnahme von Browning unter Slatkin


      Hallo Michael, hier finde ich meinen Eindruck zur späten John Browning-Aufnahme mit Slatkin (RCA, 1991, DDD) bestätigt, die aufgrund der Entstehungsgeschichte des KK eigendlich absolut TOP sein sollte. Vielleicht war Browning zu dem 2.Aufnahmezeitpunkt 1991 schon zu alt ?

      Danke für die interessante INFO der Referenzaufnahme des KK mit Szell - Browning. Ich habe noch bevor ich diesen Beitrag zu Ende geschrieben habe diese CBS-Aufnahme (für angenehme 4,15Euro) bestellt. :D Damit ihr sie mir nicht wegschnappt (nein, es sind noch weitere für diesen Preis vorhanden )!


      SONY, ADD

      :thumbsup: Das tolle an dieser CD ist, das sich dort weitere referenzwürdige Aufnahmen tummeln: Das Adagio mit Thomas Schippers, das ich vor Urzeiten auf Tonband aufgenommen hatte ist wohl die eindrucksvollste Interpretation die es gibt. Beim Höhepunkt sind die Streicher derart intensiv und schneidend, dass ein Gänsehautfeeling entsteht, wie annähernd nur bei Bernstein - der Wahnsinn.
      Das ich dabei dann nochmal das VC mit Stern erhalte, kann ich verschmerzzen, denn das Second Essay mit Ormandy wird dort auch erste Sahne sein. Die Ouvertüre The School for Scandal ist auch dabei. Eine fabelhaft feurige Musik, die ich bisher in der TOP-Aufnahme (CD weiter oben abgebildet) mit Zinman favorisiere.

      -------------------------




      Zitat von putto:

      Einschätzungen von Bedeutung gehen in der Musik dieser Zeit wohl recht krass auseinander ...




      :thumbup: Musik und der entsprechende Komponist hat für mich eine hohe Bedeutung, wenn sie/er mir gefällt. Und Barber und sein Umfeld stehen bei mir ganz hoch im Kurs. Da ist mir völlig egal ob Barber für seine Zeit konservativer war als seine Zeitgenossen oder nicht. Im Gegenteil - einige der von Dir genannten Komponisten, die Du als "Vorwärsgewandter" ansiehst (Carl Ruggles, Dane Rudhyar, Henry Cowell, George Antheil und Ruth Crawford) haben mir weniger gegeben, als es Barbers Gesamtwerk es in begeisterungswürdiger Weise geschafft hat.

      ;+) Nichts gegen Elliot Carter, dem etwas späteren Zeitgenossen, der nun alles Konservative von sich weist. Aber diese Werke liegen doch sehr schwer im Magen; mit dem bin ich noch nicht richtig warm geworden. Da ist nichts was mich wirklich zu Begeisterungsstürmen veranlaßt.
      8+) Nee, da ist mir Barber, Copland, Bernstein und Gershwin (die eingangs angesprochene Vierergruppe) hundert mal lieber.

      Das man Musik für den Hörer mit aktuellen Bezügen zur Umwelt auch supermodern aber geniessbar machen kann, dafür ist der Zeitgenosse Michael Daugherty ein TOP-Beispiel (also weit nach Barber und Carter). Das ist ansprechende Musik für den heutigen Klassikhörer, genau wie Barber damals und heute .....
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • teleton schrieb:

      Nichts gegen Elliot Carter, dem etwas späteren Zeitgenossen, der nun alles Konservative von sich weist.

      Vorsicht, Carter ist zwei Jahre älter als Barber.
      :yes:
      Aber seine bekanntesten Werke sind wohl die eher späteren (ab den 60ern), während Barbers Adagio aus den 30ern stammt, einer Zeit, zu der Carter meines Wissens neoklassizistisch schrieb (kenne ich aber nicht).
      :wink:
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    • putto schrieb:

      Rideamus schrieb:

      Für mich gehört er an die Seite von Bernstein und Gershwin als einer der drei bedeutendsten amerikanischen Kompnisten des letzten Jahrhunderts, wobei ich mir durchaus bewusst bin, dass viele das anders empfinden und in Barber einen eher rückwärts gewandten Komponisten sehen. Dieses Urteil wird allerdings den Realitäten des amerikanischen Musiklebens des 20. Jahrhunderts in keiner Weise gerecht.
      Ich will ja nicht herummeckern, aber dass "eher rückwärts gewandt" Barber nicht gerecht werde, dem muss ich schon widersprechen.
      Du beziehst Dich dann auf das "amerikanische Musikleben des 20. Jahrhunderts" - da mag es natürlich sein, dass es eine Unmenge erfolgreicher Komponisten gab, die noch konservativer als Barber waren.
      Aber die rückblickende Rezeption von Kunst im allgemeinen widmet sich weniger dem Durchschnitt und den Massen als eher dem, was man rückblickend als bedeutend erachtet.
      Und dann werden Künstler, die eher "Geheimtipps" waren zu den Hauptmeistern - sei es Schubert oder Ives oder Varèse.
      Lieber Putto,

      eigentlich können wir uns problemlos einig sein, denn unsere Differenz liegt nicht in der Analyse, sondern in der Wertung. Ich bin mir nämlich gar nicht so sicher, dass aus der Rückschau die Bewertung, dass nur die Auflösung der Tonalität nach vorne orientiert und alles andere rückwärts gewandt ist, der Konsens bleiben wird, der er lange Zeit war.

      Fraglos waren die Experimente eines Ives, Ruggles oder auch Feldmann in ihrer Zeit wichtig und ist mindestens Charles Ives von anhaltender Bedeutung. Dennoch scheinen mir heute, von der überragenden Größe eines Ives abgesehen, Komponisten wie Virgil Thomson, Ned Rorem, oder Carlisle Floyd, von den Schöpfern der besten Werke der wichtigsten Kunstform, nämlich des Musicals, ganz abgesehen, von weitaus nachhaltigerer Bedeutung zu sein. Natürlich urteile ich dabei an dem entlang, was mir besonders gefällt. Und dazu gehören nun einmal Barber, Bernstein, Gershwin und der von teleton zu Recht mit angeführte Copland (der m. E. allerdings etwas unebener war als die drei Erstgenannten und für mich weniger spannend als z. B. Sondheim) für mich eher als Antheil, Babbit oder Carter, der ja erst später eine "modernere" Richtung einschlug. Dass Barber & Co. eher "rückwärts" gewandt, also tonal orientiert sind als Letztere, sei gerne eingestanden, nur eben nicht als Vorwurf akzeptiert.

      in den 30er und 40er Jahren war Carter, der gleich Thomson und zuvor Copland bei Nadia Boulanger in Paris studierte, tatsächlich einem ähnlich neoklassizistisch - "amerikanischen" Ton verpflichtet wie seine Kommilitonen. Hör mal in die HOLIDAY OVERTURE und die Sinfonie hier hinein:



      und dann diese fünf Jhre ältere Komposition:


      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Hallo Rideamus,

      mag sein, dass wir so vom Thema wegkommen, aber ein klein wenig zur Seite schlingern mag erlaubt sein:

      Rideamus schrieb:

      Ich bin mir nämlich gar nicht so sicher, dass aus der Rückschau die Bewertung, dass nur die Auflösung der Tonalität nach vorne orientiert und alles andere rückwärts gewandt ist, der Konsens bleiben wird, der er lange Zeit war.

      Die Bewertung in dieser Form ist sicherlich schon lange überholt. Die Zeiten, in denen man Nono als Großmeister und Schostakowitsch als Verfasser regimetreuer Banalitäten ansah, muss man sich heute schon mühsam rekonstruieren.

      Es geht nicht um den Dualismus tonal-atonal. In der Zeit der ersten Avantgarde der USA war die Atonalität natürlich eine Spielform extrem modernen Komponierens (mit dem "Großmeister" Ruggles). Aber Antheil z.B. ist auch in seinen wildesten Werken wie dem "Ballet Mécanique" nicht atonal. Und heute (wie auch zur Entstehungszeit) wird niemand auf die Idee kommen, dass dieses Werk rückwärtsgewandt sei.
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    • Die Frage nach der eigentlichen Dualität, nach der man Musik in vorwärts oder rückwärts gewandte einteilen kann, ist eine sehr spannende, würde aber wohl wirklich etwas weit von Barber weg führen.

      Ich dachte eigentlich, dass wir hier schon einen Thread haben, der sich mit der Frage nach dem Fortschritt in der Musik beschäftigt, konnte aber nur diesen hier finden, der sehr irоniegeschwängert ist: Neue Musik - Bewertungskriterien

      Vielleicht findet jemand einen Thread, in den diese Diskussion besser passen würde oder eröffnet einen? Ich fühle mich dazu schlicht zu wenig berufen und würde auch lieber bei Barber und anderen Themen bleiben.

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Guten Tag,

      ich habe gewisse Schwäche für Musik von Samuel Barber. Seine sehr "ichbezogene", persönliche Musik mit unendlicher Sentimentalität und Melancholie ist nicht gerade ein Fixpunkt der gesamten Musikgeschichte, aber der rauschende, etwas bürgerlich wohlklingende Melodiereichtum zeigt erstaunlicherweise keine Abnutzungserscheinung trotz mehrfaches Hörens. Wahrscheinlich gefällt mir seine Musik deshalb, da ich mehr oder weniger selbstbeschreibende autobiographische Aspekte von Barbers Musik sehr sympathisch finde. Daher höre ich am liebsten seine sehr persönliche Gesangsmusik, nämlich Lieder und "Knoxville: Summer of 1915".


      Und natürlich "Adagio for Strings Op.11". Das war mein erster Kontakt mit Samuel Barber, aber vollkommen unbeabsichtigt, nämlich durch diesen Film:


      Kriegswahnsinn, begleitet von irgendwohin hinfließender sentimentaler Musik von Barber, da kann man nur tief beeindruckt werden.

      Schöne Grüße,
      Penthesilea
      Auch Rom wurde nicht an einem Tag niedergebrannt - Douglas Adams
    • RE: Barber-Klavierkonzert mit Browning/Szell

      Zunächst möchet ich mich einmal (wiedermal) bei Michael für die Empfehlung der Browning/Szell-CBS-Aufnahme bedanken.

      Durch diese Empfehlung zum Barber-Klavierkonzert bin ich auf die abgebildete Referenz-CD gekommen, die sich in ihrer Referenzwürdigkeit auf jedes der enthaltenen Barber-Werke bezieht:
      :angel: Es sind mit Bernstein, Szell, Ormandy und Schippers die besten Barber-Dirigenten am Werk.

      [Blockierte Grafik: http://ec2.images-amazon.com/images/P/B0000266KG.03._SS300_SCLZZZZZZZ_.jpg]
      SONY, 1957 - 1965, ADD

      Klavierkonzert op.38
      Die Referenzaufnahme des KK mit dem Widmungsträger John Browning, auf den Barber die enthaltene Virtuosität des Konzertes in Absprache entsprechend zugeschnitten hat, scheint unter der Leitung von Szell/Cleveland Orchestra wirklich unübertroffen zu sein. Mit solcher Spannung und einen atemberaubenden Tempo im 1. und 3.Satz ist es bislang ungehört.
      Das einzige was man der Aufnahme ankreiden könnte, wäre die nicht mehr ganz zeitgemäße Klangqualität. Dadurch gehen so manche Einzelheiten im rasenden 3.Satz verloren, die in der sehr guten Aufnahme mit Prutsman/Alsop (Naxos, 2002, DDD) einfach klarer zu hören sind.
      Die SONY-Aufnahme vom Januar 1964 bleibt aber dennoch in ihrer ungestümen Ausdruckskraft unerreicht. Im 1. und 3.Satz sind Browning/Szell je eine ganze Minute schneller als Prutsman/Alsop. Brownings spätere Aufnahme mit Slatkin (RCA, 1990, DDD) bleibt leider Längen hinter diesen Glanzleistungen zurück (offenbar altersbedingt) - der 1.Satz dauert dort sogar 14:24.
      Spielzeiten SONY: 12:47 – 7:03 – 5:46

      Violinkonzert op.14
      Das Violinkonzert mit Stern / New Yorker PH / Bernstein ; Aufnahme April 1964 habe ich bereits in einer anderen SONY-Kopplung mit aktuellerem und etwas besserem Remastering. Diese CD ist von C 1997. Für mich immer noch die beste Aufnahme des VC.

      Adagio op.11
      Das Adagio wird von Ormandy/Philadelphia Orchestra; Aufnahme 1957

      Es ist doch nicht die Schippers-Aufnahme, wie ich vor dem CD-Kauf angenommen hatte.
      Ormandy´s schon fast historische Aufnahme kommt der Spitzenaufnahme mit Thomas Schippers, die ich leider nur in einer Tonbandaufnahme besitze, an Intensität des Ausdruckes schon sehr nahe; ähnlich wie Bernsteins beide Aufnahmen – Referenzklasse trotz des Aufnahmedatums.

      Second Essay op.17 und Ouvertüre The School for Scandal op.5
      Thomas Schippers / New Yorker PH; Aufnahmen Januar und Februar 1965
      Nie habe ich beide Stücke derart perfekt gehört, wie in dieser absolut perfekten und niederschmetternden Interpretation.
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Hallo allerseits,

      dies war eine meiner ersten Klassik-CDs überhaupt, und ich liebe sie immer noch heiß und innig:



      Auslöser war das bekannte Adagio for Strings, das mir nach gewisser Zeit aber auf die Nerven ging.

      Was bei mir aber nach wie vor einen unglaublich tiefen Eindruck hinterlässt, sind School for Scandal und die Essays for Orchestra.

      Schöne Grüße,
      Peter
    • Ein guter Komponist - aber auch ein großer Komponist?

      Mir geht es jetzt erst einmal weniger um die Aufnahmen von Musik Barbers, als um die Einordnung dieses Komponisten.
      Ihn verächtlich als Zuspätromantiker zu bezeichnen, halte ich dabei für Unfug, denn es kann nicht angehen, einen Komponisten völlig aus seinem kulturellen Hintergrund zu lösen (damit werde ich mich gleich befassen). Ebenso halte ich es aber für übertrieben, ihn als großen Komponisten einzustufen und werde versuchen, das durch einen Vergleich zu untermauern.

      Der kulturelle Hintergrund
      In den USA existieren bis heute zwei ästhetische Strömungen: Eine betont avantgardistische und eine betont konservative. Was hingegen seltener vorkommt, ist die gemäßigte Moderne. Komponisten vergleichbar einem Maxwell Davies oder einem Henze sind in den USA selten zu finden. Sogar, wenn stilistische Umschwünge einsetzen, schlägt das Pendel ziemlich radikal in die Gegenrichtung, man denke an das sehr tonale Frühwerk von Elliot Carter oder Roger Sessions, an das avantgardistische Spätwerk von Aaron Copland oder an das avantgardistische Frühwerk von Stephen Albert oder David del Tredici.

      Samuel Barber gehört zeitlebens der konservativen Strömung an, wenn er Verfahren der Neuen Musik aufgreift, etwa reihengebundene Techniken, dann immer unter dem Aspekt einer mehr oder minder freien Tonartenbindung. Ich plädiere dafür, dem Komponisten die Auswahl seines Vokabulars zuzugestehen, ohne davon a priori eine Wertung abzuleiten.

      Sehen wir uns Barber also in seinem Umfeld an: Einerseits komponiert weder im hurrapatriotischen Stil von Roy Harris, noch bedient er sich der für Symphonik ausgegebenen Wie-komme-ich-von-der-Tonika-zur-Dominante-und-wieder-zurück-Übungen eines David Diamond, womit Barber eindeutig zu den besseren Komponisten dieser Richtung gehört. Aber gehört er auch zu ihren besten?
      Vergleicht man Barbers symphonische Werke mit denen eines William Schuman, eines Howard Hanson oder denen eines Aaron Copland, so muß man feststellen, daß Schuman harmonisch erfindungsreicher und Copland der bessere Melodiker ist. Hanson wiederum besitzt die Begabung zu echter Größe - im Vergleich mit seiner sechsten Symphonie schneiden Barbers größer angelegte symphonische Werke relativ schlecht ab, weil sie zu domestiziert, zu nobel, zu poliert sind, um wirklich nachhaltig zu beeindrucken.

      Barber hat aber nicht nur Symphonik geschrieben, er hat auch zwei abendfüllende Opern verfaßt, deren erste, "Vanessa", ich einem Vergleich mit einem Werk Gian-Carlo Menottis unterziehen will, nicht, weil Menotti und Barber langjährige Lebensgefährten waren und Menotti der Textautor der "Vanessa" ist, sondern weil die Ästhetik beider Komponisten eng vrwandt und das stilistische Umfeld praktisch identisch ist. Insoferne nämlich, als sowohl Barber als auch Menotti überzeugt sind, daß die Zukunft der kantilenenbetonten Oper gehört mit in den dramatischen Fluß eingebetteten, aber klar voneinander abgegrenzten Nummern, entsprechend etwa dem Musikdrama des späten Verdi oder Puccini. Auf die Melodik wirken dabei stilistische Einflüsse von Komponisten wie Schubert, Mussorgskij, Puccini und Weill, die durch bestimmte harmonische Taschenspielerkünste (ich meine das nicht pejorativ) modernisiert werden, etwa mit scharf instrumentierten Durchgangsdissonanzen, bitonalen Lichtern, eingeschrägten Akkorden (etwa cis-e-g-c statt c als Grundton oder zu cis hochalteriertem Sopran-C) und chromatisch dissonierenden Nebenstimmen. Bei einem Blick in die Partitur von "Vanessa" oder "The Consul" oder Robert Wards "Crucible" denkt man meist: "Da schau, so modern ist das." Kam beginnt man aber die Partitur richtig zu lesen, also in eine Klangvorstellung umzusetzen, denkt man, hoffentlich ohne damit etwas Schlechtes zu verbinden: "Ganz schön konservativ ist das."

      Und damit zu "Vanessa": Diese Oper ist, wie gesagt, angelegt als melodiöse Gesangsoper mit viel Futter für den Sänger und den Zuhörer. Nur, daß dieses Futter zumeist erstaunlich wenig Nährwert besitzt. Es gibt insgesamt drei wirklich fabelhafte Nummern: "Must the winter come so soon" der Erica, eines der schönsten Ariosi, das die moderne Oper hat, eine Art ins Melancholische gewendetes "O mio babbino caro"; dann ein im Gestsus ähnliches Arioso des Doktors, "You, too, were once a child, Vanessa" und das glänzend komponierte Quartett "To leave, to break". Das Problem der anderen Nummern ist, daß sie einen relativ kleinteiligen Aufbau haben und nicht recht in Fluss kommen (wie Vanessas "Do not utter a word") oder schön anheben und dann dahinmäandern (wie Anatols "On the path to the lake"). Dazu kommt, dass die Außenakte zwar halbwegs dicht durchgearbeitet, die beiden Mittelakte jedoch ziemlich hingeflunkert sind und mehr von Barbers handwerklichem Können als von seiner Fantasie künden. Damit verfehlt "Vanessa" ihr Hauptziel, nämlich einerseits eine Melodieoper für den möglichen Repertoiregebrauch, andererseits ein Starvehikel für Spitzensänger zu sein.

      Ein anderes Werk, das dieselben Ziele hat, ist Gian-Carlo Menottis "The Saint of Bleecker Street". Kurze stimmungschaffende Einleitung, dann die erste Nummer, das Nebenpersonen-Ensemble "Once there was St. Michael", wenige Augenblicke später Anninas Stigmata-Szene "O sweet Jesus, spare me this agony", abermals nur ein paar Minuten später das Ariose des Don Marco "Ah, poor Michele, it is not I your rival", das zum großen Intermezzo gesteigert wird. Zweite Szene: Neapolitanisches Wiegenlied, von Menotti selbst erfunden und einfach zauberhaft; dann wieder ein leichteres Nebenfigurenensemble, "Annina, I've something to confess you"; wenige Momente später das Duett zwischen Annina und Michele "Sister, I shall hide you and take you away", worauf der San-Gennaro-Umzug einen gewaltig gesteigerten Aktschluß bildet.
      Der zweite Akt beginnt mit einem von Menottis schönsten Einfällen: italienischen (wohl ebenfalls neapolitanischen) Hochzeitsliedern. Dann folgt schon Desiderias haßerfülltes "Ah, Michele, don't you know that love can turn to hate" und wenige Momente später stimmt Michele seine große Heimweh-Arie "They tell me that the italian shore blooms like a garden" an, absichtlich, da Italien-Reminiszenz, im Stil Puccinis geschrieben, wunderbar weit ausgreifend, eine der besten Tenornummern der neueren Oper; knappes, leidenschaftlich aufgepeitschtes Aktfinale.
      Dritter Akt: Das Orchestervorspiel schildert fast filmmusikhaft eine U-Baun-Station mit durchfahrendem Zug, dann ein letztes leidenschaftliches Duett zwischen Annina und Michele,Marcel Prawy bezeichnete es als musikalische Manifestation der inzestuösen Liebe - und darauf folgt der zweite Teil des dritten Aktes, in dem die Leidenschaften stiller werden, ein paar herrliche Chöre erinnern stark an Poulenc, dann verlöschen die Farben allmählich, wie auch Anninas Leben verrinnt.

      Ich habe Menottis Werk mit Absicht relativ detailliert ausgeführt, weil ich zeigen wollte, wie es bei ihm Schlag auf Schlag geht, wie, ja, ich wage es zu sagen, ein Höhepunkt auf den nächsten folgt. Ähnlich kann man fast jede Oper Menottis behandeln, ehe er bei "Maria Golovin" (1958) erstmals jene Schwächen der melodischen und harmonischen Gestaltungskraft zeigt, die dann nahezu alle späteren Opern, vielleicht mit Ausnahme des "Most Important Man", ziemlich müde erscheinen lassen.

      Die besten Werke Menottis haben in den USA eine Art "Menotti-Schule" entstehen lassen, der man etwa Lee Hoiby, Carlisle Floyd und Robert Ward zurechnen muß - und eben auch Barber. "Vanessa" nimmt innerhalb dieser Schule einen hohen Rang ein, es ist ein weit besseres Werk als Wards "Crucible" oder Hoibys "Tempest", andererseits bleibt Vanessa aber nicht nur weit hinter dem originalen Menotti zurück, sondern auch hinter Floyds "Susannah" und auch hinter den (allerdings eher von Britten als von Menotti beeinflußten) Opern Dominick Argentos.

      Sehr geschätzt werden Barbers Klavierkonzert und das Violinkonzert. Ersteres ist ein wirklich glänzendes Werk, hat aber den Nachteil, daß seine enormen Schwierigkeiten nicht ganz so dankbar herüberkommen, wie es ein Pianist, der sich dessen unterzieht, gerne hätte. Dann schon lieber Rachmaninow oder Bartók... Das Violinkonzert hingegen leidet meiner Meinung nach unter dem viel zu kurzen und ziemlich hingeflunkerten Schlußsatz, der die schönen lyrischen Ströme der ersten beiden Sätze nicht auszubalancieren vermag. Das Violinkonzert des stilistisch manchmal erstaunlich ähnlichen William Walton ist da einfach das besser strukturierte Stück und dadurch auch für den Zuhörer dankbarer.

      Was für mich Barbers Schwäche ausmacht, ist eine gewisse Domestiziertheit, die zu vornehmer, aber irgendwie "kleiner" Musik führt. Ein großer Teil seiner symphonischen Werke scheint mir darunter zu leiden, am meisten aber seine zweite abendfüllende Oper, "Anthony and Cleopatra", die viele schöne Momente hat, deren Musik man aber eher zum Stoff einer Art "Arabella" erwarten würde und ziemlich sicher nicht zu einem großen Shakespeare-Drama (aber das Manko eines Stoff-Musik-Mißverhältnisses haben manche amerikanische Opern, nicht zuletzt "Dead Man Walking").

      Dennoch gibt es ein Genre, in dem Barber wirklich Überragendes geschaffen hat: Das Lied. "Sure on this shining night" nach einem wunderbaren Text von James Agee ist sicherlich eines der schönsten Lieder, die in den USA jemals geschrieben wurden - lediglich "The Lordly Hudson" von Ned Rorem ist von ähnlicher Schönheit und auch Abgründigkeit. Außerdem gibt es von Barber die glänzend geschriebenen "Hermit Songs", die ich gerne öfter auf den Programmen der Liederabende sähe, und ein fulminantes Lied "Colonel Booth enters into Heaven", dessen Text bereits Charles Ives vertont hatte - aber Barbers Version ist wesentlich virtuoser und ungestümer.

      Insgesamt ist Barber für mich also ein bestenfalls mittelmäßiger Opernkomponist, ein guter Komponist von Instrumentalmusik - und ein außerordentlicher Komponist von Liedern. Er hat sehr wenig geschrieben. Vielleicht hätte er noch weniger an Orchestermusik und Opern schreiben und dafür mehr Lieder komponieren sollen.
      :wink:
      Na sdarowje! (Modest Mussorgskij)
    • Edwin schrieb:

      Was für mich Barbers Schwäche ausmacht, ist eine gewisse Domestiziertheit, die zu vornehmer, aber irgendwie "kleiner" Musik führt.


      Lieber Edwin,

      ich sehe das ganz ähnlich. Barbers "Vornehmheit" - das ist genau die Bezeichnung, die ich gesucht habe, um für mich Barbers Musik zu charakterisieren und mir zu erklären, warum ich seine Orchestermusik gelegentlich gut hören kann, sie mich aber auch nicht weiter sonderlich bewegt, - Barbers "Vornehmheit" lässt keine Ausbrüche zu, nicht nur in Bezug auf die Radikalität kompositorischer Mittel, das muß ja nicht unbedingt sein, jedoch scheint sie mir auch dazu zu führen, dass alles tendenziell auf der selben Ausdrucksebene bleibt, jegliche deutlichen Kontraste, geschärfte Akzente, Intensitäten, Ausdrucksextreme unbedingt gescheut werden.

      Seltsamerweise ist dies in vielen der Lieder, die ich kenne und so viele sind das leider noch gar nicht, aber nicht so.

      Im Klavierkonzert, dass ich insgesamt am gelungensten finde, kann man manchmal, so mein Eindruck, richtig hören, wie sich dann doch Ausbrüche leicht andeuten, aber sofort wieder, gleichsam erschreckt, zurückgenommen werden.

      Was die Oper angeht, ich kenne nur "Vanessa" und habe nicht deine Vergleichsmöglichkeiten zu Menotti u.a., muß dann m.E. diese vornehme Vermeidung von Ausdrucksextremen besonders zum Problem werden. In meiner "Vanessa"- Einspielung tut zwar Mitropoulos, was er kann, aber es bleibt insgesamt so hübsch-harmlos.

      Edwin schrieb:

      In den USA existieren bis heute zwei ästhetische Strömungen: Eine betont avantgardistische und eine betont konservative. Was hingegen seltener vorkommt, ist die gemäßigte Moderne.


      Ist das nicht inzwischen etwas anders? Zur mit Henze und Maxwell Davies vergleichbaren Mittelgruppe würde ich beispielsweise Peter Lieberson, John Cordigliani, John Harbinson, Joseph Schwantner u. a. rechnen. Die und Ähnliches scheinen mir auch für Zeitgenossen relativ viel gespielt zu werden, heute schon eher mehr als die Konservativen, bis auf schon zu großen amerikanischen Klassikern geadelte, wie eben Barber, oder täuscht mich da meine Wahrnehmung? ( - Keine rhethorisch gemeinte Frage.) Mir ist gar nicht klar, wann und wodurch sich das verschoben hat, wenn das so zutrifft, was auch zu beleuchten interessant wäre.

      :wink: Matthias
    • Lieber Matthias,
      Zur mit Henze und Maxwell Davies vergleichbaren Mittelgruppe würde ich beispielsweise Peter Lieberson, John Cordigliani, John Harbinson, Joseph Schwantner

      Du hast völlig recht, es ändert sich langsam, da natürlich auch die USA von der Postmoderne erreicht wurden. Corigliano (ich nehme an, der ist mit Cordigliani gemeint ;+) ) Es ist nur so, daß diese Komponisten, die übrigens alle ein "radikales" Frühwerk haben, relativ weit zurückgehen, also mitunter klar tonal arbeiten, und zwar auch dann, wenn sie nicht augenzwinkernden Folklorismus à la Davies' "Orkney Wedding" verbreiten.
      Allerdings ist es bei den Opern noch immer ziemlich extrem: Du hast hier nach wie vor große Unterschiede zwischen einer dezidiert avancierten Haltung (die eventuell mit experimentellem Jazz kombiniert ist) und einer dezidiert konservativen - also auf der einen Seite radikale, wenngleich kraftvolle Werke wie "Malcolm X" von Anthony Davis und "A View from the Bridge" des sonst gar nicht so konservativen William Bolcom auf der anderen Seite.

      Zu Barbers Lebzeiten jedoch war der Konflikt zwischen den Strömungen ziemlich stark. Sogar ein Copland wurde des "Verrats" geziehen, weil er seine Spätwerke "Inscape" und "Connotations" auf Reihentechniken aufbaute. Und der hochbegabte Marvin David Levy, den ich für einen der besten Komponisten der USA halte, kam mit seiner Oper "Mourning Becomes Elektra" nicht durch, weil man auf der Bühne in Wahrheit nur Menotti-Klone hören wollte.
      :wink:
      Na sdarowje! (Modest Mussorgskij)