Tatort - Das sonntägliche Krimi-Schlachtross

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    • Ich fand den mehr als schlecht. Ungeachtet meiner Sympathie für Prahl, Liefers und Frau Klemm, war das einer der schwächsten (bzw. habe ich die anderen verdrängt), wobei die sich leider schon länger auf die Zugkraft der Protagonisten verlassen und sich sonst keine Mühe mehr geben.. Der Dicke statt Nadeshda ist überflüssig bzw. sogar peinlich. Die Plagiatsvorwurfsgeschichte war völlig angehängt und uninteressant. Der zentrale Gag sehr vorhersehbar (wessen Haare liegen wohl am Boden des Büros der Gerichtsmedizin...) Der Fall eh hanebüchen, unplausibel und zentral ein krasser Logikfehler, da erstens kaum glaubwürdig ist, dass das verlorene Haar die einzige DNA-Spur an dem Opfer (der bekanntlich in der Nacht vorher recht aktiv gewesen war) gewesen sein sollte und zweitens es ja in jedem Falle hätte sein können, dass der Mörder KEINE Spur hinterlässt. Ein positives DNA match wäre eine Belastung für den Verdächtigen gewesen, aber aus dem negativen Ergebnis folgte keine starke Entlastung. (Und so ging es weiter, warum wird der Hammer nicht gleich nach der Tat entsorgt, sondern man fährt dafür nochmal genau rechtzeitig ins Haus des Opfer? Das Niveau ist inzwischen nicht nur unterirdisch, sondern am Erdkern...)
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)
    • Ach, diese ganzen Glaubwürdigkeitskriterien bei Krimis, die sind mir egal. Lieber hanebüchen als langweilig, ich will ja keine Echtzeitermittlung sehen...

      Aber langweilig war er, leider. Bei mir sprang kein Funke über. Und das habe ich bei Münster sehr selten erlebt (32 ihrer 39 Folgen stehen hier als dvd und wurden entsprechend häufig gesehen, ich bilde mir ein das Gesamtwerk ganz gut zu kennen).

      Erdkern? :megalol: Noch nicht ganz, aber es wird zusehends heißer... Vielleicht brauchen sie mal wieder einen richtig ernsten Krimi, das war immer recht belebend wenn sowas mal dazwischenkam.

      Den Dicken fand ich übrigens nicht so schlecht. Eine Rolle die man entwickeln könnte . Nadeshda ist halt nicht mehr da. Muß man wohl akzeptieren. (und, mal im Ernst, war sie wirklich sooo gut? Ich fand sie immer eher blaß in diesem Universum...)


      :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Ich stimme euch (leider) zu: das war nix! Man muss die Münsteraner zwar nicht dem Realitätscheck unterwerfen, denn auf Realismus ist dieses Team nun mal nicht angelegt, aber sich nunmehr allein auf die Sympathiewerte der Protagonisten zu verlassen, ist (mir) einfach viel zu wenig.
      Vielleicht wäre es wirklich besser, so langsam mal über einen Abschied nachzudenken, so lange man das noch erhobenen Hauptes tun kann. ;(
      :cincinbier:
      "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
      but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
      - H. W. M.
    • Warum Abschied wenn man sich auf die alten Stärken besinnen könnte? Das muß wieder funkeln, und das ist doch machbar. Bessre Drehbücher und ein bißchen mehr Ernsthaftigkeit auf der Krimiebene, und Münster flutscht :D Das Potential ist ja da...


      :)
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      (Shunryu Suzuki)
    • Nadeshda war per se nicht besonders gut, aber sie war als eine "normale" und vernünftige Figur ein guter Gegensatz zu den bizarr-skurrilen restlichen (und weit mehr als Alberich). V.a. war auch dieser Nebenstrang mit dem Dicken als Kumpel für Alberich und der kinderbuchartigen Überwindung der Lüge/Unsicherheit m.E. angestoppelt und misslungen.
      Auch Börne war m.E. nicht auf der Höhe (u.a. wegen der Irrelevanz der Plagiatsgeschichte) und es blieb wirklich nur ein bißchen Zickerei zwischen Thiel und Börne. Auch Thiel senior wieder ganz tief aus der Klischeekiste gestaltet. Überhaupt dachte ich schon bei dem Flowerpower-Schriftzug am Beginn, dass die 70jährigen nunmehr wohl das Kernpublikum sein dürften. :versteck1:
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      (B. Pascal)
    • Ich bin 57, lieber Kater, 57 :D

      Aber eine schwache Folge, die sich nur mit dem langsam verbleichenden Charme besserer Zeiten über die 90 Minuten hangelt, keine Frage.

      :)
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    • Sehe gerade den aktuellen Münster-Tatort. Bin bei Minute 35. Bisher gute Unterhaltung. Wie üblich zeigt sich, dass ein eingespieltes Team die halbe Miete ist. Wobei ich mit dem Neuen noch nichts anfangen kann. Mag ja sein, dass Nadeshda keine außerirdischen Fähigkeiten hatte. Aber sie war die richtige Frau am richtigen Ort. Das muss der Neue erst mal nachmachen.
    • Ecclitico schrieb:

      Das muss der Neue erst mal nachmachen.
      Jetzt hat er verschissen. Bin kurz vor dem Ende. Schon wieder wird ein Mann als Depp dargestellt (wie Jütte bei den Kölnern). Das ist der aktuelle Zeitgeist. Und es finden sich immer wieder Trottel, die so etwas mitmachen.

      Ok, denken wir rational: Natürlich darf es Trottel im Film geben. Auch männliche. Früher waren sie weiblich, heute männlich. Ist ok. Aber warum zum Henker sind es immer wieder die Assistenten? Fällt den Autoren nichts Besseres ein?

      Oder liegt das am Öffentlichen Dienst, wegen Inklusion und so? Also Polizei = Öffentlicher Dienst, und die müssen ein Kontingent an Trotteln einstellen?

      Oder meinen die Leute in der "Kreativbranche", dass das im Öffentlichen Dienst so üblich ist? Weil sie es von ihrer eigenen Branche so gewohnt sind? Hm...
    • Gesamtfazit:
      Als Kriminalfall recht konventionell. Aber das Team ist einfach top. Nur der Schrader passt nicht rein. Wie schon einer der Vorredner feststellte: Eine wie Nadeshda war die passende "Normalperson" als perfekte Ergänzung in dieser Chaotentruppe.
    • Nach Studium der Beiträge hier hat sich die Frage erledigt, ob ich den bisher auf Festplatte verewigten Münster-Tatort von Sonntag gucke oder nicht... Ich fand schon die letzten nur noch (bemüht) klamaukig, und das scheint sich ja fortzusetzen...
      Mit herzlichen Grüßen

      Mercurio
    • Also ich fand diesen Tatort gut und unterhaltsam. Natürlich ist beim Münster-Tatort das "Setting" ja ziemlich klar vorgegeben und wird auch irgendwie erwartet.

      Vor einigen Jahren hatte ich bzgl. des Münster-Tatorts auch einen Durchhänger, da hatte ich das Gefühl, ihn nicht mehr sehen zu können. Und er hatte damals wohl den zweifelhaften Höhepunkt des Klamauks erreicht. Ich finde aber, dass dies in den letzten Jahren wieder besser geworden ist. Natürlich, Klamauk gehört seit jeher zum Konzept dieses Tatorts. Aber wie gesagt, das Klamauk-Niveau war schonmal deutlich höher. Speziell diese letzte Folge fand ich jetzt nicht übertrieben klamaukig. Es mag natürlich ein gewisser Gewöhnungseffekt einsetzen, bzw. die Bereitschaft, sich auf einen nicht-ernsthaften Krimi einzulassen.


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