FUX: Orfeo ed Euridice K 309

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    • FUX: Orfeo ed Euridice K 309

      Liebe Capricciosi!

      Durch das Fux-Konzert in Nestelbach bei Graz vor einigen Tagen, in dem ein paar Arien aus "Orfeo ed Euridice" dargeboten wurden, bin ich auf nämliches Componimento da camera gestoßen, dessen wunderschöne Musik mich einmal mehr in Erstaunen versetzt, warum der Komponist Fux nicht bekannter ist. Von "Orfeo ed Euridice" gibt es bis dato nicht einmal eine Aufnahme (abgesehen von einem Arienmitschnitt bei Youtube); im Juli wird die Oper allerdings unter der Leitung von Jordi Savall in Graz halbszenisch aufgeführt werden, und vielleicht bleibt es ja nicht beim Konzert...

      Fux komponierte den Einakter "Orfeo ed Euridice" 1715, dem Jahr seiner Ernennung zum Wiener Hofkapellmeister. Die Uraufführung fand am 1. Oktober 1715 zum 30. Geburtstag von Kaiser Karl VI. statt; als Zeichen für die Qualität des Werkes darf gelten, dass das Werk 1728 beim 43. Geburtstag des Kaisers eine Wiederaufführung in Graz erlebte. Beide Aufführungen sind durch eine erhaltene Partitur dokumentiert (woraus man etwa sehen kann, dass bei der zweiten Aufführung das Orchester größer war).

      Dramatis personae: (Die Genderunterschiede bei den Stimmlagenbezeichnungen beziehen sich auf die Uraufführungsbesetzung)
      Orfeo (Altkastrat, a-cis'')
      Euridice (Sopranistin, f'-a'')
      Amore (Soprankastrat, d'-g'')
      Plutone (Tenor, e-f')
      Proserpina (Sopranistin, e'-b'')
      Aristeo, verschmähter Liebhaber Euridicens (Tenor, d-g')

      Handlung: Orfeo irrt in der Unterwelt herum und erzählt den elysischen Geistern (Chor SSSAT) vom Verlust seiner Gattin, die er nun sucht. - Euridice kann sich unterdessen nur mit Mühe der Avancen Aristeos, Orfeos Rivalen, erwehren. Der hat nämlich gleich, als er von ihrem Tod erfuhr, Selbstmord begangen, um ihr so hurtiger in die Unterwelt zu folgen. - Proserpina klagt Amore ihr Leid: Plutone hat sehr viel übrig für die schöne Euridice und würdigt sie kaum noch eines Blickes. Amore beruhigt sie. - Plutone fragt Amore um Rat, wie er an Euridice herankommen könnte. Doch Amore gibt sich sehr keusch und weist Plutone an: "Willst du lieben, so liebe die Tochter der Ceres, deine Gattin, mit treuer Beständigkeit." (Passend zum familiären Anlass der Uraufführung, wo die Kaiserfamilie den Berichten nach vollzählig versammelt war!) - Orfeo hat Euridice gefunden, und sie müssen sich gegenseitig erzählen, was in der Zwischenzeit geschehen ist. Amore lässt Proserpina diese Szene beobachten, wodurch sie beruhigt wird: von dieser treuen Euridice geht gewiss keine Gefahr aus. Die Göttin will sich dafür als Anwältin der Liebenden bei Plutone einsetzen. - Orfeo und Euridice erbitten von Plutone die Rückkehr in die Oberwelt, sekundiert von Proserpina und Amore. Doch Aristeo wehrt sich und verweist auf das Gesetz, dass die Toten in der Unterwelt bleiben müssen. Plutone schwankt, erst das Votum der Höllengeister (Chor ATTB) und die Arie des Orfeo ("Felice io me n'andrò") können ihn zur positiven Entscheidung bewegen. In den Schlusspartien wird der allgemeine Jubel über die Rückkehr Euridicens an die Oberwelt umgebogen in den Jubel über des Kaisers Geburtstag (Amore + Chor SSATB).

      Orfeo, Euridice, Proserpina und Amore singen jeweils drei Arien und zwei Duette; die beiden Tenöre Plutone (eher ein Bariton avant la lettre) und Aristeo hingegen nur zwei Arien und kein Duett. Chöre, Arien und Rezitative sind am Beginn und am Ende eng verschränkt: die Nummern 1-6 (Coro-Recitativo-Aria-Coro con Recitativo-Aria-Coro) folgen jeweils "segue", also ohne Unterbrechung aufeinander und bieten eine Art Dialog Orfeos mit den seligen Geistern; gleiches gilt auch für die Nummern 47-50 (Coro-Recitativo-Aria-Coro), die abschließende Huldigung an den Kaiser. Orchesterritornelle teilen gleichsam die einaktige Handlung in einzelne Szenen, was ich in der obigen Inhaltszusammenfassung mit Gedankenstrichen wiedergegeben habe.

      Besonders schön sind die Arien mit konzertierenden Instrumenten, vor allem die wunderbare Arie "Felice io me n'andrò" Orfeos mit Streicherpizzicati und konzertierender Theorbe (!). Die hat wirklich das Zeug zum Hit und scheint auch tatsächlich das beliebteste Stück der Oper zu sein, findet sie sich doch immerhin mit zwei Aufnahmen (Romina Basso bzw. Flavio Ferri-Benedetti) auch auf Youtube. Immerhin eine Möglichkeit also, Zugang zu dieser großartigen Oper zu bekommen. Spannnend (das sage ich jetzt rein aufgrund der Partitur) sind sicher auch die Arie des Plutone "Per regnar con più di gloria" mit zwei konzertierenden Fagotten; sowie die Arie des Orfeo "Io di Lete su la sponda" mit konzertierenden Chalumeau und Flûte traversière.

      In der Hoffnung, bald die ganze Oper live zu erleben,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Liebe Capricciosi!

      Nächste Woche gehe ich zur "styriarte"-Aufführung dieser Oper; schon jetzt habe ich aber beim Audioservice des Ö1 (zu einem nicht geringen Preis) eine Aufnahme bestellt und bekommen. Wie mir entgangen ist, wurde "Orfeo ed Euridice" im Rahmen der "Resonanzen 2010" am 24. Jänner dieses Jahres in Wien aufgeführt und auch von Ö1 übertragen. Ich war da gerade im Endsemesterprüfungsstress, sei zu meiner Entschuldigung gesagt.

      Gleichzeitig kann erwartet werden, dass zumindest Teile dieser im Großen und Ganzen schönen Aufführung auf dem ORF-eigenen Label veröffentlicht werden; es ist nämlich Sitte, einen Querschnitt durch das Programm der Resonanzen auf 2-4 CDs herauszubringen. Ich hoffe ja überhaupt, dass man sich entschließt, die vollständige Aufzeichnung zu veröffentlichen; es wäre ein äußerst verdienstvolles Unterfangen, diese wunderschöne Oper einem breiteren Publikum zugänglich zu machen!

      Die Besetzung:
      Orfeo: Romina Bassi (Alt)
      Euridice: Francesca Buoncompagni (Sopran)
      Proserpina: Valentina Varriale (Sopran)
      Amore: Maria Ercolani (Sopran)
      Plutone: Makoto Sakurada (Tenor)
      Aristeo: Giuseppe de Vittorio (Tenor)
      Cappella della Pietà de' Turchini
      Antonio Florio

      Ganz komplett ist diese Aufnahme freilich leider auch nicht: Es gibt ein paar Striche in Rezitativen, eine Wiederholung von Orfeos Arie "Sarete fortunati" fehlt (was aber verschmerzbar ist), und die Arie der Proserpina "D'un pensier innamorato" wurde gestrichen. Damit muss man leben, die Aufnahme lohnt sich freilich dennoch. Meine obige Einschätzung von Orfeos Arie "Io di Lete sulla sponda" hat sich bewahrheitet: eine großartige Arie, die mit Chalumeau und Flûte traversière hinreißend instrumentiert ist. Wenn ich Mezzosopranistin wäre und ein Barock-Recital aufnehmen würde - ich nähme die beiden großen Orfeo-Arien sofort ins Programm auf!

      Neben den schon im vorigen Beitrag genannten Stücken haben mir beim Hören besonders gefallen auch die Arie der Proserpina "Io sento un freddo gelo" mit einem aufsteigenden Staccato-Bassmotiv, das in unregelmäßigen Abständen (!) wiederholt wird und so Proserpinas lauernde Eifersucht verdeutlicht; die Menuett-Arie der Proserpina "Credi a me", die Arie des Plutone "Se al ritorno d'un tal giorno" mit den wilden Streicherkaskaden; das Liebesduett zwischen Orfeo und Euridice "Rendi a me", die Arie der Euridice mit obligater Violine "Quella serpe che recisa" und der homophone, fast schon klassisch klingende Chor der Schatten "Sol per gloria di un giorno sì grande".

      Romina Bassos Orfeo ist zweifellos das Highlight der Aufnahme! Ihr "Felice io m'en andrò" ist ja auch auf YouTube zu hören. Auch wenn mich der sehr spezifische Klang ihrer Stimme nicht auf Anhieb begeistert hat, passt er mit seinem maskulinen Touch doch gut für die Hosenrolle, ihre Technik und ihre Verzierungen, auch ihre Textausdeutung und Rubati sind aber zweifellos grandios. Eine aufstrebende junge Mezzosopranistin, die man im Ohr behalten sollte! Francesca Buoncompagni gab eine mädchenhafte Euridice, ebenfalls mit tadellosen Verzierungen, Valentina Varriale als Proserpina und Maria Ercolani als Amore lassen auch keine Wünsche offen. Etwas blasser sind dagegen die Herren: Makoto Sakuradas Plutone und besonders Giuseppe de Vittorios etwas zu buffonesker Aristeo, der allerdings von Fux auch sehr stiefmütterlich mit nur zwei sehr kurzen Ariosos bedacht wurde. Bei Orchester und Dirigent gibt es nichts zu beanstanden.

      Gesamteindruck (Maximum drei Smileys): :) :)

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Ich habe eine Einspielung mit dem London Baroque unter der Leitung von Charles Medlam, die ich an anderem Ort schon einmal vorstellte.

      Die sängerische Besetzung ist hervorragend:.

      Michael Chance, Nancy Argenta, Lynne Dawson u.a.

      Ich freue mich auf einen Vergleich.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Liebe Capricciosi!

      Über die sehr ansprechende gestrige Aufführung von "Orfeo ed Euridice" bei der styriarte habe ich hier berichtet. Da die Aufführung mitgeschnitten und mitgefilmt wurde und auch am 1. August um 20:04 in Radio Steiermark übertragen wird, erhoffe ich eigentlich eine DVD-Veröffentlichung im Rahmen der styriarte-Festival-Edition. Verdient hätten es Oper und Aufführung jedenfalls. Ansonsten muss man sich eben mit der Radioübertragung begnügen.

      Lieber Peter!

      Es würde mich freuen, wenn du bei der Vorstellung dieser CD (die ich nicht kenne) noch ein bisschen ins Detail gingest (was die künstlerischen Leistungen betrifft). Bei welchem Label ist das überhaupt erschienen? Mittlerweile gibt es wohl keine Gelegenheit mehr, an diese Einspielung zu kommen. Viel Resonanz scheint sie aber leider auch nicht hervorgerufen zu haben.

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Liebe Capricciosi!

      Auf Youtube kann man jetzt auch Ausschnitte der styriarte-Aufführung von "Orfeo ed Euridice" anhören und -sehen:

      "www.youtube.com/watch?v=UmAwW1sAw0E": Aria "Rondinella che tal volta" (Anna Kasyan, Euridice), Aria "Fa, ch'ei vada (Makoto Sakurada, Aristeo).
      "www.youtube.com/watch?v=hIPkVSPAwgQ": Weitere, aber sehr kurze Ausschnitte aus der Oper, nämlich Aria "Sarete fortunati" (Pascal Bertin, Orfeo & Coro), Aria "Sposo amato io veggo" (Anna Kasyan, Euridice), Aria "D'un pensier innamorato" (Roberta Mameli, Proserpina), Aria "Per regnar con più di gloria" (Furio Zanasi, Plutone), Aria "Non tormentarti" (Margareta Podkoscielna, Amore), Aria "Per seguir l'amato oggetto" (Makoto Sakurada, Aristeo).

      Die Auswahl der Ausschnitte finde ich allerdings etwas eigenartig, denn vom Protagonisten hört man hier nur einen ganz kurzen Schnipsel seines Auftrittsariosos, aber nichts aus den beiden großen Arien mit obligaten Instrumenten, dafür ist den beiden kurzen Arien der absoluten Nebenfigur Aristeo sehr viel Raum gewidmet. Der zweite Film ist wegen der besonders kurzen Schnipsel überhaupt nicht sehr aussagekräftig, aber im ersten Film kann man immerhin den A-Teil der herrlich impulsiven "Rondinella"-Arie mit geteiltem Continuo (!) genießen.

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Areios schrieb:

      Liebe Capricciosi!

      Auf Youtube kann man jetzt auch Ausschnitte der styriarte-Aufführung von "Orfeo ed Euridice" anhören und -sehen:

      "www.youtube.com/watch?v=UmAwW1sAw0E": Aria "Rondinella che tal volta" (Anna Kasyan, Euridice), Aria "Fa, ch'ei vada (Makoto Sakurada, Aristeo).
      "www.youtube.com/watch?v=hIPkVSPAwgQ": Weitere, aber sehr kurze Ausschnitte aus der Oper, nämlich Aria "Sarete fortunati" (Pascal Bertin, Orfeo & Coro), Aria "Sposo amato io veggo" (Anna Kasyan, Euridice), Aria "D'un pensier innamorato" (Roberta Mameli, Proserpina), Aria "Per regnar con più di gloria" (Furio Zanasi, Plutone), Aria "Non tormentarti" (Margareta Podkoscielna, Amore), Aria "Per seguir l'amato oggetto" (Makoto Sakurada, Aristeo).

      Die Auswahl der Ausschnitte finde ich allerdings etwas eigenartig, denn vom Protagonisten hört man hier nur einen ganz kurzen Schnipsel seines Auftrittsariosos, aber nichts aus den beiden großen Arien mit obligaten Instrumenten, dafür ist den beiden kurzen Arien der absoluten Nebenfigur Aristeo sehr viel Raum gewidmet. Der zweite Film ist wegen der besonders kurzen Schnipsel überhaupt nicht sehr aussagekräftig, aber im ersten Film kann man immerhin den A-Teil der herrlich impulsiven "Rondinella"-Arie mit geteiltem Continuo (!) genießen.

      Liebe Grüße,
      Areios
      Wird eine DVD davon produziert?? Sieht nämlich so aus... Das würde ich mich wünschen! Z.B. zu Weihnachten... :D

      LG
      Tamás
      :wink:
      "Vor dem Essen, nach dem Essen,

      Biber hören nicht vergessen!"


      Fugato
    • Liebe Capricciosi!

      Mittlerweile gibt es das Dokumentations-Tripelalbum des ORF zum Resonanzen-Festival 2010:



      Unter den hier veröffentlichten Aufführungsmitschnitten befinden sich auch Teile der Aufnahme von "Orfeo ed Euridice" mit Romina Basso unter Antonio Florio, die ich hier besprochen habe. Leider nur relativ wenige Teile. Ich kann der Tracklist im Ö1-Shop nicht immer mit Sicherheit entnehmen, um welche Stücke es sich genau handelt, aber ich stelle sie einmal hier herein:

      11 Sinfonia
      12 Coro di Spiriti degli Elisi che accompagno Orfeo
      13 Aria Euridice
      14 Coro di Amori
      15 Aria Orfeo
      16 Duetto Orfeo & Euridice
      17 Coro

      Ouvertüre, Eingangschor (Coro di Spiriti) und Amorettenchor sind klar, dabei handelt es sich um die Nummern 0, 1 (evt. 1-6) und 14. Die Arie der Euridice ist angesichts der Position wohl die erste, Nr. 8 "Sposo amato io veggo". Bei der Arie des Orfeo handelt es sich entweder um Nr. 20 "Io di Lete sulla sponda" mit obligater Flöte und Chalumeau oder um Nr. 38 "Felice io m'andrò" mit obligater Theorbe - beide wären schön gewesen! Analog kann es sich beim Duett um Nr. 26 "Rendi a me" (meiner Meinung nach das schönere von beiden!) oder um Nr. 46 "Di questo giorno" handeln. Welcher Chor mit "Coro" gemeint ist, muss völlig offen bleiben, es läge aber nahe, dass es der Schlusschor "Non v'è giorno" ist.

      Fazit: Um "Orfeo ed Euridice" kennenzulernen, lohnt sich der Ankauf der Box jedenfalls nicht, dazu sind die Schnipsel zu wenige. Wenn man freilich die Box auch wegen der anderen ganz oder teilweise enthaltenen Werke haben will, bekommt man zusätzlich einen kleinen Einblick in diese faszinierende Oper des Wiener Hofkapellmeisters Fux.

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Liebe Capricciosi!

      Sehr interessant hört sich dieses Projekt des heurigen Sommers an: http://www.damtschach.at/2012/oper/oper2012.html

      "Orfeo ed Euridice" soll hier einerseits gekürzt (als Sänger sind überhaupt nur Euridice und Orfeo aufgeführt), andererseits mit Orchestermusik von Fux erweitert und als kombinierte Musik-und-Tanztheater-Performance nach barocken Tanzschritten und barocker Gestik aufgeführt werden.

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.