Eben geglotzt

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    • Bei mir weiter mit Western und mit John Ford.



      Eine Variation des Themas, dass er schon in 'Der schwarze Falke' behandelt hatte. Nur noch zynischer, noch desillusionierter. Eigentlich nur Richard Widmark, Shirley Jones und Linda Christal kommen aus der Geschichte moralisch und ethisch anständig heraus. James Stewart selber 'bessert' sich zwar, ist auch mehr der Pragmatiker, ist aber auch kein sonderlich liebenswerter Charakter. Ansonsten sind die Weißen und auch die Roten moralisch ziemlich degeneriert. Was das angeht ist Ford hier sehr weit von seinen Anfängen entfernt.

      Trotzdem keines seiner stärksten Werke. Man merkt, dass er mehr oder weniger dazu gedrängt wurde, einen Film für Columbia zu machen. Sein Herzblut hing an dem Film sicherlich nicht.

      :wink: Wolfram
    • Jetzt gab es wieder einen Melville : Der Teufel mit der weißen Weste ( Le Doulos ) . " Le Doulos ist ein sehr komplizerter und schwer zu verstehender Film , denn ich habe den Situationen aus dem Roman eine doppelte Wendung verliehen ." Meint der Meister . Aber wenn man den Film öfter sieht , wird eigentlich alles klar , und das Vergnügen steigt .

      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " - Don't all thank me at once (Scott Miller) - Jung sterben , aber so spät wie möglich ( F. Jourdain )
    • Nicht, dass die Tage lang werden, weiß Gott nicht, aber man hat halt in dieser Zeit glatt noch die Ruhe für einen zweiten Film. ^^



      Fords letzter Western, ein grandioses Epos über den historischen Marsch der Cheyenne aus der Reservation in ihr angestammtes Siedlungsgebiet.

      Was einmal mehr zu bemerken ist, ist die Meisterschaft Fords, Bilder zu komponieren. In Panavision 70 gedreht, muss das auf der Leinwand überwältigend wirken. Es gibt immer wieder Einstellungen, die, wenn man sie per Knopfdruck einfriert, geradezu Gemälde ergeben.

      Das Tempo ist in diesem 2,5 Stunden Film sehr langsam, die Action auf die Gesamtlänge bezogen doch sehr reduziert. Ford verweilt immer wieder und sehr lange auf Bildern, die das Leid der Cheyenne sehr deutlich machen. Ein interessanter Abschluss seiner Western-Filmkarriere. Hat er über Jahre bis in die frühen Vierziger verschiedene Mythen aufgebaut, zerstörte er sich dann selber nach und nach bis er mit 'Cheyenne' einen wirklichen, sehr desillusionierten Schlussstrich zog. Von daher ein sehr menschlicher, ein sehr mitfühlender Western, der Amerikas Selbstbildnis sehr stark angreift.

      Womit ich allerdings immer Probleme hatte und habe, ist die Episode um James Stewart als Wyatt Earp. Für mein Empfinden zerreißt sie den Film, bringt eine in sich sehr geschlossene komische Note hinein, die der Thematik nicht angemessen ist. Vielleicht fehlte ihm die Kraft, den Witz, den er vorher eigentlich immer in die Handlung direkt eingebaut hatte, ebenso zu zeigen. Für mich ist das hier aber überflüssig.

      :wink: Wolfram
    • Vielleicht sagt mir bei Fellini gerade der Roma so sehr zu, weil er gar nicht erst vorgibt eine stringente Geschichte zu erzählen, es ist eben ein um die Ewige Stadt kreisender Bilderbogen mit dokumentarischen aber auch handlungsorientierten Szenen, die eine Art farbenprächtiges Mosaik ergeben... Als Vorstufe zu Roma kommt Amacord nicht recht in Frage, eher umgekehrt, da Roma direkt vorher rauskam. Macht auch Sinn wenn ich an die Roma eröffnenden Jugendszenen denke, die Fellini dann ein Jahr danach in Amacord viel detaillierter auserzählt hat.

      Macht also ebenso Sinn für mich sich morgen den Amacord mal wieder zu geben :D

      Die "Stadt der Frauen", das ist aber auch einer meiner mir sehr lieben Fellinis. Um das Wörtchen Sinn mal zu Tode zu reiten: Da viel Sinn drin zu sehen in einem verstandesmäßigen Sinne macht allerdings wenig Sinn, wie bei manchem von Kafka quasi, das wendet sich in einer Bilderflut ja ohnegleichen mehr an den Bauch und die Sinne und da muß ich persönlich gar nicht viel verstehen.

      Die Patefilme sind natürlich Monumente. Wobei ich den dritten kaum schwächer finde, aber ich weiß daß ich mit dieser Meinung ziemlich allein dasteh :D


      :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Lieber Garcia, abgesehen von dem Urteil über Paten III teile ich das alles. ^^

      'Roma', mein Fehler, ist auch zeitlich gesehen kein Nachfolger von 'Amarcord'. Nur finde ich die Bilder, die er in diesem Film findet, stringenter, weil, wie gesagt, mir die Sequenzen in 'Roma' oftmals als zu lang erschienen. Aber das ist persönlicher Geschmack.

      'Stadt der Frauen' fand ich allerdings auch großartig, weil von solch einem herrlichen Humor geprägt.

      :wink: Wolfram
    • Heute nachmittag nun der Amarcord.



      Schon ein großartiger Film. Komischerweise hat er mich (obgleich er ein vollkommen konträres Umfeld abbildet) immer mal wieder an Woody Allans "Radio Days" erinnert. Muß ich mal drüber nachdenken...


      Und am Abend der nächste aus der Godardbox dann:


      "Der kleine Soldat", Godards Zweiter nach dem berühmten Außer Atem, vordergründig eine Spionagegeschichte. Schon in diesem sehr frühen Film wird diese eigenartige Sprödigkeit Godards ziemlich deutlich. Ich mußte mich so 20 Minuten reinkämpfen. Was sich dann allerdings sehr gelohnt hat.

      Bislang mochte ich alle Godards die ich sah - mit Ausnahme der "Verachtung", der hatte mich gelangweilt seinerzeit, braucht aber vielleicht mehr Anläufe - ,das sind schon auf ihre Art faszinierende Filme; was wiederum komisch ist, weil sie eigentlich nix von dem was ich sonst an Filmen mag bedienen... spannend.


      :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • garcia schrieb:

      Heute nachmittag nun der Amarcord.



      Schon ein großartiger Film. Komischerweise hat er mich (obgleich er ein vollkommen konträres Umfeld abbildet) immer mal wieder an Woody Allans "Radio Days" erinnert. Muß ich mal drüber nachdenken...


      Und am Abend der nächste aus der Godardbox dann:


      "Der kleine Soldat", Godards Zweiter nach dem berühmten Außer Atem, vordergründig eine Spionagegeschichte. Schon in diesem sehr frühen Film wird diese eigenartige Sprödigkeit Godards ziemlich deutlich. Ich mußte mich so 20 Minuten reinkämpfen. Was sich dann allerdings sehr gelohnt hat.

      Bislang mochte ich alle Godards die ich sah - mit Ausnahme der "Verachtung", der hatte mich gelangweilt seinerzeit, braucht aber vielleicht mehr Anläufe - ,das sind schon auf ihre Art faszinierende Filme; was wiederum komisch ist, weil sie eigentlich nix von dem was ich sonst an Filmen mag bedienen... spannend.


      :)
      Amarcord ist ein Hammer! Da ich mich an 'Radio Days' nicht mehr so richtig gut erinnere, kann ich dazu nichts sagen. Aber dieser unglaubliche Humor im Fellini-Film und diese Liebe zu (fast) allen Menschen hat mich total begeistert.

      Den kleinen Soldaten fand ich von allen Godards für mich am wenigsten ansprechend, was nicht gegen den Film sprechen soll, sondern eher für die anderen. ;) Ganz stark in der Erinnerung geblieben sind die Folterszenen in der Badewanne und das ist es vielleicht auch, was mich bei diesem Film zögern lässt. Ich fand sie grauenhaft, sie haben mich in ihrer Beiläufigkeit wirklich verfolgt. Aber das ist eigentlich eher mein Problem und sagt nichts über den Film aus.

      Mit 'Verachtung' habe ich auch weiterhin meine Probleme. Allerdings hat er mich nicht unbedingt gelangweilt, sondern gehört eher in die Kategorie: Hab' ich nicht verstanden, interessiert mich aber trotzdem. ^^

      Godard ist wirklich eine Nummer für sich. Mir geht es eigentlich genauso. So extrem, das ist normalerweise nicht meine Kinowelt. Aber er entwickelt einfach einen Sog, er schafft es, dass man bei jeder Einstellung sich geradezu gezwungen fühlt die unterschiedlichen Bedeutungsebenen zu entschlüsseln, er bringt auch immer wieder eine Leichtigkeit und Modernität in seine Filme hinein, dass man, falsch, dass ich nicht mehr wegschauen kann.

      :wink: Wolfram
    • Heute habe ich mich einem Genre hingegeben, was ich eher nur am Rande frequentiere:



      Sie nannten ihn Knochenbrecher
      Hongkong 1978
      Knochenbrecher schlägt wieder zu
      Hongkong 1979

      Die Filme, die allgemein gerne als Drunken Master I & II bezeichnet werden - mit Siu Tin Yuen, der den Meister des "trunkenen Kungfu" spielt. Beides recht kurzweilig gehalten, mit einem Nichts an Story, aber jeder Menge Kämpfe. Im ersten Teil sieht man Jackie Chan als damals 24jährigen, der den Stil lernen soll, um Disziplinlosigkeit zu ahnen. Seine Akrobatik ist bemerkenswert, zumal man sieht, wie durchtrainiert dieser Mann damals war. - Der zweite Teil mit Shun-Yee Yuen - der tauchte häufig in den Wuxia-Filmen Chang Chehs auf - ist nicht weniger akrobatisch, aber nicht ganz so zielgerichtet; doch dadurch sinkt das Niveau des Films auch nicht mehr weiter ab. Es ist einfach so: es geht um die Kämpfe mit den verschiedenen Stilen, um die Darsteller, die über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen. Es gibt kleine komödiantische Einlagen, die die durchgeknallten Kämpfe auflockern. Insgesamt eine gute Demonstration, wofür der Eastern u.a. steht.

      Ich machte das Retro-Feeling authentisch, da ich mir die alten VHS-Ausgaben angesehen hatte; dazu gehört auch die deutsche Hauruck-Synchronisation, die durch den Klang ihrer Sprecher besonders wirkt... :jaja1:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Es ließ mir keine Ruhe mit den Assoziationen beim Amarcord gucken. Daher heute


      Woody Allans Radio Days.


      Wieviel diese beiden Filme auch trennen mögen, ich fand viel Verbindendes:

      - Beide sind komisch/wehmütige Rückblicke ihrer jeweiligen Regisseure auf den Ort, das Milieu, den Raum ihrer Kindheit und Jugend.
      - Beide Filme machen das in Form einer kaleidoskopartigen Aneinanderreihung von Szenen statt in einem geschlossenen Handlungsstrang.
      - In beiden Filmen ist der Blickwinkel der eigene, nämlich die Perspektive eines vorpubertären (Allan) bzw pubertären (Fellini) Jungen. Dies ist bei Allan deutlicher ausgeprägt da der Kommentator hier er selbst ist statt eines Kommentator von Außen.
      - Keimzelle ist in beiden Filmen die Familie, die teils skurrilen Onkel und Tanten und Schwestern etc, und in beiden Filmen spielen die zentralen Szenen am Eßtisch. Was bei Fellini dann die Dorfgemeinschaft ist ist bei Allan die Nachbarschaft.
      - In beiden Fällen spielt die Musik eine tragende Rolle: Bei Fellini durch die großartige Musik von Nino Rota, die allem eine ganz tiefe Grundierung gibt, bei Allan der ebenso großartige Reigen der Schlager - und Unterhaltungsmusik der Zeit.
      - Und beiden gelingen großartige Bilder (bei Fellini regisseurtypisch, bei Allen eher die Ausnahme) der Orte, die sie hier nochmal zum Leben erwecken.
      - Auch die Mischung aus Humor und Melancholie ähnelt sich sehr.

      Zwei Meisterwerke. Sowas zu gewichten würde keinem dieser Filme gerecht (ich mag die Figurenzeichnung bei Allan lieber, das ist weniger stereotyp und feiner schraffiert, dafür hat Fellini die beeindruckendere Fotografie, er ist bildnerisch stärker), aber egal: zwei unsterbliche Meisterwerke sind das.

      Ich müßte mich sehr täuschen wenn Allan da nicht auch eine versteckte Hommage gedreht hat (habe diese Verbindung nirgends gelesen und ich habe alles greifbare über Allan gelesen aber ich bin davon überzeugt).

      Jedenfalls haben beide sehr vergleichbare Qualitäten.



      Abends nur noch Bingewatching, ich war bin kulturell faul.



      War und bin in Staffel 2 unterwegs :sofa2:



      :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Ich habe mich heute mal den Western von Anthony Mann zugewandt.



      Mann war einer der Heroen der Nouvelle Vague und dankenswerterweise besteht bei dieser Ausgabe das Booklet aus einem Essay von Godard zu diesem Film.

      Godard unterscheidet Romane in drei Kategorien, die dann auch für den Film gelten: den Bildroman, den Ideenroman und den Ideen-Bildroman. Auf den Film übersetzt wäre 'Der Schwarze Falke' (Ford) ein Bildfilm, weil er aus einer gefundenen Einstellung, eben dem Bild eine Idee entwickelt. Lang geht in 'Engel der Gejagten' den umgekehrten Weg, während Mann hier von einer Idee die passende Bildgestaltung findet, die dann wiederum eine Idee auslöst.

      Ich glaube nicht, dass man dies so kategorisch einteilen kann, glaube auch nicht, dass z.B. Ford in seinem Film dem Zuschauer nicht schon vorher eine Idee vermittelt, die er nach der entsprechenden Einstellung entweder weiterentwickelt oder beibehält. Andererseits habe ich schon das Gefühl (Godard in etwa: So wie Griffith mit jeder Einstellung den Film neu erfindet, so schafft es Mann hier auch.) zu viel in diesen Film hineininterpretiert.

      Aber es ist schon einer dieser Western, der aus dem massenhaft produzierten Einerlei herausragt. André Bazin nannte sie 'Überwestern' und dem stimme ich wenigstens teilweise zu. Für mich wäre ein Überwestern einer, der eines der großen Themen der Menschheit im Gewand des Western behandelt. 'Der Schwarze Falke', 'Shane', 'Zwölf Uhr Mittags', 'Vierzig Gewehre' und ähnliche. Hier ist es mehr das Kino, der Film selber, der im Vordergrund steht. Und da hat für mein popeliges Empfinden Godard schon auch recht. Mann findet immer wieder unglaublich eindrucksvolle Bildlösungen, die aus dem üblichen Rahmen herausfallen und von daher auch ganz andere Inhalte vermitteln. Nur unterscheidet er sich darin, wiederum für mein popeliges Empfinden, nicht so total von anderen Regisseuren.

      Interessant ist in diesem Film allerdings auch die Nähe zum wesentlich später entstandenen 'Spaghetti-Western'. 'Der Mann aus dem Westen' kennzeichnet also schon, ebenso wie die entsprechenden Ford-Filme aus dieser Zeit, den Untergang des 'klassischen' Western.

      Sehenswert auf jeden Fall!

      :wink: Wolfram
    • Hier lief gerade eine Empfehlung von Melville : The Kremlin Letter von 1970 . Asphalt-Dschungel von John Huston war einer seiner Lieblingsfilme , aber von diesem hielt Melville auch viel . Ich muß ihn wohl schon mal gesehen haben , denn manchmal blitzte eine Erinnerung auf . Hat mich beeindruckt . Wiederholungswert .

      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " - Don't all thank me at once (Scott Miller) - Jung sterben , aber so spät wie möglich ( F. Jourdain )
    • Ich gebe mir wieder einen dieser wunderschönen Zeichentrickfilme aus dem Hause "Studio Ghibli".



      Dieser hier enthält keinerlei phantastische Elemente. Es ist eine zarte Coming of Age - Liebesgeschichte vor dem Hintergrund Japans um 1960 in Bildern, die eine dermaßene Sogwirkung entfalten daß man (also ich) sie nie wieder vergißt. Zaubrisch!


      :)
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      (Shunryu Suzuki)
    • Am Abend wieder Fellini.



      Natürlich ein faszinierender Film. Aber dennoch - - - Vielleicht ein bissl zuviel von allem? Wirkt doch ein wenig so als sei Fellini hier die ordnende Hand ein bißchen abhanden gekommen, etwas strukturlos das Ganze. Aber mit Bildern die im Kopf bleiben. Kann ich nicht jeden Tag ab und auch nicht jeden fünften. Wenn aber mal dann isser auch groß. Wie heute.


      :)
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      (Shunryu Suzuki)
    • Heut ist mein Jüngster bei mir. Er hat sich folgenden Film ausgesucht :





      Kam mal wieder ziemlich cool rüber. Sehr düster allerdings aber schön gemacht


      :)
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      (Shunryu Suzuki)
    • Ich glotz verdammt viel in letzter Zeit. Aber eben immer nur Dr House (welch eine tolle Serie), und ich hab verdammt viel Spaß bei der Sache :D

      Gern nochmal den Link, ich hab mit die Staffeln allerdings seinerzeit einzelnd zusammgekauft.




      Passt ein bissl zur gegenwärtigen Krise...
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      (Shunryu Suzuki)
    • Bei mir weiter mit Anthony Mann:



      Interessanterweise hatte sich Fritz Lang die Rechte am Stoff gesichert, aber durch Probleme mit der Finanzierung verfiel seine Option und der Stoff geriet an Anthony Mann. Laut Wikipedia läutete dieser Western (1950) die große Zeit dieses Genres in den USA bis in die 60iger Jahre hinein ein, was ich so eigentlich nicht unterschreiben würde. 'The Big Trail', 'Stagecoach', Red River', 'Red River' oder 'Rio Grande' wurde vorher produziert.

      Aber mit Sicherheit gelang Mann hier (übrigens erste Zusammenarbeit mit James Stewart) ein Western der besonderen Art, was Psychologie, Thematik, Inszenierung und Optik angeht. Und auch hier wieder einmal das große Thema des Western, der unabhängige Einzelgänger und die sich langsam formierende Gesellschaft. Übrigens ein Thema, das wohl nie seine Aktualität verlieren wird, auch wenn die Gesellschaften in der Regel heute klar strukturiert sind.

      Mann setzt seine Themen hier wirklich furios um, gerade auch, was Einstellungen, Bildkomposition, Verhältnis Mensch - Natur oder der Einsatz von Tiefenschärfe angeht. In meiner Jugend wurde solch ein Film mit dem Titel 'Edelwestern' geadelt. :D War wohl in Deutschland nötig, weil der Western hier ja immer als ein wenig anrüchig galt. Bazin nannte sie, glaube ich, 'Überwestern'. Egal, es stimmt jedenfalls. Dieser Film ist einer derjenigen, die Kino bieten, also nicht nur das Bebildern von Situationen, und die darüber hinaus große Themen ansprechen.

      :wink: Wolfram
    • Neu

      Gestern Abend habe ich, nach Jahrzehnten wieder, "In den Wind geschrieben" von Douglas Sirk gesehen. Mein damaliger Eindruck, nah und intim am Familiengeschehen dabei zu sein, hat sich wieder bestätigt. Der Film wirkt auf mich ein wenig wie ein Kammerspiel. Auf jeden Fall war ich vom Anfang bis zum Schluss ergriffen.



      Uwe
      Schon ein ganz kleines Lied kann viel Dunkel erhellen.

      (Franz von Assisi)