Eben geglotzt

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    • Aber bevor ich mich auf die Spurensuche nach einem günstigen Kaurismäki machen werde, tauche ich morgen noch einmal tief in den 'Brunnen der Vergangenheit.' :D



      1925/26 - also nicht gerade hochaktuell, aber mit meiner geliebten Elisabeth Bergner in der Titelpartie, die ich sogar noch zweimal live erlebt habe (Gott, bin ich alt! :D ).

      Ich habe keine Ahnung worum es geht noch ob der Film wirklich gut ist. Aber Stummfilme haben bei mir ja immer einen Bonus. ^^

      :wink: Wolfram
    • Hier ging es vorgestern und gestern Abend mit Kaurismäki weiter...


      Vorgestern: "Das Mädchen aus der Streichholzfabrik" , gestern Abend dann "Tatjana".

      Beide beeindruckend. "Das Mädchen aus der Streichholzfabrik" erinnerte mich in seiner unbarmherzigen Spröde und Reduktion auf das Wesentliche, aber auch in seiner Hoffnungslosigkeit ziemlich an manche Sachen von Bergman, an "Licht im Winter" etwa. Ein Meisterwerk, aber ein karges. "Tatjana" hat eben die Verbindung von Verlierertypen, s/w-Billigästhetik und lakonischem Humor, die ich etwa in "Down by Law" von Jarmusch finde, nur eben sehr europäisch, fern alles Amerikanischen (wenn man von den Musikeinsprengseln und alten Amischlitten absieht, die öfters auftauchen und für die Kaurismäki eine ästhetische Liebe zu hegen scheint).

      Beide Filme haben übrigens nur je eine gute Stunde Laufzeit. Das ist aber genau das Maß das diese Geschichten brauchen. Man ist dann satt nach 64 Minuten und bereichert.

      Sicher kein Regisseur auf den ich jeden Tag Lust habe, die Gesamtschau dieser umfangreichen Box wird mehr Zeit brauchen als es etwa bei der Jarmuschbox der Fall war. Man trinkt ja Whisky nicht wie Wein :D aber es lohnt ohne Ende.

      Kleiner Appetitzer an Wolfram:
      1999 drehte Kaurismäki den Film "Juha". Und was ist das? Ein klassischer Stummfilm :D auf den ich auch ziemlich gespannt bin


      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • garcia schrieb:

      Hier ging es vorgestern und gestern Abend mit Kaurismäki weiter...
      [...]
      Kleiner Appetitzer an Wolfram:
      1999 drehte Kaurismäki den Film "Juha". Und was ist das? Ein klassischer Stummfilm :D auf den ich auch ziemlich gespannt bin
      [...]
      Auch ein "Appetizer":
      Auf den Roman "Juha" von Juhani Aho aus dem Jahr 1911 basieren Kaurismäkis gleichnamiger Film und die ebenfalls gleichnamigen Opern von Aarre Merikanto (1922) und Leevi Madetoja (1935), die sehr spannende, dramatisch-kraftvolle Bühnenwerke sind.
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Während meiner (überlangen :pfeif: ) Studentenzeit waren diverse Kaurismäki-Premieren quasi Pflichttermine - - - - -

      Die Streichholzfabrik ist freilich derj. von Aki's Filmen, den depressiv veranlagte Zeitgenossen gerne vermeiden dürfen <= ernsthaft jetzt :jaja1: :jaja1:

      mein persönlicher Lieblingsfilm ist übr. Wolken ziehen vorüber, dicht gefolgt von Le Havre … über letzteren äußert sich hier Kati Outinen...
      youtube.com/watch?v=zSvcK2G8UK…wB3anNX3GgWibQf2&index=15

      <= musst ich doch mal loswerden jetzt . . . . . . . .
      EDIT -------- beinahe vergessen …+ lt. Eigenwerbung hält sich La vie de boheme enger an die literar. Vorlage (Henri Murger) als die allbekannte Puccini-Oper!

      :wink: :wink:
      >>>>Wer Rechtschreibfehler findet, darf mich g e r n e darauf hinweisen!!<<<<

      Es ging aus heiterem Himmel um Irgendwas. Ich passte da nicht rein. Die anderen auch nicht. (Fischer-Dieskau üb. seine 1. >u. letzte!< Talk-Show)

      Hollywood ist ein Witz (Aki Kaurismäki)
    • Heute mal kein nix Finnisches, das muß ich langsam und Stück für Stück in mein emotionales Erleben reinwachsen lassen damit auch alles Wurzeln schlägt :D

      Heute statt Kirasmäki:







      Zweiteres übrigens einer der tollsten Filme die je einer Band gewidmet wurden... Aber hach ja da bin ich ja sooo subjektiv ;)


      LG :)
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      (Shunryu Suzuki)
    • Gestern Abend



      High Life
      mit Robert Pattinson, Juliette Binoche, Mia Goth, Agata Buzek, Lars Eidinger u. a.
      Regie: Claire Denis; D, F, UK 2018

      sueddeutsche.de/kultur/high-li…obert-pattinson-1.4465768

      Das englische Original (ohne Untertitel) war für mich etwas schwer zu verstehen. Aber dennoch ein sehr interessanter Sciene Fiction mit origineller Handlung.


      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    • Hier gab's Godard.



      Diese auf den ersten Blick etwas krude anmutende Mixtur aus Romanze, Thriller und absurder Komödie ließ mich über zwei Drittel der Laufzeit ein bißchen grübeln ob ich das nun mag oder nicht :D zum letzten Drittel hatte mich der Film dann am Haken, und dann war er auch bald vorbei... um doch ganz schön lange nachzuwirken.

      Nebenbei: dies war mein erster (jedenfalls bewußt gesehener) Godard. Ruft nach mehrfachem Schauen.


      LG :)
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      (Shunryu Suzuki)
    • garcia schrieb:

      Nebenbei: dies war mein erster (jedenfalls bewußt gesehener) Godard. Ruft nach mehrfachem Schauen.
      Ich habe ja meine Probleme mit Godard. 'Prénom Carmen' sah ich damals im Kino und konnte überhaupt nix damit anfangen, 'Die Verachtung' habe ich einmal gesehen mit ähnlichem Ergebnis, aber der liegt hier weiter rum und soll demnächst mal wieder drankommen. Eigentlich kann ich nur mit 'Außer Atem' etwas anfangen. Der begeistert mich jedes Mal wieder. Aber repräsentativ ist meine Auswahl natürlich nicht.

      :wink: Wolfram
    • Endlich geschossen und endlich einmal gesehen:



      Wienerisch charmant und leicht, in wunderbarer Ausstattung, ganz dicht fotografiert und herrlich ironisch durch den Erzähler und die gewollt künstliche Herangehensweise gebrochen. Zudem grandiose Schauspieler und die Musik von Oscar Strauss. Ein Meisterwerk!

      :wink: Wolfram
    • Von Godard hab ich auch nur die Arthouse Close-Up Sammlung, und die hab ich mir wegen Außer Atem besorgt. Für die 9 Euronen sind die andren beiden Filme dann Zugabe. Dabei handelt es sich um den oben erwähnten 11 Uhr Nachts und eben die "Verachtung", der kommt dann bald mal dran. Der einzige Godard den ich sonst noch brauche ist der One plus One, aber das liegt daran daß es keine heißeren, dichteren und faszinierenderen Rolling Stones Aufnahmen gibt als die in diesem Film in denen sie Sympathy For The Devil erarbeiten. Auch wenn ich von meinen Wurzeln weit entfernt bin mittlerweile: das brauch ich, den Rest hab ich als belanglos in Erinnerung. Im Ganzen scheint mir Godards Zugang zu Film für mein Leonegeprägtes, Wilderverdorbenes, Coppolabegeistertes Hirn doch arg kalt und intellektuell zu sein...


      Hier heute:


      aus der Kaurismäki Box, eine in jeder Hinsicht faszinierende Studie über soziale Isolation. Wenn sowas denn faszinierend sein kann. Ich hab halt ein Faible für diese extreme Ruhe, und auch für die Ästhetik des Häßlichen, Abgewrackten. Ich bin häufig hier durch den Freihafen und solche Orte gelaufen und hab Fotos gemacht die aussehen wie Standbilder aus Kaurismäkifilmen ohne ihn zu kennen... Aber er macht das natürlich wesentlich besser :D



      LG :)
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    • Neu

      Ich fahre fort mit Kaurismäki.



      Heute "Schatten im Paradies" , den es nicht als Einzelveröffentlichung zu geben scheint. Mein vierter Kaurismäki ohne jede Enttäuschung...

      Wenn man diesem Regisseur überhaupt irgendwas vorwerfen will mag es die Tatsache sein (die sich jedenfalls abzeichnet nach erst 4 Filmen, meine Schauerfahrungen waren nicht chronologisch sondern stammen aus vielen Schaffensphasen), daß diese Filme sich alle recht stark ähneln. Lakonische Sozialdramen mit ein bißchen Situationskomik, sparsamer aber sehr sorgfältig ausgewählter Musik und Bildern, die aus Tristesse Gemälde machen. Mit Flow.

      Aber zum Bingwatching ungeeignet, das wär auch schade. Alle paar Tage einen davon und zwischendrin was Andres, so funktioniert das für mich am Besten.


      LG :)


      PS: ich hab jetzt endlich mal "Kinder des Olymp" bestellt aber dafür werde ich einen freien Tag und leichten Sommerregen brauchen :D
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    • Neu

      "Schatten im Paradies", das möchte ich gern noch anfügen, war aber der Tollste meiner bislang gesehenen Kaurismäkis :D

      Komisch, daß gerade der scheinbar untergegangen ist... Kein eigner Wiki Eintrag, keine Einzelveröffentlichung.

      Eine untergehende kulturvergessene Welt geht halt merkwürdige Wege.


      Aber nu gut und :) LG!
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      Heute ein Film den ich liebe und den ich schon als Jugendlicher sicher 10 mal im Kino gesehen habe (für alle Hamburger: im "Magazin" hab ich praktisch gelebt :D ), und ästhetisch isses ein Antikaurismäki:


      Das Große Fressen :clap:


      Aber nachher wird es noch toller und ich gehe zurück in meine Kindertage: ich werd mich haufenweise alte Godzillafilme reintun. Alte! Was nach 75 rauskam gildet nicht :P


      LG :)
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      Für Liebhaber/innen:
      Dies ist der Tollste


      (der mit dem Vergnügungspark und der Godzilla Statue und den Außerirdischen die wie Schaben aussehen ungetarnt, und der in dem der dreiköpfige King Ghidorah zum ersten Mal auftritt, ihr wißt schon ^^ )

      Jajaja... Das Privileg des Alters ist das Recht auf Regression :D


      LG :)
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      Hier heute Asientag.


      Seom - die Insel ist ein von den Bildern her betörender, von der Grundstimmung sehr ruhiger, handlungsmäßig aber tief beunruhigende, im manchen Szenen kaum erträglicher Film, den ich gern als Meisterwerk bezeichne. Überhaupt alles, was ich vom Regisseur Kim Ki-Duk sonst kenne, finde ich großartig.


      LG :)
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      Und danach der sowieso beste Tollste Film der Welt :D



      Jede Dialogzeile, jedes Bild trifft ins Mark. Mal Stress in der Partnerschaft gehabt weil Kinder so anstrengend sind? Guck die erste Viertelstunde und du fühlst dich verstanden :D egal ob du Mutter oder Vater warst... Dieser Film bedient nicht einfach birkenstockorientierte Sinnsuchersehnsüchte gutverdienender Eliten (macht er auch), er karikiert sie auch auf elegante Weise.

      Das Verständnis von Zen ist natürlich oberflächlich. Aber OK. Wer mehr will sollte selbst sitzen. Substanz hats.

      Großartige Darsteller! Ich war ja nie der Ovhaenknechtfan, aber was er eigentlich wirklich draufhat ist hier zu besichtigen...

      Ach ich schwärme, dabei ist Liebe doch so subjektiv. Und diesen Film den liebe ich eben :P


      LG :)
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      Bei mir geht es noch weiter mit Max Ophüls. (Die Hamburger Antiquariate wegen Kaurismäki kommen nun doch erst nächste Woche dran. ;) )



      Bislang habe ich erst 'Liebelei' (1933) gesehen. Endlich einmal, denn überall las ich immer wieder von der großen Qualität und Bedeutung dieses Films, konnte es aber nie für mich selber überprüfen.

      Das ist nun geschehen und ich muss sagen, ich knie geradezu vor diesem Film. Ich bin total begeistert oder neudeutsch geflasht! ^^

      Die Filme, die ich aus dieser Zeit aus Deutschland kenne, sind eigentlich immer sehr stark durch einen mehr oder weniger pathetischen Schauspiel- und Regiestil geprägt. Und dann dieses hier. Das ist von einer charmanten Leichtigkeit, von einer wirklichen Melancholie, von einer künstlerischen Intelligenz geprägt, die mich einfach nur staunen lässt. Das liegt einerseits an dem fantastischen Quartett damals unverbrauchter Schauspieler (Magda Schneider, Luise Ullrich, Wolfgang Liebeneiner, Willy Eichberger) und auch an Paul Hörbiger und Gustav Gründgens, aber andererseits und v.a. auch an der Regie durch Max Ophüls, der unterstützt durch eine fantastische Kamera, es schafft, ein Sujet für damalige Zeiten völlig ungewohnt und neuartig in Szene zu setzen.

      Ich habe bislang immer gedacht, 'Unter den Brücken' (1944/45) würde in seiner Art völlig und auch ziemlich einzig aus dem deutschen Kino der 30iger und 40iger Jahre herausfallen. Aber das gilt wohl auch schon für 'Liebelei'. Man lernt halt nie aus. ^^

      :wink: Wolfram
    • Neu

      garcia schrieb:

      Im Ganzen scheint mir Godards Zugang zu Film für mein Leonegeprägtes, Wilderverdorbenes, Coppolabegeistertes Hirn doch arg kalt und intellektuell zu sein...
      Schau dir mal Alphaville (Lemmy Caution gegen Alpha 60) an - da merkt man vielleicht am Ehesten, wie "kalt" Godard sein kann: kaltes Feuer... :verbeugung1:

      garcia schrieb:

      PS: ich hab jetzt endlich mal "Kinder des Olymp" bestellt aber dafür werde ich einen freien Tag und leichten Sommerregen brauchen
      Vergiß den Sommerregen - der Film funktioniert bei jedem Wetter... :jaja1:

      garcia schrieb:

      Aber nachher wird es noch toller und ich gehe zurück in meine Kindertage: ich werd mich haufenweise alte Godzillafilme reintun. Alte! Was nach 75 rauskam gildet nicht
      Sehe ich auch so - nur Showa ist geil... :thumbsup:

      garcia schrieb:

      Dies ist der Tollste


      (der mit dem Vergnügungspark und der Godzilla Statue und den Außerirdischen die wie Schaben aussehen ungetarnt, und der in dem der dreiköpfige King Ghidorah zum ersten Mal auftritt, ihr wißt schon ^^ )
      Mein Liebling ist immer noch Die Rückkehr des King Kong - nie war ein Godzilla-Film schräger drauf als dieser... :D

      Allerdings hat King Gidorah schon 1964 im Film debütiert: Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah. Und Höllenbrut war bereits der vierte Auftritt.

      Wolfram schrieb:

      Bislang habe ich erst 'Liebelei' (1933) gesehen. Endlich einmal, denn überall las ich immer wieder von der großen Qualität und Bedeutung dieses Films, konnte es aber nie für mich selber überprüfen.
      Ewig her, daß ich den gesehen habe - muß ich nachholen.

      Aber ich bin gespannt, wie dir Lola Montes gefällt - ein Film, den ich sehr verehre... :verbeugung1:

      Verdammt, die Filmmuseum-DVD muß ich endlich mal kaufen - hatte ich von Anfang an vor... :zahlen1:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul