Eben geglotzt

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    • Eben eingepfiffen geht nicht mehr, das ist schon für Amfortas und Nono reserviert :D
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Bin weiter bei den vermeintlich schwächeren Werken des 'Meisters'. Eigentlich hatte ich selber auch für Topas immer relativ wenig übrig.



      Nun beim erneuten Schauen hat sich mein Eindruck doch ein wenig verschoben. Ich finde ihn gar nicht mehr so schwach wie bislang. Auch er weist wieder einige der klassischen Sequenzen reinsten Films auf, wenn sie auch nicht mehr mit so viel Finesse umgesetzt wurden, auch er hat große Momente, große Bilder zu bieten und vor allem auch Spannung. Trotzdem fügt sich alles nicht zur 1A-Klasse, aber 4- ist er deswegen noch lange nicht.

      Manko ist für mich v.a. Frederick Stafford in der Hauptrolle, dem ich a) den Franzosen nicht abnehme und b) der mich darstellerisch auch nicht überzeugt. Anders übrigens als Karin Dor. Und dann finde ich die Geschichte mit den zwei Höhepunkten problematisch. Aber trotzdem kann man ihn gut sehen. Man darf sich halt nur kein 'Vertigo' erwarten. ;)

      :wink: Wolfram
    • Ich habe nie verstanden, warum die Hitchcock-Filme ab 1964 als so schwach gelten: besondere Momente haben sie alle immer wieder zu bieten, und speziell die letzten zwei fand ich immer sehr gelungen (besonders Frenzy). Daß Torn Curtain und Topaz vielleicht nicht mehr ganz auf der Höhe der Fünfziger sind, heißt tatsächlich nicht, daß sie nicht ansehbar sind.

      Man ist doch ganz schön verwöhnt, wenn man sich die Werke ab 1951 bis 1963 als Vorbild heranzieht. Dabei ist so ein Ausstoß an filmischer Qualität alles andere als gewöhnlich.
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Als "schwach" empfinde ich Hitchcocks Filme ab Mitte der 1960er Jahre nicht direkt aber weil Bernard Herrmann ab Torn Curtain (er schrieb zwar noch den Soundtrack aber es kam zum Eklat und Herrmann wurde gefeuert und seine Musik nicht verwendet) nicht mehr die Filmmusiken für Hitchcocks Filme lieferte, fehlt für mich so etwas wie das Salz in der Suppe.
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Josquin Dufay schrieb:

      Daß Torn Curtain und Topaz vielleicht nicht mehr ganz auf der Höhe der Fünfziger sind, heißt tatsächlich nicht, daß sie nicht ansehbar sind.
      Torn Curtain finde ich persönlich ganz hervorragend (auch wenn mich die beiden Hauptdarsteller, v.a. Julie Andrews, doch eher nerven). Er schafft es mit dem Wechsel in die DDR eine wirkliche Atmosphäre der Bedrückung und Angst zu erzeugen. Zudem ist die Busfahrt glänzend inszeniert und der Mord an Wolfgang Kieling ist einfach ein Kleinod an Spannung, Skurrilität und Humor und gehört damit nun wirklich zu den besten Mordszenen überhaupt.

      Josquin Dufay schrieb:

      Man ist doch ganz schön verwöhnt, wenn man sich die Werke ab 1951 bis 1963 als Vorbild heranzieht. Dabei ist so ein Ausstoß an filmischer Qualität alles andere als gewöhnlich.
      Das ist eben das Problem. Sie werden (und ich nehme mich da überhaupt nicht aus) einfach immer an den großen Werken gemessen und viel zu wenig an vergleichbaren Produktionen anderer Regisseure aus der damaligen Zeit. Und da schneiden sie mit Sicherheit nicht so schlecht ab. Frenzy ist übrigens wirklich ein Hammer! ^^

      :wink: Wolfram
    • Gestern geschaut: THE FAVOURITE



      Yorgos Lanthimos ist bereits seit dem verstörend ulkigen "The Lobster" (2016) ein Regisseur, dem ich gespannt folge. Nach dem eher schwachen "The Killing of a Sacred Deer" (2017) nun also ein Kostümfilm/Komödie der anderen Art. The Favourite spielt im England des frühen 18. Jhdt. Aus Wikipedia:
      "England befindet sich im Spanischen Erbfolgekrieg gegen die Franzosen, und auf dem Thron sitzt eine gebrechliche Königin Anne, die unter regelmäßigen Gichtanfällen leidet. Ihre engste Vertraute und Beraterin ist Sarah Churchill, Herzogin von Marlborough und Gattin des erfolgreichen englischen Heerführers. Sie sagt der Königin, was zu tun ist, und regiert damit das Land praktisch von der Seitenlinie aus. Sarah nimmt ihre völlig verarmte jüngere Cousine Abigail Hill nach deren Ankunft im Schloss unter ihre Fittiche. Die Königin liebt es zu sehen, wie die beiden Frauen um sie kämpfen. Abigail ist durch die aufkeimende Freundschaft mit ihr ihrem Ziel schon näher gekommen, in der Aristokratie wieder aufzusteigen."


      Wer hier an Kubricks Barry Lyndon denkt, wird vielleicht enttäuscht oder zumindest irritiert werden. Zu sehr setzt Lanthimos auf Verfremdung und abstrakte, surreale Färbung der Handlung. Auf der einen Seite ist The Favourite tatsächlich ein authentisch und realistisch gehaltener "Kostümfilm". Kleider, Ausstattung, Beleuchtung, Musik...alles handwerklich absolut makellos und natürlich in Szene gesetzt. Aber wie sich Lanthimos hier durch die Räume, um die Charaktere und die Handlung allgemein bewegt, ist eben sehr eigen (teils extreme Ultraweitwinkelaufnahmen, Überblendungen von Ton und Bild verschiedener Szenen, harte Kameraschwenks und Schnitte etc.). Auch die Sprache und die Dialoge sind leicht modernistisch gefärbt, was zu skurrilen Effekten führt. Der eigenwillige und bisweilen lakonische Humor trägt den Rest dazu bei. Olivia Colman als Queen Anne ist absolut fantastisch und jeden ihrer gewonnenen "Preise" wert :verbeugung1: .

      Kann ich also empfehlen, vor allem Fans von David Lynch und Filmen mit generellen "off-beat" Dialogen/eigenwilligem Humor, z.B. Martin McDonagh Freunden (Tree Billboards, Brügge sehen und sterben). Im Prinzip sind die Filme von Lanthimos eine Mischung aus beiden ;)
      „Jeder Mensch hat einen Instinkt dafür, ob etwas echt ist oder vorgetäuscht. Aber ich glaube, Musiker sind durch ihr Training besonders empfindlich in dieser Hinsicht. Das macht sie nicht zu besseren Menschen, aber sie registrieren mehr.“ - Herbert Blomstedt
    • Hier heute Subkomplexes, Spaßiges (ach meine Kindheitserinnerungen... ^^ <3 )


      Der Godzilla "Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer" funktioniert aus zweierlei Gründen auch jenseits des üblichen Trashfaktors besonders schön:
      1. Ebirah die Riesenkrabbe war immer schön mein Lieblingsmonster aus der ganzen Family :D
      2. Der Mix aus Monster-, Agenten- und Abenteuerfilm kommt herrlich bunt und knallig rüber.
      Hier ist viel Südsee-Exotismus, n bissl wie im alten Schatzinselvierteiler, nicht nur zerdepperte Hafenanlagen aus Pappmaché. Ein großer Spaß.

      Jedenfalls für Alle meines Alters, die Mitte der 70er ins Stadtteilkino pilgerte und sich diese Sachen tonnenweise reingezogen haben :)


      LG :)
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    • Und ich bin mehr und mehr entschlossen, die Wahnsinnstat wahr zu machen und mir im Dezember vom Weihnachtsgeld diesen hier



      für unverschämte 130 Tacken doch zuzulegen. Es ist immerhin meine schönste Kindheitserinnerung. Und auf dem Sterbebett in irgend so einer häßlichen Krebsklinik lieg ich sonst und denk, ach, das hättest du dir doch gönnen können... Wie schade...

      Also, mehr und mehr ist nicht gaaaanz sicher :D aber ziemlich


      Dann könnt Ihr den "filmisch verarmt" Thread nach mir benennen :D

      Aber ich WILL und WILL und WILL ihn wiedersehen und haben, jawoll


      LG nochmal :versteck1:
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    • Ich fahre mit der Beschäftigung mit Bunuel fort.


      Belle de jour von 1967, also immer noch ein später Film. Überzeugt mich ebenso wie seine bislang gesehenen andren Filme. Bunuel scheint mir zu liegen. Und da es von ihm Vieles auf dvd gibt - im Gegensatz zum skandalösen Mangel bei Antonioni - könnte das teuer werden...


      LG :)
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    • Tja, irre genug bin ich wohl.


      Nach so zwei Wochen, eben gestartet, im zweiten Durchlauf:




      Ich brauche es nochmal... :D




      LG :)
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    • Neu

      Heute Abend wieder Bunuel.



      Bislang der abgedrehteste, aber irgendwie auch der beste Film von ihm... Was ich nun eigentlich davon halten soll weiß ich auch nicht so recht, aber ich hab ihn auf der Stuhlkante gesehen. Was ja erstmal toll ist.

      Ich muß den früheren Bunuel jedenfalls ausbauen. Das ist eine hochspannende Welt für sich...



      LG :)
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    • Neu

      Danach nochmal was aus der Kategorie "Eben krass geglotzt" :D



      Der Godzilla, den ich als Kind am liebsten mochte, gleichzeitig einer der trashigsten (es wurden sogar Szenen aus älteren Filmen der Serie eingebaut weil das Budget vorn und hinten nicht reichte).

      Die obersubtile Handlung : Böse Außerirdische (erscheinen als Menschen, sind aber Insektenwesen) bauen einen Vergnügungspark für Kinder, Hauptattraktion: eine lebensgroße Godzillafigur, eigentlicher Hauptzweck: die Erde zu übernehmen indem außerirdische Monster angelockt werden um Godzilla zu vernichten (der hier den großen Schutz der Menschheit darstellt), aber ein I'm Park angestellter Comicdesigner nebst Freundin und Anhang riecht den Braten und erweckt Godzilla zum Leben, und dann der Endkampf mit den Pappmaché-Hafenanlagen, und Agenten gibt's auch, und die übliche hilflose Armeeführung und und und... Also alles da für den geneigten Fan, hemmungslos, noch hemmungsloser als üblich sogar, zusammengeklatscht, sehr bunt aber irgendwie doch wieder atmosphärisch dicht.

      Einer der schlechtesten Filme überhaupt, aber ich liebe ihn sehr. :cincinbier:


      LG :)
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    • Neu

      Godzilla gilt doch nicht umsonst als "Titan des Trash" - die Schmerzen, die dieser Film verursacht, ist wirklich nur mit Ed von Schleck und Smarties zu ertragen... :D

      Verdammt, bald muß ich mir auch einen wieder geben, sonst werd' ich zu erwachsen... :megalol:
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    • Neu

      Ja, dieser alte Trash ist gut für die Seeeeele :sofa2: und wenn man da gerade nix von dahat tun es auch ein paar alte Enterprisefolgen :D


      Aber nochmal zum "Würgeengel" vom Bunuel. Wie er da eine Bourgeouisgruppe auseinandernimmt (war wohl seine Lieblingsbeschäftigung), das ist inhaltlich wie filmisch absolut fulminant. Ein ganz großer Film.


      Heute landeten drei alte Bergmanfilme bei mir an. Ich hatte sie ja mal fast alle, hab sie dann leider verkauft und nun sind sie nur noch gebraucht und teuer erhältlich, also zahl ich kräftig Lehrgeld... Selbst schuld. Es handelt sich um Passion, Ach diese Frauen und Die Stunde des Wolfs. Letzterer - ein Film, in dem Bergman sich zum einzigen Mal (subtil aber wirkungsvoll) auf das Horrorgenre eingelassen hat, den hab ich als seinen eigentlich mit Besten in Erinnerung. Ich werde berichten. Meine Vorfreude auf das Wiedersehen ist immens...

      Bild nach gucken heut Abend :)

      Und kommenden Monat ordere ich dann "Schreie und Flüstern" sowie sein chronologisch erstes absolutes Meisterwerk nach, "Abend der Gaukler".

      Ich halte Bergman für den Meister aller Meisterregisseure, hab ich das schonmal erwähnt? Nein? Dann tu ich es jetzt. Auch wenn ich seinem bekanntesten, den Szenen einer Ehe, wenig abgewinnen kann. Aber dir früheren... Unfaßbare Sachen mit so wenig Mitteln, mal eben in den Sommertheaterferien runtergedreht, das ist als hätte Thomas Mann seine Sachen mal eben in der Sommerfrische kurz rausgehauen...

      Na heut Abend mehr


      LG :)
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    • Neu

      Also heute Abend dieser.



      Für mich einer der absoluten Bergmanfilme. Er erstickt nicht in symbolistischen artifiziellen Haltungen, was man ja etwa dem "Das Schweigen" oder "Person" vorwerfen könnte (ich allerdings liebe eben das), aber er erzeugt eine Atmosphäre der Bedrohlichkeit, des Unentrinnbaren, der auch diesen Film zu einer echten Prüfung der seelischen Belastbarkeit macht. Nix für schwere Stunden!

      Der Film ist der Auftakt zur (später) so genannten Fårö-Trilogie (mit "Schande" und "Passion" als weitere Teile), und ich halte diese drei Filme für einen Gipfelpinkt in seinem erstaunlichen Schaffen und somit im Filmschaffen insgesamt. Man verzeihe mir das in meinen Worten liegende Pathos... Sonst liegt mir das nicht so :) aber in diesem Fall...

      Ich hatte ja schon geschrieben daß ich mal meine Bergmanbestände abgestoßen hatte, aus Not, aus Dummheit, leider, und Arthouse hat diese Sachen unbegreiflicherweise gestrichen. Nun hab ich aber wenigstens die Fårö-Trilogie wieder hier. Da bin ich dankbar für.


      LG :)
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      garcia schrieb:

      Wie er da eine Bourgeouisgruppe auseinandernimmt (war wohl seine Lieblingsbeschäftigung), das ist inhaltlich wie filmisch absolut fulminant.
      Im Grunde ist das der Kern seiner filmischen Auseinandersetzung: die Bourgeouisie in jeder Hinsicht als moralisch verkommen entlarvend - freilich mit grelleren Methoden als Chabrol.
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      Ich muss gestehen, ich bewege mich seit einiger Zeit nicht direkt im Bereich großer Filmkunst ^^ , sondern wurschtel mich gerade durch diverse Staffeln von



      Man kann ja nicht immer nur Barnaby gucken. :D

      Schon sehr ähnlich aufgemacht, aber sie ist wirklich gut gezeichnet und zudem spielen die Folgen in dieser unglaublich tollen Landschaft um Newcastle herum und in Northtumberland, was immer wieder ein Augenschmaus und eine wunderbare Erinnerung ist.

      :wink: Wolfram
    • Neu

      Mir gefällt die Serie auch sehr - ich müßte auch inzwischen alle Folgen gesehen haben (einschließlich der neuen auf SAT 1 Gold neulich).

      Kenny!
      Ja, Mam?

      :D
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