Tatort - Das sonntägliche Krimi-Schlachtross

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    • Ich fand das auch schwach und unplausibel, wobei einige Ideen nicht schlecht waren. Ich habe auch noch eine Schwäche für Max und Freddie, aber meine inzwischen, dass man nicht nur Jütte in den Ruhestand schicken sollte. Das ist eine von Beginn an missglückte Figur gewesen, ein lahmer Fußabtreter für die Komissare. (Und selbst mit einem solchen Vollidioten schien die Übertölpelung und Entführung durch eine einzelne Frau Ende 50 anscheinend so unplausibel, dass man sie der Phantasie des Zuschauers überlassen musste.)

      Mit Alt-Stasi-Belastungen als Plot muss man sich halt zeitlich ranhalten, denn die Grenzen der Plausibilität waren hier ja schon erreicht, obwohl die Leute in den 80ern kaum 30 gewesen sind, also eher nicht in zentraler Stellung gewesen wären. (Und die Bondgirl-Phantasie der Venusfalle, die Karate kann, ist ziemlich sicher eine männliche Phantasie, die nicht dadurch besser wird, dass man sie in den letzten Jahrzehnten pseudofeministisch kooptiert hat...)

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      Weiters musste die Tatortkriminaltechnik ziemlich geschlampt haben, da man normalerweise schneller erkennen müsste, ob jemand sich selbst fesselt und das Erhängen selbst bewerkstelligen konnte. Das war aber zumindest eine gute Idee, selbst wenn ich es nicht für plausibel halte.
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)
    • Es gab, wenn ich recht erinnere, eine einzige Folge, in der Jütte seine bescheidene "Aristie" hatte und die Kommissare einräumen mussten, dass er was entscheidendes beigetragen hat, nachdem sie ihn die ganze Zeit runtergemacht hatten (und er wird ja auch als bequemer Lahmarsch dargestellt).
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      (B. Pascal)
    • Bin ja Münstertatort Fan der ersten Stunde :D

      Morgen (Sa) gibts 20:15 auf WDR meinen allerliebsten Münsterraner, "Mord ist die beste Medizin", in dem sich Boerne ins Krankenhaus einweisen läßt, um ganz ganz superfiesen Krebsmedizinpanschern das Handwerk zu legen... Eine Sternstunde für Münsterfans, spannend wie ulkig!

      Alle andren mögen sich gern an preisgekrönten Naturdokus auf arte erfreuen oder an Corona auf Phoenix delektieren ^^ Oder hören mal wieder Schostakowitsch 4...

      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Bestes Team???

      Nach ca. 2 Jahren habe ich jetzt alle Folgen dieser Teams durch:

      Hamburg: Tschiller und Gümer (6)
      Münster: Thiel und Boerne (38)
      Köln: Ballauf und Schenk (80)
      Duisburg: Schimanski und Thanner (29)
      Dortmund: Faber und Bönisch (17)
      Wiesbaden: Murot und Wächter (9)
      Franken: Voss und Ringelhahn (6)
      München: Batic und Leitmayr (85)
      Schwarzwald: Tobler und Berg (6)

      In dieser Liste finde ich am besten die Teams Münster, Dortmund, Wiesbaden und München. Ziemlich heterogen, oder?

      Welches von den vielen anderen Teams kann da mithalten?

      Ich liebäugle mit Berlin und/oder Wien, weil ich die jeweilige Stadt halbwegs kenne, aber taugen die Kommissare auch was?
      Leipzig könnte auch interessant sein.
      Oder Schweiz, weil andere Mentalität.

      Was sind eure Favoriten?


      Thomas
    • Also ich liebe ja Köln. Sooo cooole Buddymovies :D Das müssen ja gar keine guten Krimis sein bei ddn Ballaufs und Schenks :)

      Münster, aber klar!

      Ich weiß ich bin in der Minderheit, aber ich mag die Bodenseesachen mit Klara Blum sehr sehr gern.

      Kennst du Hannelore Hoger als Bella Block? Noch viel geiler als alle Tatorte. Hol es dir!




      :top:
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Bella Block fand ich furchtbar, weil ich die Hoger nicht leiden kann. Und allein der Name (der Figur). Zu den besseren dt. Fernsehkrimis der letzten ca. 25 Jahre gehörten m.E. einige der Polizeiruf 110-Folgen mit Edgar Selge, aber ich kann leider keine konkreten Folgentitel nennen. Überschaubar und größtenteils gut, allein durch den versoffenen grantigen Krol-Charakter die wenigen mit Krol und Künzer aus FFM. Davor Dellwo/Sänger (FFM) waren zwar nicht durchweg gut, aber meiner Erinnerung nach überdurchschnittlich mit einigen sehr packenden (oder originellen, zB eine während des Marathonlaufs) Folgen. Die neuesten aus FFM haben zwar auch gute Hauptdarsteller, aber sehr variabel.

      Fast immer schlecht: Lindholm und leider Saarland, egal wer. Beinah durchweg schlecht oder schlechter auch die aus dem Schwarzwald. Bei den neuen Berlinern finde ich beide Kommissare widerwärtig, was meine Wahrnehmung färbt. Davor Raacke und der kleine mit der großen Nase mochte ich ganz gern, aber ich kann mich spontan an keine herausragende Folge erinnern.
      Odenthal ist heute leider fast nur noch schlecht, aber die alten sind teilweise recht gut (Tod im Häcksler nicht ganz ohne Grund vermutlich in den Top 20 Tatorts aller Zeiten).
      Bei den Wienern/Ösis mag ich Darsteller und Lokalkolorit recht gerne, aber sie sind auch ziemlich wechselhaft (und immer sehr vorsehbar, fast immer politische Intrigen bis in die höchsten Kreise oder abscheulichste Dinge wie Organhandel etc.)

      Die meisten anderen sehr variabel. Bodensee war meiner Erinnerung nach oft überdurchschnittlich (obwohl die Blum-Darstellerin fast so ein 70er-Überbleibsel ist wie Hoger :versteck1: ) und auch witzig, weil der eitle Perlman es oft abkriegt.

      Im Zweifel hör lieber 90 min. Haydn. Oder Brahms. Es gab mal einen Polizeiruf mit Brandt und Auer (als Alki-Psychologin), da hört ein Nachtportier oder so Brahms 4. Als das erklang, war ich kurz vorm Ausschalten, weil ich dachte, dass man doch eigentlich keine Zeit mit mittelmäßigen Krimis verschwenden sollte, wenn man stattdessen zwei Brahmssinfonien hören könnte.
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      (B. Pascal)
    • Der Münchener ist ja eine feste Bank. Den Dortmunder habe ich auch ins Herz geschlossen. Den Kieler mit Axel Milberg und Sibiel Kekilli fand ich immer gut. Auch die vorherigen Berlin (mit Boris Aljinovic), aber auch deren Nachfolger haben m. E. einige gute Folgen gegeben. Ein paar von den Stuttgartern waren auch nicht schlecht. Achja, natürlich die skurilen Wiesbadener (mit Ulrich Tukur) sind natürlich genial. Die Frankfurter hatten auch viele gute Folgen (die jetzigen, aber auch die beiden Teams zuvor). Die Münsteraner habe ich ins Herz geschlossen, habe mich an den Blödsinn gewöhnt (der war auch schonmal schlimmer). Die Kölner? Vielleicht ca. jeden dritten finde ich ganz gut, aber die beiden nerven manchmal ziemlich, insbesondere die Fr*sse von Ballauf kann ich oft nicht ertragen. Wenn man "Tatort" um "Polizeiruf 110" erweitert (was ich natürlicherweise immer tue), dann finde ich den Rostockern (mit Charly Hübner) sowie manchmal auch den Magdeburger (mit Claudia Michelsen) sehr gut. Den Münchener mit Matthias Brandt natürlich sowieso, aber den gibt es ja leider nicht mehr.

      Wenn wir das Topic nun schon teilweise erweitert haben: ich schrob ja schonmal, dass das ZDF oft bessere Krimis zu bieten hat. Um jetzt mal nur eine meiner Lieblingsserien zu nennen: "Kommissarin Heller". Lisa Wagner spielt die etwas sonderlinghafte Wiesbadener Kommissarin Winnie Heller, die ein "schwieriges" Sozialverhalten zeigt. Das macht die Figur durchaus sympathisch und interessant. de.wikipedia.org/wiki/Kommissarin_Heller Leider war ausgerechnet heute die letzte Folge zdf.de/serien/kommissarin-hell…n-heller---panik-100.html wie die FAZ zu berichtet hat faz.net/agenturmeldungen/dpa/k…erem-himmel-17148998.html Damit endet meine Lieblingskrimiserie nun überraschend mit der 10. Folge (seit 2014). :heul1:

      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten
    • Keine Aussage zu den Leipzigern? Gibt's hier nur Wessies?
      Ich fand den Sodann in "Quartett in Leipzig" und "Rückspiel" gar nicht schlecht, zumal er ja eigentlich ein Spinner ist (wollte mal Bundespräsident werden).
      Den Wuttke als Nachfolger von Sodann hatte ich glatt mal mit seinem Vorgänger verwechselt (Folgen "Kinderland" und "Ihr Kinderlein kommet"), was auch nicht gegen ihn spricht.

      Ok, Leipzig gibt's nicht mehr, ist jetzt Dresden...


      Thomas
    • Sodann und Kain fand ich meistens ziemlich gut, aber das ist schon lange her; weiß ich kaum noch Details. Wuttke ist auch gut, aber Thomalla mit ihren aufgespritzten Lippen schwer erträglich.
      Die neuesten Dresdner haben nach wenigen Folgen schon eine Kommissarin aussteigen lassen. Die neue finde ich ähnlich wenig überzeugend, ebenso die konstant gebliebene. Gut ist nur der cholerische Chef (Schnabel (Brambach)).

      Meinem Eindruck nach laufen die Teams fast alle zu lange. Max/Freddie und Batic/Leitmayr wie alte Ehepaare. Waren früher mal fast immer ziemlich gut und ich mag die Typen nach wie vor, aber es kommt nicht mehr viel. Der letzte Kölner war richtig schlecht, eigentlich ist seit dem Ausscheiden der Assistentin da nicht mehr viel los, man hätte sie in den Ruhestand schicken sollen. In München hat "Kalli" zwar den vorherigen Fußabtreter Carlo Menzinger ganz gut ersetzt, aber die Ermüdungserscheinungen gibt es ebenfalls.
      Bukow/König war anfangs und immer mal wieder sehr gut, hat aber m.E. die durchlaufenden Stränge schon lange durch und ist insgesamt schwächer geworden. (Wie schon oft gesagt, finde ich die durchlaufenden Stränge bei zwei Folgen pro Jahr problematisch, das kann man in Ausnahmefällen machen, aber es wird m.E. zuletzt übertrieben.)

      Stuttgart ist ja anscheinend heute wieder dran, die finde ich meistens durchschnittlich. Bienzle in den 1990ern war zwar auch nicht unbedingt herausragend, aber m.E. einer der gelungeneren Lokalkoloritversuche (die man seither mit ganz wenigen Ausnahmen praktisch aufgegeben hat).
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      (B. Pascal)
    • Kater Murr schrieb:


      Davor Raacke und der kleine mit der großen Nase mochte ich ganz gern, aber ich kann mich spontan an keine herausragende Folge erinnern.
      Für mich gibt es da schon eine besondere Folge: „Machtlos“ (gerade gegoogelt: von 2013). Und die ist nicht bloß wegen Edgar Selge als Verdächtigem so beeindruckend, sondern weil auf den ganzen jetzt ach so wichtigen Klimbim - also völlig krude „Action“ rund um mehr oder weniger entwurzelte Ermittler (und deren mehr oder weniger interessante Befindlichkeiten) - verzichtet wurde. Stattdessen ging es vorrangig um das Verhören eines Verdächtigen, wie es sich eben zumindest annähernd tatsächlich abspielen würde. Dass Raacke und (hier wohl vor allem) Aljinovic nicht im Gedächtnis bleiben, hielte ich für keinen Nachteil.
    • Ecclitico schrieb:

      Was sind eure Favoriten?
      Lannert und Bootz gehören auf jeden Fall bei mir dazu....
      habe mich heute köstlich amüsiert.... ,
      der ganz alltägliche Wahnsinn, "mörderisch" ganz ohne "Mörder" :thumbsup: :D

      Murot ist meist auch recht unterhaltsam.

      Börne und Thiel, mal topp mal hopp.

      ...und ja, manchmal sehe ich auch gerne Tschiller :neenee1: :pfeif: :thumbsup:


      Herzliche Grüße
      KALEVALA :wink:
      Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)


      Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)
    • Kater Murr schrieb:

      Diese Posse heute war zwar gar nicht so unwitzig und relativ originell, aber doch sehr dünn und ein bißchen zu lahm.
      Ja, manchmal dachte ich auch "OMG...wo bin ich hier gelandet? Gibt es sowas überhaupt noch? Ist das Satire, oder doch real?" Gerade diese (zeitliche) Auswalzung dieser Szenen. Aber insgesamt fand ich es dann doch recht unterhaltsam und gar nicht soo schlecht. Allerdings war ich hinterher verwirrt, wer dieser Täter eigentlich war.

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      Der Psychiater, bei dem sie ja gerade klingelten, war es nicht? Oder doch? Ich kann mir Namen während eines Krimis auch so schlecht merken...


      maticus
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      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten
    • Sowohl die Elemente der lange falsch zugeordneten Leiche als auch der vertuschte Unfall (
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      es war kein Psychiater, sondern eine Art Osteopath, der seinen Beruf etwas zu ernst genommen und der Frau versehentlich das Genick gebrochen hat.
      kamen mir vage bekannt vor. Sie sind aber zumindest noch nicht abgedroschen und die Kombination war nicht unoriginell. (Freilich muss man heutzutage mit ganz anderen Identifzierungsmöglichkeiten schon einiges leisten, um solche Verwechslungen plausibel erscheinen zu lassen. Niemand kennt den Nachnamen der Frau?!? Und man hat keine suchbare Meldedatei, in der man mal nach dem sehr ungewöhnlichen Vornamen suchen könnte. Bei "golden age crime" kommen relativ häufig sogar Verwechslungen lebender Menschen vor, weil eben niemand ein genaues Foto hat etc. (es gibt einen Nero Wolfe Fall, in dem ein Assistent für eine damals (ca. 1950) horrende Summe von NYC nach Mittelamerika fliegt, um mittels dortiger Unterlagen/Fotos einen Hochstapler zu entlarven (und dessen Mordmotiv bestand darin, die zwei oder drei Leute, die ihn in NY hätten identifzieren können, aus dem Weg zu räumen).

      Diese Pseudo-WG war für echte Satire nicht übertrieben genug (wobei mir das bei Tatorten u.ä. schon mehrfach aufgefallen ist, dass mir nicht klar war, inwieweit etwas satirisch überzogen oder ernst gemeint sein soll.
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      (B. Pascal)
    • In einer echten Satire hätte es im Verlauf mindestens einen Toten gegeben, durch die internen Streitereien oder das Zusammenrotten gegen den harmlosen älteren Herrn mit den angeblichen Pädo-vibes. Tatsächlich wundert mich, ganz unsatirisch, sehr, dass es in der WG nicht mehrere Tote gab! Hätte es defintiv, wäre ich dabeigewesen... :D Die waren ja fast alle unerträglich, besonders in den Plenarsitzungen, wobei es für das junge Paar mit Lisa und Lara auf der Alb sicher hübscher ist.
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      (B. Pascal)