Uleasprachige Literatur - Favoriten der Capricciosi

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    • Uleasprachige Literatur - Favoriten der Capricciosi

      Nachdem Literatur der kolonisierten Völker nur in der Sprache ihrer Herren berücksichtigt wurde, habe ich mich entschlossen, dem Volk der Ulea, mit dem ich durch Adalbert von Chamisso früh vertraut wurde, seine Würde in Form einer Liste wiederherzustellen, die nur Literatur der Ulea enthält, selbstverständlich in ihrer Sprache.

      1) Öllö Valli - eine skandalöse Geschichte, die sich eben deswegen gleich an die Spitze der Liste setzte

      2) Ipal - von Hermann Bang beeinflusst

      3) Mamoan Laulüor - auch Unterhaltungsliteratur von Rang gehört dazu

      4) Ual Nagen - auch die 68er hinterließen Spuren

      5) Oaétit kassiso Tarvévil - eine Romeo- und-Julia-Geschichte

      6) Ngang - ein philosophischer Roman

      7) Usi - aus der Mythologie der Uleas

      8) Kasthelop Lang - ein Roman, der ein gutes Roadmovie abgeben würde

      9) Lallau Ralai Lao - ein Roman über die Zeit, die Anwort der Ulea auf Proust

      10) Iga Igala - von Hemingway beeinflusst


      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Da meine Kenntnisse der schönen uleanischen Sprache noch ganz am Anfang stehen, möche ich auf den auch auf Englisch vorliegenden, großartigen Migrationsroman des uleanischen Ex-Clanchiefs, Ex-Piraten und Ex-Altonaer-Hausbesetzer Sam Lagnallai, "Ullialai langk Lalloal ok Altona", zu deutsch: "Fi**en und Saufen in Altona" hinweisen, erschienen leider bis jetzt nur auf Englisch in der Reihe "For a new global World Literature", herausgegeben vom Departement of Postcolonial Studies, University of Gujarat.

      :wink: Matthias
    • calisto schrieb:

      Schön, daß das kleine Völkchen so viel spannende Literatur hervorgebracht hat. Welches Buch könntest Du mir denn besonders empfehlen, lieber Peter? :jub:
      calisto


      Liebe Calisto,

      Öllö Valli (Platz 1) ist eine anonyme Adaption eines deutschen Romans aus der Bestsellerliste. Die sprachliche Umsetzung ist einfach genial! Vielleicht hilft Dir eine Übersetzung des Titels weiter:

      öllö - feucht
      valli - Land, Gebiet

      Die Uleas nennen ihre Autoren nicht, es ist ehrenhaft, wenn etwas (mündlich) weiter tradiert wird. Im Falle von Öllö Valli weigerten sich die Erzähler allerdings ohne erhebliche Kürzungen das Werk in ihr Repertoire aufzunehmen. Nach dem chinesischen Filter-Raster blieb nur eine halbe Stunde übrig. Daraufhin hat die Autorin in einer Art von Samisdat den Text verbreitet, was dazu führte, dass es einen dreimonatigen Streik der Frauen gab - weil sie eifrig das Werk vervielfältigen - der erste Roman der Ulea in Schriftform.

      Du musst schon eine Ulea-Frau finden, die Dir vertraut ...

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Ergänzend, es sind Stimmen verstaubter Kulturkonservativer laut geworden, die Sam Lagnallai des Charles Bukowski-Epigonentums bezichtigten. Ich kann diese nicht nachvollziehen, ist es doch eine ureigene Leistung des großen Autors, die Sprache selbst zum Gegenstand der Dekonstruktion zu machen, ihren eurozentrischen Präsentismus aufzuheben und auf beispiellose Weise einen transkulturellen Sprachzerfall Laut werden zu lassen, der mich atemlos zurückläßt.

      :wink: Matthias
    • Lieber Matthias, der Ex-Altonaer-Hausbesetzer war übrigens nicht Sam Lagnallai, sondern sein Zwillingsbruder Hladlai Lagnallai, der zwar keine Romane schrieb, aber als Bungee-Experte ohne Gummi einige Berühmtheit erlangte.

      Lieber Peter, manchmal ist ja die Übersetzung besser als das Original.. Das scheint ja hier der Fall zu sein. Eine Ulea-Frau möchte ich bzgl. des Romans nur ungerne ansprechen, ich bin halt doch recht schüchtern. Vielleicht könntest Du die Vermittlerrolle übernehmen?
      Schöne Grüße von calisto
    • :mlol: :mlol: :mlol:
      Auf die Ulea-Frauen! :vv:

      Oder trinken die lieber aus Kalebassen? Wo bleibt der Ulea-Smilie?????

      Hat dieses erstaunlichste Volk des Universums auch Lyrik produziert?

      Ich bin für eine sofortige Veroperung von "Öllo Valli" und "Ullial lank ok Altona" als der neue Doppeloperabend der die Cavalleria und die Pagliacci ablösen wird . Komponisten mit hoffnungsvollen Bachwuchstalenten haben wir hier ja wohl genug- oder?
      Bieito und Neuenfelas können sich wegen der Regie ja dann duellieren. Ich mache gerne als Statistin mit. Ohne gage versteht sich. :D

      Falls mir jemand verrät wo man Sprachkurse belegen kann, denn wir sind ja für Aufführungen in Originalsprache, n'est-ce-pas?, übernehme ich auch eine Schamaninnenrolle oder sowas. Mit schweinshaxenmässigen Urschreikoloraturen! :jub:

      :fee:
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • Matthias Oberg schrieb:

      Ergänzend, es sind Stimmen verstaubter Kulturkonservativer laut geworden, die Sam Lagnallai des Charles Bukowski-Epigonentums bezichtigten.


      Lieber Matthias,

      inzwischen ist wohl erwiesen, dass Lagnallai schon in den Zwanzigern an den Feuern der Ulea erzählt wurde. Es könnte den Alkoholkonsum von Bukowski erklären, dass er fürchtete, das Primat des Ulea könne entdeckt werden.

      @ calista. Ich helfe natürlich gerne. Europäische Missionare haben Übles angerichtet, was sich erst heute wieder richtet. Ursprünglich haben Männer und Frauen die Geschichten erzählt. Aber diese Mönche haben den Grundsatz Tabut tangiel Emalega (mulier tacet in ecclesia) eingeführt, so dass sich eine Tradition bildete, dass Frauen ihre Geschichten nur Frauen erzählen und Männer nur Männern. Das hat sich (nach naturgemäßer Entsorgung der Missionare) länger gehalten, doch in dem letzten Jahrzehnt entdeckt man die alten Sitten wieder. Wie wäre ich auch sonst an diesen Roman gekommen?

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Lieber Peter, liebe Calisto, auf eure wichtigen Ergänzungen ist wie stets Verlaß. :juhu: :mlol: :mlol: :mlol:

      FairyQueen schrieb:

      Komponisten mit hoffnungsvollen Bachwuchstalenten


      Sehr dankbar bin ich Fairy auch für den Hinweis auf die "Bachwuchstalente". Ich hatte ja erst in meinem Ignorantentum überlegt, ob es vielleicht "Bartwuchstalente" heißen sollte, bis ich mich darüber informieren konnte, dass es in Ulea als höchste Kunst gilt, durch Komponieren und Singen Bäche wachsen :cry: zu lassen.

      :wink: Matthias
    • FairyQueen schrieb:

      Komponisten mit hoffnungsvollen Bachwuchstalenten haben wir hier ja wohl genug- oder?

      Es sind natürlich die Komponisten mit hoffnungsvollen Bartwuchstalenten gemeint. Jeder weiß, dass die Ulea ihre Texte nur bärtigen Komponisten anvertrauen würden, da der Bart in der uralten Tradition der Ulea das Zeichen einer künstlerisch hochwertigen Qualität darstellt. Oder will sich hier wirklich jemand den Zorn der Stammesdruiden aufladen?

      ;+)

      P.S: Matthias scheint andere Quellen als ich zu haben, aber die Sprache ist auch wirklich nicht einfach zu verstehen. Da kommt es schnell zu Fehlinterpretationen...
      Alles kann, nichts muss.