Eben geglotzt

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    • Diesen Film schaute ich im November 2014 im Kino und hatte einen zwiespältigen Eindruck. Dennoch kaufte ich mir später die Blu-ray-Ausgabe aber erst vergangene Nacht hatte ich mir den Film seit meinem Kinobesuch von damals wieder angeschaut und ich fand den Film jetzt wesentlich besser als ich ihn in Erinnerung hatte. Stimmungsvolle, atmosphärisch-epische Bilder und an den Dialogen, die ich in Science-Fiction-Filmen manchmal unfreiwillig komisch finde, hatte ich nichts auszusetzen. Selbst die Filmmusik von Hans Zimmer hat mich nicht gestört. Insgesamt kann ich sagen, dass sich das Wiedersehen gelohnt hat.
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Interstellar ist ein Film, den man wirklich nicht beim ersten Mal erfassen kann - er wird auch seine Zeit brauchen, um seinen Weg zu gehen. Ich habe ihn damals ebenfalls im Kino gesehen und war überwältigt von den widerstrebenden Gefühlen, die er in mir verursacht hat. Sowas vermögen nur große Filme - Filme, die weit über das übliche Maß hinausgehen, die mehr verlangen als einfach nur zu glotzen.

      Da heißt es: auftragen und einwirken lassen... ;)
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • garcia schrieb:

      Das wär - was das erste Drittel anging - diesmal eigentlich kaum anders, aber der Film entfaltete dann einen immensen Sog, der sich bis zum Ende ständig steigerte. Ich könnte ja hier stundenlang rauspulen was ich dem Film alles vorwerfen zu können meinte, aber insgesamt war das, jenseits jeder kritischen Vernunft, doch ein Fest für die Sinne, an dem jede Überlegungen zerschellten...
      Den Feministenkongress habe ich anders empfunden, fand ihn ziemlich klasse. Aber ansonsten gebe ich dir völlig recht. Mit Sicherheit nicht sein bester Film, aber eben ein Fellini und damit schon etwas, was einen nicht so leicht loslässt.

      Jedenfalls hat mich dein Posting mal wieder daran erinnert, dass ich dringend Fellini schauen muss. Wenn seine DVD's nicht in den unendlichen Tiefen meiner Umzugskisten verschwunden wäre. :D

      Aber es hat alles demnächst ein Ende.

      :wink: Wolfram
    • Übrigens läuft im Kino nebenan (ok, 'ne halbe Stunde mit dem Auto entfernt - man lebt halt nicht ungestraft auf dem Lande ^^ ) noch 'ne Woche lang der neue Tarantino. Vielleicht schaffe ich es ja sogar, obwohl mir vor der deutschen Synchronisation ein wenig graut. Aber einen gewaltigen Jipper habe ich schon.

      :wink: Wolfram


    • Tod im Spiegel
      USA 1991

      Schon sehr lange her, daß ich ihn gesehen habe - da gab es nicht mal das System DVD auf dem deutschen Markt. Jetzt die Gelegenheit gehabt, ihn wiederzusehen, weil ich ihn eigentlich in guter Erinnerung hatte. - Und nein, verloren hat er kaum etwas. Es ist ein solide konstruierter Thriller um einen Mann, der durch einen Autounfall an Gedächtnisverlust leidet und seine Vergangenheit aufarbeiten möchte, als er erkennt, daß es einige Ungereimtheiten in seinem neuen Leben gibt. Petersens Hollywood-Debut war damals ein Flop, spielte gerade mal die Hälfte des Budgets ein - dabei hat der Film alles zu bieten, was ein Thriller braucht: gute Charaktere, raffinierte Plot Points, funktionierende Darsteller und handwerkliche Klasse. Insgesamt mag der Film eher still zu sein, lebt zu sehr von seiner Unaufdringlichkeit - doch innerhalb seiner Grenzen funktioniert er tadellos. Ein feiner netter Who-Done-It, dem man sein Alter kaum ansieht.

      Toll... :thumbup:
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      Hudebux
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      Jean Paul
    • garcia schrieb:

      Heute Abend wieder Bunuel.



      Bislang der abgedrehteste, aber irgendwie auch der beste Film von ihm... Was ich nun eigentlich davon halten soll weiß ich auch nicht so recht, aber ich hab ihn auf der Stuhlkante gesehen. Was ja erstmal toll ist.

      Ich muß den früheren Bunuel jedenfalls ausbauen. Das ist eine hochspannende Welt für sich...



      LG :)
      Dein Post hat mich gestern Abend inspiriert, den Film (auf youtube) nach vielen Jahren wieder zu schauen: Wirklich ein toller Film mit einem irren Plot. Der Schlusssatz des Priesters zu den Hilfspfarrern, wenn (trotz offener Türen) niemand mehr die Kirche verlassen kann und und er vergeblich versucht, die Sakristei zu betreten: "Warten wir doch, bis die Gläubigen die Kirche verlassen haben!", war lange ein geflügeltes Wort zwischen mir und einem Freund, wenn wir spät noch in einer Kneipe saßen und es nicht geschafft haben, uns von den Barhockern zu erheben :D .
    • Ja, ein irrer Film, der "Würgeengel", nicht? Von Bunuel brauch ich langfristig noch einige Filme, die große Box lohnt sich für mich nicht da ich zuviel daraus schon einzeln hab. "Die Milchstraße" steht da auf der Wunschliste obenan...

      Aber das hat Zeit da hier noch so vieles steht, was angeschafft aber nicht geguckt wurde. Damit mach ich erstmal weiter, so heute:


      Aus der fabelhaften aber in weiten Teilen noch zu durchdringenden Kaurismäki - Box

      Ariel.

      Der ästhetische Gegenpol zu Fellini: äußerste Verknappung, dunkel-schmucllose Grundstimmung, beinharter Realismus, dabei aber unendlich lakonisch. Eine Prise gut versteckter Humor, zwei Prisen Melancholie. 67 Minuten Spielzeit.

      Hat was, finde ich großartig, aber das ist kein Regisseur den ich fünfmal die Woche schauen kann (wie etwa Jarmusch).


      LG :)


      PS. @Wolfram: der "Once Upon A Time in Hollywood" gehört auf die große Leinwand. Falls Hamburg nicht allzu weit ist für dich, im Abaton läuft er OmU...
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • garcia schrieb:

      PS. @Wolfram: der "Once Upon A Time in Hollywood" gehört auf die große Leinwand. Falls Hamburg nicht allzu weit ist für dich, im Abaton läuft er OmU...
      Verführerischer Tipp. V.a. endlich mal wieder in's Abaton. ^^ Aber Hamburg bedeutet im Moment wirklich 'n halben Tag blockiert und das geht zur Zeit, Endphase Umzug, schon gar nicht. Ärgerlich wegen großer Leinwand, denn die ist natürlich fast immer entscheidend. Vielleicht klappt Lüneburg ja noch diese Woche, sonst muss ich wohl wirklich auf die DVD zurückgreifen.

      :wink: Wolfram
    • Bei mir zur Zeit, v.a. weil leicht greifbar:



      Sehr aufwendige (1,5 Millionen Produktionskosten) Kölner TV-Produktion von 1960 von Fritz Umgelter. Das ist schon sehr großartig gemacht, durchaus auch filmtechnisch. Aber v.a. inhaltlich. Eine Produktion, die z.B. im 1. Teil Massenerschießungen an Juden in der Ukraine nicht nur thematisiert, sondern auch zeigt. Und das 1960, was logischerweise zu heftigsten Reaktionen seitens der Zuschauer, dann aber auch zu sehr hoher Sehbeteiligung führte.

      Eine Sternstunde im jungen Medium TV. 5 mal 90 Minuten lang der Versuch, sich der Thematik offen und schonungslos zu nähern.

      :wink: Wolfram
    • Nachdem mich Garcia (wieder) auf den Geschmack gebracht hat, gab es gestern einen weiteren Bunuel:



      "Tristana" (den ich noch nicht kannte) - direkt vor einem meiner absoluten Lieblingsfilme (nicht nur von Bunuel) - "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" - entstanden, im Gegensatz zu diesem aber eine ganz stringent erzählte Geschichte, fast ganz ohne surrealistische Elemente, aber mit dem typisch distanzierten Blick Bunuels auf seine Figuren und der Kühle, die diese umgibt. Catherine Deneuve dafür natürlich (wie schon in "Belle de Jour") die Idealbesetzung.

      "Am grünen Strand der Spree" habe ich für irgendwann auch noch auf der Liste - den Roman von Hanz Scholz habe ich kürzlich begonnen, bin damit aber leider bisher nicht so recht weitergekommen.
    • Bin in



      ES - Kapitel 2
      USA 2019

      geschleppt worden. Den ersten hatte ich letztes Jahr nicht gesehen, aber ich wollte jetzt auch nicht verzichten, weil ich gerne im Kino bin.

      Technisch sehr gut gemacht, alle Tricks sehr überzeugend gestaltet; der Spannungsbogen der Story funktioniert solide und hat einen guten Anfang und ein gutes Ende. Die Darsteller sind sehr gut, auch in ihrer Emotionalität. Trotz der Länge (170 Minuten) fand ich es kaum in die Länge gezogen.

      Aber dennoch blieb mir dieser Film fremd: es gab Schockmomente, wo ich zusammenzuckte, aber diesen tiefgehenden Horror, den der Plot eigentlich vermitteln will, daß das unsagbar Böse sich "im Dunkeln versteckt", wie ich es formulieren würde, kam nicht auf. Möglicherweise wäre es besser gewesen, wenn ich den ersten Teil gekannt hätte, aber so funktionierte es bei mir nicht. Zuviele Details blieben unklar und verdichteten sich nicht zu einem vollen Ganzen: der Vater der alten Dame, die in der Wohnung lebte, wo Bev als Kind lebte, wurde nicht weiter verfolgt, wodurch nur ein seltsamer Splitter in der Geschichte übrigbleibt. Dann die Taten vom entkommenden Henry Bowers, der ausbricht, dann zwei der nun erwachsenen Kinder angreift und dann mit einem Beil im Kopf endet. So geht das mit anderen Details weiter, die man genausogut weglassen könnte, weil sie den Plot nicht direkt berühren oder der Story keinen besonderen Hintergrund beschert.

      Und das Finale - naja: die eigentliche Überwindung von ES geschieht auf eine Weise, die zwar passend zur Aussage der Story ist (die eigene Angst zu besiegen), doch es wirkt dann auch erstaunlich platt, wenn man sich vor Augen führt, wie wenig Aufwand dafür eigentlich nötig ist. Das Ritual, was angewendet wird, ist so erstaunlich nichtssagend, daß es schon wehtut!

      Ich bin in Sachen Horror gut dabei, so daß ich schon Vieles gesehen habe, was gut funktioniert; hier allerdings bleibt alles in Zettelkasten-Manier erhalten. Der Film verspricht viel, kann aber nicht alles erfüllen - vor allem scheitert er in dem Anspruch, etwas Faszinierendes und Bleibendes zu kreieren, was für eine Neusichtung wichtig wird. Vielleicht schaue ich noch den ersten Teil, um Alles zu kennen; aber an sich reicht mir das schon. Und das ist eine Aussage, die ich bei einem Film als vernichtend ansehe.

      Wenn der Roman von King auch so ist, dann gute Nacht: ich habe ihn heute begonnen.
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Lieber Josquin, im Großen und Ganzen stimme ich deinem Urteil zu (ich habe ihn zweimal im Kino gesehen, das ist der Preis wenn man mehrere Kinder hat :D ). Ich möchte aber schon betonen: hervorragend unterhalten hab ich mich, und viel mehr hatte ich auch garnicht erwartet. Also enttäuscht war ich nicht.

      Teil 1 ist um einiges besser, wegen der geschlosseneren Atmosphäre. Die Kindheitsebene ist allerdings auch leichter zu verfilmen.


      Das Buch ist (für mich) allerdings ein Hammer. Du kennst es nicht und beginnst es jetzt? Oh wie ich dich beneide... Du wirst auf deine Kosten kommen, ich bin mir sicher. Und was dieses "ES" eigentlich wirklich ist, das wurde ja garnicht mitverfilmt. Ist wohl auch garnicht verfilmbar. Literatur funktioniert anders als Film und kann unendlich mehr geben. Dies ist ein schönes Beispiel dafür.


      Viele viele einzigartige Lesestunden wünsche ich Dir!


      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Neu

      Ich dringe langsam aber sicher tiefer in die Kaurismäki Box ein.



      Und das mit großem Gewinn. Heute "Schatten im Paradies", ein früher 70minüter, dem "Ariel" von neulich stilistisch und thematisch verwandt.

      Ich hab mir mal dies Buch bestellt:

      zur Vertiefung, auf dem Marketplace ist es spottbillig, sonst wohl nicht mehr im Handel.


      LG :)
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