Eben geglotzt

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Ich bin kein Christ, und katholisch schon garnicht, aber auch in vollem Bewußtsein, daß der derzeitige Papst (auch) Ansichten vertritt, die ich scharf mißbillige (in Sachen Sexualmoral etwa), und daß ich seine Kirche als Machtsystem nicht mag sondern strikt ablehne, ist dies doch ein berührender Film, dem ich meinen Respekt nicht versagen möchte:



      --- weder dem Film an sich noch seinem Protagonisten. Lohnenswert. Trotz einer gewissen Überdosis Weihrauch.


      :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Ab und an muss es mal wieder Sergio Leone sein.



      Unzweifelhaft der erste nichtamerikanische Western, der einen wirklichen internationalen Erfolg hatte und damit dem Genre eine ganz neue Richtung vermittelte. Was so faszinierend ist, neben der inszenatorischen Qualität und der Installation von Clint Eastwood als Western-Mythos, ist vielleicht die Hemmungslosigkeit, mit der Leone den Film vorgelegt hat. Eigentlich ist das alles eine einzige Hochstapelei. Angefangen vom Vorspann, dazu das geklaute Sujet, die vielen Italiener aus dem Technikbereich mit ihren amerikanischen Namen. Man spürt, dass da jemand wenig Geld zur Verfügung hatte, aber trotzdem eine Vision. Und dann bedient er sich und dann ist er auch skrupellos. Und natürlich hat der Erfolg ihm Recht gegeben. Man muss halt gut klauen können und man brauchte auch eine Prise Frechheit, um in diesem Genre 'wildern' zu können. Zum Glück konnte Leone das und hatte er es. Denn herausgekommen ist bekanntermaßen ein Film, der das Genre wirklich umkrempelte.

      All die tollen Einstellungen, dieser Hauptdarsteller, dieser Witz, diese Musik! Aber auch die persönliche Handschrift Leones, die schon deutlich wird. Es bleibt ein Meilenstein und auch beim x-ten Wiedersehen eine wahre Freude.

      :wink: Wolfram


    • Daraus 'Die Flusspiraten vom Mississippi' (D 1963)

      Irgendwie war mir heute mal nach 'Absturz' :D Und wenn schon, denn schon. Aber, dass es gleich so runter gehen würde. Ein 'Teutonen-Western', der auf der Erfolgswelle der Karl-May-Filme schwimmen wollte. Am Geld hat es nicht gelegen, war es doch damals eine der teuersten deutschen Produktionen. Aber Jürgen Roland war wirklich kein Western-Spezialist und die Besetzung mit Hansjörg Felmy als Westernheld ist :neenee1: . Wer hat sich das bloß einfallen lassen?

      Auch ansonsten tummeln sich Schauspieler dort, die man entweder gar nicht sehen muss oder bitte, bitte in anderen Rollen. Die alte Gerstäcker-Story ist plump und klischeehaft adaptiert, oftmals tölpelhaft in Szene gesetzt und die komischen Elemente überflüssig bis blöd. Meine Güte, dagegen sind die Karl-May-Filme geradezu Klassiker der Filmkunst. :D

      :wink: Wolfram
    • In der letzten Woche gestreamt:

      Ratched
      Miniserie, Netflix, USA 2020
      Mit Sarah Paulson, Jon Jon Briones, Finn Wittrock, Cynthia Nixon, Charlie Carver, Judy Davis, Sharon Stone


      8 ca. 1-stündige Teile. Sehr skurril die Story, die Ende der 1940er Jahre spielt, und noch skurriler verfilmt. Hat mir erst gut gefallen, dann nach ca. gut der Hälfte der Folgen wurde es mir wenig flach in seiner Direktheit. Aber die ersten sieben Teile durchaus unterhaltsam. Den letzten, achten Teil fand ich jeoch nichtssagend, aber vielleicht habe ich ihn auch nicht verstanden.

      de.wikipedia.org/wiki/Ratched


      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten


    • V wie Vendetta
      Regie: James McTeigue
      Darsteller: Natalie Portman, Hugo Weaving, Stephen Rea, Stephen Fry, John Hurt
      UK, USA, D, 2005, 132 Min.

      Guter Film!


      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten
    • Ein herausragender Dreistünder: besonders herausragend ob seiner Darstellung der Verhältnisse innerhalb der Polizei, aber auch hinsichtlich des Gangstermillieus nicht schlechter als etwa der Pate oder andre Verdächtige.



      Nur ohne diesen betulichen Goldglanz, dafür mit massig Zeitkolorit der 70er. Pate meets French Connection? Käme hin...

      Ridley Scott kann das eben.


      :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Gestern Abend:



      (geströmt)

      Verblendung
      (The Girl with the Dragon Tatoo)
      Regie: David Fincher (USA, S, GB, D 2011)
      Mit Daniel Craig, Rooney Mara, Christopher Plummer, Stellan Skarsgård, Steven Berkoff, Robin Wright, Yorick van Wageningen, Joely Richardson, Geraldine James

      Ich liebe dieses Remake des ersten Teils der Millenium-Trilogie in Starbesetzung, und besonders das Spiel zwischen Daniel Craig und Rooney Mara. Immer wieder gut.


      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten
    • Rosamunde schrieb:

      Wie fandst du die letzte Episode? Ich fand sie zwar spannend aber ein bisschen "predictable" und deshalb irgendwie doch leicht enttäuschend.
      Ja, das Ende war klischeehaft. Es ist schwieriger, ein Ende zu machen, als einen neuen Vers ...

      Viele Grüße
      MB

      :wink:
      "Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher und die Gescheiten so voller Zweifel sind." - Bertrand Russell
    • Als selber ligaspielender Schachfreund (wenngleich eher in den unteren Ligen) sind die oben geschilderte Klischeehaftigkeit und Trivialität auch an mir nicht vorbei gegangen. Deshalb hat mich die kleine Serie auch nicht besonders befriedigt. Was mit Gänsehautgefühl im Nachhinein bei mir aber bleibt, ist die Faszination, die bei dem Mädchen entsteht und bleibt, als sie das Geheimnis des Schachspiels beim Hausmeister (ist es der Hausmeister? ist bei mir schon eine Weile her) entdeckt und davon so richtig berührt wird, nachdem sie in die Lage versetzt wird, die Züge auch "blind" zu denken und fühlen, also zu ihrem eigenen Innersten zu machen. Das ist schon eine eindrucksvolle Szene, ebenso wie am Schluss ihre rückblickende Erinnerung daran.

      Und ich finde, dass der Film auch andeuten konnte, wie fantastisch und intensiv die Welt des Schachspiels sein und wie sehr sie ins Innere der Spieler gehen kann.

      Uwe
      Wenn alle ein klein wenig verrückter wären, dann wäre die Welt nicht so durchgedreht.
    • Uwe Schoof schrieb:

      ist die Faszination, die bei dem Mädchen entsteht und bleibt, als sie das Geheimnis des Schachspiels beim Hausmeister (ist es der Hausmeister? ist bei mir schon eine Weile her) entdeckt und davon so richtig berührt wird, nachdem sie in die Lage versetzt wird, die Züge auch "blind" zu denken und fühlen, also zu ihrem eigenen Innersten zu machen.
      ... ähem, unter Verwendung bewusstseinserweiternder Substanzen, wohlgemerkt.

      Uwe Schoof schrieb:

      Und ich finde, dass der Film auch andeuten konnte, wie fantastisch und intensiv die Welt des Schachspiels sein und wie sehr sie ins Innere der Spieler gehen kann.
      Das stimmt!

      Die Dramatik eines mehrstündigen Schachspiels kann wohl nie auf Spielfilmlänge gebracht werden, aber viel näher als in "Damengambit" kommt man wohl nicht dran.

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher und die Gescheiten so voller Zweifel sind." - Bertrand Russell
    • Du hast recht, unter der Verwendung bewußtseinserweiternden Substanzen... Aber dies habe ich völlig vergessen und finde das auch gar nicht bedeutsam, und ich vermute, dass dies auch vielen Schachkennern durchgegangen ist. Das Gefühl, die Züge und das Spiel blind und sich selber im Spiel zu sehen, kennen viele Schachspieler; das ist an sich schon bewusstseinserweiternd. Ich habe die Drogen im Film eher als einen filmischen Trick empfunden, um zu zeigen, wohin die Leidenschaft im Schachspiel führen kann.

      Uwe
      Wenn alle ein klein wenig verrückter wären, dann wäre die Welt nicht so durchgedreht.
    • Uwe Schoof schrieb:

      Das Gefühl, die Züge und das Spiel blind und sich selber im Spiel zu sehen, kennen viele Schachspieler; das ist an sich schon bewusstseinserweiternd.
      oh - wie meinst du das? Kannst du das näher beschreiben? Du übst alle potentiellen Züge vorher? Je nach Eröffnung? (Ich spiele selber gar nicht, weiss nur wie die Figuren bewegt werden). Und wieso ist das bewusstseinserweiternd? Weil du dich ausserordentlich konzentrieren musst? Ich finde das wirklich interessant….

      Uwe Schoof schrieb:

      Ich habe die Drogen im Film eher als einen filmischen Trick empfunden, um zu zeigen, wohin die Leidenschaft im Schachspiel führen kann.
      …. ist das eigentlich irgendwie bekannt unter Schachspielern? Erinnert mich an die Schachnovelle….
    • Rosamunde schrieb:

      Wie fandst du die letzte Episode? Ich fand sie zwar spannend aber ein bisschen "predictable" und deshalb irgendwie doch leicht enttäuschend.
      Die ersten 6 fand ich aber super.

      Mauerblümchen schrieb:

      Ja, das Ende war klischeehaft. Es ist schwieriger, ein Ende zu machen, als einen neuen Vers ...
      Ich fand den letzten Teil mit am interessantesten. Weil dort auch die Schachpartien konkret am besten zu verfolgen waren. Ich habe für eigene Analysen mehrfach das Bild angehalten. Dabei ist mir auch ein Fehler aufgefallen, der mich erst verwirrte, nämlich dass im Film auf einem Demobrett nicht dieselbe Stellung wie auf dem Spielbrett gezeigt wurde, es gab da eine "Verschiebung" um eine Linie, oder so. Das Ende im Park mit den Hobbyspielern fand ich auch sehr schön (weil ich selbst früher sozusagen zu so einer Community gehörte). Davon abgesehen, ich glaube mich zu erinnern, dass auch Bobby Fischer in New York in den Parks gespielt hat.

      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten