Eben geglotzt

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    • "Irishmen" im Kino hat sich zerschlagen... :( er lief im Hamburger Passage Kino in der Mönckebergstrasse nur 3 Tage und da war ich krank. Nun nicht mehr. Warum?? Und im Savoy wo ich dann hinwollte gibt es ihn zwar noch aber nur in OV, und so gut ist mein Englisch nicht :heul1:

      Ich muß nun entweder auf das unwahrscheinliche Wunder hoffen daß er doch nochmal in der kommenden Woche synchronisiert auftaucht in Hamburg oder auf eine DVD Veröffentlichung hoffen...


      Stattdessen gab's dann den Frustkauf


      Wenigstens ein bisschen Scorcese...

      Schöner Film, in den ich eher nach und nach reingekommen bin, mit einem Jack Nicholson der mal nicht total übertreibt, der lohnt sich aber von einem Meisterwerk würde ich dann doch nicht sprechen.


      Ich trauere um das was Netflix mit dem Kino gemacht hat und noch machen wird wie ich fürchte...


      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Eigentlich wollte ich 'Black Adder' sehen, aber schon gleich zu Beginn merkte ich, dass Lachen und meine zurzeit angebrochene Rippe so gar nicht zusammen gehen. :D

      Also die DVD wieder raus und 'was Ernstes hinein:



      Klar und fast sachlich inszeniert, ein wunderbarer James Stewart und eine grandiose Filmmusik. Toller Film.

      :wink: Wolfram
    • garcia schrieb:

      "Irishmen" im Kino hat sich zerschlagen... er lief im Hamburger Passage Kino in der Mönckebergstrasse nur 3 Tage und da war ich krank. Nun nicht mehr. Warum?? Und im Savoy wo ich dann hinwollte gibt es ihn zwar noch aber nur in OV, und so gut ist mein Englisch nicht
      Ich habe das umgekehrte Problem. Er läuft in München nur um 20:00 Uhr in OmU. Und bei 210 Minuten Länge ist mir das unter der Woche eindeutig zu spät am Ende.

      garcia schrieb:

      Ich trauere um das was Netflix mit dem Kino gemacht hat und noch machen wird wie ich fürchte...
      Immerhin läuft er einen ganzen Monat in den USA im Kino und 2 Wochen hierzulande. Und man muss es so sehen, die wirklichen Liebhaber gehen meistens in den ersten 2 Wochen sofort ins Kino, am Ende versumpft ein so komplexes und langes Werk dann im Boxoffice-Moloch. Aus diesem Grunde wollte niemand in good old Hollywood 200 Mio $ für den neuen Scorsese ausgeben. Bis auf Netflix. Und Scorsese hat mehrfach positiv betont, dass es nullkommanull kreativen Einfluss auf ihn gab. Er konnte auf diese Weise machen, was er wollte (und ein weiteres Desaster wie "Gangs of New York" demnach verhindern, welches vom Studio komplett verunstaltet wurde). Und auf Netflix werden den Film am Ende doch Millionen Leute sehen.
      Gleicher Fall bei Bong Joon-hos "Okja". Einen so schön ausgeführten Film mit fantastischen Effekten konnte und wollte einfach niemand produzieren. Oder J.C. Chandors "Triple Frontier".

      Auch ein Meisterwerk wie "Parasite" läuft selbst in München nur in 2 kleinen Kinos für kurze Zeit. Angebot und Nachfrage.

      Ich war anfangs auch wehmütig gestimmt. Aber wenn ich dafür solche Filme von solchen Filmemachern sehen darf, dann von mir aus daheim. Kino wird deswegen nicht aussterben, da bin ich mir sicher. Es wird wohl aber eher weniger und dafür "exklusiver" (und teurer). Breite Sitze, Getränkeservice am Platz und Toptechnik im Saal. Kino als Event eben, so funktionieren jetzt schon 2 in München. Die kleinen Straßenkinos sterben dafür weg. C’est la vie.
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • Tichy schrieb:

      Aber wenn ich dafür solche Filme von solchen Filmemachern sehen darf, dann von mir aus daheim.
      Was aber nie ersetzt werden kann, ist die große Leinwand. Möglicherweise werden Filmemacher sich darauf einstellen, ihre Filme gleich für ein kleineres Bildformat visuell zu konzipieren, womit sich der Unterschied zwischen TV und Kino noch weiter verwischen wird.

      Tichy schrieb:

      Die kleinen Straßenkinos sterben dafür weg. C’est la vie.
      Das ist wohl nicht aufzuhalten. Schade ist es trotzdem.

      :wink: Wolfram
    • Wolfram schrieb:

      Was aber nie ersetzt werden kann, ist die große Leinwand.
      Ja natürlich! Und hoffentlich wird es noch lange Filmemacher geben, die auf die Leinwand bestehen. Christopher Nolan z.B.
      Ich sage ja nur daheim ist notfalls besser als gar nicht.

      Wer weiß, vielleicht zerfleischt sich der Streaming Markt ja auch selbst. Jetzt kommen Apple+ und Disney+ und HBO/Warner+ und wie sie alle heißen. Dann brauch der gute Filmfreund nicht nur 1, sondern 5 verschiedene Abos. Das ist eher das, was mich richtig aufregt. Diese unendliche Kapitalisierung von Filmkunst :cursing:
      Nicht, dass es die vorher nicht gab. Aber diese Art von Wettbewerb kann am Ende nur schädlich sein.
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • Wie dem auch sei (ich kann beiden Argumentationen folgen: froh bin ich daß Netflix dem Scorcese diese Freiheiten finanziert hat, schade finde ich daß der Film dann nichtmal die 2 erlaubten Wochen, sondern bloß 3 Tage hier in Hamburg lief (synchronisiert, wohlgemerkt, Texte lesen lehne ich ab weil ich den Film sehen will), aber vielleicht gibt's ja doch noch in der morgen startenden Kinowoche eine Chance...

      Wie immer, angefixt war ich ja und drum waren hier ersatzweise Scorcese-Tage, ich hab mir vom gesparten Kinogeld (störrisch wie ich bin) dann eben einige von seinen Filmen auf DVD zugelegt 8) Im Einzelnen:


      Departed - Unter Feinden
      Kannte ich bislang nicht. Fand ich in den ersten etwa 40 Minuten unklar erzählt und auch insgesamt nicht auf der Höhe seiner (Scorceses) besten Sachen, gewann aber in der zweiten Hälfte immens und war doch ein Erlebnis das ich nicht missen möchte. Jack Nichelson mal weniger nervig und wirklich intensiv.


      Wolf Of Wall Street
      Kannte ich auch vorher nicht. Aber:
      Das war eine Entdeckung, Hammer! Sehr anstrengend, total überzogen aber das hatte einen ähnlichen Sog wie Casino. Als Fresco über die Verdorbenheit der Zeit in der wir leben in all seiner grellen Geschmacklosigkeit für mich vollkommen überzeugend. Auch wenn das vielleicht kein "guter Film" ist (was immer das sein könnte), ein Erlebnis allemal!



      Aviator
      Den hatte ich vor Jahren gesehen ohne daß viel hängengeblieben wäre, aber das war ein Fehler: beim zweiten Sehen extrem gewachsen, ich fand ihn sehr sehr gut insgesamt. Hab Caprio zwar auch schon in passenderen Rollen gesehen, trotzdem ein toller Film. Trotz der mir an sich fern stehenden Thematik war ich gefesselt.


      Shutter Island
      ... schließlich ist ein von mir viel geliebter Klassiker den ich mir nochmal geben mußte :D


      Schon ein Regisseur mit beeindruckendem Output. Casino und Good Fellas gehören eh nach vorn. Taxi Driver. Und seine Musikfilme (The Last Waltz! Shine A Light!), und Kundun, der mir trotz seines Kitschanteils besonders nah liegt und wenigstens visuell betörend ist...

      "Silence" interessiert mich noch, seinerzeit im Kino verpaßt - kennt den wer?


      LG :)


      PS: und wenn im Kino nix mehr geht hoffe ich doch daß Irishmen wenigstens als dvd rauskommt...
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Tichy schrieb:

      Wer weiß, vielleicht zerfleischt sich der Streaming Markt ja auch selbst. Jetzt kommen Apple+ und Disney+ und HBO/Warner+ und wie sie alle heißen. Dann brauch der gute Filmfreund nicht nur 1, sondern 5 verschiedene Abos. Das ist eher das, was mich richtig aufregt. Diese unendliche Kapitalisierung von Filmkunst
      Nicht, dass es die vorher nicht gab. Aber diese Art von Wettbewerb kann am Ende nur schädlich sein.
      Da bin ich mir gar nicht einmal so sicher. Früher gab es in Hollywood mindestens die 5 großen Studios, die ja bis zur Monopolzerschlagung ihre jeweiligen Kinoketten besaßen. Von der Struktur her vielleicht vergleichbar. Und wie du schon sagtest, alle waren v.a. an der Kapitalisierung der Filmkunst interessiert. Von daher ist das für Hollywood vielleicht gar nicht einmal so ein großer Systemwandel. Und für den Zuschauer wohl auch nicht, da man schon damals nicht in jedem Kino jeden Film zu sehen bekam.

      Allerdings kann man nur hoffen, dass das Nicht-Hollywood-Kino weiterhin in der Lage sein wird, wie schon in früheren Zeiten, jedenfalls für den hiesigen Markt (und damit meine ich Europa) ein gewisses Gegengewicht darzustellen. Sollte sich aber dieses Kino auch irgendwann den neuen Strukturen unterordnen (und das befürchte ich schon), dann sieht die ganze Sache natürlich anders aus.

      :wink: Wolfram
    • Wolfram schrieb:

      Da bin ich mir gar nicht einmal so sicher. Früher gab es in Hollywood mindestens die 5 großen Studios, die ja bis zur Monopolzerschlagung ihre jeweiligen Kinoketten besaßen.
      Die Konkurrenz vom "Sofa daheim" war allerdings auch weit niedriger, es gab quasi genug Zuschauer für alle. Zumindest bis zur ersten Fernsehkrise in den 60ern, daraufhin hat ja sogar Hitchcock einen 3d-Film gedreht, es gab CinemaScope, 70mm etc.
      Die wachsende Bequemlichkeit des Publikums hat hier für einen ordentlichen (wenn auch oberflächlichen) Innovationsschub gesorgt. Ich fürchte ein wenig, diese Art von Innovationsschub bleibt aktuell aus. Lediglich besagte "Glamourisierung" der Kinos bleibt noch übrig.

      Wolfram schrieb:

      Allerdings kann man nur hoffen, dass das Nicht-Hollywood-Kino weiterhin in der Lage sein wird, wie schon in früheren Zeiten, jedenfalls für den hiesigen Markt (und damit meine ich Europa) ein gewisses Gegengewicht darzustellen. Sollte sich aber dieses Kino auch irgendwann den neuen Strukturen unterordnen (und das befürchte ich schon), dann sieht die ganze Sache natürlich anders aus.
      Ja das muss man in der Tat hoffen :(
      Hier spielt aber auch die richtige Filmförderung eine große Rolle. Wenn ich mir die hiesigen Verhältnisse so anschaue und wer oder was da gefördert wird, da schäumts. Til Schweiger hat z.B. Millionen bekommen für sein amerikanisches Remake "Head full of Honey", welches dann in den USA der Flop des Jahrzehnts geworden ist (zugegeben nicht ohne eine gewisse Schadenfreude meinerseits). Warum ?(
      Dessen Filme sind doch sogar hierzulande finanziell erfolgreich. Junge Filmemacher mit innovativen Ideen werden dagegen abgelehnt. Und da könnte ich verstehen, dass sich einige am Ende freiwillig an solche Alternativen wie Netflix und Co. wenden, um ihre Projekte (sogar ohne kreativen Einfluss von außen) zu verwirklichen. Das meinte ich mit "besser so als gar nicht". Um das nochmal zu betonen: Wenn ich die Wahl habe, dann geht die große Leinwand immer vor :pop:
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • garcia schrieb:

      "Silence" interessiert mich noch, seinerzeit im Kino verpaßt - kennt den wer?
      Ja! Ein großes Herzensprojekt Scorceses und der wohl katholischste Film dieses ohnehin sehr katholischen Filmemachers. Mich hat der Film das erste mal richtig beeindruckt. Meditativ ja, aber mit gewaltigen Bildern und Einstellungen, sodass man sich gerne in diesen Sog der Geschichte reinziehen lässt. Ich hab ihn dann nochmal angeschaut, um etwas objektiver zu betrachten, was Scorsese eigentlich konkret aussagen will. Und es blieb (gottseidank) auch dann nicht eindeutig. Ein großer Film über Spiritualität und Zweifel unter den widrigsten Umständen. Allerdings schon sehr düster gehalten, über die gesamte Länge.

      garcia schrieb:

      PS: und wenn im Kino nix mehr geht hoffe ich doch daß Irishmen wenigstens als dvd rauskommt...
      Das ist leider nicht so sicher. Nur sehr erfolgreiche Serien werden so weit ich weiß ausnahmsweise auch physisch veröffentlicht. :/
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • Eben gesehen, Irishmen läuft morgen um 20 Uhr doch nochmal im Passage Kino :clap:

      Den "Silence" hab ich mir mal bestellt, die Thematik liegt mir und bei Regisseuren die ich mag neige ich ohnehin zum Komplettismus (allerdings ohne Gangs Of NY, in diesem Falle).


      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Tichy schrieb:

      Ich fürchte ein wenig, diese Art von Innovationsschub bleibt aktuell aus. Lediglich besagte "Glamourisierung" der Kinos bleibt noch übrig.
      Langsam weiß man ja auch nicht mehr, womit das Kino noch als Innovation auftrumpfen könnte. Geruchskino? ;)

      (Gab es übrigens mal bei einem Gastspiel in der HH Oper. An bestimmten Stellen sollte man auf einer Karte bestimmte Flächen anreiben. Gott, war das ein Geraschel und ein Gestank. :D )

      :wink: Wolfram
    • Ich war heute mal wieder tief in der Vergangenheit:



      Ein typischer Ford, der mit vielen aus seinen Filmen bekannten Themen aufwartet, wenn er auch visuell sehr interessante ist und dabei aus dem üblichen Kosmos dieses Regisseurs herausfällt. Ansonsten natürlich hemmungslos sentimental. Irgendwie kommt bei Ford ja doch immer der Ire durch. :D

      Aber - er hat etwas! Er ist großartig inszeniert, weist einige vorzügliche schauspielerische Leistungen auf und ist einfach packend. Man lacht, man weint, man ärgert sich, man ist begeistert. ^^

      How Green was my Valley gewann ja den Oscar für den besten Film gegen Maltese Falcon und v.a. gegen Citizen Kane, wobei mir ein Zitat von Orson Welles einfällt: 'Ich habe von den alten Meistern gelernt, also von John Ford, John Ford und John Ford.' :D Irgendwie ist da schon was dran.

      :wink: Wolfram
    • Ich bin da ein bissl weniger pessimistisch was die Zukunft des Kinos angeht. Vielleicht weil ich drei Kinder hab (18-22) :D

      Die sind alle Netflixnutzer/innen. Aber sie lieben Kino, sie wollen neue für sie interessante Filme auf der Leinwand sehen. (mit Papa :D
      ) hab ja auch über die Jahre viel investiert um das nahezubringen, ich wollte immer daß die meine eignen Kindheitsträume nachvollziehen konnten (hat bei Lesen weniger geklappt), aber bei Film durchaus :)


      Überhaupt die Ästhetik: ich beobachte eben nicht daß sich Filme der TV-Ästhetik annähern, ich beobachte eher das umgekehrte, daß sich TV- Formate einer Kinoästhetik annähern. Nehmen wir Game of Thrones (ich nehme es als Beispiel eben weil ich gerade diese Serie so abscheulich finde), aber sie taugt nicht als Kinountergangsszenario. Das ist bildlich alles sorgfältig und toll gemacht. Und hatte einen überragenden Erfolg eben deswegen.

      Wenn ich vor 15 Jahren zappte konnte ich bei Serien (die ich haßte) nach 1 Sekunde weiterzappen: das ist Müll, die stereotype Musik, die handwerkliche Unbedarftheit machte es sofort klar. Heut ist das anders. Kino und TV verschmelzen. Aber nicht weil die Filme so schlecht geworden wären sondern die Serien so gut.

      Was ich etwas bedroht finde ist eher das Flair als die filmische Qualität. Der rote Samt in Foyer und das irgendwie feierliche (das ich in guten traditionellen Kinos eher finde als in heutigen Megakinos) - - - da geht was unter. Aber ist das nur mein Sentiment? aber es ist nicht ganz weg. Und es lebt.

      Die "Große Leinwand"... Ich weiß nicht. Heute gucken Leute Filme oft auf anderthalb Metern großen Bildschirmen mit wahnsinns Soundsystemen. Das ist technisch ebensogut wie jedes Kino (ohne das Flair). Deswegen glaube ich nicht, daß das ästhetisch typische Kinofeeling aussterben wird auf Regisseursseite. Man kann heute ästhetische Erlebnisse wie etwa Der Pate oder Spiel mir das Lied vom Tod auch fürs Heimkino produzieren, weil das Heimkino Dimensionen angenommen hat die nie jemals vorstellbar waren...

      Radio galt als Untergang der Zeitungen, TV als Untergang des Radios, Internet als Untergang des TVs, Netflix und Co. als Untergang des Kinos und nichts davon ist wahr geworden. Ich glaube schon daß ich diesen Untergang in den paar Jahren die ich noch auf Erden habe nicht erleben werde... Und nach mir die Sintflut :D

      Ich bin da mal Kulturoptimist.

      Ich trauere um das Flair falls die alten Kinos aussterben, aber ich hab keine Angst daß nur noch doofe abgespeckte TV-Formate produziert werden in Zukunft. Meine Kids lehren mich: nö wir wollen mehr <3

      Und morgen Irishmen, Passage Kino, hach :fee:
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • garcia schrieb:

      Radio galt als Untergang der Zeitungen, TV als Untergang des Radios, Internet als Untergang des TVs, Netflix und Co. als Untergang des Kinos und nichts davon ist wahr geworden.
      Bei den meisten Sachen muss man den Hintern nicht aus dem Sessel erheben, vielleicht haben sie deshalb überlebt. Beim Kino geht das nicht. Von daher bin ich schon pessimistischer. Vielleicht überlebt wirklich das Nischenkino à la Metropolis in Hamburg, dass einerseits ein Programm jenseits des Mainstream bietet und andererseits auch noch das dazugehörende Flair.

      garcia schrieb:

      Ich glaube schon daß ich diesen Untergang in den paar Jahren die ich noch auf Erden habe nicht erleben werde... Und nach mir die Sintflut
      Ach ja, so was denke ich auch sehr oft. :D

      garcia schrieb:

      Und morgen Irishmen, Passage Kino, hach
      Viel Spaß dabei!

      :wink: Wolfram
    • Es ist aber doch so (bei mir) - - - 95 Prozent der Filme die ich seh sind in den 30er bis 70ern des vergangenen Jahrhunderts entstanden. Ich habe niemals in meinem Leben einen Hitchcock, einen Fellini, einen Bergman etc im Kino gesehen. Ich kenne fast alles von DVDs und manchmal aus Kinderzeiten aus dem TV (dann 4:3 und s/w). Und hat das meiner Liebe einen Abbruch getan? Hat es nicht...

      Kino ist das Beste. Aber das Wesentliche ist der Film. Der stirbt eben niemals.


      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • garcia schrieb:

      Ich kenne fast alles von DVDs und manchmal aus Kinderzeiten aus dem TV (dann 4:3 und s/w). Und hat das meiner Liebe einen Abbruch getan? Hat es nicht...
      Ging mir ja eigentlich genauso. Die ollen Kamellen in Schwarzweiß habe ich auch nur im TV zunächst kennengelernt. Aber ich weiß auch noch, wie enttäuscht ich war, als ich deMilles Cleopatra im Kino gesehen habe und es ein geradezu Miniformat war. Denn Ben Hur, Vom Winde verweht, Spiel mir das Lied vom Tod etc. kannte ich aus dem Kino, wie ich überhaupt durch das Kino sozialisiert wurde, da wir in meiner Kinderzeit noch keinen TV hatten. Von daher weiß ich nicht, ob meine Liebe zum Film nur über TV gelaufen wäre. Aber jeder erlebt das natürlich anders.

      :wink: Wolfram
    • garcia schrieb:

      Aber sie lieben Kino, sie wollen neue für sie interessante Filme auf der Leinwand sehen. (mit Papa)
      Dann haben sie aber auch einen netten Papa, der sich nicht zu bequem ist Kinder mit ins Kino zu nehmen :)

      garcia schrieb:

      Überhaupt die Ästhetik: ich beobachte eben nicht daß sich Filme der TV-Ästhetik annähern, ich beobachte eher das umgekehrte, daß sich TV- Formate einer Kinoästhetik annähern.
      Das stimmt schon. Leider ist bei Filmen eher eine "game-ifizierung" zu beobachten. Da der Videospielemarkt bereits seit Jahren finanziell gesehen weitaus erfolgreicher und größer ist, wollen sich manche Studiofilme dieser Ästhetik annähern. Da gibt es schon sehr viele Beispiele, schön ist das nicht.

      garcia schrieb:

      Ich kenne fast alles von DVDs und manchmal aus Kinderzeiten aus dem TV (dann 4:3 und s/w). Und hat das meiner Liebe einen Abbruch getan? Hat es nicht...
      Auch Scorsese hat "Lawrence von Arabien" nur auf dem Fernseher gesehen. Und wurde ein ziemlich guter Filmemacher :D

      Viel Spaß bei The Irishman. Ich schaffe es leider wirklich nicht mehr dieses Wochenende. Und ab 27. ist er dann im Stream ||
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • Der Irishman hat in den ersten zweieinhalb Stunden gehalten was ich mir erhofft hatte - ein Mafiadrama in verschachtelter Erzählweise, wie man / ich es von Scorcese erwartet. Aber die letzte Stunde dieses langen Filmes war dann nochmal um einiges großartiger. Passieren tut nicht mehr viel, es ist ein elegischer Abgesang auf das Leben selbst, eine Meditation über Tod, Altwerden, Sterben und Sinnlosigkeit. Ich bin wirklich betroffen aus dem Kino gegangen mit dem Gefühl, daß Scorcese hier einen Schlußpunkt gesetzt hat nach dem nichts mehr kommen kann eigentlich... Ich hoffe und bete daß dieser Film auf DVD erscheinen möge...



      Hier heute mit Scorcese weiter.


      Sozusagen seine Anfänge nach diesem Ende...


      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Wow. Klingt gut, ähnlich wie ihn auch Die Zeit besprochen hat.
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams