Eben geglotzt

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    • garcia schrieb:

      Eigentlich hab ich sie mir für seinen epischen Andrej Rubljow bestellt. Aber bis ich den gucke kanns dauern. Diese 3stünder... Ich hab da Respekt vor.

      Kinder des Olymp ist auch so ein Fall, er steht hier seit Monaten, aber ich brauche die richtige Stimmung sonst geht's in die Hose.
      Den 'Andrej Rubljow' habe ich in einer schlechten Kopie auch und 'zittere' ebenso. Wie überhaupt bei Tarkowskij. Man weiß ja nie, was einen erwartet du ob man es verkraften kann. ;) Aber nun ist die Box bestellt und wird auch gesehen. :D

      Die 'Kinder des Olymp' sind eine ähnliche Sache wie Fassbinders BA. Immer wieder versucht, zu beginnen und immer wieder abgebrochen und beiseite gelegt. Ich weiß nicht, was mich vom Sehen dieses Films abbringt. Aber wo ich den 'Alex' mehr oder weniger geschafft habe, klappt es ja auch vielleicht irgendwann mit den 'Kindern...'. :D

      :wink: Wolfram
    • Komisch - Kinder des Olymp habe ich jedes Mal in einem Rutsch durchgesehen. Allerdings habe ich generell kein Problem, lange Filme zu schauen. Andrej Rubljow ist auch ein Kandidat, den ich selten unterbreche. Wenn es läuft, dann läuft es.

      Mein längster am Stück war der zweiteilige Jeanne la Pucelle von Jacques Rivette - gut 330 Minuten lang, gesehen in Französisch mit deutschen Untertiteln. Ich hatte begonnen und konnte nicht aufhören; dabei wollte ich nach dem 1. Teil abbrechen und am nächsten Tag weitersehen.
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Tja, a propos lange Filme :D

      Heute Abend weiter in der Tarkowskij Box



      mit Andrej Rubljow. Allerdings - der Film ist hier auf zwei DVDs verteilt (was mir bei 185 Minuten Spielzeit nicht ganz einleuchtet) heute nur der erste Teil.

      Auch wieder ein ganz großartiges Werk, sehr langsam aber hoch intensiv erzählt und ungeheuer bildmächtig. Ich kannte jahrelang ja nur Stalker (groß!) und Solaris (naja schon ok, aber im letzten Drittel machte der mir irgendwie Schwierigkeiten, muß ich nochmal überprüfen) von diesem Regisseur und stehe nun fassungslos vor einem Werk, das ich Bergman an die Seite stellen möchte - und das heißt nicht nur viel bei mir sondern fast alles.

      Die beiden späten Filme nach Tarkowskijs Emigration aus der Sowjetunion, "Nostalghia" und "Opfer", die hab ich soeben bestellt.

      :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Heut morgen Andrej Rubljow Zweite Hälfte. Ich bleib dabei: berührend und intensiv. Großartig. Und viel leichter faßbar als ich vorher dachte (natürlich kein Mainstreamfilm aber an Stalker knackte ich mehr).

      Wer vielleicht wie ich Solaris und Stalker schon stehen hat und Doubletten vermeiden will, es gibt ihn auch einzelnd.




      :)
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    • Kinder des Olymp

      Wolfram schrieb:

      Der Film und ich passen einfach (noch) nicht zusammen.
      Erstaunlich - dieser Film ist so reichhaltig in seiner Epochenbeschreibung und so bemerkenswert in seinen Liebesplänkeln, der geht mir jedesmal runter wie Öl.

      -----

      Andrej Rubljow

      garcia schrieb:

      stehe nun fassungslos vor einem Werk, das ich Bergman an die Seite stellen möchte
      Er gehört nicht umsonst zu den ganz großen Meisterwerken der Filmgeschichte - ein Film, der mich jedesmal inspiriert hat.
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    • garcia schrieb:

      Heute Abend weiter in der Tarkowskij Box mit Andrej Rubljow. Allerdings - der Film ist hier auf zwei DVDs verteilt (was mir bei 185 Minuten Spielzeit nicht ganz einleuchtet) heute nur der erste Teil.
      Heute kam die Box bei mir an und Andrej Rubljow wird dann der erste sein, den ich mir ansehe. Morgen muss ich aber noch den 'Amerikanischen Soldaten' beenden und dann geht' gleich los. ^^

      :wink: Wolfram
    • Ich hatte ja Ende des Jahres über den Film "Motherless Brooklyn" berichtet, den ich im Kino sah.

      Hatte mir ja daraufhin gleich den großartigen Soundtrack (mit wunderbarer Jazz-Musik und einem sehr schönen Song von Thom Yorke) angeschafft. :thumbup:

      Nun endlich die DVD in den Händen und heute gleich die OmU-Fassung gesehen (ich gestehe: ohne Untertitel hätte ich nicht alles wortwörtlich verstanden, weil u. a. stellenweise auch ziemlich genuschelt wurde).
      Originalfassung lohnt sich aber sehr und ist an den Stellen, an denen der Hauptdarsteller, Edward Norton, der einen Privatermittler mit Tourette-Syndrom spielt und hin und wieder (ungewollt) wirklich sehr lustiges Zeug von sich gibt, sehr viel amüsanter als die dt. Fassung.



      :) Großartige Darsteller, wunderbare Musik - und eine, wie ich finde, interessante Geschichte. Ein toller "Film Noir".

      EDIT:
      Hier noch ein Kommentar von Edward Norton (der ja nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch Regie geführt hat) zur Filmmusik:
      Wenn es eine musikalische Ausdrucksform gibt für die improvisierte, wilde, herrliche Sprache, die durch das Tourette-Syndrom entsteht, dann ist es Jazz, insbesondere der Hard Bop. Lionel wird befreit durch diese Musik, die wie sein Gehirn, anarchistisch und chaotisch ist, aber auch von unglaublicher Schönheit.”
      "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)
    • Film Noir auch hier, aber mit Horrorelementen angereichert.



      Ein vor allem wunderbar fotografierter wenn auch inhaltlich dies Niveau nicht ganz haltender Film - für Alan Parker nicht untypisch. Aber für einen gemütlichen Samstagnachmittag ganz hervorragend, und ich hatte ihn zuletzt gesehen als er seinerzeit in den 80ern auf Video rauskam. Hat sich gut gehalten.

      :)
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    • Philbert schrieb:

      Meines Wissens ist die einzige Ausgabe der Vollversion von Andrej Rubljow (206 Min) diese:
      Diese Fassung gibt es inzwischen auch auf Bluray - ebenfalls von der Criterion Collection:

      Leider Code A
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      Jean Paul
    • Heute habe ich nun die Tarkowski-Box angebrochen:



      Anders als 'Der Spiegel' noch ein recht geradliniger Film, der mich trotzdem zutiefst berührt hat. Tarkowski durchbricht die lineare Erzählung ja immer wieder durch Traumsequenzen, aber im Vergleich zum 'Spiegel' ist das durchaus noch konventionell, kann gut nachvollzogen werden, bietet dem Zuschauer noch nicht diese assoziative Vielfalt. Nichtsdestotrotz ein großer Film, voll beeindruckender, tief sich eingrabender Bilder, einem Spiel mit Licht und Schatten, das nicht nur von höchstem Können zeugt, sondern auch immer wieder eine surrealistische Stimmung erschafft. Dazu großartige Schauspieler und übrigens auch eine Musik, die die geisterhafte, irreale Atmosphäre wunderbar begleitet und verstärkt.

      :wink: Wolfram
    • Ich staune immer wieder über eure Begeisterung. Mir geht es so, dass ich, wenn ich mal einen Film gucken will, nichts finde. Heute wollte mein 17-Jähriger mit mir einen Film gucken. Wir haben uns also durch diverse Netflix und Amazon Prime-Angebote gewühlt, um am Ende bei einem bescheuerten Piratenfilm aus Korea zu landen, den wir nach einer halben Stunde ausschalteten. Wenn ich meinen Jungs Filme, die ich als gut in Erinnerung habe, präsentiere, bekommen die einen Gähn-Krampf. Ist nicht mein Medium. Ich kenne mich auch nicht aus. Fast immer spiele ich inzwischen auch nebenher auf dem Tablet, weil ich die Filme zu langweilig finde. Bald bin ich soweit und gebe ich das Medium Fernsehen und Film ganz auf. Das Einzige, das ich dann noch gucke, ist der HSV. Mehr brauche ich nicht.
    • Ich bin da wohl zum Glück noch anders sozialisiert worden. Wir bekamen einen TV, als ich 10 war und ab da wurden quasi alle Spielfilme, die in ARD, ZDF und NDR liefen, angeschaut, weil meine Eltern einen guten Film, v.a. einen amerikanischen jeder TV-Eigenproduktion (Serien, Shows etc.) vorzogen. Dann lief damals natürlich auch noch die gesamte amerikanische und deutsche Filmproduktion seit den zwanziger Jahren irgendwann auf irgendeinem Sender. Dazu kamen die wöchentlichen Kinobesuche, bei denen man sich vom Märchen- über den Karl-May-Film langsam zu Spielfilmen hocharbeitete. Von daher wurde ich einfach schon sehr früh vom Kino angefixt, allerdings auch recht einseitig. Die Vormacht der US-Produktionen im TV bedingte, dass ich mit dem, was man heute 'Arthouse' nennt, oftmals nichts anfangen konnte. Dir habe ich dann erst später kennengelernt und manche (Godard, Fassbinder, Tarkowski und hoffentlich bald auch Bergman) entdecke ich jetzt erst. Und bin, ich möchte fast sagen, zwangsläufig begeistert.

      Aber ohne dieses Angefixtsein in frühen Jahren würde es bei mir wohl auch nicht so exzessiv aussehen. ^^

      :wink: Wolfram
    • Ist bei mir ähnlich. Im Magazin-Kino zu Hamburg Winterhude hab ich jahrelang praktisch gewohnt, und der TV mit seinen 3 Programmen war oftmals ein Wunderland :D

      Auch bei mir gestern Tarkowskij.



      Sein letzter.

      Ein Film, der bei aller Großartigkeit doch für mich erst im letzten Drittel die Großartigkeit der andren Tarkowskijs ganz erreicht. Vorher fand ich ihn manchmal ein bißchen prätentiös, er verließ sich zu sehr auf die Monologe und Dialoge (die ich recht künstlich fand) und zuwenig auf die großartigen Bilder (wenn man schon Nykwist als Kameramann hat...!), aber ein großer Film zweifellos, und die Schlußminuten ließen mich lang nicht los.

      Ein Film mit einer inneren Verwandtschaft zu Bergmans "Schande", fand ich.

      Tarkowskij ist überhaupt eine große Entdeckung für mich. Solaris kenn ich lange, der hatte aber nur bedingt gezündet, Stalker vor nem halben Jahr fand ich schon atemberaubend, aber diese Box und jetzt die beiden Späten... Nostalghia und sein oben von Wolfram erwähnter Erstling fehlen noch und werden demnächst verschlungen :D


      Knulp, ich würde mich erstmal auf ein Genre beschränken, das dir am nächsten steht - egal ob das dann SF oder Horror oder Krimi oder was ist und dann Verwandtes suchen. Dann kommt irgendwann mehr ans Licht was man genießen kann als man Zeit hat zu gucken :D



      :)
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      (Shunryu Suzuki)
    • *Iwans Kindheit* -

      - aber sicher doch :!: ... als es vor 4, 5 Jahren darum ging, meine DVD-Sammlung - die freilich auch halbwegs übersichtlich bleiben soll - um einen Spielfilm zu erweitern, der in WK I od. II spielt (mehr sollte es tatsächlich nicht werden, da ich mich per Literatur / Dokumentarfilm schon zur Genüge mit Faschismus und Anti-Faschismus beschäftige!), da war die Entscheidung für *diesen* keine sehr schwierige ...

      meine Ausgabe (v.' trigon-film') enthält übr. noch seinen Dreiviertelstünder 'Die Walze und die Geige' >den ich ebenso keineswegs missen möchte - auch wenn Tarkowski in seinen späteren Jahren von ihm nicht mehr sehr überzeugt gewesen sein soll!<

      auf einer meiner yT-playlists sind übrigens Schnipselchen von zwei Interviews mit ihm zu sehen - nicht uninteressant denk' ich mal ...
      youtube.com/watch?v=fn2XDqAwIA…TX6tSz8AcywZo&index=14&t=

      :wink:
      Durchhängen iss nich !!
      (Udo Lindenberg)
    • Knulp schrieb:

      Wir haben uns also durch diverse Netflix und Amazon Prime-Angebote gewühlt
      Tja, als ich mal Netflix durchgescrollt habe, mußte ich feststellen, daß nichts vorhanden war, was mich interessierte - nur neuere Produktionen, die mir wenig geben. Ich bin zwangsläufig auf physische Bildträger angewiesen. Aber das ist mir ohnehin lieber so.

      Man sollte annehmen, daß es gute Möglichkeiten gibt, solche Filmreihen wie die von Fassbinder, Bergman, Jarmusch, Tarkowski u.v.a. auch als Stream zu sehen, aber das scheint nirgendwo der Fall zu sein. Hat Amazon wenigstens sowas als Download im Angebot?
      "Interpretation ist mein Gemüse."
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