Eben geglotzt

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    • Wolfram schrieb:

      Liebe Newbie69, magst du was darüber schreiben, wie du den Film erlebt hast?
      Gern, lieber Wolfram. :wink: Mir hat der Film sehr gut gefallen. Bin allerdings froh, dass ich mir das Album bereits im Vorfeld gekauft hatte. Im Film ist die Tonqualität der Musik nicht ganz so gut wie auf CD und hätte mich womöglich nicht dazu bewogen, mir das Album zu kaufen. Ich mochte das Minimalistische sehr. Weniger ist halt manchmal doch mehr. Was ich am Ende jedoch nicht so ganz verstanden habe: weshalb sollte sie eine höhere Strafe kriegen als der Mörder? Sie hat ihn scheinbar zum Mord angestiftet, aber dennoch ... Das "Extra" fand ich auch sehr interessant, also das Interview mit Louis Malle. :thumbup:
      "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)
    • Newbie69 schrieb:

      Was ich am Ende jedoch nicht so ganz verstanden habe: weshalb sollte sie eine höhere Strafe kriegen als der Mörder? Sie hat ihn scheinbar zum Mord angestiftet, aber dennoch .
      Danke für deinen Eindruck.

      Wie ich dir schon geschrieben habe, habe ich den Film lange nicht mehr gesehen. Von daher kann ich dir die Frage so spontan gar nicht beantworten. Aber vielleicht schaffe ich es ja, den Film demnächst mal wieder einzulegen. ^^

      :wink: Wolfram
    • Wolfram schrieb:

      Wie ich dir schon geschrieben habe, habe ich den Film lange nicht mehr gesehen. Von daher kann ich dir die Frage so spontan gar nicht beantworten. Aber vielleicht schaffe ich es ja, den Film demnächst mal wieder einzulegen.
      :thumbup:
      "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)
    • Heute war irgendwie Ausruhen angesagt und deshalb gab's die gesamte 1. Staffel.



      Das ist natürlich reine Soap, das ist quasi Dallas oder Denver-Clan nur mit besseren Umgangsformen. :D

      Aber die Engländer können es halt. Fantastisch produziert, tolle Schauspieler, Ausstattung, Kostüme etc. vom Feinsten - was will man mehr? Es macht einfach Laune, ist witzig, unterhaltsam im besten Sinne.

      Und meine geliebte Maggie Smith als Sahnehäubchen. :clap:

      Welch eine Wonne, dass ich noch fünf Staffeln vor mir habe. :thumbsup:

      :wink: Wolfram
    • Mein zweiwöchiger Urlaub ist fast vorbei (schade)

      Ich habe The Wire wiedergesehen :D



      Sie können mich ja alle mit diesem ekligen Game of Thrones voll quatschen, ich werde das nie mögen. Aber dies hier, dies ist sogar noch eine kleine Spur besser als die Sopranos :D

      Erste Staffel Schwerpunkt: Drogendeals im Prekariatsmillieu.
      Zweite Staffel Schwerpunkt : Verelendung im Hafen, Gewerkschaftskonklikte und der Zusammenhang mit 1.
      Dritte Staffel Schwerpunkt: politische Intrigen und ihre Zusammenhänge in die höchste Polizeiführungsebenen.
      Vierte Staffel: Schwerpunkt Bilungssystem und Schulen.
      Letzte Staffel: Schwerpunkt Presse und Öffentlichkeitsarbeit in einer sterbenden Stadt.

      Klingt trocken? No. Ist voll prallen Lebens. Balzac wär neidisch geworden.

      Dies ist ein Wunder, das sooft kolportiert wird und so selten wenn je eingehalten wird: eine Serie, die wirklich das leistet was ein ganz großer Roman leisten kann, ein Querschnitt durchs Leben, in jeder Minute unterhaltsam, und wenn man es durchgesehen hat ist man jemand anders. Hoch empfehlenswert! Dauert aber 60 Stunden...


      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Ich habe "The Wire" zwar seit knapp 10 Jahren? nicht gesehen, aber damals war ich auch sehr angetan. Wobei die 5. Staffel deutlich abfällt.

      Eine Sache, worüber man sich danach wundert, ist, dass die USA noch so stabil sind, wie sie anscheinend sind.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
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      Wolfram schrieb:

      Da gebe ich dir vollkommen recht. Ein Mord ist doch eigentlich immer die 'Krone' des Verbrechens und wenn der nun aufgeklärt ist, müsste es eigentlich zu Ende sein, weil es einen weiteren Höhepunkt dann nicht geben kann. Und so schleppen sich die Folgen doch ziemlich dahin und jede neue Wendung wirkt schon a bisserl aufgesetzt.

      Dringender Rat: schau' Dir unbedingt die dritte Staffel von Twin Peaks (2017) an! Hammer! Den Film hast Du ja wohl schon gesehen (was man m. E. nach den Staffeln 1 und 2 machen sollte, also in der Reihenfolge der Veröffentlichung) - dieser ist zum Verständnis von Staffel 3 dringend erforderlich.

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
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      Irgendwann muss es doch auch hier mal angesprochen werden... Gibt es eigentlich noch weitere Capricciosi, die (wie ich) Game of Thrones gesehen haben?

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
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      Da ich die wohl vergebliche Hoffnung hege, dass irgendwann mal die restlichen Bücher (ich hatte die Reihe einige Monate, bevor die Verfilmung begann, gelesen) erscheinen werden und ich von der Serie eh nicht so begeistert war, habe ich sie etwa beim Stand Ende des 3. Buches (ganz genau kann ich es nicht sagen, die beiden grausamen Hochzeiten und das Verfahren Tyrions habe ich noch gesehen) die Fernsehserie abgebrochen. Zwar ist es nahezu unmöglich, den Spoilern zu entgehen, aber gesehen habe ich danach nichts mehr.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
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      Ich habe die erste Staffel gesehen, aus der Videothek ausgeliehen also nicht gekauft, und das mehrfach - einmal vor etwa 3 Jahren, einmal vor 2 und einmal vor wenigen Wochen, weil ich gucken wollte ob ich da nicht doch irgendwie reinkomme. Der Hype läßt ja auch mich nicht unberührt :D

      Das Gute zuerst: toll gemacht war das im Ganzen schon. Der breit angelegte Aufbau einer andren Welt ist denen gelungen. Klasse Schauspieler! Großartige Ausstattung.

      Aber irgendwas hat mich immer daran gehindert, tiefer einzusteigen. Mir war das alles einfach unsympathisch am Ende. Ich kann es schlecht begründen, schließlich sind ja Sopranos oder The Wire oder auch Breaking Bad auch dunkel und grausam. Aber hier war es mir irgendwie widerlich. Zwei, drei Folgen von Staffel 2 hab ich auch noch gesehen, aber mir fehlte das Interesse durch all die Königshäuser und ihre Konflikte noch durchsteigen zu wollen. Dann hab ich es abgebrochen, obwohl ich viele Einzelheiten schon groß finde (diese Nachtwachenbruderschaft etwa, die politischen Verwicklungen in der Hauptstadt, und dieser Knabe der da auf den Thron kam in Staffel 1, das ist eine der beängstigendsten boshaftesten Figuren die ich kenne). Auch der raffinierte Kleinwüchsige mit dem großen Herzen bar jeder Moral wie wir sie kennen: tolle Figur!

      Aber irgendwie wurde aus zahllosen klasse Einzelbausteinen kein Ganzes für mich. Schade. Vielleicht platzt der Knoten ja noch irgendwann in der Zukunft, aber ich glaube es müssen ein paar Jahre ins Land gehen bis zu einem abermaligen Versuch.

      Scheiterte vielleicht auch einfach nur daran daß ich Fantasy nicht besonders mag... Kurz: sicher große Serie, aber nicht meines. Die Bücher kenne ich nicht.


      LG :)
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      Die Fernsehserie ist so gekürzt und hektisch, dass mich wundert, wie Leute, die die Bücher nicht kennen, da überhaupt durchblicken. Von der Ausstattung natürlich toll gemacht und einige Schauspieler sind auch sehr gut (etwa Joffrey, der sadistische Blonde, der Ende der ersten Staffel den Thron besteigt). Ein bißchen viel auf Sex und Blut fokussiert.
      Die ersten drei Bücher gehören wohl schon zu besten Fantasy der letzten Jahrzehnte, danach gehts deutlich bergab (es fehlt dem Autor an einem guten Lektor oder an Selbstkritik) und seit Jahren steht das nächste Buch aus. 2011 ist das letzte (5.) erschienen; es dürften noch mindestens zwei Wälzer nötig sein, um die Story einigermaßen zum Abschluss zu bringen.
      Nach der Empörung über die gerade gelaufene letzte Filmstaffel ist der Serie wohl auch kein die Fans befriedigender Abschluss gelungen.
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      Hmmm. Ich lese hier heraus, daß die Bücher empfehlenswert sind? Ist das so? Ich suche ja immer nach Zweitlektüre zu meinen (voll dummer Begriff) "Hochliteratur" - Lektüren. Hab ich immer eher bei Krimis und guter SF oder Horror gefunden, aber warum nicht mal Eis und Feuer antesten? Vielleicht ist ja das was ich an der Serie nicht mochte da besser...

      Ist hier OT, aber sind die Bücher gut? Wie sind sie im Vergleich zur Serie? Ihr könnt ja in Eben gewälzt antworten sonst sprengt das hier unsren Rahmen ;)


      LG :)
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      Kater Murr schrieb:

      Nach der Empörung über die gerade gelaufene letzte Filmstaffel ist der Serie wohl auch kein die Fans befriedigender Abschluss gelungen.

      Dem würde ich widersprechen wollen. Staffel 8 hatte zwar einige Schwächen, das Finale ist aber m. E. sehr gelungen.

      LG :wink:
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      Ich fand die erste Staffel schon so problematisch, dass ich die Serie mehrere Jahre lang komplett boykottiert habe. Leider ist die zweite fast noch schlechter (die komplette Änderung der mysteriösen "House of the Undying"-Episode in flachen Schrott vielleicht der Tiefpunkt). Irgendwann habe ich dann doch nachgegeben und peu a peu bis zu Tyrions Flucht geguckt und den Rest eher nicht mehr, um nicht total gespoilert zu werden.

      @Garcia. Die Buchserie ist weit besser als 08/15 Fantasy. Das will aber nicht viel heißen. Sie ist zwar vergleichsweise "realistisch", d.h. fantastische Elemente (Magie, Drachen etc.) kommen zwar vor, sind aber sehr rar und weite Teile der Handlung kommen praktisch ohne aus. Und sie ist dunkel und grausam, aber nicht ganz so einseitig wie die Serie, zumal Brutalitäten visuell immer viel stärker wirken.
      Aber ich habe Zweifel, ob sie jemandem, der kein Fantasy mag, gefallen würde. Zumal fast immer Übersetzungen von sprachlich ohnehin nicht gerade überwältigender Literatur meistens noch schwächer ausfallen. Schau halt mal rein, dürfte ja ggf. auch in Bibliotheken ausleihbar oder eh nicht teuer sein.
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      Na, irgendwann werde ich mal testen.

      Von mir noch ein Nachtrag zu The Wire und da vor allem zu Kater Murrs Bemerkung. Ich bin eben mitten in Staffel 5. Die fand ich beim Erstgucken auch schwächer, aber beim Zeitsehen kann ich das nicht bestätigen : hier wird vieles großartig verknüpft, was vorher angelegt war (was bei GoT wohl eher mißlungen war wenn ich die Presse richtig deute), ich finde die Staffel 5 zwar nicht als Höhepunkt (das waren 3,4), aber als Hochplateau allemal.

      Eine wahnsinnig großartige Serie, The Wire, einer der sehr sehr seltenen Fälle bei dem ich diesem Schlagwort zustimmen möchte: ebenso komplex, packend und groß wie ein wirklich guter Roman. Yessir :D auch Staffel 5, wie ich gerade begeistert und überrascht feststellen darf


      LG :)
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      Meiner Erinnerung nach fand ich den Grundplot der 5. Wire-Staffel extrem unplausibel, geht eher in Richtung Satire. D.h. ich fand daran am besten, was noch mit den "alten" Charakteren geschieht, nicht die Presse-Haupthandlung. Ich habe die Serie allerdings nie wieder gesehen, d.h. seit ca. 10 Jahren nicht.

      GoT ist überhaupt kein Vergleich. Das ist dagegen ziemlich flacher Mist, geadelt durch eine spektakuläre Ausstattungsorgie und ein paar gute Schauspielerleistungen. Verschlechtert gegenüber den Büchern durch zusätzliche Unplausibilitäten durch Kürzungen und Zuspitzungen bei gleichzeitiger Aufblähung, hauptsächlich durch Sexszenen.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
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      Sehe ich ja alles ähnlich, aber beim Wiedersehen (bei mir ca 5 nicht 10 Jahre) mußte ich doch meinen Ersteindruck revidieren... Auch Staffel 5 macht Freude, auch die teils überzogene Pressehandlung überzeugt mehr als seinerzeit. Jedenfalls: auch ohne Staffel 5 ein großartiges Ding, das, und GoT Vergleiche verbieten sich ohnehin. Das ist eine völlig andre Liga :D


      LG :)
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      Kater Murr schrieb:

      GoT ist überhaupt kein Vergleich. Das ist dagegen ziemlich flacher Mist, geadelt durch eine spektakuläre Ausstattungsorgie und ein paar gute Schauspielerleistungen. Verschlechtert gegenüber den Büchern durch zusätzliche Unplausibilitäten durch Kürzungen und Zuspitzungen bei gleichzeitiger Aufblähung, hauptsächlich durch Sexszenen.

      Jetzt möchte ich für die Serie doch mal eine Lanze brechen.

      Ich habe Martins Bücher nicht gelesen, so dass ich keinen Vergleich dazu habe - was aber vielleicht sogar von Vorteil ist, denn die Verfilmungen von Büchern fallen m. E. häufig enttäuschend aus. Das kann einerseits daran liegen, dass man aufgrund der Lektüre bereits bestimmte vorgeformte Erwartungen an die Verfilmung hat, andererseits aber auch daran, dass der Wechsel des Mediums unweigerlich Anpassungen zur Folge hat. Vielleicht ist es insofern sogar ganz gut, dass ich die Serie von vornherein einfach nur als Serie (und nicht als Literaturverfilmung) rezipieren konnte.

      Klar ist, dass Game of Thrones keine hohe Kunst im Stil von Twin Peaks ist. Es kommt m. E. auch eher nicht an The Leftovers ran, eine Serie, die mich ebenfalls ziemlich beeindruckt hat. Es ist sehr gut gemachte Unterhaltung auf durchaus gehobenem Niveau, wobei das gehobene Niveau nicht nur in den fraglos sehr guten Schauspielern und den gut gemachten Effekten besteht. Vielmehr gibt es auch Bedeutungsebenen wie z. B. die Legitimation von Herrschaft, die sich als Thema durch die Serie ziehen. Der Erfolg von Game of Thrones besteht wahrscheinlich darin, dass man es sowohl als schöne Fantasy-Unterhaltung als auch aus eher intellektueller Perspektive rezipieren kann - sozusagen ein massentaugliches Produkt mit Bindestellen zum Feuilleton. In Zeiten einer zunehmenden Spaltung zwischen weltoffenen Eliten und weniger weltoffenen Millieus kann es wahrlich Schlimmeres geben.

      Die wesentliche Schwäche der Serie besteht m. E. nicht so sehr in Kürzungen und Zuspitzungen (die sich mir als Nicht-Leser von Martins Büchern nicht vermitteln), sondern in ihrem tendenziellen Fremdeln mit der Sphäre des Mystischen und des Religiösen. Die religiösen Strömungen in der dargestellten Fantasiewelt werden in Game of Thrones eher gestreift denn durchleuchtet und dienen meist eher als Folie für bestimmte Handlungsstränge, wie beispielsweise bei den religiösen Fanatikern in King's Landing und ihrem Konflikt mit dem Herrscherhaus Lennister oder auch bei der Wiedererweckung einiger toter Charaktere. Die Mystik um den dreiäugigen Raben, die Kinder des Waldes und den Nachtkönig wird auch eher gestreift denn erkundet (vielleicht riecht das nach einem Prequel?), ebenso die Geschichte der Drachen. Man könnte meinen, dass diese Sphäre der Westeros-Welt den Serienautoren Benioff und Weiss deutlich weniger gesagt hat als dem Vorlagen-Autor Martin.

      LG :wink:
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