Eben geglotzt

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    • garcia schrieb:

      Ich möchte hier nur nochmal darauf hinweisen, daß es sich NICHT - entgegen etwaigen Vorerwartungen - um "Animefilme" handelt, also um japanische schnelle knallige Fantasy-oder SF Sachen, sondern um durchaus ernsthafte, poetische, ausladende, gründlich erzählte, klasse gemachte, aber gezeichnete Filme.
      Nein, es sind alles Animes - nur ist auf diesem Feld inzwischen so eine große stilistische Palette vorhanden, daß es sich nicht mehr auf Fantasy oder SF alleine beschränkt. Wobei ich schon finde, daß Myazaki die Phantastik nie komplett verläßt, sondern sie sehr umfangreich philosophisch auflädt.

      Sein Ghibli-Kollege Isao Takahata hatte einen ganz anderen Stil, der bei manchen seiner Filme nichts Phantastisches beinhaltete. Die letzten Glühwürmchen (1988) ist ein ernstzunehmendes Kriegsdrama ohne jede Allüren - ein Film, der deutlich zeigt, daß Zeichentrickfilme nichts mit Kinderfilmen zu tun haben müssen.
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Ich freue mich sehr, daß hier eine kleine feine Myazaki-Diskussion sich entwickelt hat. An diesen Filmen kann man (wer ist 'man'? Was ist "man'?) nicht so einfach vorbeigehen... Sie lohnen allzusehr

      Hier anderes.



      Lange bin ich an der großen Box schmachtend vorbeigegangen, irgendwann dachte ich doch, teste die letzten drei Filme doch erstmal billig aus bevor du dich verarmst :D und das tat ich dann. Gestern abend "Das Gespenst der Freiheit", und ich bin völlig überzeugt... Ein wundervoller Film...


      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • garcia schrieb:

      Gestern abend "Das Gespenst der Freiheit", und ich bin völlig überzeugt... Ein wundervoller Film...
      Habe das Gespenst vor wenigen Wochen ebenfalls wieder mal gesehen: Herrlicher Surrealismus, ebenso wie die anderen beiden Filme! Wobei jeder der drei Meisterwerke ganz eigen ist. ^^

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Oh das ist aber schön, Gurnemanz, dich mal hier bei den Filmen zu sehen :D ich dachte schon das bringt dir wenig... Aber als Opernfan,.. Es hat doch ein bissl was Verbindendes?!

      Toll :fee:

      LG :)
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    • garcia schrieb:

      ich dachte schon das bringt dir wenig...
      Stimmt so nicht - auch wenn ich nur selten Spielfilme ansehe, in der Regel aus der Bibliothek Ausgeliehenes, seltener im Kino. Und Luis Buñuel schätze ich schon lange, und das sehr!

      garcia schrieb:

      Es hat doch ein bissl was Verbindendes?!
      Das stimmt!
      :cincinbier:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Eben im Kino gesehen:
      Der Klavierspieler vom Gare du Nord (Frankreich 2019)
      mm-filmpresse.de/film.php?film=317
      Ein Film zum Thema Berufung zum Musiker, über soziale Schranken hinweg, auch dazu inwieweit jemand der eine Hochbegabung erkennt den Begabten nicht doch nur persönlich benutzt - und vor allem auch ein Film der Einblick gibt in pianistische Hochschularbeit und der dabei die seriöse Klaviermusik nicht nur filmtechnisch einsetzt (wie mehrfach in "Vier Minuten"), sondern absolut ernst nimmt. Und wer das "Rach 2" mag, wird hier bestens bedient. ;)
      Zur Info: Bis auf weiteres keine aktive Moderationstätigkeit meinerseits.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Tja... Da hab ich nun meine fette coole Jarmuschbox, und alle Filme liebe ich (außer seinem Debüt, da war er noch nicht ganz so angekommen), die 45 Euronen waren mit die beste Anschaffung meines Lebens. Ich hab die meisten Filme schon drei Mal gesehen. Immer war alles toll.

      Fast :(

      Mit diesem hier bin ich nämlich nie warm geworden:


      The Limits Of Control

      Und ich weiß nichtmal woran das liegt. Ist eigentlich ein ganz normaler Jarmusch. Entspannt, entschleunigt, toll gemacht. Aber der Funke will bei mir nicht überspringen.

      Aber ich mag ja auch Vertigo nicht. Der Fehler muß bei mir liegen, manchmal isses einfach so :)


      LG :)
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      (Shunryu Suzuki)
    • "schäm Dich" <= grusel !!

      <= interessante Ansichten hier . . .

      sicher gibt es ganze Regale voller weltbekannter, vielgerühmter Filme, die ich niemals gesehen habe und (vermutlich) auch niemals sehen werde!

      ...fällt mir nicht ein, mich deshalb zu "schämen", ich bedaure ;)

      >ich habe auch weder Matthäuspassion noch Beethovens Neunte im Schrank und lebe trotzdem, und gar nicht übel!<

      <= musst ich doch einfach mal loswerden jetzt . . .

      :wink:
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      Peter Kessen "Disruptor Amazon"

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      Aki Kaurismäki
    • Beim Vertigo - ich muß das mit Vorsicht sagen, denn es ist Jahrzehnte her daß ich den sah - mag es an der Vorerwartung gelegen haben, ich hatte damals mit Hitchcock vor allem Psycho, die Vögel, die 39 Stufen im Kopf verbunden. Da fiel Vertigo doch ziemlich aus dem Rahmen. Wahrscheinlich erreichte er mich heute weit besser als damals... Weil ich das vermute hatte ich ihn vor einiger Zeit billig wieder angeschafft, aber er harrt noch des Wiederansehens. Sollte ich das beschleunigen? ;) vermutlich schon...

      Heut vormittag frei und daher Zeit mit Truffaut zu beginnen (von dem ich bewußt nichts gesehen habe bislang:



      Finde ich ganz exquisit! Das macht Lust auf die andren Filme in den Boxen...

      LG :)
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      (Shunryu Suzuki)
    • Danach gab es bei mir einen außerordentlichen Psychothriller, dessen Existenz ich fast schon vergessen hatte, obgleich ich ihn als Jugendlicher (also vorm Abi :) ) mal im TV gesehen und ihn dann kultisch gemocht hatte.


      "Das Auge"
      (Hier ist die französische Originalversion von 1983 gemeint, es gibt auch ein amerikanisches Remake)

      Ein irritierender, eher ruhiger Film. Ich hatte ihn beinahe vergessen und stieß dann in meiner Videothek auf das Remake; mir fiel ein wie groß das Original war, suchte ihn auf Amazon, bestellte ihn und muß sagen: auch wenn ich Filme heute aus einer völlig andren Perspektive sehe als früher, dieser hat nix verloren. Ich finde ihn sehr sehr groß. :D


      Nun muß ich wohl mal nach demselben Rezept mal nach Moritz lieber Moritz schauen oder nach Die bleierne Zeit oder Nordsee ist Mordsee oder nach Aufforderung zum Tanz (der Theo gg Rest der Welt - Vorgänger mit Westernhagen seinerzeit)...

      Wär einen eigenen Thread wert: Filme, die früher begeisterten, die man dann jahrzehntelang vergessen hat, wiederentdeckt und die noch total funktionieren?! *Hat doch jeder :D


      Naja mal sehen... LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Mußte mal wieder sein . Amüsiert mich immer noch köstlich . Und selbstverständlich habe ich mir , wie es sich gehört , die Frage gestellt : Wie wäre der Film mit John Belushi & Dan Aykroyt geworden ?

      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " - Don't all thank me at once (Scott Miller) - Jung sterben , aber so spät wie möglich ( F. Jourdain )
    • garcia schrieb:

      Beim Vertigo - ich muß das mit Vorsicht sagen, denn es ist Jahrzehnte her daß ich den sah - mag es an der Vorerwartung gelegen haben, ich hatte damals mit Hitchcock vor allem Psycho, die Vögel, die 39 Stufen im Kopf verbunden. Da fiel Vertigo doch ziemlich aus dem Rahmen. Wahrscheinlich erreichte er mich heute weit besser als damals... Weil ich das vermute hatte ich ihn vor einiger Zeit billig wieder angeschafft, aber er harrt noch des Wiederansehens. Sollte ich das beschleunigen? vermutlich schon...
      Vertigo ist ein unglaublich vielschichtiges Werk. Von daher unbedingt beschleunigen. ^^

      garcia schrieb:

      Heut vormittag frei und daher Zeit mit Truffaut zu beginnen (von dem ich bewußt nichts gesehen habe bislang:
      Du Glücklicher, da stehen dir ja demnächst noch haufenweise Entdeckungen bevor. ^^

      :wink: Wolfram
    • Das seh ich ähnlich :D


      Aber heute ist Westernzeit, erstmal. Und ich habe den besten Western aller Zeiten mal wieder gesehen (ja, ich lehne mich weit aus dem Fenster, weil es weder Erbarmungslos noch Spiel mir das Lied vom Tod war, aber für mich ist der hier die Krone) :





      Vertigo ist für heut oder morgen Abend geplant. Ich werde ausführlich berichten. Wenn ich ihn wieder nicht mögen sollte plane ich einen Thread a la "Filmische Meisterwerke zu denen ich nie einen Zugang fand" oder so, stell ich mir ganz interessant vor... Da kann ich mich dann über 2001 oder Amacord auslassen, und du, lieber Wolfram, hast dann deinen Woody Allan Platz :D


      LG :)
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      (Shunryu Suzuki)
    • garcia schrieb:

      Wenn ich ihn wieder nicht mögen sollte plane ich einen Thread a la "Filmische Meisterwerke zu denen ich nie einen Zugang fand" oder so, stell ich mir ganz interessant vor...
      Da müßte irgendwo ein Thread bereits existieren:

      hier

      -----

      The Wild Bunch zählt zweifellos zu den ganz großen Western der Filmgeschichte - so explosiv wie dieser fängt selten ein Film an... :D
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
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      Jean Paul
    • garcia schrieb:

      "Filmische Meisterwerke zu denen ich nie einen Zugang fand"
      Gute Idee, da fällt mir Einiges ein. ;)

      garcia schrieb:

      und du, lieber Wolfram, hast dann deinen Woody Allan Platz
      Super! ^^

      Ich will nicht sagen, dass ich zu 'Wild Bunch' keinen Zugang gefunden habe. Das ist ein herausragender Film und die Eingangssequenz ist so etwas von furios gestaltet!!! Aber die Gewaltorgie am Schluss ist mir dann doch irgendwann zu viel. Wieder grandios gemacht, aber für ich doch 'n bisschen zu viel. ^^

      :wink: Wolfram
    • Nette Unterhaltung zwischenduch : die alte britische Sitcom 'It Ain't Half Hot Mum' mit dem großartigen Michael Bates ( in Indien geboren , war er Major bei den Gurkhas und sprach fließend Urdu ) als Rangi Ram . Wird nicht mehr wiederholt , da politically incorrect .

      youtube.com/watch?v=MwAPtw76TBM
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " - Don't all thank me at once (Scott Miller) - Jung sterben , aber so spät wie möglich ( F. Jourdain )
    • Ich müsste wohl korrekt schreiben: "Gerade am glotzen"... Auf jeden Fall befinde ich mich gerade im letzten Drittel der ersten Staffel der deutschen (!) Netflix-Serie Dark.

      Um es kurz zu machen: das ist ein Hammer und ganz schlicht die mit Abstand beste deutsche Serie, die ich kenne. (Kleine Einschränkung: "Ein Herz und eine Seele" war natürlich auch großartig, aber ein vollkommen anderes Genre.)

      Wenn Ihr auf Spannung und Mystery steht und einen Regisseur schätzt, der vor allem bei Lynch, aber wohl auch bei Kubrick recht genau aufgepasst hat, dann solltet Ihr Euch diese Serie unbedigt ansehen!

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler