Eben geglotzt

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    • maticus schrieb:

      Vor ein paar Tagen:



      Und jetzt:



      Klassische Kunstwerke!


      maticus
      Bogey und Bergman und all die anderen und der Film überhaupt und die Szene mit der Marsellaise und die legendären Sätze und überhaupt. Ein legendärer Klassiker, der eben nicht nur 'per Zufall' Legende ist, sondern es auch zu recht verdient.

      Mit 'Blow Up', ehrlich gesagt, kämpfe ich weiterhin. Er liegt hier und wartet darauf, dass ich ihn wieder schaue. Was ich übrigens erst vor einem halben Jahr getan habe. Aber mir geht es mit ihm so wie mit manchen Antonionis. Ich finde sie immer unglaublich faszinierend, sie packen mich, aber letztlich verstehe ich sie nicht, reden sie nicht zu mir.

      Das geht mir so mit einigen Filmen und Regisseuren, aber Antonioni ist immerhin jemand, bei dem ich nicht aufgeben will. Also wird vielleicht auch 'Blow Up' sich mir irgendwann eröffnen.

      :wink: Wolfram
    • Wolfram schrieb:

      die Szene mit der Marsellaise
      Die Gänsehaut-/Tränen-in-den-Augen- Szene schlechthin.

      Wolfram schrieb:

      Also wird vielleicht auch 'Blow Up' sich mir irgendwann eröffnen.
      Der Film entspricht natürlich bei weitem nicht mehr heutigen Sehgewohnheiten. Meine 20 Jahre jüngeren Kollegen kennen den Film nicht, wie auch einige andere Klassiker nicht. Und die Handlung hätte im heutigen Digitalkamerazeitalter kaum noch einen Sinn. Dagegen kennt unsereiner ja noch Analogkameras. Man könnte natürlich auch objektiv einwenden, dass der Film zu langatmig ist. Vielleicht. Aber daraus entsteht auch die Atmosphäre und Spannung. Ich mag diese "swinging" London-Atmosphäre (ich liebe London!), das Rauschen der Bäume in dem Park, die coole Musik, die Rolle von Vanessa Redgrave, auch diese mädchenhaften Rolle von u. a. der jungen Jane Birkin, den ganz langsamen, immer wieder (von Lokal- und Zeitkolorit) unterbrochenen Spannungsaufbau, und nicht zuletzt auch das surreale Element an dem Film. War alles nur ein Traum? Insomnente Halluzination? David Hemmings ist für mich gleichbedeutend mit seiner Rolle in diesem Film. --- In meiner Jugend hat mich der Film auch eher kalt gelassen. Erst später (u. a. nachdem ich selbst mehrfach in London war), hat mich der Film gepackt. Vielleicht klappt es bei Dir ja auch noch.

      maticus
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    • Wolfram schrieb:

      Ich kenne von Kramer als Regisseur v.a. 'Gesprengte Ketten', 'Urteil von Nürnberg' und 'Rate mal, wer zum Essen kommt' und alle strotzen von schauspielerischen Glanzleistungen.
      Nee, der ist von John Sturges.

      Wolfram schrieb:

      Mit 'Blow Up', ehrlich gesagt, kämpfe ich weiterhin. Er liegt hier und wartet darauf, dass ich ihn wieder schaue. Was ich übrigens erst vor einem halben Jahr getan habe. Aber mir geht es mit ihm so wie mit manchen Antonionis. Ich finde sie immer unglaublich faszinierend, sie packen mich, aber letztlich verstehe ich sie nicht, reden sie nicht zu mir.

      Das geht mir so mit einigen Filmen und Regisseuren, aber Antonioni ist immerhin jemand, bei dem ich nicht aufgeben will. Also wird vielleicht auch 'Blow Up' sich mir irgendwann eröffnen.

      maticus schrieb:

      In meiner Jugend hat mich der Film auch eher kalt gelassen. Erst später (u. a. nachdem ich selbst mehrfach in London war), hat mich der Film gepackt. Vielleicht klappt es bei Dir ja auch noch.
      Witzig - gerade diese Woche habe ich ihn mir via ebay neu erworben, weil er in meiner Sammlung nicht mehr vorhanden war (die DVD hatte ich schon vor zehn Jahren teuer verkaufen können).

      Antonioni ist wirklich so ein Rätsel: praktisch alle Filme schwere Kost. Ich habe noch Beruf: Reporter (1975) oder Zabriskie Point (1970) hier liegen, beides äußerst kryptische Filme, wo man sich erstmal an diesen Rhythmus gewöhnen muß. Selbst für damalige Verhältnisse sind sie recht langsam. Und Blow Up ist eigentlich genauso. Da braucht man auch eine Weile, um dahinterzusteigen. Meine erste Sichtung als Teenager war auch eher von Fragezeichen bestimmt... ?(
      "Interpretation ist mein Gemüse."
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      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
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    • Zum Ende des Jahres der tollste :D




      Und zum allerletzten Ende der Allertollste :)




      Hehehe... 2020 kann kommen :P
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      (Shunryu Suzuki)
    • Josquin Dufay schrieb:

      Wolfram schrieb:

      Ich kenne von Kramer als Regisseur v.a. 'Gesprengte Ketten', 'Urteil von Nürnberg' und 'Rate mal, wer zum Essen kommt' und alle strotzen von schauspielerischen Glanzleistungen.
      Nee, der ist von John Sturges.Witzig - gerade diese Woche habe ich ihn mir via ebay neu erworben, weil er in meiner Sammlung nicht mehr vorhanden war (die DVD hatte ich schon vor zehn Jahren teuer verkaufen können).
      Sorry, stimmt natürlich. Erst versuchen die Ketten zu sprengen und dann die 'Flucht in Ketten' antreten. Den meinte ich natürlich. ;)

      :wink: Wolfram
    • maticus schrieb:

      Wolfram schrieb:

      die Szene mit der Marsellaise
      Die Gänsehaut-/Tränen-in-den-Augen- Szene schlechthin.

      Wolfram schrieb:

      Also wird vielleicht auch 'Blow Up' sich mir irgendwann eröffnen.
      Der Film entspricht natürlich bei weitem nicht mehr heutigen Sehgewohnheiten. Meine 20 Jahre jüngeren Kollegen kennen den Film nicht, wie auch einige andere Klassiker nicht. Und die Handlung hätte im heutigen Digitalkamerazeitalter kaum noch einen Sinn. Dagegen kennt unsereiner ja noch Analogkameras. Man könnte natürlich auch objektiv einwenden, dass der Film zu langatmig ist. Vielleicht. Aber daraus entsteht auch die Atmosphäre und Spannung. Ich mag diese "swinging" London-Atmosphäre (ich liebe London!), das Rauschen der Bäume in dem Park, die coole Musik, die Rolle von Vanessa Redgrave, auch diese mädchenhaften Rolle von u. a. der jungen Jane Birkin, den ganz langsamen, immer wieder (von Lokal- und Zeitkolorit) unterbrochenen Spannungsaufbau, und nicht zuletzt auch das surreale Element an dem Film. War alles nur ein Traum? Insomnente Halluzination? David Hemmings ist für mich gleichbedeutend mit seiner Rolle in diesem Film. --- In meiner Jugend hat mich der Film auch eher kalt gelassen. Erst später (u. a. nachdem ich selbst mehrfach in London war), hat mich der Film gepackt. Vielleicht klappt es bei Dir ja auch noch.
      maticus
      Das spricht mich eigentlich auch alles an, v.a. London!!! Aber irgendwie ist der Knoten trotzdem noch nicht geplatzt. Keine Ahnung warum, aber ich werde weiter auf ihn einschlagen. :D

      :wink: Wolfram
    • Eigentlich wollte ich mir heute einen gemütlichen Abend im Hause gönnen, da dieses kollektive Feiern nicht mehr so mein Ding ist. Dafür hatte ich mir dann dieses ausgesucht.



      Mensch, war das damals ein Störfaktor in der bundesrepublikanischen Gemütlichkeit. Ich war noch Kind als das Ding lief und alle in der Familie regten sich auf und ich deshalb natürlich auch. :D

      Die erste Folge habe nun durch und zunächst staunt man doch über die Veränderungen in der Arbeitswelt seit 1972. Da liegen wirklich Äonen zwischen. Aber die Reihe bringt auch wirklich Spaß. Man spürt immer noch den Stachel, den Fassbinder damals gesetzt hat, man freut sich an dieser Mischung von Realismus und Stilisierung, an der Provokation, natürlich an der Oma von Luise Ullrich, an der Ausstattung von Kurt Raab, an diesem ganzen Biedermeierlichem und der Aufbruchsstimmung nach '68. Ob die Serie heute noch funktioniert - ich weiß es nicht. Für mich ist es eher eine Reise zurück.

      :wink: Wolfram
    • Durch die '8 Stunden' bin ich nun durch und war insgesamt schon schwer davon begeistert. Die letzte Folge war dann vielleicht ein wenig zu übertrieben im Spiel mit den Klischees, aber insgesamt, v.a. auch durch Luise Ulrich, hat es sich wirklich gelohnt.

      Danach nun ganz andere Kost:



      Malle, erneut mit einer meiner 'Göttinnen'. Noch habe ich ihn nicht durch, aber bislang ein grandioser Film in Inszenierung, Darstellung und v.a. auch den Dialogen. Welch ein Nuancenreichtum! Da trifft alles, da stimmt alles. Großartig!

      :wink: Wolfram
    • Zweimal den Sommernachtstraum:



      Die erste Verfilmung mit ganz biederer Waldromantik, so wie man wohl meint, dass sich der gepflegte Zuschauer das so vorstellt und es so erwartet, mit einem durchaus prominenten Cast, die aber alle irgendwie fehlbesetzt sind, mit einer Handwerkstruppe, die so gar nichts 'rüberbringt, ist für mich ein völliger Fehlgriff.

      Die zweite Verfilmung, wesentlich weniger prominent, aber durch die Bank besser besetzt, in einer kargen, wohl auf eine Theaterinszenierung zurückgehenden, aber sehr stimmungs- und fantasievollen Szene spielend und mit einer wirklich einmal witzigen Handwerkertruppe, ist vielleicht nicht das Maß aller Dinge, aber um Längen besser und auch textlich wesentlich näher am Original.

      :wink: Wolfram
    • Und wo ich schon mal bei Shakespeare war:



      An sich und überhaupt toll und witzig von Zeffirelli inszeniert mit wunderbaren Kostümen, einem wunderbaren Michael Hordern und einem großartigen Paar in den Hauptrollen. Aber da liegt auch irgendwo das Problem. Ich werde den Gedanken nicht los, dass Taylor/Burton hier v.a. Taylor/Burton spielen (was sie in 'Virginia Woolf' wesentlich besser machten), dass es eigentlich nur um die Selbstdarstellung der beiden ging. Das machen sie natürlich grandios, aber das konnten sie ja auch.
      Zudem ist der Shakespeare-Text sehr, sehr vereinfacht und überhaupt ist das einfach eines der schlechteren Stücke. Jedenfalls, wenn man nicht mal von der Regie her ein wenig in das Werk hineinbohrt. So platt eins zu eins ohne Fragen es auf die Leinwand zu bringen, das reicht heute und 1967 auch schon nicht mehr aus.

      :wink: Wolfram
    • Und dann habe ich mir nach gefühlten 100 Jahren mal wieder diesen hier angetan:



      Und das war wirklich eine interessante Wiederbegegnung. 1993, als ich den Film erstmals im Kino sah, war ich (bis auf die Szenen mit Michael Keaton) hin und weg vor Begeisterung. Das stellte sich nun nicht mehr ein.

      Die 90iger waren ja schon das Jahrzehnt, als Italien, italienisches Design, italienische Lebensart und italienische Küche so richtig durchschlugen und unglaublich populär in bestimmten Kreisen ab dem höheren Mittelstand wurden. Ups, ich habe die Mode vergessen.

      Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Film genau diesen Trend damals bedienen wollte und es auch genau tut. Wie geschaffen für die spätsommerlichen Abende nach einem Italien-Urlaub, wenn man sich mit eigenhändig gebrauten Espresso zufrieden geben muss. ;)

      Aber er schielte natürlich nicht nur in diese Richtung, sondern auch auf den internationalen Markt, v.a. die USA, weshalb die doch sehr uneinheitliche Besetzung wohl zu erklären ist. Und dabei hatte Branagh in seiner Renaissance-Truppe ja wirklich erste Kräfte versammelt. Washington, Reeves, Leonard, Keaton füllen ihre Rollen nicht richtig aus, ihnen fehlt doch die Selbstverständlichkeit, mit der Thompson, Branagh oder Briers alleine die Verse sprechen, sich in diesem Shakespeare-Kosmos bewegen. Mal eben... reicht eben nicht.

      So blieb bei mir eigentlich eine ziemliche Enttäuschung zurück, die nur verschwand, wenn Thompson und Branagh ihre Szenen hatten. Das ist wirklich 1A!

      :wink: Wolfram
    • Ich beginne nun endlich mit Fassbinder. Und zwar mit diesem:


      (bei mir allerdings aus der großen Fassbinder-Box). Gestern Abend Teil 1, nun Teil 2.

      Ein ebenso intensiver wie skurriler wie beunruhigender Film mit einer sehr eigenen Atmosphäre, die mich nach kurzer Eingewöhnungszeit ziemlich gefangen genommen hatte. Inhaltlich prophetisch für 1973, sehr detailliert erzählt, starke Schauspieler, äußerst surreal. Ich finde das insgesamt stark auch über die extreme Laufzeit.


      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • garcia schrieb:

      sehr detailliert erzählt, starke Schauspieler, äußerst surreal. Ich finde das insgesamt stark auch über die extreme Laufzeit.
      Outro-Mucke kommt nicht so dolle rüber. Doch desto fetzigere Mucke während des Films (Bach, Wagnerei u.a...) und auch supi in Szenerei eingesetzt.....
      diesen Fassbinder-2-Teiler bereits sehr oft eingeschmissen... mega-geiler SF-Thriller.....
      youtube.com/watch?v=Kob-oywkvBk
      Klaus Löwitsch kommt meistens knallhart und cool rüber
      Fassbinderei vom Feinsten :thumbup:
      (höchste Zeit für Fassbinder-Thread)
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Ich habe erstmal Shakespeare wieder beiseite gepackt und den ollen Godard herausgeholt.



      Godard mal ganz leicht und beschwingt, eine Komödie inszenierend. Aber eben eine Godardsche Komödie. Aber der Film macht so viel Spaß, ist so anspielungsreich und witzig, dass er wirklich zum Vergnügen wird. Zudem bekommt man neben Brialy und Belmondo die noch ganz junge Anna Karina, die hier so unglaublich erfrischend agiert, dass es wirklich eine wahre Freude ist.

      :wink: Wolfram
    • Nachdem Godard stand mir irgendwie der Sinn nach Irma. ^^



      Es ist einfach ein reizender Film, kokett, frivol, witzig, charmant. Lemmon und MacLaine sind bestens aufgelegt, die Szene durch Alexander Trauner ist ein Traum, die Musik von Andre Previn ist eigentlich schrecklich, weil man den Ohrwurm nicht mehr loswird ;) , nein, wirklich toll, die Kostüme durch Orry-Kelly unglaublich gut, usw. Eigentlich kann man nur schwärmen, weil beste Unterhaltung. Und ich schwärme auch wirklich nur. Wilder mal wieder at his best. Und zu all dem kommen dann ja noch diese Dialoge hinzu, diese bitterböse Gesellschaftskritik, anscheinend nett verpackt, aber immer wieder durchscheinend. Was für einen Spaß muss er gehabt haben, das Hays Office zu umgehen. Man sieht ihn sich richtig totlachen bei dem Film.

      :wink: Wolfram
    • Neu



      1917
      USA/GB 2019

      Beeindruckend - wirklich beeindruckend! Visuell sehr geschlossen und optisch so realisiert, als ob der Film praktisch am Stück gedreht worden wäre (bis auf einen großen Cut nach gut einer Stunde Laufzeit). Realistisch in seinen Details, und recht zurückhaltend in seiner Helden-Verklärung. Sicherlich gibt es einige Szenen, die etwas zu sehr nach Filmdramaturgie riechen, aber insgesamt ein starker Film über eine kleine Randepisode des Ersten Weltkrieges.

      Von Anfang an ist da ein Sog, der durch die Kamera forciert wird; mal ist sie vor den Protagonisten, mal dahinter, aber immer hält sie das Geschehen im Fokus. Besonders hat mich die Einsamkeit der zwei Meldegänger in der verwüsteten Landschaft geflasht: diese gewaltige Kraft der Kriegsmaschinerie, die die Erde aufbricht und die Eingeweide freilegt, in denen Menschen wie kleine Tiere herumkriechen und sich mühsam fortbewegen. Da wirkt die Natur, die noch unberührt geblieben ist, wie eine Wohltat.

      Sehr inspirierend... :)
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
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      Jean Paul
    • Neu

      Am Montag hätte Fellini seinen 100. Geburtstag gehabt.

      Mit Verspätung (da meine Arbeitszeiten Film nur an freien Tagen zulassen, ich will nämlich anständigen Sound und habe Nachbarn, leider) - - - also mit viertägiger Verspätung wird nun nachgefeiert :D

      Damit:



      Vielleicht doch insgesamt und unterm Strich gemeinsam mit "Stadt der Frauen" mein liebster des Meisters.



      :)
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      (Shunryu Suzuki)